Edelmetalle im Fokus – Der Goldglanz ermattet – vorerst

Edelmetalle im Fokus – Der Goldglanz ermattet – vorerst 2017-05-26T16:16:39+00:00

Edelmetalle im Fokus
Der Goldglanz ermattet – vorerst

Wohl kein anderer Rohstoff fasziniert die Menschheit so sehr wie Gold – und das seit langer, langer Zeit. Die Gründe für den “Goldismus” wurden in vielen Referaten dar- gelegt und in unzähligen Büchern beschrieben. Auch heute zeigt der seit Jahrtausend bestehende Mythos Gold weiter seine beeindruckende Wirkung. Gold ist Wertaufbe- wahrungsmittel, Gold ist “die” Währung, Gold ist Versicherung, Gold ist Spekulati- onsinstrument, Gold ist Gefühls-Transporteur, Gold ist Medium zur Manipulation von Mensch und System, Gold ist alles – ohne Gold ist alles nichts!    

Autor: Udo Rettberg  

Auf dem Weg zum “goldenen Glück” in Ghanas Goldminen ,,,,                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg


Analysten des Rohstoffs Gold und von Aktien der Goldproduzenten blicken meist nüchtern mit  der “Lupe der Sachlichkeit” auf dieses Segment. Sie sehen Gold zuerst als Rohstoff und verweisen bei den Prognosen möglicher Markt- und Preisentwicklungen vor allem auf die Angebots/Nachfrage-Situation. Ich bin je- doch der festen Überzeugung, dass das allein nicht ausreicht, das Gold-Geheimnis zu lüften. Der Goldpreis wird von vielen Unbekannten – vor allem auch von Betrug und Manipuation – bestimmt.

Seitdem das gelbe Edelmetall Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal auf meinen Radarschirm kam und ich mich dann ab 1978 beruflich intensiver mit Gold, Silber, Platin & Co, mit Diamanten und anderen Edelsteinen beschäftigte, habe ich ein Faible für die Edel- metalle entwickelt. Denn wer in vergleichsweise jungen Jahren im seinerzeit dominierenden Goldproduzentenland Südafrika mit mehr oder weniger vertrauenswürdig er- scheinenden Minen-Aufzügen (mehrmals zum Umsteigen gezwungen) tief in die Erdkruste absteigt, wundert sich. Er kann dort rund 3,5 km unter der Erde in der Region Western Deep Levels miterleben und mit eigenen Augen feststellen, wie Menschen unter fast unmenschlichen Bedingungen Gold aus dem heißen Gestein brechen, auch um ihre in an- deren Ländern Afrikas auf Geld wartenden Familien zu ernähren. Das beeindruckt – tief!

So erging es mir vor rund vier Dekaden, als ich in Schwarzafrika den Abbau von Gold unter allerschwierigsten Bedingungen in Augenschein nehmen durfte. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mein Augenmerk noch stärker auf Gold gelenkt. Exakt an diesen Trip von damals wurde ich zuletzt wieder erinnert, als ich George Ogilvie, CEO von Kanadas Rubicon Minerals, in Frankfurt traf. George berichtete dabei von ähnlich bleibenden Erfahrungen, die auch er in in der Republik Südafrika (RSA) gemacht hatte.

Doch einen bestimmten Unterschied  hat es schon gegeben. George hatte all dies rund acht Jahre später im Süden des Schwarzen Kontinents erlebt als ich. Seine Augen leuchten, als er (Geologe von Beruf) im Gespräch an diese Zeit erinnert. Nach all den vielen Jahren weiß ich aber auch, dass Gold dem Establishment ein Dorn im Auge ist. Es ist hinlänglich bekannt: Sowohl Zentralbanken als auch die Geschäftsbanken in aller Welt manipulieren den globalen Goldmarkt immer wieder – und das seit vielen vielen Jahren.


NEBENBEI BEMERKT

Puppet on a string

“Du willst wohl zum seriös wirkenden Komiker umschulen – oder”, zeigt sich ein New Yorker Banker nachdenklich. Klar, die von mir gezeichneten hässlichen Bilder der Welt nerven ihn. Dies sei, so kritisiert er, wahrlich kein guter Zeitpunkt zur Verbreitung von Weltuntergangsstimmung?  “Gibt es dafür überhaupt einen richtigen Zeitpunkt”, frage ich. “Nein, wohl kaum”, gibt er lachend zu. Schwarzseher und Verschwörungstheoretiker haben es halt schwer in dieser Welt. Vielleicht ist Spaß und Komik aber der einzige Weg, den Irren da draußen in der Welt wirksam zu begegnen. Halten wir sie einfach für Selbstüberschätzer, Lügenmäuler, Dummköpfe und Unwissende. Hallo Donald, hallo Kim Jong, hallo Recep, hallo Vladimir, hallo Angie und all ihr anderen Kapitalisten-Marionetten – wir ignorieren Euch einfach. Wir versuchen es zumindest ….

Wer macht mit???


All diese Ungewissheiten aber machen Investments in Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium und Iridium für Kapitalanleger oft zum wahren Glücksspiel. Denn man weiß als Investor nie, was Politiker als Marionetten des Großkapitals gerade so planen. Anleger sollten sich darüber im Klaren sein. Seit Jahren nenne ich andere (ge)wichtige politische und “erdenbürgerliche” Argumente pro Gold.

1 – “The world is too ugly gold to be weak”. Gerade heute erscheint die Welt politisch so hässlich wie seit rund 70 Jahren nicht mehr.
2 – “Gold wird teuer, weil ca. die Hälfte der Menschen Frauen sind.” Diese lieben golde- nen Glanz. Sie fühlen sich dadurch wertvoller.

3 – Hinzu kommt: “Etwa die Hälfte der verbleibenden Hälfte der männlichen Welt- bevölkerung liebt es, Frauen mit Gold zu beschenken.

Gold ist vor allem als Spekulationsinstrument sehr stark gefragt – also in der Form so ge- nannten “Papier-Goldes”. Darunter sind Fi- nanzderivate wie Call/Put-Optionen, wie  Futures, Zertifikate, Swaps, Forwards, ETF und andere synthetische Finanzinstrumente zu verstehen, die in der Regel das Recht auf den physischen Besitz einer bestimmten Goldmenge darlegen. Hier liegen Risiko und Chance auf künftige explosive Preisent- wicklungen. Denn der Marktwert von  Papiergold entspricht einem Vielfachen des physisch weltweit verfügbaren Goldes. Das wiederum lässt recht beachtliche  Preisausschläge erwarten.

Douglas MacQuarrie, Präsident & CEO des in Ghana aktiven Goldunternehmens Asante Gold Corporation, findet zahlreiche für Gold sprechende Argumente. „Der aktuelle Goldmarkt-Trend ist mit der Situation rund um das Jahr 2003 zu vergleichen“, sagt er. Damals kam es – ausgehend von einer sehr niedrigen Preisbasis – bei Gold zu einem starken Preisausbruch nach oben. „Dieses Mal ist der Goldmarkt noch wesentlich stärker, weil zum einen die globale Verschuldung in allen Währungen wesentlich höher ist, sich der weltweite Handel abge- schwächt hat und die Zinsen auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie sind oder sich bereits in negativem Territorium befinden“, so die in allen Teilen voll zutreffende Argumentation MacQuarries. Sein in Ghana aktives kana- disches Unternehmen baut darauf.


NEBENBEI BEMERKT

  marios Ignoranz

Nicht nur die Staatsschuldenblase sollte Alarmglocken läuten lassen, sondern auch die Verschuldung der Unternehmen und (was oft vergessen wird)  der privaten Haushalte. Nachdem ich bei CNBC jetzt Jubelstürme der Moderatoren über gute Ergebnisse von American Express vernahm, kam Unbehagen auf. Amex wächst doch vor allem, weil sich deren Kunden noch stärker verschulden – oder? Yanet Louise und Mario sollte all das zu denken geben. Vielleicht will Super-Mario ja doch noch meinem Vorschlag folgen, nicht den Banken, sondern den Bürgern direkt “Geld mit Verfalldatum” zum Nullzins zur Verfügung zu stellen. Bisher ignoriert er meinen Vorschlag vom Mai 2016 noch. Bitte, bitte Mario – ich möchte doch auch einmal eine “gute Idee” zur Endlösung des Systems beitragen ….


Anleger müssen daher wissen, dass der physische Goldmarkt z.B. in Form von Schmuck, Barren oder Münzen sehr, sehr klein ist. All das in der Welt jemals aus dem Boden geholte Gold entspricht gerade einmal der Größe eines Würfels mit einer Kanten- länge von etwas mehr als 20 Metern. Mit anderen Worten: Gold ist das größte, gefährlichste und gleichzeitig interessanteste Spekulations-Medium, das heute existiert.

Wahre Börsenkenner und Finanzmarkt-Analysten werfen daher vor einem Engagement in den Edelmetallen stets einen kritischen Blick auf die von der amerikanischen Bör- senaufsichtsbehörde CFTC (als so genannter  COT-Report)  veröffentlichten Daten, in denen die an den Terminbörsen in den USA bestehenden Long- und Short-Positionen von Futureskontrakten  aufgezeigt werden. Die Anzahl der Netto-Long-Positionen bei Gold ist zuletzt leicht gestiegen, wie aus den zuletzt vorgelegten Berichten der CFTC hervorgeht. Auch eine andere – das spekulative Potential auf Goldpreissteigerungen zeigende – Mess-Methode wird von Experten angewandt.

 

Nebenstehende Tabelle zeigt die Anzahl der Tage, die die Minenindustrie benötigt, um die Short-Positionen (Verkaufspositionen) führender Rohstoffe durch physische Produktion zu decken. Bei Gold liegt die physische Förderung aktuell bei rund 70 Produktionstagen, bei Silber sogar bei 210 Tagen. Fazit: Gold ist auch vor dem Hintergrund globaler  Spannungen eine Versicherung gegen die Unberechenbarkeit reicher und mächti- ger “Eliten”. Die aktuelle Korrekturphase des Goldpreises ändert daran nichts.


Crash der Systeme: Gold wird gewinnen

Die Welt taumelt im Megastress

Megastress – für die Welt und für die hier lebenden Menschen ist Stress etwas “Normales”. Trotzdem kann es nicht schaden, den Menschen die  zunehmenden riesigen Stress-Risiken von Tag zu Tag neu aufzuzeigen. Wie lange, so sollten sich Anleger fragen, wird die Welt noch in der Lage sein, den Folgen des Stresses zu begegnen – und zwar unbeschadet? Der Welt droht der nächste Krieg. Das treibt  den Goldpreis. Der Welt droht auch eine Reflation, weil die Opec (hier die Zentrale in Wien) auf einen steigenden Ölpreis hinarbeitet. Anleger haben Gold schon immer als Medium gegen Inflation gesehen.                                                                                                                                                                    Autor: Udo Rettberg

Wie mächtig ist die Opec? Kann sie den Ölpreis und damit die Inflation nach oben treiben?                                                      Foto: Udo Rettberg

 

“Du liegt falsch bei Gold”, sagt einer meiner aus dem Banking kommenden Freunde. Ja klar, er hat völlig recht; denn Gold ist von fast 1290 $ je Feinunze in kurzer Zeit wieder auf fast 1200 $ gefallen. Dass Gold aber – wie von mir vor Ende 2016 angekündigt von 1050 $ auf über 1300 $ steigen würde, ignoriert mein Kumpel. Klar – ich weiß: er will mich ärgern. Aber ich mache mir nichts draus, weil ich nicht den Anspruch erhebe, den Gold- preistrend exakt vorhersagen zu können.  Meine Zielprognose von 2800 $ je Feinunze für die kommenden fünf Jahre ändere ich indes nicht. Investoren sollten Gold unter langfristiger Perspektive beachten. Eines steht für mich in diesem Kontext fest: Das Risiko, die Goldpreishausse zu verpassen, ist wesentlich größer, als bei Gold in eine anhaltende Baisse zu geraten.

Das größte Risiko für Goldpreisprognosen liegt darin, dass unberechenbare Politiker dem Druck der “Superreichen” dieser Welt nachgeben und in den Goldmarkt eingreifen. Dann könnte der Goldpreis leicht  nach unten manipuliert werden. Politiker, Notenbanker und Superreiche wissen sehr gut, dass sich der Goldpreis nicht immer wirklich rational entwickelt. Daher werden Manipulationen von den Marktteilnehmern nicht immer frühzeitig erkannt. 

Nachdem ich in den vergangenen Tagen den Medien-Hype um die deutschen Wahlen ver- folgte, habe ich mich gefragt, wie wichtig ist dieser Blödsinn aus Egoismus, Eselei, Dummheit und Schönheitswettbewerb im globalen Kontext eigentlich? Meine Antwort: Verglichen mit den wahren Problemen auf dem Planeten Erde war und ist das  Ge- schwätz um Wahlsieger und Wahlverlierer mit den Begriffen “Nonsense” und “Peanuts” zu umschreiben.  Und wenn ich dann am Tag nach der Wahl die “Warnung” der Mick-Jagger-Titelheldin “Angie” lese, Deutschland dürfe sich nicht auf Lorbeeren ausruhen, fällt mir kaum mehr etwas ein. Um es ganz deutlich zu sagen. Die allgemeinen weltwirtschaft- lichen und globalpolitischen Risiken werden die Treiber für die kommende Edelmetall- hausse sein.  Ooh Angie!


NEBENBEI BEMERKT  

gut aufgehoben

Ist das nicht die Dame, die uns allen vor einiger Zeit ungefragt zugerufen hat “Wir schaffen das schon”, die aber in diesem Kontext einen Fehler nach dem anderen gemacht hat?  Antwort: Ja, das ist die Dame. Immerhin: Inzwischen hat sie das selbst zugegeben. Aber viele Bürger in  SH und NRW sehen sich in Angies Partei offensichtlich gut aufgehoben. Das ist ein Teil der Demokratie Nach wie vor gilt: Wer über Dekaden hinweg, sinnvollerweise Entwicklungshilfe in fremde Länder geschaufelt, dann jedoch nicht darauf geschaut hat, in welche dunklen Kanäle dieser Länder das Geld fließt, sollte mit Kommentaren in Richtung deutscher Bürger sehr zurückhaltend sein. Apropos “selbst zugeben”: Bei einem anderen Top-Entertainer dieser Welt – nämlich bei Don John Trump – fehlt diese Einsicht bisher. Ergo: Bei der Unfähigkeit der Top-Politiker liegt aus meiner Sicht ein weiteres pro Gold sprechendes Argument.


— Verschuldung – ein Dauerzustand  Die globale Finanzstabilität ist stark angeknackst, denn einem globalen Bruttoinlandsprodukt von fast 75 Billionen US-Dollar steht auf der anderen Seite eine direkte kreditfinanzierte Verschuldung in Höhe von fast 230 Billionen US-Dollar gegenüber. Geht wirklich irgend- jemand davon aus, dass die gigantischen Staatsschulden irgendwann zurückgezahlt werden sollen und können? Wenn ja, dann sollte dieser Träumer rasch erwachen. Er sollte darüber nachdenken, wie rasch sich die Schuldenlast erhöhen dürfte, wenn sich die Zinsstrukturkurve “normalisieren” sollte – irgendwann. “Lasset uns beten”, sagt mir ein Freund aus New York am Telefon zum Thema Zinsentwicklung.

Zusammenbruch der Systeme – Der drohende Kollaps von Kanadas Hypothe- kenbank Home Capital erinnert beispielhaft an große Krisen in der Welt wie die Sub- prime-Krise in den USA, die 2007 und 2008 zum Systemkollaps führte. Zu befürchten ist, dass sich Subprime (verstärkt durch Derivate-Einflüsse) wiederholen könnte. Kommt es jetzt also zum Zusammenbruch von Home Capital, werden die Nachwehen auch in anderen Ländern zu spüren sein. Das gilt selbst dann, wenn der kanadische Staat als Retter auftreten sollte. Das globale Finanzsystem steht also vor einer neuen Erschütterung. Ein Blick in die USA zeigt, dass dort viele Auguren um die Stabilität von Fannie Mae und Freddie Mac fürchten Um es auf den Punkt zu bringen:  Die US-Wirtschaft ist völlig unsolide finanziert – das gilt  aber leider nicht nur für die Wirtschaft in “Donald Country”. Die Folge: Schuldenerlass, Zwangshypotheken, Pleiten ohne Ende und andere regierungs-verfügte Schweinereien. Das wiederum wird alle Ketten sprengen und zu sozialen Unruhen führen. Der Mensch wird zum Spielball der mächtigen Dummköpfe.

Abschied schmerzt – Dass Demokratie und Marktwirtschaft nur Überbleibsel vergangener Dekaden sind, steht fest. Wer an die Globalisierung der Weltwirtschaft geglaubt hat, sieht sich heute vor einem Trümmerhaufen von Hoffnungen. Schnell wird erkannt, dass die Bigones und Extriches die Welt diktieren. “Big money” hat also alles im Griff  – zum Leidwesen der Erdenbürger.

Die geheime Welt – Dass z.B. der politi- sche Einfluss und das darauf basierende un- solide Treiben von Teilen der arabischen Welt und Israel als Krisentreiber allgemein stark unterschätzt wird, sollten Gold-Freaks nicht vergessen, Auch von dieser Seite droht Unheil. Von hier drohen jederzeit neue  Gefahren.


NEBENBEI BEMERKT
  alles spricht für gold

Es gibt tausend gute Gründe, die gegen das existierende Finanz- und Währungssystem sprechen – aber es existieren zehntausende von noch besseren  Gründen, die für Gold und die anderen Edelmetalle sprechen. Für Anleger bietet es sich an, den Anteil physischen Goldes in ihren Depots zu  erhöhen. Das von den Akteuren des Finanzsystems über Dekaden hinweg kreierte “Papier-Gold” (z.B. in Form von Derivaten wie Futures, Optionen, Zertifikaten, Swaps etc) bietet bei weitem nicht die Sicherheit wie die physische Gold-Variante. In der Anfangsphase des kommenden Chaos dürften auch Goldaktien für Kapitalanleger noch von Interesse sein – zumindest für einen gewissen Zeitraum.


— China will dominieren – Vieles spricht – gerade mit Blick auf die von China mit riesigen Investitonen geplante “neue Seidenstraße” – für einen zunehmenden Ein- fluss Pekings. Auch Indien und Russland ge- winnen an Macht.  Das wird sich vor allem an den Devisenmärkten  zeigen. Es ist zu er- warten, dass sich US-Investoren des Risiko einer (trotz Trump-Großmäuligkeit mögli- chen) Dollarschwäche durch den Kauf von Edelmetallen entziehen werden. Durch das Seidenstraßen-Projekt wird sich auf der anderen Seite aber zunächst auch die eh desolate Schuldensituation der VR China noch weiter zuspitzen – und zwar dramatisch.

— Aktien sind nicht billig – aber,,,,,,, Vergleicht man die Bewertung von Aktien und der am stärksten konkurrierenden Anla- geklasse (nämlich Anleihen), dann könnte das KGV von Aktien zwischen 15 und 20 von manchen Beachtern noch als tragbar ange- sehen werden. Grund: Staatsbonds weisen ein KEV von 50 und mehr auf. Mein  Fazit: Die Aktienmärkte werden ins Chaos stürzen, weil sowohl das Politiksystem als auch das Finanzsystem kollabieren werden. In solchen Momenten spielt die Bewertung Aktien zu Anleihen keine Rolle mehr. Anleger werden flüchten und alle durch die schmale “Tür der Alternativlosigkeit” drängen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CEO-Talk  mit Douglas MacQuarrie, Asante Gold

Das System liegt in den letzten Zügen  

Frage – Udo Rettberg – Einige Finanz- und Rohstoff-Analysten vergleichen die aktuelle Situation bei den Edelmetallen mit der Situation zwischen 2005 und 2008 – also mit dem Beginn eines Bullenmarktes. Wie sehen Sie die Situation?

Antwort –  Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Wir vergleichen die aktuelle Situation eher mit der Zeit um 2003, als Gold zu einer langjährigen Hausse startete. Allerdings gibt es zumindest einen Unterschied. Dieses Mal ist Gold wesentlich stärker, weil die globale Verschuldung in allen Währungen ungleich höher, der Welthandel wesentlich schwächer und der Realzins auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie oder negativ ist.


Wo sollten Anleger ihr Geld heute investieren?

Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Gold und agrarische Nutzflächen sind eine Absicherung gegen Inflation und Währungsverluste.

 

Wie lange wird der Aufschwung des Goldpreises im aktuellen Zyklus anhalten?

Ned Goodan: Wir rechnen im kommenden Jahr und darüber hinaus mit einem starken Anstieg des Goldpreises. Alle Fiat-Währungen – auch der US-Dollar – dürften gegenüber wahren Gütern und wahren Werten (wie Gold) abwerten. 

 

Douglas MacQuarrie: Wenn sich dann irgend- wann in der Zukunft der IWF und die G10-No- tenbanken zu einem neuen Währungsregime ent- schließen – eventuell zu einem “neuen Dollar” – wird Gold parallel zur Inflation um 3 % p.a. steigen.
Wo liegt das konkrete Preispotenzial für Gold in absehbarer Zukunft?

Douglas MacQuarrie: In den kommenden Jahren liegt das Preisziel für Gold über der Marke von 3000 $. Wenn Anleger dann im Rahmen einer globalen Panik aus den stark unter Druck stehenden bisherigen Reservewährungen wie Dollar, Euro, Yen und Renmimbi zu flüchten versuchen und auf der anderen Seite ja nur wenig physisches Gold zur Verfügung stehen wird, ist ein Anstieg von Gold über die Marke von 5000 $ je Feinunze zu erwarten.

 

 

Damit liegen Sie noch über meiner bereits sehr optimistisch erscheinenden Goldpreis-Prognose von 2880 $ für die kommenden fünf Jahre. Wie sollten sich Anleger idealerweise am Kapitalmarkt positionieren?

Douglas MacQuarrie: Wir stimmen mit Finanzmarkt-Analysten überein, die aus Sicherheitsgründen einen Goldanteil von bis 20 % am Gesamtdepot empfehlen. Mehrheitlich sollten Anleger dabei in physisches Gold investieren und den Rest des Edelmetallanteils in gute Goldaktien stecken – einen Teil davon auch in Gold-Juniors / Gold-Explorer. Wenn Anleger ausschließlich unter Sicherheitsaspekten auf Gold setzen, sollten sie ausschließlich in das physische Metall investieren. Sollte die Lage der weltweiten Verschuldung implodieren, weisen alle anderen Anlageformen Kontrahentenrisiken auf. Gold, das ein Anleger nicht besitzt, weist diese Risiken auf.

 

Zurück zu Goldaktien. Sollten Anleger zuerst in Aktien der großen Goldproduzenten investieren oder sollten sie ihr Geld anfangs auch bereits auf Aktien von Juniorminen und Explorationsgesellschaften setzen?

Douglas MacQuarrie: Wie alle Aktien werden auch Goldaktien auf Basis der Unternehmensgewinne bewertet. Das Potential der Goldaktien hängt also maßgeblich von der Entwicklung des Goldpreises ab. Steigt der Goldpreis, können sich die Aktienkurse von Goldminen vervielfachen. Entscheidend ist, in diesem Kontext die wirklich unterbewerten Goldaktien mit guten Projekten, in interessanten und sicheren Ländern und hohen Goldgehalten zu finden – also Gesellschaften wie z.B. Asante.

 

Douglas MacQuarrie, CEO Asante Gold

 

Rob McEwen, CEO und Großaktionär von McEwen Mining, hat mir während seiner Zeit als Goldcorp-CEO vor einigen Jahren im Exlusiv-Interview einmal gesagt: “Gold ist Geld.” Stimmen Sie dem zu?

Douglas MacQuarrie: Ja klar, Rob McEwen liegt absolut richtig. Gold ist in der Tat Geld – das war über die vergangenen 5000 Jahre hinweg so und wird auch in Zukunft so sein. Die Kaufkraft des US-Dollars wird in den kommenden fünfzig Jahren stark sinken, Gold hat in der Vergangenheit bei längerer Betrachtung immer besser abgeschnitten als die Papierwährungen.

 

Kann Gold bei der Neuordnung der Währungs- und Finanzsystem zum Anker werden?

Douglas MacQuarrie: Aus meiner Sicht besteht kein Zweifel daran, dass Gold weiterhin ein wichtiger Vermögenswert im globalen Geldsystem bleibt. Tatsache ist, dass sich ausländische Anleger nach dem Jahr 1971 – das war das Jahr, als die USA Abschied vom Goldstandard nahmen – mit  ihren Vermögen durch den Kauf von Gold abgesichert haben. Das ist auch heute ganz klar der Fall.

 

Sind die teils sehr dummen Politiker in der Welt in der Lage negative Maßnahmen gegen Gold zu beschließen?

Douglas MacQuarrie: Generell gilt: Man sollte niemals die potentielle Dummheit von Regierungen unterschätzen. Gold im Besitz der Anleger weist kein Kontrahentenrisiko (in diesem Fall kein “Regierungsrisiko”) auf. Wenn zum Beispiel die in diesem Kontext zuletzt im Fokus stehende indische Regierung versuchen würde, den Goldschmuck von mehr als 400 Mio. Frauen in diesem Land zu beschlagnahmen, würde sie große Probleme bekommen. Wenn sie aber – wie zuletzt – im Umlauf befindliche Geldscheine ungültig macht, ist das eine andere Sache. In Indien dürften auch Anleger gefährdet sei, die in Gold-ETF oder andere Papiergold-Instrumente investiert haben. Nichts Genaues weiß man allerdings nicht  – noch nicht. Auf Sicht werden letztlich alle Fiat-Währungen gegen “reale Werte” wie Gold abgewertet. Es liegt im Interesse von Regierungen und anderen offiziellen Stellen, all das so schnell wie möglich umzusetzen; denn anderenfalls kann es keinen freien und fairen Welthandel geben. Die Rolle als Tauschmittel kann nur das “reale Geld” – also Gold – übernehmen. Die so genannten digitalen Crypto-Währungen wie Bitcoin sind nur Spekulationsinstrumente, die diese Anforderungen niemals erfüllen werden.

 

Die Welt sollte sich der Gefahr bewusst sein, dass Regierungen – wie bereits in der Vergangenheit – den privaten Goldbesitz verbieten könnten. Wie schätzen Sie die Situation ein, unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass die Welt auf einem gigantischen Schuldenberg sitzt und Demokratie, Globalisierung sowie freie Marktwirtschaft keine große Zukunft mehr zu haben scheinen, sondern nur noch die Lieblingskinder von gestern sind?

Douglas MacQuarrie: Ich glaube nicht, dass die Menschen einem Regierungs-Erlass folgen und ihr Gold abgeben werden. Weltweit erkennen die Vertreter der Politik, dass die “Masse” längst genug von ihnen und ihren Aktionen hat. Das aktuelle G7-Währungssystem aus Dollar, Euro, Pfund Sterling, Yen und anderen Devisen liegt in den letzten Zügen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass vor allem die Top-Vertreter dieses Systems über die Jahre hinweg profitiert haben, die große Masse bei der Verteilung des Wohlstands auf der Seite der “armen Arbeitenden” zurückgelassen wurde. Für Anleger macht es  Sinn, bei Banken zu Niedrigstzinsen Geld zu  leihen und hierfür von jenen Investoren Gold und agrarische Nutzflächen zu kaufen, die so dumm sind, diese realen Güter  zu verkaufen.