Ökologie / Planet Erde

Ökologie / Planet Erde 2017-04-12T21:17:13+00:00

Oekologie Planet Erde

Lithium – Teil II

Träume sind erlaubt

BYD ist eine in der Lithiumbranche oft zu hörende Äußerung, die das langfristige Potential der Elektromobilität aufzeigt. BYD steht an der Börse auch für „Build your dreams“ und ist zugleich der Name des chinesischen Autohersteller BYD Co. Sollen die rund um die Elektromobilität existierenden Träume wahr werden, wird wohl auch eine Entscheidung fällen, ob der Auto-Antrieb künftig von  Elektrobatterien, von Treibstoffzellen oder aber von Hybridmotoren kommen wird. Und last but not least wird das „Auto von morgen“ auch darüber entscheiden, ob Tesla-Chef Elon Musk oder Anleger-Legende Warren Buffett (Großaktionär von BYD) dominieren  werden.                                                                                              

Udo Rettberg – 5. August 2016

 

Elektroautos

Elektro-Autos bei der GLS-Bank in Bochum. Banken unterstützen den Trend zur Nachhaltigkeit.              Foto: Udo Rettberg


Boom-Bang-Crash: Es ist allseits bekannt: Anleger haben sich an den Rohstoffmärkten in den vergangenen Dekaden regelmäßig die Finger verbrannt. Die Angst vor einer Wiederholung der Geschichte ist dementsprechend groß. Dies zumal, da die Erde bebt und die Weltwirtschaft nicht zuletzt wegen der gigantischen Verschuldung auf wackligem Fundament  steht. Und so stellen sich Investoren die Frage, ob am Markt für   Lithium eine Analogie etwa zum Markt für  Rare Earth Elements (REE)  ansteht. Hier hatte die VR China mit dem Hinweis auf das global knappe Angebot im vergangenen Jahrzehnt einen hype-artigen   Aufschwung ausgelöst, der dann in einem Crash endete.

 

Einige Anzeichen  sprechen dafür, dass bei Lithium dieses Mal aber vieles anders sein wird. Obwohl – und das sollte nicht vergessen werden – die Zukunft der Automobile liegt noch immer im Dunkeln. Wasserstoffautos (Brennstoffzellen) und andere alternative Antriebsmethoden (Hybrid-Modelle) stehen in einem interessanten Wettbewerb zu  Lithium-Ionen-Batterieren. So sind die Akteure in der Rohstoff-, Batterie- und Automobilbranche nicht sicher, ob die nächste Generation des Kfz-Antriebs wirklich vor allem auf Lithium-Ionen-Batterien basieren wird.

 

Elektrizität – also aus Sonne, Wind, Wasserkraft oder anderen Stromquellen  erzeugter Strom –  wird die Autoflotten rund um den Globus in Zukunft antreiben. Benzin und Diesel werden als Treiber irgendwann ausgedient haben. Die Kraftfahrzeuge von morgen werden die Energie speichern – entweder auf elektrochemische Art und Weise z.B. in Form von Lithium-Ionen-Batterien oder aber im Rahmen eines chemischen Prozesses in Form von Wasserstoff-Brennstoffzellen.

 

 

BYD Co. – Hoffen und Bangen

Chart II

Quelle: Barchart

 

Denn bis dato werden nur gerade einmal rund 1 % der weltweiten Autos durch solche LIB angetrieben. Fachleute sehen indes gute Chancen, dass dieser Anteil bereits in 15 bis 20 Jahren bei 30 bis 40 % liegen wird. Alternative Antriebsmethoden in der Kraftfahrzeugbranche sind in aller Munde – und das schon seit vielen Jahren. Die bisherigen Erwartungen der Anleger und der Kfz-Branche waren weit überzogen.

 

Zahlreiche  Probleme gelten als ungelöst. In Sachen e-Mobilität hat bisher kein Unternehmen den großen Wurf geschafft. Selbst Tesla Motors hat die Erwartungen nicht vollständig erfüllt.  Dies auch, weil sich die Verbraucher bei Neuanschaffungen mit der Entscheidung für e-Fahrzeuge oder für Alternativ-Kfz-Antriebe zurückhalten. Dafür ist auch die „Angst vor dem Neuen“ ursächlich. Verbraucher erklären ihre Zurückhaltung grundsätzlich mit kurzen Reichweiten der Automobile auf der einen und hohen Preise bei der Anschaffung auf der anderen Seite. Selbst die in Deutschland seit Mitte 2016 ausgerufenen staatlichen Subventionen beim Kauf von eAutos in Höhe von 4000 € überzeugen die Käufer nicht – bislang jedenfalls noch nicht.

 

Inzwischen beschränken sich die Zweifel über die Zukunft der eMobility weitgehend vor allem auf die Frage: Wie rasch können sich LIB als Antrieb in Automobilen und Bussen sowie anderen Fahrzeugen als „Systeme der Zukunft“ wirklich durchsetzen. Noch ist der Zeithorizont für diese neue Technologie nicht klar absehbar. Wo liegen die Schwächen und Probleme des Marktes für Lithium-Ionen-Batterien und der Elektromobilität insgesamt?

Schwächen bremsen
Lithiummarkt aus

Schwächen 1 – Grundsätzlich gilt, dass sich der Gesamtmarkt mit seiner breiten Wertschöpfungskette in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet, wie auch Altair-Chairman John  F. Huguet  im Interview  (siehe Teil III dieser Serie) betont. Ein nicht unerhebliches Problem ist auch darin zu sehen, dass es zu viele unterschiedliche Lithium-Arten und -Qualitäten  gibt, eine Standardisierung und ein Börsenhandel des Materials damit sehr schwierig ist und die Preisfindung eine der größten Herausforderungen überhaupt darstellt – jedenfalls für die Öffentlichkeit.

Schwächen 2  – Anleger müssen darüber hinaus wissen, dass direkte Investments in den Rohstoff Lithium nur schwer umzusetzen sind. Wer als Anleger das In Lithium liegende Potential ausschöpfen will, kann sich an Aktien eines der raren  Produzenten  und der unzähligen – wesentlich riskanteren – Explorationsgesellschaften beteiligen. An den US-Börsen wird zudem bereits der Indexfonds (ETF) X-G Lithium notiert. Investments in diesem ETF sind für Anleger derzeit die einfachste Lösung, um langfristig eine Lithium-Investment-Position  aufzubauen.

Schwächen 3 – Der Lithiummarkt weist oligopolartige Strukturen auf. Denn die fünf größten Produzenten aus Chile,USA, China und Argentinien bringen es auf einen Marktanteil von immerhin 85 bis 90 %. Das dürfte sich in den kommenden Jahren mit der steigenden Zahl der derzeit im Explorationsstadium befindlichen, später jedoch idealerweise in Produktion gehenden Juniorinen allerdings ändern.

Schwächen 4 – Dann dürfte auch die Verfügbarkeit des Rohstoffs Lithium zunehmen. Will Tesla Motors das selbst gesteckte Produktionsziel von 500 000 e-Automobilen p.a. bis Ende 2018 erreichen, werden in der Giga-Fabrik des  Autoproduzenten rund 27000 Tonnen Lithium- Carbonaten benötigt. Ein Teil hiervon dürfte wohl von Pure Energys Clayton Valley Projekt in Nevada sowie von Banacora Minerals mexikanischem Sonora-Projekt  geliefert werden, die mit Tesla eine entsprechende Abnahmevereinbarung abgeschlossen haben.

Für den Konsumenten sind beim künftigen Kauf von Automobilen verschiedene Wohlfühl-Faktoren ausschlaggebend. Ein Kriterium wird die Reichweite sein. Heute reicht die Ladung der  meisten eAutos gerade einmal für 150 bis 200 km. Kein Zweifel – das wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, so dass in fünf Jahren wohl Autofahrten von 300 bis 400  km  zB mit Lithium-Ionen-Battereien möglich sein werden. Grundsätzlich aber steht fest: Insgesamt ist ein klarer Haussetrend beim Rohstoff Lithium festzustellen: Die Preise haben sich im Durchschnitt während der vergangenen 18 Monate in etwa verdreifacht.

Schwächen 5 – Anleger müssen wissen: Lithium ist nicht  gleich Lithium. Zwischen den einzelnen Lithium-Qualitäten bestehen große Preisunterschiede. Für batteriefähiges Material werden in China derzeit mehr als 20 000 $ /t gezahlt. Für chinesische Importe von Lithiium-Carbonaten – die am häufigsten gehandelte Lithium-Form – werden aktuell 7000 $/t gezahlt, für US-Importe lediglich 5 000 $/t. Dabei zeigt sich: Der Markt weist keine klaren Strukturen auf – und das macht für Kapitalanleger die Analyse und die Entscheidungsfindung schwierig. Das breite Produktangebot reicht von Lithium-Stearaten (Salze der Stearinsäure) über Lithium- Fluoride bis zu zu Butyl-Lithium.  Die häufigste Handelsform von Lithium sind  Lithium-Carbonate,die indes nicht zur Batterie-Herstellung dienen, sondern auch in der Produktion von  Keramik und Glas sowie unzähligen anderen Technologie-Erzeugnissen eingesetzt werden.

Motoroller

Motorroller – mit dem Strom rollen. Gesehen auf einer Energie-Konferenz in Berlin.                                                Foto: Udo Rettberg

Führend auf dem Markt für Elektroautomobile sind  Tesla Motors und BYD Co. Darüber hinaus hat Tesla-Gründer Elon Musk seine vielfältigen Visionen zuletzt auch in Richtung Solarenergie auf der einen und künstliche Intelligenz auf der anderen Seite einfließen lassen – hier sind zahlreiche Verknüpfungen zum Automarkt möglich. Die zögerlich reagierenden Tesla-Aktionäre können den Gedanken ihres visionären Vorstandschefs offensichtlich (noch) nicht folgen, wie zunehmend kritische Stimmen beweisen.

 

Positiv zu werten ist, dass sich inzwischen immer mehr Autofirmen auf den Zukunftspfad eMobility begeben. Autobauer wie BMW, Toyota und seit kurzem auch Mercedes wollen den Abstand zu Tesla Motors und BYD nicht allzu groß werden lassen. Auch wenn Tesla finanziell zuletzt „schwächelte“ will Mercedes in der eMobility auf die Zukunft setzen und eine breite Palette an e-Automobilen und e-Trucks aufbauen. Bis Ende der Dekade will sich Mercedes besser positioniert haben und mit alternativen Antrieben (LIB, Wasserstoffzellen und möglicherweise auch hybride Systeme) glänzen.

 

Auffallend ist, dass Toyota allem Ansc hein nach wohl eher auf die Brennstoffzelle setzt. Dabei  werden beim Modell Mirai über  besondere  Membranen im Rahmen einer „kalten Verbrennung“ Wasserstoff und Sauerstoff zusammengeführt, wobei qualitativ  hochwertiger Strom entsteht. Umwelt-Fans sind glücklich; denn das dabei aus dem Auspuff kommende  „Abgas“ ist Dampf, also Wasser. Die entsprechenden Automobile müssen nicht für längere Zeit an eine Steckdose angeschlossen werden, sondern können an H2-Tanksäulen rasch und recht unkompliziert betankt werden. Das Problem: Bislang weist die Infrastruktur von Wasserstoff-Tankstellen viele weiße Flecken auf der Landkarte auf – und das weltweit. Das soll sich in den kommenden Jahren indes ändern.

Wasserstoff-Brennstoffzellen erfüllen bereits heute zu einem großen Teil die Reichweiten-Erwartungen der Fahrer; denn zahlreiche Brennstoffzellen-Automobile erzielen eine Reichweite von über 500 km. Allerdings fehlt es an einer breiten Infrastruktur an Wasserstoff-Tankstellen. Ein weiterer Nachteil :  Brenstoffzellen-Autos sind in der Herstellung und im Verkauf vergleichsweise teuer.  Das im Zusammenhang mit der Automobil-Zukunft aufgezeigte Problem der fehlenden Auflade-Infrastruktur gilt nicht nur für Brennstoffzellen-Autos, sondern auch für mit Elektrobratterien betriebene  Autos. Ein Vorteil der Elektrobatteriene ist indes darin zu sehen, dass eine Aufladung dieser Lithium-Ionen-Batterien auch am heimischen Stromanschluss erfolgen kann

Altair Resources – Zerplatzte –Träume???

Chart III

Quelle: Barchart

Vieles spricht dafür, dass es bei der Automobil-Zukunft kein „entweder / oder“, sondern ein „sowohl als auch“ geben wird. Regierungen tun gut daran, alle alternativen  Antriebsmethoden aufmerksam zu beobachten und gerecht zu subventionieren.  Brennstoffzellen-Autos werden wohl die Lithium-Ionen-Batterie auf Dauer nicht  übertreffen. Aber sie dürften z.B. gerade im Bereich Busse einen erheblichen Anteil am Gesamtmarkt erreichen.

Oekologie Planet ErdeLithium I

Das nächste große Ding

Lithium – das „weiße Petroleum“ – wird zum Hoffnungsträger. Nicht nur wegen der  Megatrends „Ökologie“ und „Elektromobilität“ steht das Leichtmetall im Fokus. Denn die Vorteile von Lithium sollten nicht alleine auf Batterie-Technologien und auf das Thema E-Mobility reduziert werden. Es scheint, als habe die Welt ohne Lithium und andere Energie-Metalle keine (saubere) Zukunft. Lithium bietet ein breites Anwendungs-Spektrum und ist nicht zuletzt im Medizin-Sektor von großer Bedeutung. Im Fokus steht Lithium aber in der Tat vor allem wegen seiner Vorteile bei der Energiespeicherung –quasi als „Anker der grünen Revolution“.
Udo Rettberg – Ende Juli 2016

Tesla

Noch befinden sich Tesla Motors (hier ein Showroom in Boca Raton / Florida) bei der Entwicklung von Elektroautos in einem sehr frühen Stadium.     Foto: Udo Rettberg

Nach einem langen Zeitraum berechtigt erscheinender Zweifel hat der Rohstoff Lithium inzwischen die Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte erobert. Manche Beobachter hegten in der Vergangenheit Zweifel daran, dass die Zukunft der Elektromobilität künftig vor allem auf Lithiium basieren wird. Dies vor allem auch deshalb, weil die Verfügbarkeit des Rohstoffs in den benötigten Mengen als nicht gesichert galt – und noch immer gilt. In Wall Street wird noch immer die Frage gestellt, woher Tesla Motors (TSLA.O – 226 $) und BYD Company Ltd. (BYDDY.N – 12,7 $) sowie die anderen Automobilproduzenten die notwendigen Lithium-Materialmengen z.B. für Teslas Giga-Factory und für die gigantischen BYD-Produktionanlagen in China und in anderen Ländern der Welt nehmen  wollen.

Tesla-Chef Elon Musk versucht zwar entsprechende Zweifel über die Lithium-Versorgungssicherheit immer wieder zu beseitigen – aber überzeugend wirkt er dabei bisher nicht immer. Bekannt  ist allerdings, dass sich sowohl Tesla als auch BYD durch Verträge mit aktuellen und  angehenden Lithiumproduzenten zunächst Material-Lieferungen gesichert haben. Ob solche Abkommen allerdings aktuell ausreichen, Zweifel zu beseitigen, hängt von der Dynamik der Nachfrage nach Elektromobilen auf der einen und dem Angebot an Lithium auf der anderen Seite ab, Andere Fragen am Lithiummarkt ranken sich mit Blick auf die eMobility auch um die flächendeckende Verfügbarkeit von Aufladestation für Automobil-Batterien.


Lithium – was ist das eigentlich?

Lithium ist ein silberweißes, weiches Leichtmetall und als chemisches Element aus der Gruppe der Alkalimetalle mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3 versehen. Lithium hat an der Erdkruste einen Anteil von etwa 0,006 %. Das identifizierte Lithiumvorkommen auf dem Planeten  Erde wird auf mehr als 29 Mio t, die Lithiumvorräte auf mehr als 13 Mio t geschätzt. Die Prognosen über die vorhandenen Lithium-Reserven liegen  bei rund 4,5 Mio t.

Als Spurenelement ist Lithium in Form von Salzen häufig in Mineralwassser und dadurch auch im menschlichen Organismus zu finden. Lithiumsalze werden als medizinische Elemente auf therapeutischer Ebene gegen Kopfschmerzen,  Manie und gegen bipolare  Affektstörungen und Depressionen eingesetzt. Lithium ist aber vor allem ein Metall, das im Zeitalter der E-Mobility für die Herstellung von wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Batterien genutzt wird.  Quellen sind dabei zum einen spezielle Salzlaugen in riesigen Seen und zum anderen Pegmatitfelder – also grobkörnige magmatische Felsgesteine.

Durch die Elektrolyse von Lithiumchlorid wurde im Jahr 1855 erstmals reines Lithium hergestellt. Mit der kommerziellen Produktion des Leichtmetalls begann die einstmalige deutsche Metallgesellschaft AG im Jahr 1923. Dabei wurde eine Schmelze aus Lithium- und Kaliumchlorid elektrolysiert.  Lithiumsalze – vor allem Lithiumchlorid – kommen verbreitet mit Konzentrationen von bis zu 1 %  in Salzlaugen (vor allem in großen Salzseen Lateinamerikas)  vor. Neben der Konzentration des Lithiums ist für die Qualität der Salzlauge das Mengenverhältnis von Magnesium zu Lithium wichtig.

Gewonnen werden Lithiumsalze bisher vor allem in Lateinamerikas Salar Atacama und Salar de Hombre Muerto (Chile und Argentinien). Darüber hinaus in Nevada, in China und im Taijinaier-See in Tibet. Wegen der absehbar starken Lithium-Nachfrage wird in der Wirtschaft immer stärker der Abbau lithiumhaltiger Mineralien aus Pegmatiten  in verschiedenen Regionen der Welt geprüft. Lithium kommt in einigen Mineralien in solchen Lithium-Pegmatiten (also im Fels) vor. Auch Europa besitzt Lithium-reiche Pegmatitfelder.

Lithium kann in Batterien (vor allem in wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus) als Anode verwendet werden. Solche Lithium-Ionen-Akkus weisen eine extrem hohe Energiedichte auf und sind so in der Lage, eine besonders hohe Spannung aufzubauen.


Insgesamt rechnen Fachleute damit, dass der Markt für Lithium-Ionen-Batterien in den kommenden Jahren um 31 % p.a. steigen wird. China wird dabei aufgrund der neuen positiven Umwelt-Politik eine führende Rolle spielen. Bei Chinas Batterie- und Autohersteller BYD wird damit gerechnet, dass sich der Verkauf von Elektromobilen im Jahr 2016 nicht zuletzt wegen der Regierungs-Subventionen auf rund 150 000 verdreifachen wird. Chinas Regierung möchte bis Ende des Jahres 2020 rund 5 Mio. Elektromobile auf den Straßen des Riesenreichs sehen.

Was sowohl der als Visionär geltende Elon Musk als auch die BYD-Bosse erreicht haben, ist ein globaler Explorationsboom im Bereich Lithium.  Und auch die Kapitalanleger sind in diesem Kontext begeistert. „Wenn ein Unternehmen heute mit einer Metall- Explorations-Story nach Deutschland kommt, sollte es während seiner Präsentation einfach nur erwähnen, dass es sich nach einem Lithium-Vorkommen umschaut“, sagt ein Frankfurter Banker und warnt im gleichen Atemzug allerdings vor einem Lithium-Hype. „Anleger sollten genau hinschauen und langfristig denken“, so sein Rat.

Glaubt man einigen europäischen Rohstoff-Auguren, dann wird Lithium auf Jahre hinaus das alles beherrschenden Thema an den Commodity- und Aktienbörsen bleiben. Zweifel seien nicht erlaubt – basta!  Aber Vorsicht: Hier beschreibe ich exakt die Meinung jener  Fachleute und Auguren, die vor rund zehn Jahren an meinem Verstand zweifelten, als ich bereits sehr früh im laufenden Zyklus auf die große Zukunft solcher Spezialmetalle wie Lithium, Vanadium, Kobalt und Uran hingewiesen habe. Insofern sollten die Aussagen solcher „Meinungs-Bildner“ nicht allzu ernst genommen werden. In der Wirtschaft haben sich neben Elon Musk einige Größen der Globalökonomie  zu wahren Lithium-Fans entwickelt. So z.B. Warren Buffett, Richard Branson und auch Sir James Dyson, der Erfinder der gleichnamigen modernen Staubsaugermarke.  Für sie ist klar:  Lithium und Roboter sind die „nächsten großen Dinge“ in der Welt.

Langer und schwieriger Weg
zur CO2-neutralen Mobilität


Lithium-Ionen Akkumulatoren und -Batterien werden – da sind sich die Experten weitgehend einig – in den kommenden Dekaden eine herausragende Rolle im Bereich der elektrochemischen Speichertechnologien spielen. Noch bietet der Markt ein verwirrendes Bild. Denn bei diesen Lithium-Ionen Batterien (LIB) existieren heute bereits unterschiedliche Varianten. Für die Elektrode werden dabei verschiedene Lithium-Metalloxide genuzt, so das derzeit mehrere Varianten von Lithium-Akkus und –Batterien hergestellt  werden und im Einsatz sind.

Das möglicher Zukunfts-Szenario: Wenn die Menschheit in wenigen Jahren das Wort Batterie in den Mund nimmt, wird möglicherweise nicht mehr ausdrücklich betont, dass es sich um Lithium-Ionen-Batterien handelt. Das wird dann nämlich selbstverständlich  sein, argumentieren jedenfalls die Fans. Ihr Argument: Megatrends wie Digitalisierung, Big Data, Big Media, Internet of things, Roboter und Fintech erfordern eine völlig neue elektronische Versorgung des Alltags. Lithium wird dabei im Mittelpunkt stehen, ohne dass die Menschheit die Revolution wirklich expressis verbis realisiert hat.

Der entscheiende Vorteil von LIB liegt neben einer geringen Selbstentladerate in ihrer hohen Energiedichte. Solche Batteriesysteme können – so der Plan der Entwickler – mittelfristig eine Lebensdauer von 20 Jahren aufweisen. Experten sprechen bei einem Blick nach vorn in die Energiezukunft sogar von 40 bis 50 Jahren Lebensdauer. Die Kosten der LIB werden – davon kann angesichgts der bereits erzielten Fortschritte – in Zukunft wohl weiter fallen.

Automobilhersteller weisen in diesem Kontext auf einige Probleme hin. So z.B. darauf, dass das Ziel einer weiteren Steigerung der Energiedichte in Batterien nicht unproblematisch ist. Grund: Aufgeschreckt wurde die Branche in jüngster Vergangenheit durch mehrere explodierende Laptop-Akkus von Lithium-Kobalt-Batterien. Denn je  höher die Energiedichte in solchen Akkus, desto größer ist die Gefahr einer starken Erhitzung der Akkus und einer folgenden Explosion.

Vor allem vier Argumente stehen im Mittelpunkt, wenn es es um die noch immer mangelnde globale Verbreitung des Elektromotors in Automobilen geht:

1 – die bislang eingeschränkte Reichweite bzw die zu erwartende geringe Kilometerleistung solcher LIB
2 – die vergleichsweie hohen Kosten bei der Umstellung vom Benziner und Diesel auf den e-Motor
3 – die noch immer weitgehend unzureichende Standardisierung der Ladeschnittstellen
4 – und last but not least die weiter unzureichende Lade-Infrastruktur

Zugegeben – bei all diesen vier genannten Punkten gab es während der vergangenen Monate bereits große Fortschritten. Dies vor allem auch in Europa, wo zahlreiche  Regierungen praktisch über Nacht ihr grünes Gewissen entdeckt haben und Prämien für den Erwerb von Elektroautomobilen ausgelobt haben.

Lithium – ist sehr, sehr
vielfältig verwendbar

Klar, der ganz große Durchbruch wird noch einige Jahre dauern, aber es führt wohl kein anderer Weg in die „saubere Energie-Zukunft“. Im Verkehrssektor werden die mit Lithium-Inonen-Batterien betriebenen Elektromobile auch in den kommenden Jahren allerdings noch mit Hybridfahrzeugen und möglicherweise auch mit den große Phantasien bei Kapitalanlegern auslösenden Brennstoffzellenautos konkurrieren müssen. Welches System sich dann in der Folge letztlich durchsetzen wird, ist offen. Für Kirill Klip, Präsident von International Lithium Corporation (ILC.V)  steht allerdings bereits heute fest: Diesel- und Benzin-Automobile werden in den kommmenden fünfzehn Jahren obsolet, also nicht mehr gebraucht und damit praktisch überflüssig.

Wieder aufladbare Lithium-Ionen-Batterien für das große Thema Elektromobilität sind  aber nicht das einzige Wachstumsfeld für den Rohstoff Lithium. Zukunftsforscher sehen Wachstumspotential für Lithium & Co auf zahlreichen Gebieten – so u.a.auch im Bereich hauchdünner filmstreifenartiger Batterien, die auf oder in Kleidungsstücken angebracht sind. Schon in  wenigen Jahren soll dieser Bereich fast eine halbe Milliarde Umsatz generieren. Diese Batterien können z.B. als „ektronische Textilien“ in Kleidungsstücken und anderen „Wearables“ eingearbeitet und am menschlichen Körper getragen werden. Sie vereinen die Vorteile einer enormen Energie-Speicherfähigkeit  mit den Vorzügen hoher Material-Flexibilität und eines zugleich geringen Gewichts.

Und wenn Elon Musk in einer neuen Technologie wie der Elektromobilität eine führende Rolle spielt, dann muss man nicht zuletzt auch jene Branchen ins Auge nehmen, in denen sich der Visionär bereits engagiert hat. So zum Beispiel um SpaceX, ein von Musk gegründetes amerikanisches Raumfahrtunternehmen, das Technologien entwickeln soll, mit denen der Menschheit ermöglicht werde3n soll, den Mars und andere Planeten zu kollonisieren.Energie – und in diesem Kontext dann wohl auch Lithium, Vanadium und Kobalt – werden dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für solche „Flexible, Printed und Thin Film Batteries“ sehen Fachleute auch im Wachstumsmarkt Gesundheitswesen z.B. in Pflastern und Spezialverbänden.Man muss nicht unbedingt auf Elon Musk, den Gründer und Kopf von Tesla vertrauen, um das gigantische Potential der sich rund um Lithium aufbauenden „Energie-Zukunft“ zu erkennen. Auch führende Unternehmen der Wirtschaft setzen und hoffen auf Lithium-Batterien. Buffett ist z.B. bereits in der „Energie von morgen“ engagiert. Er ist nämlich einer der Großaktonäre der  BYD Company Ltd. einem chinesischen Hersteller von Batterien und batterie-basierten  Speicherkraftwerken. BYD ist auch der größte Produzent wiederaufladbarer Akkumulatoren z.B. für Mobiltelefone.  BYD Auto gilt als einer der führenden Elektrobus-Hersteller auf dem Globus.  Die Abkürzung BYD wird an der Börse mit „Build your dreams“ übersetzt.

G-X Lithium ETF

Chart

Quelle: Barchart

                                                                                                                               

Ergo: Lithium wird die Welt in den kommenden fünfzig Jahren antreiben und  bewegen. Die Steckdose wird z.B. bei vielen Haushaltsgeräten zwar nicht überflüssig, aber sie wird immer weniger zur zwingenden Notwendigkeit. Auch wegen der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung und der „Roboterisierung“ der Weltwirtschaft gilt das Potential als gigantisch.  „Wir befinden uns heute sehr früh im Wachstumszyklus dieses Industriezweigs“, sagt John F Huguet, Chairman und Gründer von Altair Ressources (AVX.V – 0,20 can$ – siehe Interview in Teil III dieser Serie)

 

Die Investment-Seite:
Hoffen und bangen

 

Was aber kann schief gehen? Mit dieser Frage müssen sich Kapitalanleger immer wieder beschäftigen – in diesem Fall ganz besonders, weil der Zeithorizont dieser neuen Technologien lang und heute kaum  überschaubar ist. Lithium Kobalt Vanadium Phosphate Batterie-Rohstoffe.

Das künftige Potential der Lithium-Minenbranche, das bereits einen kräftigen Hype an der Börse ausgelöst hat,  der Lithium-Minenbranche kommt niicht zuletzt in folgenden Zahlen zum Ausdruck. Die Junior-Unternehmen dieser Branche, die es in absehbarer Zeit insgesamt gesehen gerade mal auf einen Jahresumsatz von rund 1,5 Mrd.  Dollar bringen wird, hat es geschafft, sich in den vergangenen Monaten über die Börsen frisches Kapital in Höhe von rund 200 Mio. $ zu beschaffen. In diesen Zahlen – und das ist das Bemerkenswerte – sind die Kapitalbeschaffungen der führenden Lithiumproduzenten nicht enthalten.

Für Schlagzeilen rund um das Thema Lithium und CO2-freier Verkehr sorgten in den vergangenen Jahren neben Elektroauto-Produzenten auch die folgenden Lithium-Produzenten und Lithium-Explorer:

  • SQM,
  • Pure Energy,
  • Sienna Resources,
  • Banacora Minerals
  • Rare Earth Minerals
  • Avalon Rare Metals
  • Orocobre
  • Albermarle
  • Nevada Sunrise
  • Ganfeng Lithium

 

 

Kapital für ein besseres Leben