Lithium I

Lithium I 2017-04-12T21:17:01+00:00

Oekologie Planet ErdeLithium I

Das nächste große Ding

Lithium – das „weiße Petroleum“ – wird zum Hoffnungsträger. Nicht nur wegen der  Megatrends „Ökologie“ und „Elektromobilität“ steht das Leichtmetall im Fokus. Denn die Vorteile von Lithium sollten nicht alleine auf Batterie-Technologien und auf das Thema E-Mobility reduziert werden. Es scheint, als habe die Welt ohne Lithium und andere Energie-Metalle keine (saubere) Zukunft. Lithium bietet ein breites Anwendungs-Spektrum und ist nicht zuletzt im Medizin-Sektor von großer Bedeutung. Im Fokus steht Lithium aber in der Tat vor allem wegen seiner Vorteile bei der Energiespeicherung –quasi als „Anker der grünen Revolution“.
Udo Rettberg – Ende Juli 2016

Tesla

Noch befinden sich Tesla Motors (hier ein Showroom in Boca Raton / Florida) bei der Entwicklung von Elektroautos in einem sehr frühen Stadium.     Foto: Udo Rettberg

Nach einem langen Zeitraum berechtigt erscheinender Zweifel hat der Rohstoff Lithium inzwischen die Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte erobert. Manche Beobachter hegten in der Vergangenheit Zweifel daran, dass die Zukunft der Elektromobilität künftig vor allem auf Lithiium basieren wird. Dies vor allem auch deshalb, weil die Verfügbarkeit des Rohstoffs in den benötigten Mengen als nicht gesichert galt – und noch immer gilt. In Wall Street wird noch immer die Frage gestellt, woher Tesla Motors (TSLA.O – 226 $) und BYD Company Ltd. (BYDDY.N – 12,7 $) sowie die anderen Automobilproduzenten die notwendigen Lithium-Materialmengen z.B. für Teslas Giga-Factory und für die gigantischen BYD-Produktionanlagen in China und in anderen Ländern der Welt nehmen  wollen.

Tesla-Chef Elon Musk versucht zwar entsprechende Zweifel über die Lithium-Versorgungssicherheit immer wieder zu beseitigen – aber überzeugend wirkt er dabei bisher nicht immer. Bekannt  ist allerdings, dass sich sowohl Tesla als auch BYD durch Verträge mit aktuellen und  angehenden Lithiumproduzenten zunächst Material-Lieferungen gesichert haben. Ob solche Abkommen allerdings aktuell ausreichen, Zweifel zu beseitigen, hängt von der Dynamik der Nachfrage nach Elektromobilen auf der einen und dem Angebot an Lithium auf der anderen Seite ab, Andere Fragen am Lithiummarkt ranken sich mit Blick auf die eMobility auch um die flächendeckende Verfügbarkeit von Aufladestation für Automobil-Batterien.


Lithium – was ist das eigentlich?

Lithium ist ein silberweißes, weiches Leichtmetall und als chemisches Element aus der Gruppe der Alkalimetalle mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3 versehen. Lithium hat an der Erdkruste einen Anteil von etwa 0,006 %. Das identifizierte Lithiumvorkommen auf dem Planeten  Erde wird auf mehr als 29 Mio t, die Lithiumvorräte auf mehr als 13 Mio t geschätzt. Die Prognosen über die vorhandenen Lithium-Reserven liegen  bei rund 4,5 Mio t.

Als Spurenelement ist Lithium in Form von Salzen häufig in Mineralwassser und dadurch auch im menschlichen Organismus zu finden. Lithiumsalze werden als medizinische Elemente auf therapeutischer Ebene gegen Kopfschmerzen,  Manie und gegen bipolare  Affektstörungen und Depressionen eingesetzt. Lithium ist aber vor allem ein Metall, das im Zeitalter der E-Mobility für die Herstellung von wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Batterien genutzt wird.  Quellen sind dabei zum einen spezielle Salzlaugen in riesigen Seen und zum anderen Pegmatitfelder – also grobkörnige magmatische Felsgesteine.

Durch die Elektrolyse von Lithiumchlorid wurde im Jahr 1855 erstmals reines Lithium hergestellt. Mit der kommerziellen Produktion des Leichtmetalls begann die einstmalige deutsche Metallgesellschaft AG im Jahr 1923. Dabei wurde eine Schmelze aus Lithium- und Kaliumchlorid elektrolysiert.  Lithiumsalze – vor allem Lithiumchlorid – kommen verbreitet mit Konzentrationen von bis zu 1 %  in Salzlaugen (vor allem in großen Salzseen Lateinamerikas)  vor. Neben der Konzentration des Lithiums ist für die Qualität der Salzlauge das Mengenverhältnis von Magnesium zu Lithium wichtig.

Gewonnen werden Lithiumsalze bisher vor allem in Lateinamerikas Salar Atacama und Salar de Hombre Muerto (Chile und Argentinien). Darüber hinaus in Nevada, in China und im Taijinaier-See in Tibet. Wegen der absehbar starken Lithium-Nachfrage wird in der Wirtschaft immer stärker der Abbau lithiumhaltiger Mineralien aus Pegmatiten  in verschiedenen Regionen der Welt geprüft. Lithium kommt in einigen Mineralien in solchen Lithium-Pegmatiten (also im Fels) vor. Auch Europa besitzt Lithium-reiche Pegmatitfelder.

Lithium kann in Batterien (vor allem in wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus) als Anode verwendet werden. Solche Lithium-Ionen-Akkus weisen eine extrem hohe Energiedichte auf und sind so in der Lage, eine besonders hohe Spannung aufzubauen.


Insgesamt rechnen Fachleute damit, dass der Markt für Lithium-Ionen-Batterien in den kommenden Jahren um 31 % p.a. steigen wird. China wird dabei aufgrund der neuen positiven Umwelt-Politik eine führende Rolle spielen. Bei Chinas Batterie- und Autohersteller BYD wird damit gerechnet, dass sich der Verkauf von Elektromobilen im Jahr 2016 nicht zuletzt wegen der Regierungs-Subventionen auf rund 150 000 verdreifachen wird. Chinas Regierung möchte bis Ende des Jahres 2020 rund 5 Mio. Elektromobile auf den Straßen des Riesenreichs sehen.

Was sowohl der als Visionär geltende Elon Musk als auch die BYD-Bosse erreicht haben, ist ein globaler Explorationsboom im Bereich Lithium.  Und auch die Kapitalanleger sind in diesem Kontext begeistert. „Wenn ein Unternehmen heute mit einer Metall- Explorations-Story nach Deutschland kommt, sollte es während seiner Präsentation einfach nur erwähnen, dass es sich nach einem Lithium-Vorkommen umschaut“, sagt ein Frankfurter Banker und warnt im gleichen Atemzug allerdings vor einem Lithium-Hype. „Anleger sollten genau hinschauen und langfristig denken“, so sein Rat.

Glaubt man einigen europäischen Rohstoff-Auguren, dann wird Lithium auf Jahre hinaus das alles beherrschenden Thema an den Commodity- und Aktienbörsen bleiben. Zweifel seien nicht erlaubt – basta!  Aber Vorsicht: Hier beschreibe ich exakt die Meinung jener  Fachleute und Auguren, die vor rund zehn Jahren an meinem Verstand zweifelten, als ich bereits sehr früh im laufenden Zyklus auf die große Zukunft solcher Spezialmetalle wie Lithium, Vanadium, Kobalt und Uran hingewiesen habe. Insofern sollten die Aussagen solcher „Meinungs-Bildner“ nicht allzu ernst genommen werden. In der Wirtschaft haben sich neben Elon Musk einige Größen der Globalökonomie  zu wahren Lithium-Fans entwickelt. So z.B. Warren Buffett, Richard Branson und auch Sir James Dyson, der Erfinder der gleichnamigen modernen Staubsaugermarke.  Für sie ist klar:  Lithium und Roboter sind die „nächsten großen Dinge“ in der Welt.

Langer und schwieriger Weg
zur CO2-neutralen Mobilität


Lithium-Ionen Akkumulatoren und -Batterien werden – da sind sich die Experten weitgehend einig – in den kommenden Dekaden eine herausragende Rolle im Bereich der elektrochemischen Speichertechnologien spielen. Noch bietet der Markt ein verwirrendes Bild. Denn bei diesen Lithium-Ionen Batterien (LIB) existieren heute bereits unterschiedliche Varianten. Für die Elektrode werden dabei verschiedene Lithium-Metalloxide genuzt, so das derzeit mehrere Varianten von Lithium-Akkus und –Batterien hergestellt  werden und im Einsatz sind.

Das möglicher Zukunfts-Szenario: Wenn die Menschheit in wenigen Jahren das Wort Batterie in den Mund nimmt, wird möglicherweise nicht mehr ausdrücklich betont, dass es sich um Lithium-Ionen-Batterien handelt. Das wird dann nämlich selbstverständlich  sein, argumentieren jedenfalls die Fans. Ihr Argument: Megatrends wie Digitalisierung, Big Data, Big Media, Internet of things, Roboter und Fintech erfordern eine völlig neue elektronische Versorgung des Alltags. Lithium wird dabei im Mittelpunkt stehen, ohne dass die Menschheit die Revolution wirklich expressis verbis realisiert hat.

Der entscheiende Vorteil von LIB liegt neben einer geringen Selbstentladerate in ihrer hohen Energiedichte. Solche Batteriesysteme können – so der Plan der Entwickler – mittelfristig eine Lebensdauer von 20 Jahren aufweisen. Experten sprechen bei einem Blick nach vorn in die Energiezukunft sogar von 40 bis 50 Jahren Lebensdauer. Die Kosten der LIB werden – davon kann angesichgts der bereits erzielten Fortschritte – in Zukunft wohl weiter fallen.

Automobilhersteller weisen in diesem Kontext auf einige Probleme hin. So z.B. darauf, dass das Ziel einer weiteren Steigerung der Energiedichte in Batterien nicht unproblematisch ist. Grund: Aufgeschreckt wurde die Branche in jüngster Vergangenheit durch mehrere explodierende Laptop-Akkus von Lithium-Kobalt-Batterien. Denn je  höher die Energiedichte in solchen Akkus, desto größer ist die Gefahr einer starken Erhitzung der Akkus und einer folgenden Explosion.

Vor allem vier Argumente stehen im Mittelpunkt, wenn es es um die noch immer mangelnde globale Verbreitung des Elektromotors in Automobilen geht:

1 – die bislang eingeschränkte Reichweite bzw die zu erwartende geringe Kilometerleistung solcher LIB
2 – die vergleichsweie hohen Kosten bei der Umstellung vom Benziner und Diesel auf den e-Motor
3 – die noch immer weitgehend unzureichende Standardisierung der Ladeschnittstellen
4 – und last but not least die weiter unzureichende Lade-Infrastruktur

Zugegeben – bei all diesen vier genannten Punkten gab es während der vergangenen Monate bereits große Fortschritten. Dies vor allem auch in Europa, wo zahlreiche  Regierungen praktisch über Nacht ihr grünes Gewissen entdeckt haben und Prämien für den Erwerb von Elektroautomobilen ausgelobt haben.

Lithium – ist sehr, sehr
vielfältig verwendbar

Klar, der ganz große Durchbruch wird noch einige Jahre dauern, aber es führt wohl kein anderer Weg in die „saubere Energie-Zukunft“. Im Verkehrssektor werden die mit Lithium-Inonen-Batterien betriebenen Elektromobile auch in den kommenden Jahren allerdings noch mit Hybridfahrzeugen und möglicherweise auch mit den große Phantasien bei Kapitalanlegern auslösenden Brennstoffzellenautos konkurrieren müssen. Welches System sich dann in der Folge letztlich durchsetzen wird, ist offen. Für Kirill Klip, Präsident von International Lithium Corporation (ILC.V)  steht allerdings bereits heute fest: Diesel- und Benzin-Automobile werden in den kommmenden fünfzehn Jahren obsolet, also nicht mehr gebraucht und damit praktisch überflüssig.

Wieder aufladbare Lithium-Ionen-Batterien für das große Thema Elektromobilität sind  aber nicht das einzige Wachstumsfeld für den Rohstoff Lithium. Zukunftsforscher sehen Wachstumspotential für Lithium & Co auf zahlreichen Gebieten – so u.a.auch im Bereich hauchdünner filmstreifenartiger Batterien, die auf oder in Kleidungsstücken angebracht sind. Schon in  wenigen Jahren soll dieser Bereich fast eine halbe Milliarde Umsatz generieren. Diese Batterien können z.B. als „ektronische Textilien“ in Kleidungsstücken und anderen „Wearables“ eingearbeitet und am menschlichen Körper getragen werden. Sie vereinen die Vorteile einer enormen Energie-Speicherfähigkeit  mit den Vorzügen hoher Material-Flexibilität und eines zugleich geringen Gewichts.

Und wenn Elon Musk in einer neuen Technologie wie der Elektromobilität eine führende Rolle spielt, dann muss man nicht zuletzt auch jene Branchen ins Auge nehmen, in denen sich der Visionär bereits engagiert hat. So zum Beispiel um SpaceX, ein von Musk gegründetes amerikanisches Raumfahrtunternehmen, das Technologien entwickeln soll, mit denen der Menschheit ermöglicht werde3n soll, den Mars und andere Planeten zu kollonisieren.Energie – und in diesem Kontext dann wohl auch Lithium, Vanadium und Kobalt – werden dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für solche „Flexible, Printed und Thin Film Batteries“ sehen Fachleute auch im Wachstumsmarkt Gesundheitswesen z.B. in Pflastern und Spezialverbänden.Man muss nicht unbedingt auf Elon Musk, den Gründer und Kopf von Tesla vertrauen, um das gigantische Potential der sich rund um Lithium aufbauenden „Energie-Zukunft“ zu erkennen. Auch führende Unternehmen der Wirtschaft setzen und hoffen auf Lithium-Batterien. Buffett ist z.B. bereits in der „Energie von morgen“ engagiert. Er ist nämlich einer der Großaktonäre der  BYD Company Ltd. einem chinesischen Hersteller von Batterien und batterie-basierten  Speicherkraftwerken. BYD ist auch der größte Produzent wiederaufladbarer Akkumulatoren z.B. für Mobiltelefone.  BYD Auto gilt als einer der führenden Elektrobus-Hersteller auf dem Globus.  Die Abkürzung BYD wird an der Börse mit „Build your dreams“ übersetzt.

G-X Lithium ETF

Chart

Quelle: Barchart

                                                                                                                               

Ergo: Lithium wird die Welt in den kommenden fünfzig Jahren antreiben und  bewegen. Die Steckdose wird z.B. bei vielen Haushaltsgeräten zwar nicht überflüssig, aber sie wird immer weniger zur zwingenden Notwendigkeit. Auch wegen der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung und der „Roboterisierung“ der Weltwirtschaft gilt das Potential als gigantisch.  „Wir befinden uns heute sehr früh im Wachstumszyklus dieses Industriezweigs“, sagt John F Huguet, Chairman und Gründer von Altair Ressources (AVX.V – 0,20 can$ – siehe Interview in Teil III dieser Serie)

 

Die Investment-Seite:
Hoffen und bangen

 

Was aber kann schief gehen? Mit dieser Frage müssen sich Kapitalanleger immer wieder beschäftigen – in diesem Fall ganz besonders, weil der Zeithorizont dieser neuen Technologien lang und heute kaum  überschaubar ist. Lithium Kobalt Vanadium Phosphate Batterie-Rohstoffe.

Das künftige Potential der Lithium-Minenbranche, das bereits einen kräftigen Hype an der Börse ausgelöst hat,  der Lithium-Minenbranche kommt niicht zuletzt in folgenden Zahlen zum Ausdruck. Die Junior-Unternehmen dieser Branche, die es in absehbarer Zeit insgesamt gesehen gerade mal auf einen Jahresumsatz von rund 1,5 Mrd.  Dollar bringen wird, hat es geschafft, sich in den vergangenen Monaten über die Börsen frisches Kapital in Höhe von rund 200 Mio. $ zu beschaffen. In diesen Zahlen – und das ist das Bemerkenswerte – sind die Kapitalbeschaffungen der führenden Lithiumproduzenten nicht enthalten.

Für Schlagzeilen rund um das Thema Lithium und CO2-freier Verkehr sorgten in den vergangenen Jahren neben Elektroauto-Produzenten auch die folgenden Lithium-Produzenten und Lithium-Explorer:

  • SQM,
  • Pure Energy,
  • Sienna Resources,
  • Banacora Minerals
  • Rare Earth Minerals
  • Avalon Rare Metals
  • Orocobre
  • Albermarle
  • Nevada Sunrise
  • Ganfeng Lithium