Politik

Politik 2017-04-12T21:17:12+00:00

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EventReports

Wenn einer eine Reise tut …………….

Optimisten an die Front

Der März, der März, der März ist da ,,,,,,,,,,,, So wie in diesem Jahr, so war es auch während der vergangenen beiden Dekaden. Im Monat März – wenn nicht nur das Wetter in Deutschland grau, sondern auch die Stimmung trüb ist, wenn der menschliche Körper dringend  Vitamin-D-Stöße  der Sonne benötigt – zieht es mich nach Florida.  Ein Ziel der Reise ist die Institutional Investment Conference des US-Finanzhauses Raymond James in Orlando. Während die Welt in weiten Teilen erbebt, Menschen gegenseitigen Respekt vermissen lassen, in vielen Krisengebieten Europas sowie des Nahen und Mittleren Ostens Bomben fallen und Menschenleben ausgelöscht werden, erscheinen die USA auch 2016 als eine „Insel der Glückseligkeit“.

Konferenzort in Orlando

Malerischer Konferenzort in Orlando.                                                                                                                                                                            Foto: Udo Rettberg

Klar – auch in den USA  ist beileibe nicht alles in Ordnung. Gerade im Wahlkampf zeigen sich erhebliche  Gegensätze. Ich habe das Gefühl, dass die politischen Diskussionen in diesem Jahr verbal noch heftiger und noch stärker fäkal unterlegt geführt werden als in vorausgegangenen  Wahlkämpfen.   Ungeachtet dessen ist  hier im Land der angeblich so unbegrenzten Möglichkeiten noch ein wenig mehr von jener Freiheit zu erkennen, auf deren Welle sich die Menschheit in den vergangenen sechs bis sieben Dekaden nicht nur ökonomisch nach oben gearbeitet hat, sondern auch ein humanistischeres Antlitz zeigte.  Aber all das ist inzwischen in Gefahr. Die  „Insel USA“ macht in vielerlei Hinsicht keine Ausnahme vom weltweit zu beobachtenden Chaos.

Und wie eigentlich immer während der vergangenen Jahre, schwindet mein tiefer Pessimismus auch in diesem Jahr zwar nicht völlig, aber immerhin wird meine Stimmung wieder stärker von Hoffnung geprägt. Noch schwebe ich indes zwischen Unsicherheit, Furcht, Pessimismus und eben dieser Hoffnung. Noch kann ich mich der in Deutschland von bestimmter Seite geäußerten These des „Wir schaffen das“ nicht wirklich anschließen. Und ich meine das nicht nur in Hinsicht  auf die gefährliche Völkerwanderung in Europa. Mit Blick darauf  bleibe ich bei meiner Meinung: Wir werden das Chaos nicht wirklich in den Griff bekommen werden – kurz- und mittelfristig jedenfalls nicht.  So völlig unorganisiert und desorientiert wie das von politischer Seite zuletzt versucht wurde, ist diese gigantische Aufgabe nicht zu bewältigen.

Nach wie vor bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Krisen am ehesten  in frühen  Entstehungsphasen zu verhindern sind.  Aber all das setzt voraus, dass Regierungen frühzeitig tiefgreifend  analysieren, die Problematik erkennen und danach auch entsprechend konsequent handeln. Ich sitze hier in Florida und denke darüber nach, wie sehr mir das dümmliche und egoistische Geschwätz einiger  Politiker in den Krisenregionen Europas sowie des Nahen  und Mitteren Ostens auf die Nerven geht.

Und dann richtet sich mein Blick in der Hotelhalle auf den riesigen TV-Bildschirm, wo Donald Trump gerade wieder einmal  ganz gekonnt ins Rampenlicht gerückt wird. „Die Dummheit wird wieder gut in Szene gesetzt – alles nur Show“, sagt ein New Yorker Banker, mit dem ich ins Gespräch komme. Er murmelt danach jene Worte, die ich in den vergangenen Dekaden so oft gehört habe: „There is no business like show business.“  Ich schmunzle und wiederhole mit Blick auf die nicht gerade seltenen wirtschaftlichen Misserfolge des Donald Trump die These: „The business of America is business“.  Wir kommen ins Gespräch. Schließlich stimmt er mir zu: „Ja, ich glaube Du liegst richtig mit der These, dass die kommende Wahl wirklich zu einem IQ-Test für die Amerikaner werden dürfte“, stimmt er mir zu. Egal, durch wen die Spitzenposition im Weißen Haus künftig auch besetzt wird, auch bei dieser Wahl steht der Faktor Macht und damit Geld eindeutig im Fokus, sagt mein Gesprächspartner. Wir werden sehen….

Unsere Diskussion geht weiter – wir stimmen in vielen Fragen überein. Etwas Unergründliches sei mit der Menschheit in den vergangenen zehn Jahren geschehen, sagt er. Wieder kommt Wut auf die politischen Instanzen in der Welt in mir hoch. Ich muss erneut an meine jüngsten Besuche bei der UN in New York und in Genf denken – und wieder verstehe ich die Welt nicht. Auch heute will mir zum Beispiel nicht wirklich einleuchten, warum Menschen in  Glaubensfragen keinen gemeinsamen Weg finden. So wie ich die mir bekannten Weltreligionen verstehe, sind in allen Glaubensrichtungen Respekt, Achtung  und Liebe wichtige Kernpunkte. Egal ob Gott, Allah, Buddha, Jehovah oder wie auch immer  – Bezeichnungen für das Allmächtige sind nur Schall und Rauch.

Wenn die Menschheit begreift, dass der Name für das Allmächtige, das Allumfassende mehr oder weniger unwichtig ist,  sind wir alle ein gutes Stück vorangekommen. Es kommt halt nicht auf den Namen an, sondern vor allem auch auf die Ausgestaltung des Allumfassenden. „Lass uns bitte in Kontakt bleiben“, bittet mein Gegenüber, der einen wichtigen Termin einhalten muss.  „Versprochen……“, antworte ich und überreiche meine Visitenkarte, die er mir nach dem Einscannen in sein iPhone zurückreicht. Ich tue  das Gleiche ; denn wird Papier gespart.

Am nächsten Tag erhalte ich dann die Gelegenheit, meinen grundlegenden ökonomischen Pessimismus abzulegen. „Wir erwarten keine Rezession in den USA“, sagt Scott Brown, Chefökonom  von Raymond James im Rahmen eines Roundtable-Gesprächs, an dem auch andere Analysten des Finanzhauses teilnehmen. Der US-Arbeitsmarkt sei stark, auch wenn damit zu rechnen sei, dass es  zu einer leichten Abflachung kommen werde. Aber der Anstieg in der Zahl der neuen Arbeitsplätze werde sich verlangsamen. „Das aber vor allem aufgrund der Tatsache, dass es nicht genügend Leute gibt, die angestellt werden können“, so Brown.

Das Problem der Aussagen  von Scott Brown. Der Ökonom hat sich bei der Prognose fast ausschließlich auf die US-Wirtschaft gestützt und vor allem heimische Konjunkturdaten in seine Analyse einbezogen. Wer jedoch die Entwicklung in Europa mit dem „Verzweiflungsschritt“ der EZB einbezieht, die Ermüdung in Chinas Volkswirtschaft mit der Folge drastischer Entlassungen sowie  das Flüchtlingsdrama im Südosten Europas und die angespannte Lage in Russland und in der Ukraine ins Kalkül zieht, kann ein Überschwappen der Unsicherheit auf die USA nicht wirklich ausschließen. Dies auch, weil während des derzeit verbal teilweise auch „streng-fäkal“ geführten Wahlkampfs bei den Verbrauchern und den Unternehmen sehr viel Unsicherheit aufkommt.

Und last but not least könnten Störfeuer für die US-Volkswirtschaft auch von einigen ins Abseits taumelnden lateinamerikanischen Staaten (wie Brasilien) kommen. Und dass Mexiko nach den jüngsten Aussagen von Donald T. den USA nicht gerade wohlgesonnen ist, sei nur am Rande erwähnt. Zudem sind die erhofften Impulse im amerikanisch-kubanischen Geschäft nach der bereits vor geraumer Zeit  beschlossenen – jetzt allerdings mit mehr Leben ausgestatteten –  Annäherung bisher ausgeblieben. Möglicherweise werden die Initiativen von Barack Obama auch torpediert, nachdem die republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei ihren jüngsten TV-Debatten mehrere „verbale Schüsse“ sowohl in Richtung Washington als auch Havanna abfeuerten. Aber inzwischen haben einige Tourismusgesellschaften (Marriott, Starwood, Carnival) angekündigt, auf Kuba aktiv werden zu wollen.

Heute und morgen – Die träge Masse Mensch

Völkerwanderungs-Steuer

Von UDO RETTBERG


„Hallo, guten Abend – lange nicht gesehen.“ Freudestrahlend begrüßt mich der Vorstand einer deutschen Großbank auf dem Hausflur. „Ich wünsche auch noch ein frohes neues Jahr – alles Gute“, ergänzt er. – „Danke, das wünsche ich auch“, erwidere ich seine Wünsche. Ich denke, meine in dieser verwirrenden Zeit meist skeptische Miene bewegt ihn zu der Frage: „Immer noch so skeptisch wie zuletzt?“ – „Ich hoffe im Interesse der Menschen, dass ich falsch liege“, will ich ihm den Abend nicht verderben. Denn schließlich ist er Banker – mit Leib und Seele.

Sammelpunkt und Brennpunkt Hauptbahnhof

Sammelpunkt und Brennpunkt Hauptbahnhof.                                                                                                                                                                                                      Foto: Udo Rettberg

Unsere Diskussionen über die Zukunft der Banken, der Fondsgesellschaften, der Hedge Funds sowie über künftigen Trends bei Aktien, Zinsen, Rohstoffen und Devisen verliefen in der Vergangenheit sehr kontrovers und lebhaft.   Ähnliche Dialoge wie mit dem deutschen Top-Banker habe ich zuletzt des Öfteren geführt. Zahlreiche Gesprächspartner ignorierten meine Meinung und taten dabei so, als sei die Welt noch völlig in Ordnung.

Die von mir als größte Risiken für die wirtschaftliche Stabilität der gesehenen Explosivfaktoren Staatsverschuldung und Staatsversagen nehmen die meisten Fachleute mehr oder weniger als „gegebenen Fakt“ hin. Kaum einer stellt sich die Frage, wie die Staatsschulden in den kommenden Jahren zurückgezahlt werden können. Klar, das Bundesfinanzministeriuim hat zuletzt mit Blick auf den Staatshaushalt immer öfters von der „schwarzen Null“ gesprochen. Allerdings ist dies eine statische Betrachtung für das vergangene Haushaltsjahr. „Die schwarze Null“ gilt jedoch nicht für die in den verangenen Dekaden aufgelaufenen Staatsschulden, die sich zu einem gigantischen Schuldenberg kumuliert haben. Irgendjemand muss diese Schulden irgendwann zurückzahlen – in welcher Form auch immer. Der Dumme wird letztlich der Bürger sein.

Ökonomen und Analysten sind in diesen Tagen aber sehr stark von den politischen Versäumnissen im Zusammenhang mit der Völkerwanderung in Richtung Mitteleuropa genervt. Doch dass die Themen Flüchtlingsströme und Staatsverschuldung gemeinsame Ansatzpunkte aufweisen, wollen gerade die ewig Gestrigen nicht wirklich erkennen. Und auch nicht, dass beide Themen in Europa – vor allem in „good old Germany“ – künftig noch enger miteinander verbunden sein werden. Schließlich müssen die guten Taten des Staates über höhere Steuern oder eine höhere Verschuldung finanziert werden. Schäubles Idee von der Autosteuer erwies sich zuletzt als Fehlzündung, aber Berlin und Brüssel haben ja noch tausende von Möglichkeiten. Vielleicht wird den Deutschen ja demnächst eine „Völkerwanderungs-Steuer“ auferlegt…… Nichts ist unmöglich.

Wenn es in der Diskussion mit Bankern, Industriebossen und Wissenschaftlern in den vergangenen Monaten und Jahren darum ging, die Ursachen der globalwirtschaftlichen Ermüdung und gigantischen Ungleichgewichte zu erforschen, dann sprachen Optimisten in meiner Umgebung von einer normalen Konjunkturdelle – sie tun das auch heute noch. Der Blick nach China, Japan sowie nach Europa und in die USA sollte uns eigentlich eines Besseren belehren und mit den wahren Gründen vertraut machen, nämlich unter anderem mit dem unsoliden Agieren von Regierungen.

Dass die Mega-Konjunktur-Katalysatoren „Staatsverschuldung“ auf der einen sowie „Nullzins“ und „30-Dollar-Öl“ auf der anderen Seite entscheidende „einmalige“ Wachstumstreiber waren, die keine Dauerimpulse vermitteln werden, interessiert auf Seiten der Daueroptimisten kaum. Möglicherweise werden a) die Zinsen in Zukunft wieder steigen, b) die Staatsshulden z.B. durch einen Schuldenschnitt abgebaut, also „sozialisiert“ und c) die Energiepreise wieder steigen. In viele Langfrist-Analysen fließt all das heute noch nicht ein.

Der Konjunktur-Optimismus ist bei den meisten Banken ungebrochen. „Wir haben Märkte und Unternehmen in der Vergangenheit immer so und nach unseren klaren Kriterien analysiert – und das nicht gerade mit geringem Erfolg“, verteidigt sich der Reseachr-Stratege einer großen ausländischen Bank, als ich ihm und seinen Kollgen mangelnde gedankliche Flexibiltität vorwerfe.Kaum jemand gesteht ein, dass nichts mehr so ist wie gestern. Die Welt tendiert in Richtung Chaos – aus vielerlei Hinsicht. „Du übertreibst – wie immer“, sagt ein politischer „Aktivist“ aus Berlin.

Ein Frankfurter Banker aber sagt das, was auch ich denke: „Du weißt, wir Banken müssen ebenso wie Politiker Optimismus gegenüber unseren Kunden versprühen, wie sonst sollen wir denn sonst Geschäfte machen und wie sonst sollen Politiker ohne die Äußerung von Zuversicht dennb die nächste Wahl gewinnen?“ – „Gut gebrüllt Löwe“, schlage ich ihm aufmunternd auf die Schulter.

Politiker, Industriebosse, Banker, Vermögensverwalter, Fondsmanager – sie alle verschließen die Ohren vor zutreffenden Argumenten. Allesamt stecken sie den Kopf in den Sand. Das überrascht nicht, denn wer setzt sich schon gern mit Negativem auseinander. Wenn ich in der Folge in Diskussionen den kommenden „Crash der Systeme“ und den dann drohenden Wohlstands-Verlust anspreche, schütteln sie ungläubig den Kopf. Sie gehen nicht nur allmorgendlich zur Arbeit, diskutieren dann mit ihren Kollegen auf der „Ebene von gestern“, und planen dann am Abend mit ihren Familien darüber hinaus schließlich heute bereits den kommenden Jahresurlaub. Banker und Wirtschaftsbosse tun also so, als würden wir weiterhin in der besten aller Welten leben. Dabei wird dann immer wieder auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Deutschen hingewiesen. Donald Trump – Republikaner-Kandidat für das Amt des US-Präsidenten – sieht das allerdings etwas anders; denn er hat zuletzt expressis verbis die „Völkerwanderungs-Risiken“ für Deutschland aufgezeigt.

Trump

Der US-Immobilienmogul Donald Trump (hier eines seiner Projekte in Vancouver9 will neuer US-Präsident werden. Er sieht die Entwicklung in Deutschland mit großer Sorge. Foto: Udo Rettberg

Sie alle tun so, als sei über die vergangenen Monate hinweg keine Verschlecherung des Status quo in der Welt zu erkennen gewesen. Zudem sehen sie auch nicht die in ihren Händen liegende Macht, gemeinsam in der Masse gegen die Missstände vorzugehen – friedlichund mit guten Argumenten selbstverständlich. Immer mehr meiner Diskussionspartner scheinen jedoch verunsichert und zugänglich zu meinen Argumenten. Denn ich seh die Angst in ihren Augen, wenn ich von der nächsten Rezession, der kommende Depression und vom möglichen nächsten Weltkrieg spreche.

Letztlich verdrängen die Super-Optimisten diese Risiken in ihren Gedanken jedoch. Auch wenn ich dann im weiteren das Totalrisiko des „Todes der Demokratie“ sowie die Gefahr des kommenden System-Crashs aufzeige, erwachen sie nicht wirklich. Es ist ja schließlich alles in Ordnung – heute, heute noch. Die Diskussion dreht sich in der Folge darum, dass nicht nur die Politiker auf ein verändertes System zielen, sondern darüber hinaus auch die Bigones und Extriches – die Superreichen, die die eigentlichen Herrscher auf dem Planeten sind – wenig erfreuliche Pläne mit dem Rest der Menschheit hegen.

Und dann ist es so weit: Einige Diskussionspartner erklären mich zwangsläufig zum Zwangsjacken-Kandidaten. Überrascht bin ich dann, wenn einige in der Folge dann aufzuwachen scheinen. Und zwar jene, die in der Vergangenheit den großspurigen Reden, Zusagen und lautstarken Versprechen der Politiker/innen vertraut hatten. Zumindest bei der Kanzlerin – dem einstigen deutschen und europäischen „Vorzeige-Objekt“ – sind sie da inzwischen aber etwas vorsichtiger. Die Zweifel an der Rettungskunst der Regierungen mit Blick auf das eigene Volk haben zugenommen. Ich behaupte, dass dieser Trend anhalten wird.

Glücklich ist, wer vergisst, ……… Viele Menschen aber wissen sehr wohl, dass sich die Dinge auf dem Planeten Erde erst noch verschlechtern müssen, bevor es in fünf oder zehn Jahren wieder besser werden dürfte. Bis dahin werden viele Menschen auf dem Globus nicht nur Zeter und Mordio schreien. Für so manchen ist das aber wohl nicht wichtig. Viele verdrängen die Gedanken vom Risiko der „Vertreibung aus der Comfort-Zone“ ganz bewusst. Warum eigentlich auch nicht? Denn das ist durchaus menschlich. Die Rasse des „Homo sapiens“, die ja eigentlich über Gehirn verfügen sollte, ist nun einmal eine eher träge Masse.

Alpha Bulls

Mitten im Leben

Der große Irrtum

Zitronenpresse

Die Zitronenpresse: Saure Miene zum fragwürdigen Spiel. „Ich muss das wirklich mal betonen: Früher waren die Zitronen ……“ – Dichtkunst von Heinz Erhardt.           Foto: Udo Rettberg

Deutschland ist sauer. Deutschland leidet. Deutschland stöhnt. Deutschland sucht sich selbst. Dies sind harte Zeiten für ein Land, das sich nach der „schändlichen“ Nazi-Vergangenheit sowie in der weiteren geschichtlichen Abfolge dann letztlich als geglückt zu bezeichnenden (Wieder)-Vereinigung gerne als Vorbild für die Welt, ja sogar als „Nonplusultra“ feiern ließ. Schließlich hatte es Deutschland in den vergangenen Dekaden ja zum Leader und zum Vorzeigestaat innerhalb der EU geschafft. Richtig ist: vielen auf der Weltbühne hat dies nicht in den Kram gepasst. Dies auch, weil einige Politiker sich selbst sonnend in Gutsherrenart durch die Lande zogen. Lange genug machten die Partner gute Miene zum bösen Spiel. Das hat sich geändert. Lange Zeit schwang und schwingt in der Welt noch immer die (aus meiner Sicht völlig unberechtigte) Angst vor einem zu starken Deutschland mit.

Denn der Geist der Menschen im Deutschland von heute hat überhaupt nichts mehr mit dem Geist der Menschen in Deutschland von gestern zu tun hat. Das jedenfalls gilt für die allermeisten Bürger dieses Landes, die in der Regel nur eines wollen – nämlich in Frieden und Ordnung in einem soliden Rechtstaat leben. Deutschland hat zahlreiche Schwächen – auf allen Gebieten. Der größte Fehler liegt darin, dass Deutschland glaubt, anderen seine Sicht der Dinge aufdrängen und andere maßregeln zu müssen. Die internationale Presse spricht in diesem Kontext von den „Fernwirkungen der Nazizeit“.

Das ernüchtert, das enttäuscht. Eine friedliche Koexistenz der Menschen auf diesem Planeten scheint unmöglich zu sein. Der Egoismus ist zu groß und verhindert Annäherung. Eine Beurteilung der geopolitischen Lage in der Welt insgesamt erfordert das Aufzeigen einiger weiterer Schwächen:

  • fehlende Bildung,
  • Überbevölkerung des Planeten Erde,
  • mangelnder Respekt
  • die Geld- und Machtgier der Menschen
  • fehlende Trennung von Staat und Religion.

Durch das Streben nach Macht und Geld wird im „Untergrund“ und „Hintergrund“ ein böses Schurken-Spiel entwickelt. Vieles spricht dafür, dass die USA dabei – egoistisch wie eh und je – eine nicht gerade rühmliche Rolle spielen. Das Problem: Nichts Genaues weiß man nicht.

Fest steht: Wieder einmal ist die Welt sehr weit von den Zielen der UN entfernt – nicht nur im derzeit explodierenden Europa. Freiheit, Liberalismus und Demokratie sind hier wie anderswo nur leere Worthülsen. Dabei könnte alles so einfach sein. Wo bleibt die Orientierung an den bereits im Jahr 1945 formulierten Zielen der UN, der inzwischen ja immerhin 193 Länder angehören? In den „Grundgesetzen“ der UN geht es darum,

  1. den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren,
  2. freundschaftliche – auf der Beachtung des Grundsatzes von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende – Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und so den Weltfrieden zu festigen.
  3. weltumspannend so zu kooperieren, dass internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art gelöst werden können.
  4. Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen – losgelöst von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache oder Religion – zu fördern und zu festigen.

Wenn ich in der jüngsten Vergangenheit immer wieder auf die Schnelllebigkeit von Schlagzeilen verwiesen habe, dann muss ich mich heute korrigieren. Eine solche Schnellebigkeit von Titelzeilen wird wohl kaum für die aktuelle Völkerwanderung gelten. Dieser Fakt wird die Welt – allen voran Europa und Deutschland – noch wesentlich länger beschäftigen. Richtig ist: Diese Völkerwanderung ist für Deutschland eine größere Herausforderung als die deutsche (Wieder)-Vereinigung. Kritik kommt nicht nur wegen der Ereignisse von Köln auf. Es brodelt angesichts dieses Kulturkrieges im Lande – und zwar an allen Ecken und Enden. Eine für ihre Offenheit auf der einen und strikte Ordnung auf der anderen Seite bekannte Gesellschaft ist auf der Suche nach den eigenen Fehlern.

Die frauenverachtenden Aktionen von Köln, die mich als Weitgereisten und aktuellen Autor eines Buches über die Misshandlung von Frauen im islamischen Raum nicht wirklich überraschen, sind für einen demokratischen Rechtsstaat nicht hinnehmbar. Sie zeigen das grundlegende Problem unterschiedlicher Kulturen und Rechtsordnungen. Eine kulturelle Koexistenz ist in einem Rechtsstaat wie Deutschland nicht hinzunehmen, das würde zu Mord und Totschlag führen. Es steht außer Frage, dass sich die Kritik nicht nur gegen die sich nicht an Recht und Gesetz haltenden Flüchtlinge, sondern auch gegen die hysterisch mit Worten wild um sich werfenden „Windmacher“ richten muss.

Notwendig ist der Blick zurück, das heißt vielmehr zwei, drei, vier – ja unzählige Blicke zurück in die Vergangenheit. Eines ist völlig klar: Die Politiker haben dabei in der Regel versagt. Viele Politiker haben zu viel mit sich selbst zu tun. Sie sind nicht in der Lage, Dinge über einen gewissen Zeitraum hinweg einzuordnen und deren Folgebn zu analysieren. Ein noch naher Orientierungspunkt im Flashback ist das Thema Entwicklungshilfe. Nicht immer erfüllten die Hilfsgelder in der Vergangenheit ihre Zwecke. Selten dienten diese „Gaben“ dem Wohle notleidender Völker, sondern vielmehr der Bereicherung von diese Länder regierenden Despoten und deren Clans.

Das Beispiel Syrien: Kriege finden stets dort Nährboden, wo Not und Elend herrschen und Despoten das Volk unterdrücken. Zwar hat Deutschland die zuvor recht üppige Entwicklungshilfe für Syrien im Jahr 2011 eingestellt, doch haben die EU und andere Geldgeber der Weltgemeinschaft auf der Geberkonferenz in Kuwait im März 2015 Hilfsgelder in Höhe von 3,8 Mrd € für Syrien bewilligt – und damit deutlich weniger als die UN, die seinerzeit 8,4 Mrd $ für notwendig gehalten hatte. Ist es für die breite Öffentlichkeit nachzuvollziehen, wo diese Gelder gelandet sind? Haben die deutschen Behörden Kenntnis darüber, wo die Finanzhilfen hingeflossen und eingesetzt worden sind? Ein sozialer und wirtschaftlicher Aufschwung in Syrien konnte jedenfalls nicht bewirkt werden. Im Gegenteil.

Nicht Politiker stellen die Sinnhaftigkeit ihres Handelns infrage. Das tut vielmehr die Gesellschaft, die sich fragt, was sie wohl falsch gemacht hat. Eine Antwort ist: Die Bürger haben auf die Fähigkeiten ihrer Politiker vertraut. Das ist nun einmal die besonnene Art der Deutschen. Ein weiteres Problem: Politiker sitzen abgehoben in ihren Elfenbeintürmen und damit viel zu weit entfernt von den „Tatorten“. Aber nicht nur das. Viele Politiker haben längst den Draht zum Volk verloren. Wie sonst konnte sich eine Bundeskanzlerin in der Frage der Völkerwanderung in ihren geistigen Sphären so weit vom gedanklichen Standpunkt ihres Volkes entfernt zu fragwürdigen Entscheidungen hinreißen lassen. Nein, die Schuld soll wirklich nicht allein bei ihr abgeladen werden. Wozu aber ist sie die lange Zeit als allgewaltig geltende Chefin einer „Politikergruppe“? Gute Chefs und Chefinnen sind gierig darauf, die Meinung ihrer Mitarbeiter zu hören und erst dann zu entscheiden. In Berlin heißt es dazu, die Kanzlerin habe das mit ihren grenzwertigen Entscheidungen absurderweise nicht in ausreichendem Maße getan.

Wie können Politiker in diesem Fall nur geglaubt haben, dass eine stark homogene Gesellschaft wie die deutsche, die in ihrem Alterungsprozess das Phänomen der Säkularisierung (der Verweltlichung also) erlebt, eine Völkerwanderung dieses Ausmaßes und damit ein Aufweichen ihres Wohlstands wort- und widerstandslos hinnehmen würde? Wer so etwas glaubt, schwebt gedanklich sehr weit entfernt über (oder möglicherweise unter) seinem Volk. Wenn ich die zahlreichen Diskussionsbeiträge der Mitglieder meines – liberal und weltoffen geprägten – Diskussionskreises reflektiere, dann muss ich feststellen: Die Lage hat sich exakt so entwickelt, wie wir bereits seit mehr als einem Jahr erwartet hatten. Warum, so fragt mich meine Schwester, hat die Bundeskanzlerin uns nicht gefragt. Wir hätten ihr exakt gesagt, was sie hätte tun sollen ………………………

                                                                                               Udo Rettberg – 1. Januar 2016

Alpha Bulls


Die Erde bebt

The American Dream  

Die politischen und ökonomischen Beben auf dem Planeten Erde sind zur Jahreswende noch heftiger geworden. Europa ist weiter Epizentrum des stärksten Bebens, dessen Magnitude auf der Richter-Skala nicht wirklich messbar ist. Die wahren Messlatten für die Stärke einzelner Beben sind vor allem gigantische Kursverluste an den Finanzmärkten auf der einen und der in Strömen fließende Angstschweiß der Menschen auf der anderen Seite.

Der amerikanische Traum

Der amerikanische Traum – Idylle ist angesagt.                                                                                                                                                                                                               Foto: Udo Rettberg

 


Fehler historischen Ausmaßes – Ökonomen sprachen in den vergangenen Tagen davon, dass die Fed und andere Notenbanken mit ihrer Geldpolitik Fehler historischer Ausmaße begehen könnten. Und: Sie liegen damit richtig. Allerdings nicht unbedingt mit zukunftsgerichtetem Blick auf die von Ökonomen er wartete Zinswende. Der Fehler historischer Dimensionen liegt ganz eindeutig in der Vergangenheit. Nämlich darin, dass Notenbanken und Regierungen den Verfall der Moral und den Fall der Zinsen in den Null- oder Minusbereich über Dekaden hinweg nicht nur zugelassen, sondern sogar initiiert haben. Regierungen haben mit Unterstützung der Notenbanken, den Zins als Allheilmittel einsetzen wollen. Diese Einseitigkeit aber ist zum Scheitern verurteilt. Allerdings können Notenbanken jetzt kaum mehr zurück. Daher bleibt die Zins-Prognose bestehen: Die Fed wird die Zinsen wohol so rasch nicht weiter erhöhen, sondern im Jahresverlauf eher die zuletzt vollzogene Zinserhöhung wieder rückgängig machen (müssen).

O! say can you see,

by the dawn’s early light,

what so proudly we hailed

at the twilight’s last gleaming …….

 

Attacke gegen den Nationalstolz –Beim Text der US-Nationalhymne stehen viele Amerikaner mit stolzgeschwellter Brust still. Über mehr als dreieinhalb Dekaden und nach mehr als 150 Besuchen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist mir das Motto und die Devise der US-Amerikaner bekannt: Optimismus, Optimismus – vorwärts, vorwärts und nur nicht zurückschauen.“ Das gilt gerade auch für die Wirtschaft; denn „The business of America is business“. Und so werden viele kritische Dinge ein- fach übersehen. Das gilt z.B., wenn – wie zuletzt – offiziell durchweg erfreuliche US-Arbeitsmarktdaten gemeldet werden. Diese verkünden indes meist nur die halbe Wahrheit und ignorieren den Fakt, dass zahlreiche Amerikaner ökonomisch und finanziell fürs Überleben mehrere Jobs annehmen müssen. Das Urban Insititute hat jetzt eine weitere erschreckende Wahrheit veröffentlicht, die meine Prognose einer kommenden globalen Rezession oder gar Depression stützt. Wenn nach China auch die USA wanken, ist die Depression nicht weit

Kurzer Weg zur privaten Insolvenz – So wie ich nicht unbedingt in den lauten Jubel um nach außen hervorragende Arbeitsmarktdaten der USA einstimme, so will ich in diesem Kontext auch auf einen anderen Fakt als Folge des „Verschuldungs-Hypes“ – Stichwort: „erborgter Wohlstand“ – hinweisen. Denn hier in den USA ist nicht nur der Staat gigantisch verschuldet, sondern auch die Wirtschaft und der private Bürger. Nach einer jüngst durch Bankrate.com veröffentlichten Studie leben 63 % der US-Bürger „Spitz auf Knopf“, um eine alte deutsche Redensart zu nutzen. Diese findet dann Anwendung, wenn eine Sache heikel und deren Ausgang ungewiss ist. „John Smith“ – der Durchschnitts-Amerikaner – tut sich schwer, wenn er mit unerwarteten und überraschenden Ausgaben konfrontiert wird. Denn viele US-Bürger verfügen nicht über Notgroschen“. Grund: Sparen war für Amerikaner nie das große Thema. Auch die Notenbank hat in jüngster Vergangenheit bereits ähnliche Studien über das Verhalten der US-Bürger publiziert.

Schulden auf den Tisch – Nach aktuellen Beobachtungen wird die gigantische internationale Verschuldung bei politischen und wirtschaftlichen Diskussionen bewusst außen vor gelassen. Grund: Die Politik kennt keinen schmerzlosen Ausstieg aus diesem Dilemma. Alle Industrieländer stecken tief im Schuldenchaos – allen voran die USA und Japan. Aber auch in Europa ist die Lage bedrohlich – nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlings-Problematik, bei der Politiker völlig versagt haben. An den Finanz-märkten steht China derzeit im Fokus, aber es ist nicht auszuschließen, dass die USA in absehbarer Zeit zum Epizentrum eines gigantischen Bebens werden könnten. Denn die Verschuldung der USA ist riesig – und sie steigt weiter.

Hymne der Verschuldung:

„Born in the USA“

Born down in a dead man‘s town.

The first kick I took was when I hit the ground ….

Bruce Springsteen

Mit rund 7,28 Billionen (!!!) Dollar erreicht die Netto-Auslandsverschuldung der USA neue Rekordhöhen. Die Zahlen liegen um das Sechsfache über dem 2008er Niveau. Hierin liegt ein wesentlicher Grund, weshalb Washington den Dollarkurs-Aufschwung ermöglicht hat. Irgendjemand muss den Schuldenberg finanzieren. Und über einen höheren Dollar wird letztlich internationales Kapital angelockt. Dies zumal, da andere Währungen (Euro) derzeit deutlich schwächeln und Notenbanken wie die SNB in der Schweiz versuchen, den Wert ihrer über Monate hinweg festen Währung aus Wettbewerbsgründen wieder zu reduzieren.

 

Europa vs USA: Der Sieger steht fest – Ungeachtet dessen spricht viel dafür, dass die USA wegen der geopolitischen Trends erneut als Sieger aus der aktuellen weltweiten ökonomischen und politischen Krise hervorgehen werden. Denn Washington ist es bis dato gut gelungen, wahre kriegerische Auseinandersetzungen weit weg vom eigenen Territorium zu halten. Darüber hinaus machen die USA unter Obama nicht mehr den Fehler, mit zu massivem kostspieligen Aufwand in den Krisengebieten den „Friedensengel“ spielen zu wollen. Dass Europa – allen voran die EU – vor dem Kollaps steht, wird gerade nach dem jüngsten Silvester-Wahnsinn immer wahrscheinlicher. Nicht zuletzt durch gezielte (teils hinterlistige) Einflüsse wird Europa durch die USA – den direkten ökonomischen und politischen Konkurrenten – gezielt geschwächt. Ein weiteres Beispiel ist der VW-Emissionsskandal.

 

Die Achtung verloren – Die Suche nach den Schuldigen führt rasch zu den Politikern. fündig. Es muss hier wiedeholt werden: Die entscheidenden Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht, indem z.B. nicht überwacht wurde, wo gigantische Geldbeträge der Entwicklungshilfe hingeflossen sind. Bei den Menschen (dem Volk) in den Entwicklungsländern sind die Gelder in der Regel wohl nicht angekommen. Seit rund zwei Dekaden schrumpft die Achtung vor Politikern. Es fehlt auf zahlreichen politischen Ebenen an Weitsicht, an Voraussicht, an Fachwissen, an Respekt gegenüber dem Bürger (dem eigentlichen Regenten) und an der Bereitschaft, wirklich Verantwortung zu übernehmen. Beispiel: Bei den UN in New York sind rund 8700 exzellent ausgebildete Menschen beschäftigt. Doch worin liegt die eigentliche Leistung des „Wasserkopfes UN“? Dass ein weitere Weltkrieg näher rückt, ist jedenfalls ein Armutszeugnis für die UN, für andere supranationale Organisationen und nicht zuletzt auch für alle anderen Politiker in den einzelnen Ländern.


Kapitalanlage

Tafelgold zu Geld machen – Es gehören nur geringe Fachkenntnisse dazu, um trefflich zu analysieren, dass aktuelle Probleme in der VR China auf der einen sowie der Crash der Energiepreise auf der anderen Seite erhebliche Auswirkungen auf die globalen Kapitalströme haben werden. Denn

1 – die Gelder der „Bigones“ im Reich der Mitte werden jetzt massiv in (vermeintlich) als sicher geltende Assets wie Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium etc) sowie in Immobilien fließen. Freunde, die in Vancouver im Immobiliengeschäft aktiv sind, berichten bereits von einem weiteren breiten Zustrom chinesischer Gelder in kanadische Immobilien. Und der WGC spricht andererseits von starken Goldkäufen chinesischer Interessenten.

2 – Scheichs und andere Mitglieder der Königs-Familie (also die „Bigones“) in Saudi Arabien sehen sich wegen der verschlechterten Staatsbilanzen gezwungen, entweder Gold zu verkaufen oder aber sich von anderen Staatsbeteiligungen (siehe geplantes Aramco-IPO in Saudi Arabien) zu trennen. Das Gleiche gilt für die Superreichen in anderen Ölproduzentenländern.

Die Folge: All diese gigantischen Transaktionen entziehen den internationalen Finanzmärkten Liquidität, die dann in der Folge nicht mehr für andere Investments zur Verfügung steht. Und gewinnen – da bin ich mir sicher – werden im Endeffekt erneut die „Bigones“ und „Extriches“ – also die „Mächtigen“ und „Superreichen“ in den USA und anderen Industrienationen. Ein Grund: Schwächere Energiepreise steigern das verfügbare Einkommen der Bürger auf dem Planeten, was großen Teilen der Weltwirtschaft, besonders aber den Konsumunternehmen hift.

Asset-Allocation: Es bleibt dabei: Ungeachtet der Turbulenzen in China sprechen einige Indizien dafür, dass Kapitalanleger auch 2016 zunächst großes Augenmerk auf die Anlageklasse Aktien legen werden. Nach wie vor ist Anlegern zu raten, sich gegen unvorhersehbare Ereignisse zu wappnen und Puts (also Verkaufsoptionen) zu erwerben. So z.B. indem Dividenden-Erlöse (in Höhe von aktuell 3 bis 5 %) zum Kauf von Index-Puts oder einzelnen Aktien-Puts als „Versicherung“ eingesetzt werden Liquide Aktien-Optionen gibt es z.B. auf zahlreiche weltbekannte Indizes wie den Dax, den EuroStoxx 50 und den S&P100 sowie auf populäre Aktien.

Hedging ist „in“ – Eine solche Absicherung (also „Hedging“) gegen Kursrückschläge ist auch unter anderen Gesichtspunkten angebracht. Denn den Aktienbörsen werden in den kommenden Monaten einige noch bis vor kurzem geltende Katalysatoren fehlen. Es ist a) davon auszugehen, dass die aus dem Zinsbereich stammendn Dynamik für Aktien über kurz oder lang nachlassen wird. Es muss b) zudem damit gerechnet werden, dass die noch bis vor kurzem riesig hohe Welle der Fusionen und Übernahmen (M&A) über kurz oder lang abflachen wird. Zum einen sind zahlreiche der „superbilligen Unternehmen“ inzwischen von der Transaktions-Bildfläche verschwunden und zum anderen sind andere „Takeover-Targets“ in den ver- gangenen Monaten deutlich teurer geworden.

Öl sprudelt billiger

Chart

Quelle: Barchart

 

Bye bye Buybacks – Ein weiterer Katalysator sollte im Jahr 2016 an Wirkung und Dynamik verlieren – nämlich c) das Thema Aktien-Rückkäufe, also „Stock Buybacks“. Die Erfahrung zeigt: Deuten sich rezessive Tendenzen am Konjunkur-Horizont an, gehen CEOs von Unternehmen wesenlich vorsichtiger mit der vorhandenen Liquidität um. Und last but not least ist unter Punkt d) das Folgende zu berücksichtigen. Der weitaus größte Teil des Ölpreis-Debakels ist Geschichte, so dass gerade auch im Hinblick auf die

heftigen Auseinandersetzungen zwischen Saudi Arabien und Iran – Beobachter sprechen vom „Bruderkrieg“ – eine Wende an den globalen Energiemärkten zu erwarten ist.

Und das wiederum bedeutet, dass neben Edelmetallaktien auch Energieaktien wieder höher gewichtet werden können. Anleger sollten die Romantik hinten anstellen und begreifen, dass der Energiebedarf der Welt in absehbarer Zukunft nicht nur allein durcg die Sonne und anderen erneuerbaren Energieträgern gespeist werden kann. Fossile Energieträger werden wichtiger Bestandteil des gesamten Energiespektrums bleiben – ob man das mag oder nicht.

Die allgemeine Kritik an unserer hohen Gewichtung der Anlageklasse Cash/Liquidität an. Kritiker argumentieren: „Das sind ja praktisch Minusrenditen.“ Das stimmt! Unsere Erwiderung: Es bietet sich in der aktuellen Lage an, das Pulver trocken zu halten und besser Minusrenditen von 0,2 – 0,5 % in Kauf zu nehmen als mit Aktien und Anleihen Kursverluste in Höhe von 40 bis 50 % zu riskieren.

 07. Januar 2016

Alpha Bulls

Die Erde bebt – 21
Die Lauscher an der Wand

Die Lage in der Welt bleibt angespannt. Die Gefahr eines neuen Weltkriegs ist nicht gebannt. Grund: Politische Dumpfbacken spielen „Star Wars“. Während die virtuelle Variante für die Walt Disney Co ein gigantischer Erfolg ist, könnte die von Großkopferten verfolgte reale Variante des „Kriegs der Sterne“ die Menschheit ins Verderben führen.

Da sprechen Sie in politischen Entscheidungszentren und verstärkt auch im TV in diesen Zeiten immer öfters über Gewalt – und konkret davon, dass Gewalt auf diesem Planeten bereits so lange existiert, wie es Leben gibt. Und sie sehen Gewalt dabei als etwas ganz Normales und als Etwas, das erhalten bleiben wird. Das Problem: Warum sollten Menschen diese Gedanken widerspruchslos hinnehmen, ohne etwas ändern zu wollen? Ich habe auch im Zusammenhang mit dem Siegeszug des Internets, der Internationalisierung und Globalisierung in den vergangenen zehn Jahren mit Blick auf den Faktor Gewalt und Brutalität ganz fest an die positive Entwicklung der Menschheit geglaubt – an den Siegeszug der Humanität, an positive menschliche Aspekte wie Vernunft, Achtung und Respekt. Aber es zeigt sich ganz offensichtlich, dass nicht nur ich versagt habe, sondern der weitaus größte Teil der Menschheit. Ein Trost ist das für mich indes nicht.

Es war einmal – von 19 % auf 0 %
der Tagesgeldsatz in den USA –
QUELLE: FORBES

Quelle Forbes

Happy Birthday Internet – Das „Netz der Netze“ feiert derzeit den 25. Geburtstag, wie einige sagen. Andere wiederum behaupten, die Geburtsstunde des www liege bereits 40 Jahre zurück. Zweifelsfrei ist das Worldwide Web eine der großen Errungenschaften der Neuzeit – mit allen Vorteilen, aber auch mit den unzähligen nicht zu ignorierenden Nachteilen. Das Internet und die darauf basierende Digitalisierung der Weltwirtschaft stellt neben den gigantischen Chancen auch ein großes Risiko für die Menschheit dar. Denn wer bis gestern noch an Freiheit, Frieden, Liberalismus und Demokratie oder ähnliche bis vor kurzem positiv interpretierte Begriffe geglaubt hat, dürfte letzten Endes arg enttäuscht werden. Denn der Mensch wird durch das Internet, durch die allgemeine Digitalisierung und den Siegeszug von „Big Data“ gläsern und daher kontrollierbar. Der Lauscher an der Wand, der heute in der Organisationsform von NSA. BND, Mossad, KGB, FSB, MI5, MI6 etc. auch seine eigene Schand‘ hört (aber dabei dann letztlich gerne weghört), scheint in dieser zerrissenen, vor sich hin taumelnden und gleichzeitig nach Halt suchenden Welt zur Normalität zu werden. An dieser Kontrolle des „Faktors Mensch“ durch die Geheimdienste sind im Zeitalter von „Big Data“ vor allem die BIGONES und die EXTRICHES interessiert – also die Großmächtigen und die Extra-Reichen und deren zu gut bezahlte Komplizen, also Regierungen und darüber hinaus wiederum auch deren Handlanger – die Notenbanken also.

Ohr

Grünes Licht fürs Zuhören . Regierungen ignorieren diesen Vorschlag der Bürger.                                                                                                                   Foto: Udo Rettberg

Die nächste Zinssenkung kommt bestimmt – So lautet unsere Reaktion auf die jüngste marginale Zinsanhebung durch die Fed. Möglich ist allerdings, dass Janet Yellen zuvor einen weiteren Zinsschritt nach oben gehen und den Leitzinssatz noch einmal marginal anheben wird. Danach aber dürfte sich die Lage der Weltwirtschaft dann so weit verschlechtert haben, dass die Fed wieder einen Salto rückwärts hinlegen muss. Die EZB wird wohl eine etwas andere Politik erfolgen. Europas Zentralbank wird wohl über „negative Zinsen“ und andere Geldgeschenke (siehe hierzu den auf der Webseite von Udo Rettberg unter www.udorettberg.de zu findenden offenen Brief an EZB-Chef Mario Draghi) nachdenken. In dieses monetäre Prognose-Umfeld passen auch aktuelle Nachrichten aus China, weil die Bank of China – die dortige Notenbank – zuletzt die Möglichkeit neuer Zinslockerungen zur Stabilisierung der an Elan verlierenden Wirtschaft im Reich der Mitte angedeutet hat. Auch im gigantisch verschuldeten Japan setzt man neben Zusatz- und Extra-Haushalten auf die monetäre Karte durch weitere Lockerungen der Bank of Japan.

Sie spielen Krieg – schon wieder – Gründe für die Erwartung einer anhaltend lockeren generösen Geldpolitik der Notenbanken gibt es in diesen Tagen zuhauf. So z.B. die Gefahr, dass die Kriegsspiele in Kriegs-Realität umschwenken. Hinzu kommt: Die Weltwirtschaft steht vor dem Kollaps. Dies wird nicht nur die Entwicklung der Rohstoffpreise angedeutet. Teureres Geld in Form höhere Leitzinsen würde der Globalökonomie nach meiner Meinung den Todesstoß versetzen und dann direkt in die nächste „große Depression“ führen. Klar: Die Menschheit hätte durchaus gute Chancen, das Thema „dauerhaftes Wachstum“ um die Aspekt „nachhaltig / ökologisch“ mit Nachdruck voranzutreiben. Sie muss es halt nur wollen und sich nicht in billige Entschuldigungen flüchten.

Wichtig ist: Dieses neue Wachstum muss dann nicht unbedingt in einer von Wissenschaftlern als „Postwachstumsökonomie“ bezeichneten Periode enden. Wachstum mit sinnvollem, lebensförderndem und überlebenswichtigem Hintergrund lässt sich – und darauf weist der Autor seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder expressis verbis hin – durch „Investments in den Planeten Erde“ erreichen. Die Finanzierung von Programmen zur „Rettung der Ökosysteme“ unter dem Siegel „Rettung on Mutter Erde“ ist eine der ganz großen Aufgaben für die Menschheit. Das Ganze ließe sich im Übrigen letztlich auch dadurch finanzieren, dass der Umwelt und der Biodiversität Preisschilder umgehängt werden und Menschen bereit sind, für Urstoffe wie Wasser, Luft und Boden und deren Rohstoffe höhere Preise zu zahlen. Voraussetzungen für das Überleben sind: a) eine bessere Bildung und b) Maßnahmen gegen die Überbevölkerung des Planeten.

Diktatoren „machen“ Konjunktur – In den vergangenen Tagen erhielt die Welt einen weiteren Beweis für die These, wonach die „BigOnes“ and „Extriches“ ihre politischen Zöglinge (nämlich Regierungen und Notenbanken) dominieren und willenlos machen- gegen Geld natürlich! Dies zeigt ein Blick in die Türkei, wo die Zentralbank den Schlüsselzins bei 7,5 % beließ, obwohl am „Markt“ (Frage: Gibt es in der Türkei überhaupt einen freien Markt?) mit einer kosmetischen Zinsanhebung auf 8 % gerechnet worden war. Wie das anderenorts auch der Fall ist, kann also auch in der Türkei von der Unabhängigkeit der Notenbank keine Rede mehr sein. Dazu muss man allerdings wissen, dass der durchschnittliche Kreditzins, den türkische Geschäftsbanken für Ausleihungen bei der Notenbank zahlen müssen, bereits bei 8,80 % liegt. Durch eine Anhebung (wie vom Markt erwartet) hätte sich die Notenbank allerdings den Unwillen des „großen Meisters“ zugezogen: denn der allgewaltige Präsident Recep Tayyip Erdogan – der in diesen Tagen als „Lebensretter“ und „Gutmensch“ von sich reden macht – hatte die Notenbank mehrfach aufgefordert, der schwächelnden Wirtschaft mit Zinssenkungen unter die Arme zu greifen.

Disinflation, Deflation – was ist das denn? – Ein Grund für diese Annahme: Die Welt befindet sich in einem riesigen disinflationären oder sogar deflationären Sog – wie nicht zuletzt die aktuellen Rohstoffpreise zeigen. Man sollte nicht vergessen, dass der Rohölpreis in wenigen Jahren von 150 $ je Barrel auf rund 30 $ je Barrel gefallen ist. Einen solch niedrigen Ölpreis hätten wir uns – obwohl seit Jahren generell negativ zu den Rohstoff- und Energiemärkten gestimmt – vor sechs Monaten nicht vorstellen können. Dazu muss man auch wissen: Der Rohölpreis wird weniger durch globalökonomische Faktoren von Angebot und Nachfrage, sondern von der „großen Politik“ und vor allem von emotionalen Faktoren wie Angst und Hoffnung bestimmt. Es scheint, dass viele Menschen vielen Menschen wehtun wollen – ganz bewusst: Die USA den Russen, die Russen den Saudis, die Saudis den Russen, die Russen den Türken usw usf. Und alle zusammen setzen ihre Kräfte gegen den IS ein – angeblich jedenfalls. Mit Blick auf den Ölpreis sollten wir uns daran erinnern, dass viele Länder in der Welt noch vor wenigen Jahren stolz darauf waren, Vorsorge im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit getroffen zu haben, indem sie strategische Rohölreserven angelegt hatten. Über diese generelle Fehleinschätzung der Regierungen spricht heute kaum noch jemand.

Europa steht vor dem Kollaps – Europa gilt nach den USA und China als dritte ökonomische Kraft in der Welt. Vor dem Hintergrund der chaotischen Lage und des fehlenden Zusammenhalts eines völlig zerrissenen Erdteils – von der „Europäischer Union“ kann angesichts der Dumpfbacken-Politik Brüssels schon lange keine Rede mehr sein – muss die Frage erlaubt sein, wann die kostspieligen aber unsinnigen Strukturen in Europas „Hauptstadt“ endlich aufgelöst werden und die Macht dann auch offiziell wieder in die Metropolen der einzelnen Länder zurückkehrt. Die Auflösung des Brüsseler Behörden-Apparats scheint nur eine Frage der Zeit zu sein – ich befürchte allerdings, dass die dortigen „Beamten“ möglichst lange an der Beibehaltung des für sie lukrativen Status quo festzuhalten versuchen. Europas politische Stabilität und ökonomische Performance steht auf dem Spiel. Andere sehen das allerdings anders. So zum Beispiel Bundesbankchef Jens Weidmann, der für das Jahr 2016 in der Euro-Zone eine leichte Besserung der ökonomischen Situation erwartet. „Mit 47 hat Man(n) noch Träume …………. da wachsen noch alle Bäume in den Himmel ………………….“

Das Chaos hat einen Namen: Europa – Wenn die Regierung Merkel in diesen Tagen in Berlin Halbzeit-Bilanz zieht, dann mit geblümten Pressemitteilungen. Der Bürgerkrieg in Syrien und der Terror der radikal-islamistischen Miliz IS haben Hunderttausende von Menschen in die Flucht getrieben, heißt es in Berlin. Aber jetzt kommt es: „Da die Flüchtlingskrise nur gesamteuropäisch zu lösen ist, arbeitet Deutschland eng mit seinen europäischen Partnern zusammen.“ – Hmmmh, ich habe gar nicht gewusst, dass „enge Zusammenarbeit“ so aussehen kann. Wo sind denn die europäischen Partner wenn es um Lösungsansätze für die Flüchtlingskrise geht? Herr Renzi hat in Rom in den vergangenen Tagen eine andere Meinung als die Regierung in Berlin vertreten. Weiter heißt es in Berlin: „Die Bundesregierung hat umfassende Gesetzespakete beschlossen, die zur Beschleunigung von Asylverfahren führen, Fehlanreize beseitigen und die Rückführung nicht Schutzbedürftiger verbessern sollen. Fakt ist: Die Politik hat versagt – eindeutig. Organisatorisch war und ist das Ganze schlichtweg ein Chaos.

Nicht nur in Deutschland brodelt es also gewaltig – Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, werden nach Angaben der Polizei kontrolliert und erfasst. Sicherheitsbehörden warnen vor dem daraus resultierenden Risiko. Die Polizei in Form von GdP und DpolG betont das hohe Sicherheitsrisiko durch unkontrollierte Flüchtlings-Einreise. Nur ein Bruchteil der Einreisenden sei erkennungsdienstlich anhand von Fingerabdrücken erfasst worden, heißt es bei den Polizei-Organisationen. Mit anderen Worten: Die BNDs und NSAs dieser Welt kennen also die Daten der harmlosen 80jährigen Oma, nicht jedoch der möglicherweise mit hohem Aggressionspotential aufwartenden Einreisenden. Es gibt Abhilfe: In Blumberg bei Berlin wurde zuletzt die erste von fünf neuen Spezialeinheiten der Bundespolizei – mit dem Namen BFE+ – vorgestellt. Die Zahl der „Super-Polizisten“ soll auf fünf Standorte ver- teilt letztlich 250 Beamte erreichen. Die Anti-Terror-Truppe der Bundesregiegierung soll gegen potentielle Terroristen vorgehen. Was kann denn dann noch schiefgehen?

QE und andere Schandtaten – Dass die EZB auf ihrem „Weg der Unvernunft“ bleiben wird, steht für mich fest. Das Quantitative Easing – also der Rückkauf von durch Staaten und andere Schuldner ausgegebene Staatsanleihen mit nicht vorhandem und daher künstlich kreierten Geld – ist nichts anderes als ein Schneeballsystem, das irgendwann im Nirwana enden wird. Andere „Täter“ sind für solche Vergehen in der Vergangenheit als Kriminelle behandelt worden – Regierungen und Notenbanken jedoch gestalten die Gesetze so, dass sie sich für Ponzi-Schemes dieser Art selbst legalisieren. Eine Umfrage unter Ökonomen und Finanzmarkt-Analysten zeigt, dass die EZB das QE-Programm (das sie sich selbst zugestanden hat) in Höhe von monatllich 60 Mrd. € nicht vollständig ausschöpfen dürfte – vorerst jedenfalls nicht.

Nasdaq

Noch ist die US-Börse Nasdaq ein starkes Magnet für internationales Kapital.                                                                                                                                                    Foto: Udo Rettberg

Das Chaos hat einen weiteren Namen: USA – In den USA ist die Staatsverschuldung seit Ende des Jahres 2008 um 75 % auf 18 827 Mrd $ gestiegen, Doch nicht nur das: Sowohl Verbraucher als auch US-Unternehmen folgen dem Nullzins-Lockruf der Notenbank und erhöhen die Verschuldung auf Rekordhöhen. Die offizielle US-Gesamtverschuldung liegt derzeit bei 59 000 Mrd. $. Doch nicht nur das: Der Autor wiederholt sich, wenn er darauf hinweist, dass die in den USA offiziell gezeigte „Fast-Vollbeschäftigung“ einen falschen Eindruck vermittelt. Hierbei handelt es sich um statistische Spielchen – und dies nicht nur, weil viele US-Arbeitnehmer mehrere Jobs haben. Sie kommen nämlich mit einem Verdienst nicht ausn. Daher halte ich den Vollzug einer tatsächlichen Zinswende in den USA für wenig wahrscheinlich. Denn wer schadet schon ungestraft seinem „Chef“? Und die US-Regierung ist nun einmal Chef der US-Notenbank – faktisch jedenfalls. Klar – die Fed und andere Notenbanken können dieses unverantwortliche Spiel tatsächlich „unbegrenzt“ weiter treiben – theoretisch jedenfalls. Allerdings nur so lange, wie das Vertrauen der Bürger und der Wirtschaft nicht „wegbricht“.

KRIEGSTREIBER-SCHLAGZEILEN

Washington – Donald Trump sieht Hillary Clinton als Lügnerin. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin hatte erklärt, der IS nutze Trumps Anti-Muslim-Politik als Werkzeug für die Rekrutierung von IS-Kämpfern.

Washington – Trump beschimpft Saudi Arabiens Prinz Alwaleed Bin Talal als „blöd”. Dieser versuche, mit Vaters Geld die Gunst der US-Politik zu erkaufen. „Werde ich Präsident, kann er das vergessen“, droht Trump.

Washington / Moskau – Trump und Putin zeigen Sympathie füreinander. Beide wollen eine Verbesserung der derzeit eisigen politischen Beziehungen beider Länder.

Kabul– Drei Raketen schlagen im Konsulat-Distrikt von Afghanistans Metropole Kabul ein. Bei einem Selbstmord-Attentat waren zuvor 6 NATO-Soldaten getötet worden.

Tel Aviv / Ankara – Rascher Umschwung: „Staat und Volk von Israel sind unser Freund“, so eine Mitteilung der türkischen Regierungspartei AKP in Richtung Tel Aviv.

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Ankara – Die türkische Polizeit geht mit Tränengas gegen tausende von Demonstranten u.a. auf dem Taksim-Platz in Istanbul sowie in Diyarbakir und anderen Städten vor. Diese hatten gegen den Militäreinsatz der Türkei in Kurdengebieten protestiert.

Ankara –Bei einer Offensive der türkischen Armee gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK kommen im Südosten des Landes Dutzende von Bürgern und über 100 PKK-Kämpfer ums Leben.

Warschau– Polens Premierministerin Szydlo und Parteichef Kaczynski wollen das Land radikal verändern. Die Polen fürchten um die Demokratie und gehen auf die Straße.

Moskau / Ankara – Vladimir Putin beschuldigt Recep Tayyip Erdogan, die Türkei völlig in die Islamisierung führen zu wollen.

Washington/Ankara – US-Präsident Obama fordert von Erdogan den Abzug türkischer Truppen aus dem Nordirak.

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Washington – Das US Air Force Research Laboratory macht im Technologie-Rüstungs- Wettlauf Fortschritte. Bis 2020 sollen US-Flugzeuge mit Energiewaffen (z.B. Laser) ausgestattet werden.

Ankara – Spitzenpolitiker der Kurden-Partei HDP denken über die Ausrufung der kurdischen Autonomie – die Selbstverwaltung des Kurdengebietes – nach.

Ankara – Die NATO wird nach Angaben von Generalsekretär Stoltenberg die Türkei bei der Überwachung des Luftraums an der Grenze zu Syrien unterstützen.

Washington/Taipeh – Die Wiederaufnahme von Waffenlieferungen der USA an Taiwan im Wert von 1,8 Mrd. $ führt zur Belastung der Beziehungen zwischen Washington und Peking.

Berlin – Berichte über BND-Aktivitäten in Syrien sorgen für Aufsehen. Das Kanzleramt nennt keine Gründe für den BND-Einsatz.

Kapitalanlage

Vieles spricht dafür, dass Anleger auch im Jahr 2016 zunächst das größte Gewicht auf die Anlageklasse Aktien legen werden. Freun- de üben Kritik an meiner hohen Gewichtung der Anlageklasse Cash/Liquidität. „Das sind praktisch Minusrenditen“, höre ich von dort. Recht haben sie. Meine Antwort: Besser Mi- nusrenditen von 0,5 % als Kursverluste mit Aktien und Anleihen in Höhe von 40 bis 50 %.

Globale Asset Allocation
Aktien – 40 %
Anleihen * — 00 %
Cash/Liquidität — 30 %
Gold/Silber etc — 30 %
———————————————————

*Dieser empfohlene Anteil gilt für Neu-Engagements. Auch wer seit Jahren Festverzinsliche mit hohen Renditen im De- pot hat, sollte über eine Reduzierung der Position nachden- ken. Erst bei einem Anstieg der Bondrenditen auf über 4 % erscheint ein erster Aufbau von Bond-Investments in De- pots sinnvoll.
A) Diese Liste enthält keine Angaben über empfohlene Im- mobilien-Quote oder über Alternativ-Investments wie Pri- vate Equity, Hedge Funds, Farmland. Forstland, Kunst etc.
B) Es empfiehlt sich, Derivate wie Optionen oder Futures zur Absicherung bestehender Kurs- und Preisrsiken von Aktien und anderen Finanzvehikeln einzusetzen.

ZINSEN – Im Umfeld, in dem weltweit Zinsan- hebungen befürchtet werden, wiederhole ich die seit einem Jahr geäußerte Meinung: Die Anlageklasse Festverzinsliche taumelt im To- deskampf. Und diese Aussage gilt auch dann, wenn es in den USA nicht zu einer wirklichen Zinswende, sondern möglicherweise nur zu einer oder zwei weiteren Leitzinsanhebungen durch die Fed kommen sollte. Europa wird wohl auch 2016 auf die Generösität und den monetären Einfallsreichtum von Mario Draghi setzen. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass Notenbanken weltweit ihre „Trickkiste der Kreativität“ weiter öffnen, die Welt mit Massen an billigem Geld versorgen und in der Folge dem Geldsystem in der heutigen Form den Todesstoß versetzen werden. Dies z.B. durch einfallsreiche Maßnahmen wie wirkli- che „Negativzinsen“ und „Geldgeschenke“.

AKTIEN – Angesicht mangelnder Alter- nativen (gerade im Hinblick auf die Liquidität von Anlageklassen) bleiben Aktien interes- sant. Ein Vergleich der Kurs/Gewinn-Ver- hältnisse von Aktien und Anleihen macht deutlich, dass die Vorteile deutlich auf Seiten von Aktien liegen, auch wenn die durch- schnittlichen KGV weltweit bei über 15 liegen. Zugegeben: In Zeiten von Nullzinsen ist eine solche Betrachtungsweise nicht ungefährlich. Prognosen mit Blick auf Aktienmärkte müs- sen auf den Ergebnissen von Prognosen über

a) die globalwirtschaftliche Entwicklung
b) Krieg und Frieden in der Welt
c) die Zinsentwicklung
d) den Trend der Devisenkurse
e) den „geborgten Wohlstand“.

basieren. Das von allen gedanklich unter- drückte und von fast allen Ökonomen und Finanzmarkt-Analysten stark unterschätzte Problem dieser Zeit ist der Fakt, dass der aktuelle Wohlstand durch Inkaufnahme einer gigantischen Schuldenlast (sowohl aus staatli- cher wie auch aus privater Betrachtung) schlichtweg „erborgt“ worden ist. Klar, das war in den vergangenen Jahrhunderten oft der Fall. Brisant ist: Auf diesem erborgten – also fremd-finanzierten – Wohlstand ruht die Hoffnung aus Zahlungen staatlicher, betrieb- licher und privater Altersvorsorge. Mit einem Wort: Diese Vorsorge-Systeme haben das Geld der Bürger überwiegend in Staatsan- leihen investiert. Bürger vertrauen darauf, dass Zahlungen aus diesen Systemen künftig auch wirklich fließen. Genau daran habe ich jedoch große Zweifel. „Bigones“ und „Extri- ches“ werden diese bestehenden Systeme zerstören und dann neue Systeme schaffen – zum Schaden der Bürger selbstverständlich.

GOLD / SILBER / PLATIN – Nach wie vor steht meine Prognose: Der Goldpreis kann in diesem Zyklus während der kommenden fünf bis sieben Jahre ein Hoch von zumindest 2850 $ je Feinunze erreichen. Das größte Risiko dieser Prognose liegt darin, dass Regierungen, Notenbanken und Geschäfts- banken unzählige Vehikel und Möglichkeiten zur Manipulation der Edelmetallmärkte ha- ben. Und ich bin vollkommen sicher, dass sie diese Möglichkeit im „Fall der Fälle“ dann auch nutzen werden.

DEVISEN – Vor dem Hintergrund der (mögli- cherweise von Washington gezielt initiierten und gesteuerten) globalpolitischen Spannun- gen scheint nach wie vor eine starke Dollar-Gewichtung in weltweit ausgerichteten Wert-papier-Portfolios angesagt zu sein. Hinzu kommt. Die internationale Wettbewerbsfä- higkeit der US-Wirtschaft hat sich im ver- gangenen Jahr 2015 deutlich verbessert.                              Dezember 2015

Financial Orbit

Die Erde bebt

Die Stunde der Generäle

Kritik ist in dieser zerrissenen und wild durch das Universum wabernden Welt Keimzelle für die Rückkehr zur Vernunft. Das Problem: Wer ist schon an konstruktiver Kritik in- teressiert? Geht es uns nicht relativ gut? Leben wir nicht in einem friedlichen Umfeld – zu- mindest in Teilen der Welt? Haben wir nicht genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und warme Wohnungen im Winter? Fliegen wir nicht in Urlaub nach Mallorca, Antalya, Miami – zumindest einmal im Jahr?

Die Großkopferten drehen am Rad – der Bürger wird nicht gefragt

Die Großkopferten drehen am Rad – der Bürger wird nicht gefragt.           Foto: Udo Rettberg

                                    

Bieten uns Regierungen nicht all das, was wir brauchen und uns wünschen – nämlich Geld, Brot und Spiele? Warum also Klage führen? Noch fehlt der Menschheit die Erkenntnis, dass diese „Errungenschaften“ auf der Kippe stehen. Warum nur, so fragen wir uns, lassen wir uns von durch das Großkapital willenlos gemachte Regierungen und Notenbanken eigentlich fremd-bestimmen? Warum geht die träge Masse Mensch nicht auf die Barrikaden? Warum drängen wir nicht auf mehr direkte Demokratie? Warum gehen wir nicht auf die Straßen – zur „friedlichen Revolution“. Dass wir große Kritiker der Regierungs- und Notenbank-Politik westlicher Länder sind, ist hinlänglich bekannt. Wir waren eine der erseten, die Notenbanker als Vassalen und Handlanger der Regierungen – als hirnfreie Willenlose – beschimpft haben. Und wir bezeichnen Politiker und Regierungen auch als vom Großkapital „gekaufte Marionetten“. Wir stehen zu all dieser Kritik und nehmen keinen Deut zurück.

Hier im Federal Reserve System der USA wissen Janet Yellen und Kollegen, wie sie Geld wertlos machen können

Hier im Federal Reserve System der USA wissen Janet Yellen und Kollegen, wie sie Geld wertlos machen können.


Waren Notenbanken ohne Alternative? – Jedermann sollte sich fragen, ob Notenbanker wie das geldpolitisch zahme Täubchen Janet Yellen vor dem Hintergrund sinnloser und schwachsinniger Politik eine andere Wahl hatten? Zudem muss jeder für sich selbt die Frage beantworten, ob Politiker und Regierungen nicht immer stärker dem Diktat des Großkapitals unterworfen sind. Müssen wir also Abbitte bei Draghi Yellen und Co leisten? Dort, wo rund um den Globus längst eine „Unmenge“ verbrannter Erde hinterlassen wurde, kann man bei etwas Wohlwollen auch zur Erkenntnis gelangen, dass Notenbanker (die eh ihre eigenen Interessen pflegen und ans eigene Wohl denken) eigentlich auch gar keine andere Chance hatten. Es sei denn, sie hätten die einzige Alternative zu ihrer Politik genutzt – nämlich die Darstellung der Wahrheit. Aber – so hätten sie das System zum Kippen und sich selbst auf des Volkes Anklagebank gebracht.

Die Geldgeschenke an Banken – Nehmen wir aus aktuellem Anlass das „Refugees-Thema“ in Mitteleuropa. Dort werden aus öffentlichen Haushalten Geldgeschenke verteilt – allerdings nicht mit dem Segen der Bürger. Mit anderen Worten: Regierungen haben kein Geld, verteilen dieses nicht vorhandene Geld aber sehr fleißig an Einwanderer. Das geht ja gar nicht, werden Sie sagen, werte Leser. Eigentlich liegen sie völlig richtig. Dieses Geld erhöht letztlich die Staatsschuldenbilanz und zwingt wiederum die Notenbanken zum Handeln – also zum Rückkauf von Staatsanleihen und zur Schaffung virtuellen Geldes.

Geld kommt aus dem Nirwana – Kein privater und institutioneller Investor (obwohl zum Teil dazu gezwungen) wird dem Staat bei Negativzinsen Geld gerne leihen. Aber – dafür gibt es ja die Notenbanken. Welch Wunder: Die drucken Geld aus dem Nichts. Sorry, nein – das ist falsch. Geld wird ja nicht mehr gedruckt, sondern kreiert – in der virtuellen Welt der „Cloud“ in virtuellen Bilanzen. Auf wundersame Art und Weise wird über das so genannte „QE“ (ist aber auch völlig egal, wie man diesen Schwachsinn nennt) Geld kreiert und verteilt, an Regierungen und auch an Banken. Und was machen die Banken? Die wiederum verleihen das Geld nicht in Form von Krediten an die Wirtschaft, sondern sie spielen damit an den Finanzmärkten. Wir kritisieren diese Schwachsinns-Politik seit langem.

Der „kleine Mann“ – die „kleine Frau“ – Das Problem: Jetzt wo sich die Welt selbst tief in dieses Dilemma geritten hat, ist der Ausweg schwer, ja sogar sehr schwer. Aber nicht nur das: der Ausweg aus der Krise ist schmerzhaft – wohl weniger für Regierungen und Notenbanken wie EZB oder Fed, sondern vielmehr für die Bürger, für den so genannten „kleinen Mann“ – und für die „kleine Frau“ selbstverständlich auch. Und dort trifft es zwangsläufig dann am ehesten die sozial Schwächeren. Ich hoffe, ich kann mich in meiner Verzweiflung richtig daran erinnern, dass einige unserer Parteien die Worte „christlich, demokratisch, sozial“ in ihren „Marken-Namen“ tragen. Hey Mann, was ist denn an dieser Politik christlich, demokratisch oder sozial. Man sollte sie auf den Mond schicken. Obwohl: Sollte man dies dem Mann im Mond wirklich antun? Aber es können auch andere Planeten sein. Klar: Elon Musk bereitet ja für Teile der Menschen bereits (zumindest theoretisch) die Reise auf den Mars vor.

Warten auf „die große Lösung“ – Wie aber könnten Lösungen aussehen? An dieser Stelle haben wir in der Vergangenheit bereits einige Lösungen aufgezeigt: Schuldenschnitte, Währungsreformen, Rückkehr zum Gold-Standard, Krieg etc – für die Politiker in aller Welt scheint jedoch allein der Krieg DIE Lösung zu sein. Es gibt eine weitere Lösung: Die Regierungen ermächtigen sich selbst, in der Zukunft Dinge zu tun, die Menschen in einer „angeblichen Demokratie“ nie wirklich erwartet hätten. Politische Verantwortliche ignorieren die Wünsche der Bürger. Präsidenten, Kanzler, Kanzlerinnen aber haben einen Eid abgelegt. Sie sollen „Schaden vom Volk abhalten“. Aber – wer genau hinschaut, wird heute erkennen, dass schwächelnde Regierungen unter dem Motto der künftig voraussichtlich notwendig werdenden Diktatur Erlasse, Durchführungsverordnungen – also die administrative Zukunft – so verändern, dass ihr aus heutiger Sicht kriminelles Handeln künftig durch eigens erlassene Regelwerke halt straflos „gedeckt“ sind. Ergo: Die Welt wird verraten und verkauft – von erfinderischen Politikern.

Die „big boys“ bleiben wachsam – Wo aber ist die Lösung???? Niemand sollte glauben, dass sich die „big boys” der Weltwirtschaft und der Weltpolitik wirklich das Ruder aus den Händen reißen lassen. Wenn es für die Superreichen darum geht, ihre Position innerhalb der Erdengemeinschaft zu behaupten, werden sie zu drastischen Mitteln greifen. Niemand sollte heute wirklich glauben, dass die ökonomischen und politischen Diktatoren die Rechte des Bürgers beachten werden. Wenns ums Ganze geht, werden sie eiskalt und mit Berechnung zuschlagen. Zuvor aber werden die „Entscheider“ auch der Exekutive in ihren Ländern mehr Macht einräumen.

Havarie der Demokratie – wenn Boote untergehen.

Havarie der Demokratie – wenn Boote untergehen.                                      Foto: Udo Rettberg

               

Krieg spielen – Krieg machen – Wer glaubt, die derzeit noch regional begrenzten Kriege und weltweiten Kriegsspiele werden in einer „vernünftigen Welt“ nicht in einem neuen Weltkrieg enden, unterschätzt die Eigendynamik solcher Entwicklungen. Kriegsvorbereitungen zu bremsen, scheint gar nicht so einfach zu sein, wie ein hoher Militär aus den USA bereits vor Jahren erklärt hat. Denn wenn Militär-Befehlsgewaltige lange Zeit nur „geübt“ haben, wollen sie aus egoistischen Gründen ihr tödliches Fachwissen auch einmal umsetzen – am „lebenden Objekt“, das dann in kurzer Zeit zum „toten Objekt“ wird. Die Gefahr ist vergleichsweise groß, dass bald die „Stunde der Generäle“ schlägt. Untrügliche Signale für den Kampf gegen demokratische Grundordnungen wären Lobesworte und Gehaltserhöhungen für diese Exekutive – für Polizei, Armee, Rettungsdienste etc. Grundrechte werden dann nicht mehr gelten. Die Gruppe der Exekutive soll schließlich beim großen Kollaps die „öffentliche Ordnung“ garantieren. Dann wäre die Polizei nicht länger mehr der „Freund und Helfer“ von Bürgern.

Dominanz der „Extriches“ – Vieles spricht dafür, dass die politisch Mächtigen mit Hilfe ihrer Supporter – nämlich des Großkapitals, der „Extriches“ (der extrem Reichen) und deren politischer Handlanger – zur finanziellen Bewältigung der riesigen Probleme nichts und niemanden verschonen werden. Ausgenommen allerdings die eigenen Interessen dieser Gruppen. Steuererhöhungen, Zwangshypotheken und Enteignungen werden die Folge sein – das Thema „Financial Repression“ wird zum Top-Thema.

 

KRIEGSTREIBER-SCHLAGZEILEN

ISIS-ÖL – Viele Länder finanzieren Ter- roristen, indem sie IS-Rohöl kaufen und handeln.

Ankara/Moskau – Der „Krieg“ zwischen der Türkei und Russland spitzt sich zu.

Ankara/Moskau Türkei will Putin wegen Beleidigung Erdogans verklagen.

Ankara/Moskau – Putin sagt: Erdogan treibt Islamisierung der Türkei voran.

Ankara/Moskau Putin will Erdogan vor den UN-Sicherheitsrat bringen.  

Ankara/Moskau Russischer Zerstörer feuert Warnschüsse auf türkisches Boot.

Ankara – Die Türkei kämpft an allen Fronten und marschiert in Gebiete des Irak ein.

Washington – Obama bringt Erdogan unter Druck und wirft ihm vor, Ölhandel mit dem IS zu treiben.

Washington – Republikanische Politiker werfen Obama vor, den IS mitgegründet zu haben.

Riad – Die „geheimnisvolle“ Rolle Saudi Arabiens verunsichert immer mehr. Polit-Analysten bezeichnen Riad als „Wurzel allen Übels.“

New York – US-Kommentatoren sagen, der IS ziele auf Zerstörung der EU ab.

Washington – Die USA fordern einen höheren Beitrag der Bundeswehr in Syrien. – Merkel ist dagegen.

Damaskus – Die Kämpfe in Syrien gehen weiter. Gefahr eines Bürgerkriegs nimmt zu.

London – Polit-Analysten glauben, die globalen Spannungen seien bewusst von den USA lanciert worden.

London – Finanz-Analysten behaupten, die USA zettele Kriege an, um den Dollar zu retten.

Wie hart sind „hard assets“? – Und wenn Sie jetzt die Meinung vertreten, dass Sie Ihr Geld dann eben in „hard assets“ wie Immobilien, Grundstücke, Agrarflächen, Edelsteine oder Edelmetalle wie Gold oder Silber sichern sollten, dann befürchte ich, dass sie auch damit nicht auf der sicheren Seite sein werden. Vor der „großen Lösung“ wird es nämlich auch in dieser Hinsicht zu unzähligen vorbereitenden Erlassen und Verfügungen kommen, durch die Banken und andere Asset Manager gezwungen werden, Vermögensverhältnisse ihrer Kunden offen- zulegen. Der Bürger wird geschröpft – egal wie. Das Vermögen der Menschen wird gläsern, genau wie der Mensch selbst. Demokratie ade! Und letztlich besteht auch die Gefahr, dass Vermögenswerte wie Immobilien, Grundstücke und Liegenschaften durch Kriegshandlungen der Militärs zerstört werden könnten. Und damit sind auch Infrastruktur-Investments keine sichere Anlage.

Die USA sind der sicherste Platz – Nun – wenn wir jetzt die Frage beantworten sollten, wann diese „große Lösung“ kommen wird, müssten wir offen zugeben: Wir wissen es nicht. Das kann morgen, aber auch   erst in 10 Jahren der Fall sein. Denn Regierungen und Notenbanken können das geltende Geldsystem noch lange aufrecht erhalten und Geld aus dem Nichts kreieren, also weiter auf der „Straße des Fiat-Money“ bleiben. Werfen Sie, werte Leser in diesem Kontext, doch einmal einen Blick auf den vor einigen monaten veröffentlichten offenen Brief an EZB-Chef Mario Draghi, indem wir den Ex-Goldman-Sachs-Finanzier auffordern, jedem EU-Bürger zwei Jahre lang monatlich je 5000 € aufs Konto zu überweisen. Das Geld sollte allerdings ein Verfalldatum von zwei Jahren haben.

Orientungslosigkeit in Europa – Europa findet keine Lösungsansätze für die gigantischen Probleme. Vieles spricht aus unserer Sicht dafür, dass die USA aus anlagetechnischer Betrachtung weiter der sicherste Platz auf dem Globus sein werden. Denn Europa ist keine Einheit, steht im Clinch mit sich selbst und wird wohl auch in den nächsten hundert Jahren keine politische Einheit werden. Und die VR China, das haben die jüngsten Ereignisse gezeigt, wird voraussichtlich im globalen Wettstreit auf mittlere und längere Sicht zurückfallen.

Autor: Udo Rettberg

Die Erde bebt

Financial Orbit

Das ist irre, einfach irre!

Skepsis ist die Keimzelle für Positives. Skepsis gegenüber der weltpolitischen Entwicklung äußere ich seit vielen, vielen Jahren. Noch ist die die Schnittstelle zwischen Negativem und Positivem – der Auslösepunkt vom Krieg hin zum Frieden – nicht erreicht. Bevor sich dieser Nukleus entwickelt, muss sich vieles ändern. Vor allem eines ist notwendig: Die superreichen Großkopferten dieser Welt und ihre als Handlanger fungierenden Regie- rungen und Notenbanken müssen die Kriegsspiele beenden. Wenn die „Lügenpresse“ ge- scholten wird, müssen auch „Lügenpolitiker“ angezählt werden.

Der besondere Ort für die schwachsinnig Großkopferten dieser Welt- Frohe Weihnacht in der Villa Wahnsinn. Gesehen in Düsseldorf.                                                Foto: Udo Rettberg

Menschen zählen nichts mehr – auch die Natur wird missachtet. Gesteuert von superreichen angeblichen Menschen-Freunden auf dem Planeten Erde spielen Politik-Groß- kopferte dieser Welt wie Barack, Vladimir, Francois, David, Baschar, Angela und auch egoistische Regierungschefs und Religionsführer des Nahen und Mittleren Ostens derzeit die Kriegskarte aus. Und wen haben alle politischen Möchtegern-Gutmenschen für die Rolle gnadenlos agierender Halunken auserkoren? Auch diese Frage ist einfach zu beantworten: Klar – die IS-Kämpfer. Aber nicht nur die holen Flugzeuge vom Himmel, sondern auch die Türken. Im weit ver- wobenen Wahnsinns-Krieg werfen die einen Bomben und terrorisieren die anderen die Welt mit Selbstmord-Attentaten. Alle sorgen für Angst und Schrecken. Und der Westen glaubt, brutal zurückschlagen zu müssen. Wie gesagt: Menschen zählen in diesem irrsinnigen Umfeld überhaupt nichts mehr. Von Washington über Paris, Istanbul, Damaskus, Moskau, Berlin und Brüssel lügen sie, bis sich die Balken biegen. Einer schiebt dem anderen die Schuld an der Verschärfung der Lage zu. Die Welt dreht sich wie eine tödliche Spirale. Durch die Verunsicherung der Weltbürger versuchen sich Kriegstreiber selbst ein Mandat für später anstehende politische Entscheidungen zuzuschanzen, die sicher noch brutaler sein werden. Krieg als Mittel zum Zweck – eine Schande! Die Welt wird belogen und betrogen.

Exklusive-Eilmeldung

Ab in die Villa Wahnsinn

Die allerneuesten Nachrichten kommen aus Washington: Angeblich sollen sich politische Führer der Welt und ihre Super-Finanziers schon bald zu einer von der UN-Organisation in New York arrangierten Gipfel- konferenz treffen. Als Tagungsort wurde der gerade erbaute Riesen- palast in einem der nahöstlichen Wirtschaftszentren ausgewählt. Aus deutscher Sicht ist besonders erfreulich, dass der Palast den Namen „Villa Wahnsinn“ trägt. Auf diese Weise erfährt die deutsche Sprache weltweit mehr Beachtung. „Wahnsinn ist wie Schwerkraft – manchmal reicht schon ein kleiner Schubser“, lehrt uns ein Filmzitat. Dass das, was die dummen Großkopferten derzeit tun, Wahnsinn ist, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

Dem sicheren Vernehmen nach werden Top-Diktatoren wie Angela, Barack, Vladimir, Assad, Francois, David und natürlich auch Recep an der Veranstaltung teilnehmen. Sie werden dort auf die religiös angehauchten Diktatoren des Nahen und Mittleren Ostens treffen. Was der Menschheit Hoffnung macht, sind die besonderen Vorkehrungen und Vereinbarungen dieses Treffens. Denn angebllch sollen die rund 500 Teilnehmer diesen geheimen Ort erst dann wieder verlassen können, wenn sie ein tragbares globales Friedenskonzept für Mensch und Natur erarbeitet haben.

Man hat angeblich sogar Vorsorge für den Fall getroffen, dass die Konferenz länger dauern sollte. Die Kühlschränke und Vorratsspeicher sind mit Wasser (nicht mit Alkohol), mit Äpfeln und mit Vollkornbrot sehr üppig gefüllt – diese leckeren Lagerbestände sollen am Ort de Meetings selbst für einen Zeitraum von vier Jahren reichen. Die Menschheit jubelt: Die „Villa Wahnsinn“ wird zur Keimzelle des Friedens in der Welt.

„Die einen sagen so – die anderen sagen so – nix genaues aber weiss mer net“, hat sich ein verstorbener Kumpel aus der Frankfurter Finanzszene vor vielen Jahren kritisch über Politiker, die Presse und die Superreichen dieser Welt geäußert. Der finanziell selbst sehr gut positionierte ehemalige Unternehmer hat mit mir vor allem auch in einer kritischen Frage übereingestimmt: „Eine wesentliche Ursache für die Probleme ist die bereits existierende und in Zukunft noch stärker drohende Überbevölkerung des Planeten Erde.“ Richtig, das klingt wenig romantisch und noch weniger human – aber es scheint eine von vielen Wahrheiten zu sein, die die Welt derzeit verunsichern.

Bei einem Treffen in Nordamerika war ich kürzlich plötzlich in eine heiße Diskussion verstrickt, bei der einer der Teilnehmer die These vertrat: „Die Oberen wollen die Zahl der Menschen auf der Erde von rund 7 Milliarden in Richtung 3 Milliarden senken.“ Die Behauptung löste heiße Diskussionen und heftigen Widerspruch bei den Teilnehmern aus. Ich will all das an dieser Stelle unkom- mentiert lassen, will der Aussage vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Globus aber auch nicht widersprechen.

DIE FRAGWÜRDIGE ROLLE DER TÜRKEI – Die Erde bebt also. Und das in vielerlei Hinsicht. Und wer sitzt mitten drin im Boot mit den „Freunden dieser Welt“? Mein Kumpel Recep, der derzeit in Izmir unterwegs ist, beantwortet mir diese Frage ohne größeres Nachdenken; denn schließlich kennt er viele meiner politischen Überlegungen seit langem: „Na klar, Du meinst die Türkei und ihr nach Allmacht strebender Präse“, zielt er auf seinen Namensvetter in Ankara ab. Es ist seit geraumer Zeit interessant zu beobachten, wie brutal die Türkei-Regierung gegen eigene Landsleute vorgeht, sich international jedoch eher orientierungslos zeigt. Der Vielvölkerstaat kämpft an allen Fronten – die Hoffnung auf eine friedliche Entwicklung im Kurdenland schwindet indes. Britische Polit-Wissen- schaftler kritisieren: „Wenn die Türkei die- selbe strikte Blockade in den Isis-Territorien durchsetzen würde wie gegen die Kurden, die Teile von Territorien in Syrien besetzen, wäre das Kalifat längst kollabiert“, sagt Professor David Graeber von der London School of Economics. Seit längerem sind der Weltöffentlichkeit ja recht enge Verbindungen zwischen dem IS und der türkischen Polit-„Elite“ bekannt.

Istanbul brennt

Istanbul brennt.                                                                                                         Foto: Udo Rettberg

Was auffällt: Die EU ist plötzlich mit der Türkei auf „Du und Du“ und bietet sich als Prostituierte praktisch zum „großen Deal“ selbst an. Wenn die Türken Wege finden, den Flüchtlingsstrom nach Westeuropa zu bremsen oder gar zu verhindern, lockt ihnen unter anderem viel Geld und zum anderen auch die Visums-Freiheit bei Reisen nach Deutschland und in andere EU-Länder. Noch vor kurzem war an solche Freizügigkeit überhaupt nicht zu denken. Aber es geht noch weiter: Angeblich sollen EU-Politiker Türkeis Superheld Recep Erdogan zuletzt auch den Vorschlag eines beschleunigten EU-Beitritts angeboten haben. Noch vor einigen Monaten wehrten sich viele EU-Länder noch mit Händen und Füßen. All das zeigt: Auch Politik ist nur eine Frage des Geldes. „Angie, Angie – When will those clouds all disappear.“ Mick Jagger hat diese Frage bereits vor Dekaden gestellt. Eine Antwort hat er wohl bis heute nicht erhalten. Wie sollte er auch? Deutschlands Bundeskanzlerin wird sich mit Blick auf die dunklen Wolken am Horizont wohl schlichtweg nicht angesprochen gefühlt haben. Ihr offener Flirt mit der Türkei ist jedoch nicht zu übersehen. Und so muss die Frage erlaubt sein, ob die CDU-Chefin wirklich Milliarden an Steuergeldern an das radikale Regime in Ankaras überweisen will, dessen Komplizenschaft zum IS-Terrorismus ganz offensichtlich erscheint.

Vorsicht-Kamele im Anmarsch

Vorsicht – Kamele im Anmarsch.                                                                          Foto: Udo Rettberg

Fachleute der Columbia Universität in den USA haben in jüngster Zeit angeblich heraus- gefunden, dass

  • die Türkei und der IS im Prinzip die gleiche Weltanschauung haben
  • türkische Armee-Einheiten Seite an Seite mit dem IS kämpfen
  • die Türkei dem IS militärische und logistische Hilfe bietet
  • die Türkei IS-Kämpfer ausbildet, trai- niert und medizinische Hilfe leistet
  • die Türkei billig Rohöl vom IS erwirt und so bei der Finanzierung hilft
  • die Türkei dem IS bei der Rekrutier- ung von Kämpfern hilft
  • die Türkei den IS in der Schlacht um Kobane unterstützt hat

Der Türkei wird zum Beispiel von Russlands-Boss Vladimir Putin vorgeworfen, IS-Rohöl in die Welt zu exportieren und dort zu ver- kaufen. Die Türkei schießt einen russischen Kampfflieger im türkisch/syrischen Grenz- gebiet ab und wird von Russland dafür dann nicht nur bedroht und politisch verachtet, sondern zudem auch noch sanktioniert. Und was tut Erdogan? Der sagt, er wünrde sich wünschen, dass all das nicht geschehen sei. Angeblich steht auch Bilal Erdogan – Sohn des RTE – im Verdacht die IS auf unterschied- liche Art und Weise mitzufinanzieren. Und so muss man sich in diesem Kontext in der Tür- kei und anderenorts wohl nicht zuletzt auch die Frage stellen, woher das Geld der Familie Erdogan eigentlicht stammt. Und wenns dann in all diesen Fragen rund um die Türkei und die EU dann wirklich eng wird, dann droht durchaus die Gefahr, dass die NATO in diesen Konflikt hineingezogen wird bzw sich hineinziehen lässt.

CHAOS GANZ WEIT WEG VON DEN USA – Aber es sind beileibe nicht nur machtgeile türkische Politiker, die ihre Meinung drehen wie das finanziell gesteuerte Fähnchen im Winde, sondern auch die sich in der Weltöffentlichkeit derzeit auffallend bedeckt gebenden Israelis. Auffallend ist darüber hinaus auch, dass sich das geopolitische Chaos noch (wohl ganz gewollt) sehr weit entfernt von den USA abspielt. Aber Washington weiß sehr gut, dass in der durch Globalisierung und Digitalisierung bestimmten Welt die Distanzen sehr schnell schrumpfen – und Menschen nirgendwo mehr sicher sind. Und – wie gesagt – wenns eng wird, kann Washington immer noch die Karte NATO ausspielen. Dass die Großmächte auch versuchen, die Wirtschaftsriesen Asiens wie China, Indien und auch Japan zu aktivieren und diese jeweils auf die eigenen Seiten ziehen zu wollen, kann wirklich niemanden überraschen.

Denn Krieg kostet schließlich Geld – und je mehr Nationen im Boot sind, umso größer sind die Möglichkeiten der Kostenverteilung. Und dem Menschen macht man dann klar, man habe wegen des oder der „bösen Gegenüber“ nicht anders gekonnt. Nach dem Krieg muss dann der friedliche Wiederaufbau vorangetrieben werden, was schließlich mit gigantischen Rüstungsausgaben der Schaffung von Arbeitsplätzen und neuem Wohlstand verbunden ist. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass der zuvor über Jahrhunderte hinweg aufgebaute (in der Regel erborgte) Wohlstand auf irgendeine Art und Weise zerstört werden muss: Über Hyperinflation, über Währungsreformen, über Steuerreformen oder (wenns dann letztlich gar nicht mehr anders geht) halt auch über Krieg.

Für die Menschheit wird das böse Spiel ganz bewusst geheim und verwirrend gehalten. Jeder schiebt jedem die Schuld zu. Die lancierten Meldungen sind widersprüchlich ohne Ende. Hier einige Beispiele:

  • Die USA schicken angeblich Flugzeugträger ins Baltikum – nach Riga. Warum eigentlich? Ist das Baltikum derzeit einer der politischen Hot-Spots auf dem Planeten Erde, oder will Washington vor allem Moskau einschüchtern?
  • Viele Menschen auf dem Globus stellen sich die Frage, auf welche Weise sich der IS eigentlich Kriegskapital beschafft. Einige Antworten machen Sinn: Zum einen der Hinweis auf das riesige Ölgeschäft des IS, das jährlich Einnahmen von über 500 Mio. $ bringen soll. Auch der Handel mit gefangen genommenen Frauen bringt den IS-Kämpfern jährlich mehrere zig Millionen Dollar ein. Zudem gibt es direkte Finanzierungen aus aller Welt.
  • Die USA erheben Vorwürfen gegen Syrien und beschuldigen Präsident Baschar al-Assad Rohöl von der angeblich verfeindeten Terrormiliz zu kaufen, deren Krieg also selbst mitzufinanzieren.
  • Angeblich treiben auch Business-Leute aus Syrien, Zypern, Russland Rohöl-Handel mit dem IS. Wenn’s um Geld geht ………………..
  • US-Politiker sollen in diesem Kontext gesagt haben: „Die USA werden weiter gezielt die Finanzen all jener ins Visier nehmen, die Assad ermög- lichen, die Gewaltspirale gegen das syrische Voll aufrecht zu erhalten.“
  • Selbst Frankreich wird von Kommen- tatoren aus dem Nahen Osten vorgeworfen, einen lebhaften Ölhandel sowie enge Geschäftsbeziehungen zum IS zu unterhalten.
  • Von politischen Analysten wird zudem immer wieder die Frage erörtert, ob der IS eine Folge des Kriegs der USA im Nahen Osten ist oder sogar von den USA selbst in Leben gerufen worden ist. Einige Fakten sprechen für diese Annahme.
  • Es gibt zumindest tausend weitere Beispiele über den Wahnsinn in der Kriegsregion, zu der inzwischen auch zahlreiche Industrieländer gehören. Das Motto lautet: Jeder gegen jeden, alle gegen alle.

ZUM GUTEN SCHLUSS – Sollten folgende Spekulationen stimmen, wäre es ein wirklicher Skandal. Angeblich ist die Flüchtlingswelle in Richtung EU bereits vor Dekaden vorbereitet worden. Die „UN Population Division“ in New York soll angeblich bereits im Jahr 2001 eine Öffnung der EU und Deutschlands für mehr als 11 Mio. Migranten aus Syrien und dem Nahen Osten als sinnvoll bezeichnet haben. Auf diese Weise – so argumentierten die UN-Mitarbeiter seinerzeit – sei das demografische Problem der Bevölkerungs-Schrumpfung in Europa in den Griff zu bekommen. All das wurde im Sinne weiteren Wirtschaftswachstums als notwendige Voraussetzung erachtet, wollen findige Köpfe in New York in den Archiven der UN herausgefunden haben. Wie gesagt: Die Welt wird belogen und betrogen.

Die EU warnt allerdings heute: Der Konflikt in Mittelost und die größte Flüchtlingswelle seit dem zweiten Weltkrieg sowie die daraus abgeleiteten Terrorismusgefahren stellen nach Meinung der EU-Kommission eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum und den sozialen Frieden in Europa dar. Während für Europa ein 2016er Wachstum von 1,8 % prognostiziert wird, liegen die Schätzungen für die USA immerhin bei 2,8 %. „Es gibt einige Konflikte in unserer Nachbarschaft, auf die wir nach den Paris-Attacken besondere Aufmerksamkeit legen müssen“, sagt Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der EU-Kommission. „Die globalen Herausforderungen haben zweifellos zugenommen“, heißt es im jetzt vorgelegten Bericht der EU-Kommission. Der Realismus kehrt zurück!

Die Erde bebt

FAZ 4.12.2015, Holger Steltzner

„…In den Krisenjahren wuchs der Irrglaube an die Allmacht der Notenbanker – vor allem unter Politikern in der Eurozone…..Kluge Selbstbeschränkung auf Goedpolitik und schützende Distanz zur Politik war gestern, heute zählt der machtvolle Auftritt des politische Akteurs, der Banken rettet und Staaten finanziert. Dabei wurde die EZB zur Gefangenen der Fiskalpolitik….nun kann sie ihre Politik nicht ändern, ohne ihr Scheitern einzugestehen….Trotzdem wird in Frankfurt wie auch in Tokio ständig die Dosierung der Medizin erhöht, anstatt zu fragen, ob die Diagnose stimmt….

Von der Geldpolitik der EZB profitieren Banken, Staaten und Reiche…

Die EZB sieht sich nicht in der Verantwortung für die Inflation an den Vermögensmärkten. Dabei treibt sie die Preise für Häuser, Anleihen und Aktien. Diese besitzen meist Wohlhabende, während das Sparbuch der Mittelschicht keinen Ertrag mehr abwirft. Diese Verteilungspolitik ist ebenso fragwürdig wie das Umverteilen der EZB von Krediten und Haftung zwischen Staaten….Das ficht Draghi nicht an. Er treibt die Japanisierung der Eurozone voran.“

FAZ 3.12.2015, Dietrich Murswiek

„Wie eine Dampfwalze rollt die EZB über alle rechtlichen Bedenken hinweg. Grenzen des Mandats scheint es für Mario Draghi und die Mehrheit des EZB-Rats nicht zu geben…..überschreitet..ihre Kompetenzen und verstösst gegen die im Vertrag von Maastricht ..als Grundlage der Währungsunion normierten Regeln. Insbesondere verstösst sie gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung……Staatsanleihekäufe..nicht..zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen der Staaten. Genau dazu aber dient das QE-Programm: Mit ihren Käufen manipuliert die EZB die Staatsanleiherenditen drastisch herunter – mit dem Ergebnis, dass die Eurostaaten praktisch zum Nulltarif neue Schulden machen können. Jeder Anreiz, die überhöhte Staatsverschuldung abzubauen, wird damit beseitigt…..das Recht keine Rolle spielt, wenn es um die grosse Politik geht…….erhebliche Umverteilungseffekte zwischen den Staaten…..Das Handeln der EZB..beruht auf Selbstermächtigung ohne demokratische Grundlage.“

Ausschnitt aus Rede im Bundestag, 26.11.2015

„…Die Flüchtlingskrise ist die wohl größte Herausforderung für die nächsten Jahre und so warnte ich davor, dass sich Deutschland verhebt und davor, dass Deutschland mit der Geschwindigkeit und großen Anzahl der ankommenden Flüchtlinge nicht fertig werden wird. Bei der großen Anzahl an Flüchtlingen ist eine Integration in unser gesellschaftliches System und in den Arbeitsmarkt nahezu unmöglich.

Dann sagte ich den Satz, den Kauder zu seinem lautstarken Ausbruch veranlasste: „Das erste Mal habe ich aber als politischer Entscheidungsträger in diesen Monaten den Eindruck, dass wir als Staatsgewalt die Kontrolle in der Flüchtlingskrise  verloren haben – vielleicht auch weil wir uns nicht trauen unpopuläre Dinge auszusprechen und durchzusetzen.“ Außerdem betonte ich, dass die Aufnahmekapazität von Flüchtlingen schon lange überschritten ist und konsequente Rückweisungen kein Tabu mehr sein dürfen, damit Deutschland den wirklich Verfolgten helfen kann. Das Land, Europa und die sich auf den Weg machenden Flüchtlinge brauchen dringend ein solches Signal……………….

So einen Wutanfall wie von Herrn Kauder habe ich in meiner gesamten politischen Laufbahn noch nicht erlebt, weder in dieser Lautstärke noch in dieser Tonalität. Herr Kauder und auch unser 1. Parlamentarischer Geschäftsführer Grosse-Brömer versuchen ganz offenbar mich einzuschüchtern. Als unabhängiger Abgeordneter sehe ich es aber als meine Pflicht an, der Bundesregierung klar zu machen, dass wir in der Flüchtlingspolitik schnell umschwenken müssen. Auch von unserer Kanzlerin erwarte ich schnell ein deutliches Signal.

Die Reaktion Kauders zeigt mir, dass ich offensichtlich richtig liege mit meiner Meinung und einen Nerv getroffen habe.

„Der ehemalige sächsische Justizminister Steffen Heitmann ist wegen der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin aus der CDU ausgetreten. Angela Merkels Konzeptlosigkeit füge Deutschland Schaden zu, so Heitmann. ……Heitmann machte Merkel dafür verantwortlich, dass „täglich tausende Ausländer, überwiegend junge Männer islamischer Religion“ nach Deutschland strömten. „Sie haben durch eine einsame Entscheidung und unbedachte Äußerungen Deutschland zum bevorzugten Ziel für Flüchtlinge gemacht.“ Die Grenzen seien faktisch offen, die Behörden überfordert und die Bevölkerung verunsichert………. Merkel habe kein Konzept und die große Koalition erweise sich als handlungsunfähig. …… „Der Schaden für unser Volk ist absehbar“……“

„Ankara muss die Muslime in Deutschland freigeben“

Cem Özdemir, FAZ 28. November 2015

„…Der ‚Islamische Staat‘ kommt ja nicht aus dem Nichts. Der IS hat politische, finanzielle und vor allem theologische Quellen. Und das Gleiche gilt für Boko Haram und für Al Qaida und für die Taliban. Und wenn man die Quellen sucht, landet man zwangsläufig immer in Saudi Arabien und einigen anderen Golfstaaten. Dort sind die ideologischen Quellen für diesen Irrweg des Islams. Der saudische Wahhabismus ist nicht Teil des Problems, er ist seine Ursache…..Ich will nicht, dass ausgerechnet Saudi Arabien Moscheen in Deutschland baut……Für mich ist der Dschihadismus, der aus Saudi Arabien gestärkt wird, eine Variante des Faschismus. Das ist, wie man in Paris gesehen hat, eine existentielle Bedrohung unserer Gesellschaft….  Zentralrat der Muslime..weiss so gut wie ich, dass die vier grossen muslimischen Verbände nicht durch ein Glaubensbekenntnis geprägt sind, wie es das deutsche Staatskirchenrecht vorsieht. Und im Fall von Ditib haben wir es mit einer Organisation zu tun, die immer jene Einstellungen widergibt, die von den jeweiligen Regierungen in Ankara vertreten werden, mit Religion, wie wir sie kennen, hat dies nichts zu tun…..für die Spitze des Verbandes muss gelten, dass seine Repräsentanten sich nicht in erster Linie als Diplomaten anderer Staaten verstehen. Das kann kein Land zulassen, und wir dürfen es auch nicht. Ankara muss die Muslime in Deutschland freigeben.“