Rohstoffe

Rohstoffe 2017-05-26T16:17:25+00:00

Edelmetalle im Fokus
Der Goldglanz ermattet – vorerst

Wohl kein anderer Rohstoff fasziniert die Menschheit so sehr wie Gold – und das seit langer, langer Zeit. Die Gründe für den “Goldismus” wurden in vielen Referaten dar- gelegt und in unzähligen Büchern beschrieben. Auch heute zeigt der seit Jahrtausend bestehende Mythos Gold weiter seine beeindruckende Wirkung. Gold ist Wertaufbe- wahrungsmittel, Gold ist “die” Währung, Gold ist Versicherung, Gold ist Spekulati- onsinstrument, Gold ist Gefühls-Transporteur, Gold ist Medium zur Manipulation von Mensch und System, Gold ist alles – ohne Gold ist alles nichts!    

Autor: Udo Rettberg  

Auf dem Weg zum “goldenen Glück” in Ghanas Goldminen ,,,,                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg


Analysten des Rohstoffs Gold und von Aktien der Goldproduzenten blicken meist nüchtern mit  der “Lupe der Sachlichkeit” auf dieses Segment. Sie sehen Gold zuerst als Rohstoff und verweisen bei den Prognosen möglicher Markt- und Preisentwicklungen vor allem auf die Angebots/Nachfrage-Situation. Ich bin je- doch der festen Überzeugung, dass das allein nicht ausreicht, das Gold-Geheimnis zu lüften. Der Goldpreis wird von vielen Unbekannten – vor allem auch von Betrug und Manipuation – bestimmt.

Seitdem das gelbe Edelmetall Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal auf meinen Radarschirm kam und ich mich dann ab 1978 beruflich intensiver mit Gold, Silber, Platin & Co, mit Diamanten und anderen Edelsteinen beschäftigte, habe ich ein Faible für die Edel- metalle entwickelt. Denn wer in vergleichsweise jungen Jahren im seinerzeit dominierenden Goldproduzentenland Südafrika mit mehr oder weniger vertrauenswürdig er- scheinenden Minen-Aufzügen (mehrmals zum Umsteigen gezwungen) tief in die Erdkruste absteigt, wundert sich. Er kann dort rund 3,5 km unter der Erde in der Region Western Deep Levels miterleben und mit eigenen Augen feststellen, wie Menschen unter fast unmenschlichen Bedingungen Gold aus dem heißen Gestein brechen, auch um ihre in an- deren Ländern Afrikas auf Geld wartenden Familien zu ernähren. Das beeindruckt – tief!

So erging es mir vor rund vier Dekaden, als ich in Schwarzafrika den Abbau von Gold unter allerschwierigsten Bedingungen in Augenschein nehmen durfte. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mein Augenmerk noch stärker auf Gold gelenkt. Exakt an diesen Trip von damals wurde ich zuletzt wieder erinnert, als ich George Ogilvie, CEO von Kanadas Rubicon Minerals, in Frankfurt traf. George berichtete dabei von ähnlich bleibenden Erfahrungen, die auch er in in der Republik Südafrika (RSA) gemacht hatte.

Doch einen bestimmten Unterschied  hat es schon gegeben. George hatte all dies rund acht Jahre später im Süden des Schwarzen Kontinents erlebt als ich. Seine Augen leuchten, als er (Geologe von Beruf) im Gespräch an diese Zeit erinnert. Nach all den vielen Jahren weiß ich aber auch, dass Gold dem Establishment ein Dorn im Auge ist. Es ist hinlänglich bekannt: Sowohl Zentralbanken als auch die Geschäftsbanken in aller Welt manipulieren den globalen Goldmarkt immer wieder – und das seit vielen vielen Jahren.


NEBENBEI BEMERKT

Puppet on a string

“Du willst wohl zum seriös wirkenden Komiker umschulen – oder”, zeigt sich ein New Yorker Banker nachdenklich. Klar, die von mir gezeichneten hässlichen Bilder der Welt nerven ihn. Dies sei, so kritisiert er, wahrlich kein guter Zeitpunkt zur Verbreitung von Weltuntergangsstimmung?  “Gibt es dafür überhaupt einen richtigen Zeitpunkt”, frage ich. “Nein, wohl kaum”, gibt er lachend zu. Schwarzseher und Verschwörungstheoretiker haben es halt schwer in dieser Welt. Vielleicht ist Spaß und Komik aber der einzige Weg, den Irren da draußen in der Welt wirksam zu begegnen. Halten wir sie einfach für Selbstüberschätzer, Lügenmäuler, Dummköpfe und Unwissende. Hallo Donald, hallo Kim Jong, hallo Recep, hallo Vladimir, hallo Angie und all ihr anderen Kapitalisten-Marionetten – wir ignorieren Euch einfach. Wir versuchen es zumindest ….

Wer macht mit???


All diese Ungewissheiten aber machen Investments in Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium und Iridium für Kapitalanleger oft zum wahren Glücksspiel. Denn man weiß als Investor nie, was Politiker als Marionetten des Großkapitals gerade so planen. Anleger sollten sich darüber im Klaren sein. Seit Jahren nenne ich andere (ge)wichtige politische und “erdenbürgerliche” Argumente pro Gold.

1 – “The world is too ugly gold to be weak”. Gerade heute erscheint die Welt politisch so hässlich wie seit rund 70 Jahren nicht mehr.
2 – “Gold wird teuer, weil ca. die Hälfte der Menschen Frauen sind.” Diese lieben golde- nen Glanz. Sie fühlen sich dadurch wertvoller.

3 – Hinzu kommt: “Etwa die Hälfte der verbleibenden Hälfte der männlichen Welt- bevölkerung liebt es, Frauen mit Gold zu beschenken.

Gold ist vor allem als Spekulationsinstrument sehr stark gefragt – also in der Form so ge- nannten “Papier-Goldes”. Darunter sind Fi- nanzderivate wie Call/Put-Optionen, wie  Futures, Zertifikate, Swaps, Forwards, ETF und andere synthetische Finanzinstrumente zu verstehen, die in der Regel das Recht auf den physischen Besitz einer bestimmten Goldmenge darlegen. Hier liegen Risiko und Chance auf künftige explosive Preisent- wicklungen. Denn der Marktwert von  Papiergold entspricht einem Vielfachen des physisch weltweit verfügbaren Goldes. Das wiederum lässt recht beachtliche  Preisausschläge erwarten.

Douglas MacQuarrie, Präsident & CEO des in Ghana aktiven Goldunternehmens Asante Gold Corporation, findet zahlreiche für Gold sprechende Argumente. „Der aktuelle Goldmarkt-Trend ist mit der Situation rund um das Jahr 2003 zu vergleichen“, sagt er. Damals kam es – ausgehend von einer sehr niedrigen Preisbasis – bei Gold zu einem starken Preisausbruch nach oben. „Dieses Mal ist der Goldmarkt noch wesentlich stärker, weil zum einen die globale Verschuldung in allen Währungen wesentlich höher ist, sich der weltweite Handel abge- schwächt hat und die Zinsen auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie sind oder sich bereits in negativem Territorium befinden“, so die in allen Teilen voll zutreffende Argumentation MacQuarries. Sein in Ghana aktives kana- disches Unternehmen baut darauf.


NEBENBEI BEMERKT

  marios Ignoranz

Nicht nur die Staatsschuldenblase sollte Alarmglocken läuten lassen, sondern auch die Verschuldung der Unternehmen und (was oft vergessen wird)  der privaten Haushalte. Nachdem ich bei CNBC jetzt Jubelstürme der Moderatoren über gute Ergebnisse von American Express vernahm, kam Unbehagen auf. Amex wächst doch vor allem, weil sich deren Kunden noch stärker verschulden – oder? Yanet Louise und Mario sollte all das zu denken geben. Vielleicht will Super-Mario ja doch noch meinem Vorschlag folgen, nicht den Banken, sondern den Bürgern direkt “Geld mit Verfalldatum” zum Nullzins zur Verfügung zu stellen. Bisher ignoriert er meinen Vorschlag vom Mai 2016 noch. Bitte, bitte Mario – ich möchte doch auch einmal eine “gute Idee” zur Endlösung des Systems beitragen ….


Anleger müssen daher wissen, dass der physische Goldmarkt z.B. in Form von Schmuck, Barren oder Münzen sehr, sehr klein ist. All das in der Welt jemals aus dem Boden geholte Gold entspricht gerade einmal der Größe eines Würfels mit einer Kanten- länge von etwas mehr als 20 Metern. Mit anderen Worten: Gold ist das größte, gefährlichste und gleichzeitig interessanteste Spekulations-Medium, das heute existiert.

Wahre Börsenkenner und Finanzmarkt-Analysten werfen daher vor einem Engagement in den Edelmetallen stets einen kritischen Blick auf die von der amerikanischen Bör- senaufsichtsbehörde CFTC (als so genannter  COT-Report)  veröffentlichten Daten, in denen die an den Terminbörsen in den USA bestehenden Long- und Short-Positionen von Futureskontrakten  aufgezeigt werden. Die Anzahl der Netto-Long-Positionen bei Gold ist zuletzt leicht gestiegen, wie aus den zuletzt vorgelegten Berichten der CFTC hervorgeht. Auch eine andere – das spekulative Potential auf Goldpreissteigerungen zeigende – Mess-Methode wird von Experten angewandt.

 

Nebenstehende Tabelle zeigt die Anzahl der Tage, die die Minenindustrie benötigt, um die Short-Positionen (Verkaufspositionen) führender Rohstoffe durch physische Produktion zu decken. Bei Gold liegt die physische Förderung aktuell bei rund 70 Produktionstagen, bei Silber sogar bei 210 Tagen. Fazit: Gold ist auch vor dem Hintergrund globaler  Spannungen eine Versicherung gegen die Unberechenbarkeit reicher und mächti- ger “Eliten”. Die aktuelle Korrekturphase des Goldpreises ändert daran nichts.


Crash der Systeme: Gold wird gewinnen

Die Welt taumelt im Megastress

Megastress – für die Welt und für die hier lebenden Menschen ist Stress etwas “Normales”. Trotzdem kann es nicht schaden, den Menschen die  zunehmenden riesigen Stress-Risiken von Tag zu Tag neu aufzuzeigen. Wie lange, so sollten sich Anleger fragen, wird die Welt noch in der Lage sein, den Folgen des Stresses zu begegnen – und zwar unbeschadet? Der Welt droht der nächste Krieg. Das treibt  den Goldpreis. Der Welt droht auch eine Reflation, weil die Opec (hier die Zentrale in Wien) auf einen steigenden Ölpreis hinarbeitet. Anleger haben Gold schon immer als Medium gegen Inflation gesehen.                                                                                                                                                                    Autor: Udo Rettberg

Wie mächtig ist die Opec? Kann sie den Ölpreis und damit die Inflation nach oben treiben?                                                      Foto: Udo Rettberg

 

“Du liegt falsch bei Gold”, sagt einer meiner aus dem Banking kommenden Freunde. Ja klar, er hat völlig recht; denn Gold ist von fast 1290 $ je Feinunze in kurzer Zeit wieder auf fast 1200 $ gefallen. Dass Gold aber – wie von mir vor Ende 2016 angekündigt von 1050 $ auf über 1300 $ steigen würde, ignoriert mein Kumpel. Klar – ich weiß: er will mich ärgern. Aber ich mache mir nichts draus, weil ich nicht den Anspruch erhebe, den Gold- preistrend exakt vorhersagen zu können.  Meine Zielprognose von 2800 $ je Feinunze für die kommenden fünf Jahre ändere ich indes nicht. Investoren sollten Gold unter langfristiger Perspektive beachten. Eines steht für mich in diesem Kontext fest: Das Risiko, die Goldpreishausse zu verpassen, ist wesentlich größer, als bei Gold in eine anhaltende Baisse zu geraten.

Das größte Risiko für Goldpreisprognosen liegt darin, dass unberechenbare Politiker dem Druck der “Superreichen” dieser Welt nachgeben und in den Goldmarkt eingreifen. Dann könnte der Goldpreis leicht  nach unten manipuliert werden. Politiker, Notenbanker und Superreiche wissen sehr gut, dass sich der Goldpreis nicht immer wirklich rational entwickelt. Daher werden Manipulationen von den Marktteilnehmern nicht immer frühzeitig erkannt. 

Nachdem ich in den vergangenen Tagen den Medien-Hype um die deutschen Wahlen ver- folgte, habe ich mich gefragt, wie wichtig ist dieser Blödsinn aus Egoismus, Eselei, Dummheit und Schönheitswettbewerb im globalen Kontext eigentlich? Meine Antwort: Verglichen mit den wahren Problemen auf dem Planeten Erde war und ist das  Ge- schwätz um Wahlsieger und Wahlverlierer mit den Begriffen “Nonsense” und “Peanuts” zu umschreiben.  Und wenn ich dann am Tag nach der Wahl die “Warnung” der Mick-Jagger-Titelheldin “Angie” lese, Deutschland dürfe sich nicht auf Lorbeeren ausruhen, fällt mir kaum mehr etwas ein. Um es ganz deutlich zu sagen. Die allgemeinen weltwirtschaft- lichen und globalpolitischen Risiken werden die Treiber für die kommende Edelmetall- hausse sein.  Ooh Angie!


NEBENBEI BEMERKT  

gut aufgehoben

Ist das nicht die Dame, die uns allen vor einiger Zeit ungefragt zugerufen hat “Wir schaffen das schon”, die aber in diesem Kontext einen Fehler nach dem anderen gemacht hat?  Antwort: Ja, das ist die Dame. Immerhin: Inzwischen hat sie das selbst zugegeben. Aber viele Bürger in  SH und NRW sehen sich in Angies Partei offensichtlich gut aufgehoben. Das ist ein Teil der Demokratie Nach wie vor gilt: Wer über Dekaden hinweg, sinnvollerweise Entwicklungshilfe in fremde Länder geschaufelt, dann jedoch nicht darauf geschaut hat, in welche dunklen Kanäle dieser Länder das Geld fließt, sollte mit Kommentaren in Richtung deutscher Bürger sehr zurückhaltend sein. Apropos “selbst zugeben”: Bei einem anderen Top-Entertainer dieser Welt – nämlich bei Don John Trump – fehlt diese Einsicht bisher. Ergo: Bei der Unfähigkeit der Top-Politiker liegt aus meiner Sicht ein weiteres pro Gold sprechendes Argument.


— Verschuldung – ein Dauerzustand  Die globale Finanzstabilität ist stark angeknackst, denn einem globalen Bruttoinlandsprodukt von fast 75 Billionen US-Dollar steht auf der anderen Seite eine direkte kreditfinanzierte Verschuldung in Höhe von fast 230 Billionen US-Dollar gegenüber. Geht wirklich irgend- jemand davon aus, dass die gigantischen Staatsschulden irgendwann zurückgezahlt werden sollen und können? Wenn ja, dann sollte dieser Träumer rasch erwachen. Er sollte darüber nachdenken, wie rasch sich die Schuldenlast erhöhen dürfte, wenn sich die Zinsstrukturkurve “normalisieren” sollte – irgendwann. “Lasset uns beten”, sagt mir ein Freund aus New York am Telefon zum Thema Zinsentwicklung.

Zusammenbruch der Systeme – Der drohende Kollaps von Kanadas Hypothe- kenbank Home Capital erinnert beispielhaft an große Krisen in der Welt wie die Sub- prime-Krise in den USA, die 2007 und 2008 zum Systemkollaps führte. Zu befürchten ist, dass sich Subprime (verstärkt durch Derivate-Einflüsse) wiederholen könnte. Kommt es jetzt also zum Zusammenbruch von Home Capital, werden die Nachwehen auch in anderen Ländern zu spüren sein. Das gilt selbst dann, wenn der kanadische Staat als Retter auftreten sollte. Das globale Finanzsystem steht also vor einer neuen Erschütterung. Ein Blick in die USA zeigt, dass dort viele Auguren um die Stabilität von Fannie Mae und Freddie Mac fürchten Um es auf den Punkt zu bringen:  Die US-Wirtschaft ist völlig unsolide finanziert – das gilt  aber leider nicht nur für die Wirtschaft in “Donald Country”. Die Folge: Schuldenerlass, Zwangshypotheken, Pleiten ohne Ende und andere regierungs-verfügte Schweinereien. Das wiederum wird alle Ketten sprengen und zu sozialen Unruhen führen. Der Mensch wird zum Spielball der mächtigen Dummköpfe.

Abschied schmerzt – Dass Demokratie und Marktwirtschaft nur Überbleibsel vergangener Dekaden sind, steht fest. Wer an die Globalisierung der Weltwirtschaft geglaubt hat, sieht sich heute vor einem Trümmerhaufen von Hoffnungen. Schnell wird erkannt, dass die Bigones und Extriches die Welt diktieren. “Big money” hat also alles im Griff  – zum Leidwesen der Erdenbürger.

Die geheime Welt – Dass z.B. der politi- sche Einfluss und das darauf basierende un- solide Treiben von Teilen der arabischen Welt und Israel als Krisentreiber allgemein stark unterschätzt wird, sollten Gold-Freaks nicht vergessen, Auch von dieser Seite droht Unheil. Von hier drohen jederzeit neue  Gefahren.


NEBENBEI BEMERKT
  alles spricht für gold

Es gibt tausend gute Gründe, die gegen das existierende Finanz- und Währungssystem sprechen – aber es existieren zehntausende von noch besseren  Gründen, die für Gold und die anderen Edelmetalle sprechen. Für Anleger bietet es sich an, den Anteil physischen Goldes in ihren Depots zu  erhöhen. Das von den Akteuren des Finanzsystems über Dekaden hinweg kreierte “Papier-Gold” (z.B. in Form von Derivaten wie Futures, Optionen, Zertifikaten, Swaps etc) bietet bei weitem nicht die Sicherheit wie die physische Gold-Variante. In der Anfangsphase des kommenden Chaos dürften auch Goldaktien für Kapitalanleger noch von Interesse sein – zumindest für einen gewissen Zeitraum.


— China will dominieren – Vieles spricht – gerade mit Blick auf die von China mit riesigen Investitonen geplante “neue Seidenstraße” – für einen zunehmenden Ein- fluss Pekings. Auch Indien und Russland ge- winnen an Macht.  Das wird sich vor allem an den Devisenmärkten  zeigen. Es ist zu er- warten, dass sich US-Investoren des Risiko einer (trotz Trump-Großmäuligkeit mögli- chen) Dollarschwäche durch den Kauf von Edelmetallen entziehen werden. Durch das Seidenstraßen-Projekt wird sich auf der anderen Seite aber zunächst auch die eh desolate Schuldensituation der VR China noch weiter zuspitzen – und zwar dramatisch.

— Aktien sind nicht billig – aber,,,,,,, Vergleicht man die Bewertung von Aktien und der am stärksten konkurrierenden Anla- geklasse (nämlich Anleihen), dann könnte das KGV von Aktien zwischen 15 und 20 von manchen Beachtern noch als tragbar ange- sehen werden. Grund: Staatsbonds weisen ein KEV von 50 und mehr auf. Mein  Fazit: Die Aktienmärkte werden ins Chaos stürzen, weil sowohl das Politiksystem als auch das Finanzsystem kollabieren werden. In solchen Momenten spielt die Bewertung Aktien zu Anleihen keine Rolle mehr. Anleger werden flüchten und alle durch die schmale “Tür der Alternativlosigkeit” drängen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CEO-Talk  mit Douglas MacQuarrie, Asante Gold

Das System liegt in den letzten Zügen  

Frage – Udo Rettberg – Einige Finanz- und Rohstoff-Analysten vergleichen die aktuelle Situation bei den Edelmetallen mit der Situation zwischen 2005 und 2008 – also mit dem Beginn eines Bullenmarktes. Wie sehen Sie die Situation?

Antwort –  Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Wir vergleichen die aktuelle Situation eher mit der Zeit um 2003, als Gold zu einer langjährigen Hausse startete. Allerdings gibt es zumindest einen Unterschied. Dieses Mal ist Gold wesentlich stärker, weil die globale Verschuldung in allen Währungen ungleich höher, der Welthandel wesentlich schwächer und der Realzins auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie oder negativ ist.


Wo sollten Anleger ihr Geld heute investieren?

Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Gold und agrarische Nutzflächen sind eine Absicherung gegen Inflation und Währungsverluste.

 

Wie lange wird der Aufschwung des Goldpreises im aktuellen Zyklus anhalten?

Ned Goodan: Wir rechnen im kommenden Jahr und darüber hinaus mit einem starken Anstieg des Goldpreises. Alle Fiat-Währungen – auch der US-Dollar – dürften gegenüber wahren Gütern und wahren Werten (wie Gold) abwerten. 

 

Douglas MacQuarrie: Wenn sich dann irgend- wann in der Zukunft der IWF und die G10-No- tenbanken zu einem neuen Währungsregime ent- schließen – eventuell zu einem “neuen Dollar” – wird Gold parallel zur Inflation um 3 % p.a. steigen.
Wo liegt das konkrete Preispotenzial für Gold in absehbarer Zukunft?

Douglas MacQuarrie: In den kommenden Jahren liegt das Preisziel für Gold über der Marke von 3000 $. Wenn Anleger dann im Rahmen einer globalen Panik aus den stark unter Druck stehenden bisherigen Reservewährungen wie Dollar, Euro, Yen und Renmimbi zu flüchten versuchen und auf der anderen Seite ja nur wenig physisches Gold zur Verfügung stehen wird, ist ein Anstieg von Gold über die Marke von 5000 $ je Feinunze zu erwarten.

 

 

Damit liegen Sie noch über meiner bereits sehr optimistisch erscheinenden Goldpreis-Prognose von 2880 $ für die kommenden fünf Jahre. Wie sollten sich Anleger idealerweise am Kapitalmarkt positionieren?

Douglas MacQuarrie: Wir stimmen mit Finanzmarkt-Analysten überein, die aus Sicherheitsgründen einen Goldanteil von bis 20 % am Gesamtdepot empfehlen. Mehrheitlich sollten Anleger dabei in physisches Gold investieren und den Rest des Edelmetallanteils in gute Goldaktien stecken – einen Teil davon auch in Gold-Juniors / Gold-Explorer. Wenn Anleger ausschließlich unter Sicherheitsaspekten auf Gold setzen, sollten sie ausschließlich in das physische Metall investieren. Sollte die Lage der weltweiten Verschuldung implodieren, weisen alle anderen Anlageformen Kontrahentenrisiken auf. Gold, das ein Anleger nicht besitzt, weist diese Risiken auf.

 

Zurück zu Goldaktien. Sollten Anleger zuerst in Aktien der großen Goldproduzenten investieren oder sollten sie ihr Geld anfangs auch bereits auf Aktien von Juniorminen und Explorationsgesellschaften setzen?

Douglas MacQuarrie: Wie alle Aktien werden auch Goldaktien auf Basis der Unternehmensgewinne bewertet. Das Potential der Goldaktien hängt also maßgeblich von der Entwicklung des Goldpreises ab. Steigt der Goldpreis, können sich die Aktienkurse von Goldminen vervielfachen. Entscheidend ist, in diesem Kontext die wirklich unterbewerten Goldaktien mit guten Projekten, in interessanten und sicheren Ländern und hohen Goldgehalten zu finden – also Gesellschaften wie z.B. Asante.

 

Douglas MacQuarrie, CEO Asante Gold

 

Rob McEwen, CEO und Großaktionär von McEwen Mining, hat mir während seiner Zeit als Goldcorp-CEO vor einigen Jahren im Exlusiv-Interview einmal gesagt: “Gold ist Geld.” Stimmen Sie dem zu?

Douglas MacQuarrie: Ja klar, Rob McEwen liegt absolut richtig. Gold ist in der Tat Geld – das war über die vergangenen 5000 Jahre hinweg so und wird auch in Zukunft so sein. Die Kaufkraft des US-Dollars wird in den kommenden fünfzig Jahren stark sinken, Gold hat in der Vergangenheit bei längerer Betrachtung immer besser abgeschnitten als die Papierwährungen.

 

Kann Gold bei der Neuordnung der Währungs- und Finanzsystem zum Anker werden?

Douglas MacQuarrie: Aus meiner Sicht besteht kein Zweifel daran, dass Gold weiterhin ein wichtiger Vermögenswert im globalen Geldsystem bleibt. Tatsache ist, dass sich ausländische Anleger nach dem Jahr 1971 – das war das Jahr, als die USA Abschied vom Goldstandard nahmen – mit  ihren Vermögen durch den Kauf von Gold abgesichert haben. Das ist auch heute ganz klar der Fall.

 

Sind die teils sehr dummen Politiker in der Welt in der Lage negative Maßnahmen gegen Gold zu beschließen?

Douglas MacQuarrie: Generell gilt: Man sollte niemals die potentielle Dummheit von Regierungen unterschätzen. Gold im Besitz der Anleger weist kein Kontrahentenrisiko (in diesem Fall kein “Regierungsrisiko”) auf. Wenn zum Beispiel die in diesem Kontext zuletzt im Fokus stehende indische Regierung versuchen würde, den Goldschmuck von mehr als 400 Mio. Frauen in diesem Land zu beschlagnahmen, würde sie große Probleme bekommen. Wenn sie aber – wie zuletzt – im Umlauf befindliche Geldscheine ungültig macht, ist das eine andere Sache. In Indien dürften auch Anleger gefährdet sei, die in Gold-ETF oder andere Papiergold-Instrumente investiert haben. Nichts Genaues weiß man allerdings nicht  – noch nicht. Auf Sicht werden letztlich alle Fiat-Währungen gegen “reale Werte” wie Gold abgewertet. Es liegt im Interesse von Regierungen und anderen offiziellen Stellen, all das so schnell wie möglich umzusetzen; denn anderenfalls kann es keinen freien und fairen Welthandel geben. Die Rolle als Tauschmittel kann nur das “reale Geld” – also Gold – übernehmen. Die so genannten digitalen Crypto-Währungen wie Bitcoin sind nur Spekulationsinstrumente, die diese Anforderungen niemals erfüllen werden.

 

Die Welt sollte sich der Gefahr bewusst sein, dass Regierungen – wie bereits in der Vergangenheit – den privaten Goldbesitz verbieten könnten. Wie schätzen Sie die Situation ein, unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass die Welt auf einem gigantischen Schuldenberg sitzt und Demokratie, Globalisierung sowie freie Marktwirtschaft keine große Zukunft mehr zu haben scheinen, sondern nur noch die Lieblingskinder von gestern sind?

Douglas MacQuarrie: Ich glaube nicht, dass die Menschen einem Regierungs-Erlass folgen und ihr Gold abgeben werden. Weltweit erkennen die Vertreter der Politik, dass die “Masse” längst genug von ihnen und ihren Aktionen hat. Das aktuelle G7-Währungssystem aus Dollar, Euro, Pfund Sterling, Yen und anderen Devisen liegt in den letzten Zügen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass vor allem die Top-Vertreter dieses Systems über die Jahre hinweg profitiert haben, die große Masse bei der Verteilung des Wohlstands auf der Seite der “armen Arbeitenden” zurückgelassen wurde. Für Anleger macht es  Sinn, bei Banken zu Niedrigstzinsen Geld zu  leihen und hierfür von jenen Investoren Gold und agrarische Nutzflächen zu kaufen, die so dumm sind, diese realen Güter  zu verkaufen.


 

 


 

Event Reports

Sie kriechen aus ihren Löchern

Der Gold-Glanz verblasst (zunächst)

„Gold steht  am Beginn eines neuen Haussetrends.“ – „Only the sky is the limit!“  – „Aurum 20.000  Dollar!“ – „Verpassen Sie die Gold-Rakete nicht!“ – „Das ist Ihre letzte Chance!“ — So oder ähnlich reißerisch sind die Schlagzeilen, die derzeit von Kommentatoren durch die Printmedien und durch die Cloud getrieben werden. Aus Sicht der Presse macht das möglicherweise Sinn – denn mit „Herzschlag-Worten“ lässt sich Aufmerksamkeit erzielen. Gold-Fans mussten sich rund vier Jahre verstecken – jetzt kriechen sie wieder aus ihren Löchern. Und viele tun, als sei nichts gewesen, als hätten viele mit ihren Goldprognosen nicht fünf Jahre völlig falsch gelegen. — 24. Mai 2016

Barchart

Quelle: Barchart

Glaubt man den so genannten Fachleuten, dann kann der Goldpreis eigentlich nur steigen – und zwar sowohl kurz- als vor allem auch mittel- und langfristig. Auch ich erwarte auf längere Sicht einen nach oben gerichteten Goldpreis-Trend.  Was mich auf dem aktuellen Preisniveau von 1266 $ je Feinunze allerdings stört, sind zwei Fakten: Zum einen beobachte ich eine rasch steigende Zahl von „sinnlos nach-plappernden“ Gold-Optimisten und zum anderen sehe ich die starke Dynamik, mit der am Goldmarkt in den vergangenen Wochen von Pessimismus auf Optimismus umgeschwenkt wurde als große Gefahr. Hinzu kommt: Immer mehr Goldproduzenten, Gold-Explorer und Gold-Analysten tummeln sich derzeit nicht nur auf den „Goldbühnen der Welt“, sondern nicht zuletzt auch an Finanzplätzen in Europa wie Genf, Zürich, Paris, London und nicht zuletzt auch Frankfurt. So hatte ich allein in den vergangenen 14 Tagen sieben Termine mit Top-Leuten zum Thema „Gold – die glänzende Zukunft“.

Meine Wertung der Situation: Vor dem nächsten größeren Preisaufschwung dürfte der Goldpreis noch einmal nach unten korrigieren. Die meisten Experten, die ich zuletzt getroffen habe, sehen den Preis von 1150 $ je Feinunze als kommende Testmarke. Ich befürchte: Wenn sich ahnungslose Regierungen und deren Handlanger – nämlich die Notenbanken und Commercial Banks – rascher als erwartet als Manipulateure ins Geschehen an den Edelmetallmärkten einschalten, kann sogar die Marke von 1000 $ nach unten gebrochen werden, bevor es dann ab der zweiten Jahreshälfte 2016 zum nächsten großen Preissprung nach oben kommen wird. Auffallend war zuletzt auch, dass sich große Geschäftsbanken und Investmentbanken wie Deutsche Bank und Goldman Sachs zurückhaltend zu den Goldpreis-Aussichten äußerten. Die Gründe hierfür sind offensichtlich.

Goldsuche in Vietnam

Goldsuche in Vietnam.    Foto: Udo Rettberg


Es ist auffallend und spannend zugleich, welche Emotionen das Edelmetall Gold freisetzen kann. Und das nicht nur bei den weiblichen Fans dieses für die Schmuckproduktion eingesetzten Edelmetalls, sondern auch bei den Vertretern der Banken und Finanzgesellschaften sowie bei Kapitalanlegern und sogar bei Politikern. Die Vertreter der Politikszene meinen, sich immer öfters mit oftmals sehr „dünnen“ Kommentaren in die Diskussion um Gold  einmischen zu müssen. Das größte Risiko für den Goldmarkt liegt – und da wiederhole ich mich seit Jahren – auf politischer Seite. Nach wie vor ist vor dem Hintergrund des „Fiat-Geld-Debakels“ zum Beispiel ein Verbot des Goldbesitzes für private Anleger möglich. Das hat es vor rund 90 Jahren bereits einmal gegeben. Klar, die Finanzmärkte sind heute wesentlich breiter aufgestellt, so dass ein solches Unterfangen heute wesentlich schwieriger umzusetzen ist. Die „heimliche Kooperation“ zwischen Russland und der VR China hat die Lage verändert. Amerikaner und Europäer sind längst nicht mehr die „Herrscher des Goldmarktes“. Dies auch, weil mit Indien eine andere Macht riesigen Einfluss gewonnen hat.


Pro Gold – Was Gold stark macht


  • Gold ist Wertaufbewahrungsmittel, dessen Rendite langfristig alle „Fiat-Währungen“  übertroffen hat.
  • Die globale Geldmenge ist über die Jahre hinweg deutlich stärker gestiegen als die verfügbare Goldmenge
  • Gold ist generell nur in begrenzten Mengen verfügbar – die globale Goldproduktion wächst nicht weiter
  • Gold ist ein einzigartiges Finanzvehikel; denn es hat keinen Schuldner
  • Die Entdeckung neuer Goldvorkommen ist niedriger als das aktuelle Produktionsniveau
  • Gold ist Finanzvermögen – die Nachfrage der Investoren steigt, einige Zentralenbanken verkaufen dagegen
  • Negativ-Zinsen sind positiv für Gold – auch, weil sie die Opportunitätskosten des Haltens von Gold senken
  • Die Schmucknachfrage nach Gold steigt weltweit
  • „Gold ist Geld – alles andere ist Kredit“, predigen führende Gold-Protagonisten über Dekaden hinweg
  • Das Verhältnis von Papier-Gold zu Real-Gold (physisches Gold) ist in astronomische Höhen geklettert. Wenn Kontrahenten an den Terminbörsen die Erfüllung von Gold-Derivaten (also Papier-Gold) durch physische Lieferung (also Real-Gold) verlangen, wird es zu einem Chaos kommen und Gold in die Höhe schießen
  • Goldcorp hat die Dividende an Aktionäre über lange Zeit hinweg sowohl in Dollar als auf Wunsch auch in physischem Gold ausgezahlt
  • Die Finanzszene hat synthetische Finanzwerte wie Bitcoin und Bitgold und andere „Kunstwährungen“ praktisch an den Regierungen und Notenbanken vorbei kreiert. Der wahre Wert liegt jedoch in Gold
  • China will seine Position auf den Weltfinanznärkten stärken – mit eigenem Goldfixing, mit massiven Verkäufen von Dollar-Assets und mit der Schaffung neuer Währungsstrukturen
  • Die VR China und Russland schüren gemeinsam das Misstrauen in den US-Dollar indem sie angeblich an der Schaffung eines neuen Währunggsystems arbeiten
  • Vieles spricht nach der Erfahrung vergangener Jahre jedoch dafür, dass im Falle einer wahren globalen Krise – also im „big chaos“ – der US-Dollar und Gold „die“ Fluchtwährungen sein werden
  • Dem Dollar und den USA wird international letztendlich mehr geglaubt und vertraut als Russland, China, Indien und anderen Ländern zusammen 
  • In der Welt wird darüber spekuliert, dass China eine gold-gedeckte Währung plant
  • In Wissenschaftskreisen wird auf internationaler Ebene über eine Rückkehr zum Goldstandard diskutiert
  • In Wissenschaftskreisen wird bei der Suche nach „dem letzten Ausweg“ global auch über ein erneutes Verbot des privaten Goldbesitzes diskutiert
  • Anleger müssen wissen: „Politikern kann nicht vertraut werden, dafür sind diese in Sachen Wirtschaft und Finanzen in der Regel viel zu unwissend……….“

Contra Gold – Schreckgespenst Manipulation


Es gibt nicht nur die hier aufgezählten Argumente pro Gold, sondern unzählige mehr. Doch es existieren auch einige wenige Argumente gegen Gold, die zukünftig wesentlich stärkere Wirkung entfalten könnten als alle Pro-Argumente zusammen.

  • Denn schließlich ist Gold „nur“ ein Rohstoff, dessen eigentlicher Preis sich an den Produktionskosten orientiert, die weltweit derzeit durchschnittlich etwa bei 1120 $ je Feinunze liegen. Doch Gold wird (seit „ewiger Zeit“) von einem Mythos umgeben; diese „Faszination Gold“ ist der wichtigste Preisfaktor .
  • Die Gefahr der Goldmarkt-Manipulation durch die Extriches und Bigones (nämlich der Rotschies, Jäpiemos, Mostas und Gosas) sowie deren Handlanger (also der Regierungen und Notenbanken) ist groß – viel größer als die meisten Betrachter glauben.

Bakersteel Precious Metals Fund

James Withall, Managing Partner der britischen Kapitalanlagegesellschaft Bakersteel  – geführt von David Baker und Trevor Steel – hält einen Rückgang des Goldpreises auf 1150 $ je Feinunze für möglich. Mit zahlreichen interessanten Vergleichen wartete Withall in Frankfurt im Rahmen einer von Dr Norbert Kalliwoda arrangierten Präsentation auf. „Papiergeld kehrt schlussendlich zu seinem inneren Wert zurück – also zu Null“, berief sich der ehemals als Geologe in Westaustralien tätige Withall auf die aus dem Jahr 1729 stammenden Erkenntnisse von Voltaire.

Das Fachwissen von Withall kommt in den Ergebnissen des Fonds zum Ausdruck: Während der Goldpreis in diesem Jahr rund 20 % und der Euromoney-Global-Gold-Index rund 80 % zugelegt hat, weist der Bankerstelle Precious Metals Fund ein Plus von über 105 % auf. Beeindruckend ist, dass Baker Steel mit der Goldaktienstrategie – mit „Stockpicking“, also aktivem Fondsmanagement –  während des letzten Haussezyklus in den Jahren 2009 und 2010 ein Plus von 578 % (gerechnet in US-Dollar) erzielt hat. Aktuell sind die fünf größten Positionen des Fonds in den folgenden Aktien zu finden: a) Resolute Mining, b) Kinross Gold, c) Endeavour Mining, d) Newmont Mining und e)Yamana Gold. Bekanntlich sind Kinross Gold und Endeavour Gold auch die Favoriten von AlphaBulls.de.

Nach Ansicht von Withall ist es derzeit angesagt, vor allem auf Aktien bereits produzierender Goldminengesellschaften zu setzen und Aktien aus der zweiten Reihe – die so genannten Gold-Developer –  sowie in der frühen Entwicklungsphase stehende Goldexplorer weiter zu vernachlässigen. Der „BakerSteel Precious Metals Fund“ hat 85 % des Fondskapitals in Aktien von Goldproduzenten, 7 % in Aktien von Goldentwicklern, 2 % in Gold-Fonds sowie je 1 % in Aktien von Unternehmen mit Machbarkeitsstudie sowie Pre-Machbarkeitsstudie. Rund 4 % des Fondskapitals werden in Bargeld gehalten.

RIVI Capital

Auch John Menzies und Kevin Puil vom in San Francisco ansässigen Private-Equity-Haus RIVI Capital sehen in Gold derzeit die interessanteste Anlageklasse. Menzies bezeichnet sich selbst als einen „Hard-Core-Contrarian“, der sich gerne gegen die an den Märkten herrschende allgemeine Stimmung stellt. Gold biete hier eine interessante Chance. Das gelbe Edelmetall sei auch deshalb eine interessante Alternative, weil Kapitalanleger im Umfeld von Nullzinsen  oder Negativzinsen beim Investieren ihrer Gelder derzeit bereits „alternativen Avenues“ folgen, weist Menzies auf das Interesse z.B. an Bitcoin und anderen Kunstwährungen hin.  Die Experten halten nach der erhitzten Situation bei Gold für die nächste Zeit eine Minuskorrektur für möglich, ja sogar für wahrscheinlich.

„Das aber würde  unser Geschäftsmodell nicht wirklich stören“, sagen beide im Exklusiv-Gespräch mit AlphaBulls. Der RIVI Opportunity Fund LP ist als  „Streaming-Fonds“ nach dem Vorbild von Wheaton Silver aufgestellt. Das Goldhandels-Unternehmen will nach diesem Modell künftig entweder einen Teil  oder  aber die komplette Goldproduktion von Bergbauunternehmen zu einem Festpreis von 400 $ je Feinunze übernehmen und das Material dann am Markt weiter verkaufen. Der Vorteil für die Minengesellschaften: Sie erhalten von ihrem Streaming-Partner auf diese Weise mehr oder weniger eine Absatzgarantie.

Den Anfang hat RIVI bereits mit einem Goldproduzenten in Australien gemacht – weitere Verträge mit  Minen z.B. in den von RIVI favorisierten Ländern Peru, Australien und eventuell auch Kanada sollen folgen. „Wir wollen uns auf Produzenten mit Gesamtproduktionskosten zwischen 700 und 800 $ je Feinunze fokussieren“, so Menzies. Den Einwand, dass solche niedrigen „All-in-Kosten“ die Zahl der potentiellen Partner begrenze, wischen Menzies und Puil beiseite. „Es gibt genügen Produzenten, die zu solch niedrigen Kosten produzieren.“

Alpha Bulls

Gold-Investments

Das Risiko Manipulation

Urlaub tut gut.  Während des Entspannens am Strand gelingt es in der Regel, zum einen die finanzpolitische Aktualität und  zum anderen den „Lärm der Märkte“ zu ignorieren und die Dinge dann stärker in den globalen Kontext zu stellen. Was mir nach der Rückkehr aus dem Urlaub beim Überarbeiten meiner e-Mails auffällt: Die Zahl der Goldoptimisten ist weiter gestiegen – kräftig. Nach wie vor spricht aus meiner Sicht mehr für als gegen Gold. Allerdings kann allein ein Baissefaktor alle Träume der Goldfans zerstören: Nämlich die Marktmanipulation durch Bigones / Extriches und deren Handlanger – Regierungen und Notenbanken.  – Udo Rettberg

Gold – Geht der Höhenflug weiter?

Chart

                                                                                                                                      Quelle: Barchart

Es überrascht nicht, dass sich zahlreiche Analysten als aktuelle Gold-Gurus outen und davon sprechen, dass sich viele Goldaktien in den vergangenen Monaten mehr als  verdoppelt haben. Unsere unten stehende Favoritenliste  „Goldaktien Nordamerika“ bestätigt diesen Fakt. Was die Gurus dabei indes geflissentlich gerne verschweigen: Die  meisten von ihnen waren seit dem Jahr 2012 fast ununterbrochen „bullish“  für Gold und Goldaktien gestimmt. Den Rutsch des Goldpreises von über 1900 $ auf rund 1046 $ je Feinunze haben die meisten Gurus indes  verschlafen, weil sie halt dauerhaft „bullish“ waren.  Träume von der „ewgen Hausse“ werden immer zu Alpträumen. Kunden dieser Spezies wissen, dass sie mit ihren Investments im gelben Metall erst dann in die Gewinnzone kommen werden, wenn Aktienkurse von Goldminen weitere  100 % plus zugelegt haben.

Mittelfristig – das heißt auf Sicht von fünf Jahren – sehen wir den Goldpreis bei zumindest 2800 $ je Feinunze. Basis dieser Prognose ist das Goldpreishoch von 850 $ je Feinunze aus dem Jahr 1980.  Betrachtet man Gold auch als Sicherheitsmedium und als Finanzinstrument, das über bestimmte Zeiten und Phasen des wirtschaftlichen Geschehens hinweg vor Geldentwertung schützt, dann ist auf Basis des US-CPI (Verbraucherpreisindex) ein Preisziel von 2800 $ je Feinunze  durchaus realistisch. Inflationsbereinigt errechnet sich aus dem damaligen 1980er Preisniveau von 850 $ ein heutiger Preis  von 2800 $ je Feinunze.

„The world is too ugly, Gold to be weak“, lautet in diesem Kontext eine alte Weisheit. Aus unserer Sicht gibt es also keinen Grund, weshalb Gold nicht zumindest wieder dieses Niveau erreichen sollte. Denn heute ist die vor einem neuen globalen Krieg stehende zerrissene Welt wesentlich hässlicher als noch vor 36 Jahren.

Was aber könnte die Goldhausse verhindern? Das größte Risiko sind unbedachte Aktionen der Politiker, die die Finanzmärkte in Krisenzeiten gerne als „Übungsplatz“ und „Spielplatz“  für unsinnige Aktivitäten nutzen. So besteht auch weiterhin das Risiko eines Rückschlags des Goldpreises auf unter 1000 $ je Feinunze (unsere offizielle Risiko-Prognose liegt bei 950 $). Hinzu kommt in diesem Zusammenhang auch die Marktentwicklung. Denn was uns derzeit stört, ist der Fakt, dass die Stimmung am Goldmarkt vehement und mit Macht umgeschwenkt ist und die Begeisterung für Gold und andere Edelmetalle bei Anlegern in einem sehr rasanten Tempo zurückgekehrt ist. Eine Korrektur würde vor diesem Hintergrund nicht wirklich überraschen. Ungeachtet dessen macht es weiterhin sehr viel Sinn, mehr als 40 % des Gesamtvermögens direkt und indirekt in Gold & Co. zu halten.

Denn das Momentum spricht derzeit für weiter steigende Goldpreise. Hinzu kommt: Immer mehr Kapitalanleger stimmen inzwischen unserer Sicht der Dinge zu, wonach die Erde sowohl aus ökonomischer wie auch aus ökologischer Sicht  erbebt. Dass die Fachleute von Goldman Sachs eher negativ zum Goldmarkt eingestellt sind, sollte auf der einen Seite nicht übersehen werden. Andererseits wissen Anleger aber auch, dass gerade Goldman Sachs bei den großen Trend- prognosen seit Dekaden nicht gerade die glücklichste Hand hatte. Ergo: An Gold geht kein Weg vorbei.

Favoritenliste Junior-Goldaktien Nordamerika

NAME     TICKER Kurs Sept. 2015 Kurs aktuell
Detour Gold DGC 12,80 can$ 28,7 can$
Golden Dawn Minerals GOM   0,13 can$ 0,09 can$
Kirkland Lake Gold KGI 5,22 can$ 10,74 can$
Lake Shore Gold Corp. LSG 1,04 can$ 2,08 can$
New Gold Inc. NGD 3,08 can$ 5,61 can$
Otis Gold Corp.
OOO 0,07 can$ 0,15 can$
Richmont Mines Inc.  RIC 2,80 US-$   7,53 US-$
Treasury Metals Inc. TML 0,44 can$ 0,53 can$

                                                                                                                                                                                Quelle: AlphaBulls und Udo Rettberg

Die hier im September 2015 erstellte Favoritenliste amerikanischer (vor allem kanadischer) Goldaktien zeigt  eine erfreuliche Entwicklung. Dies auch, weil Kanadas Goldproduzenten den Vorteil genießen, Kosten in Kanadadollar und Erlöse im wesentlich höher bewerteten US-Dollar zu verbuchen. Aus der Favoritenliste liegt allein die Aktie  von Golden Dawn Minerals bei 0,090 can$ in der Verlustzone. Jüngste Entwicklungen rund um GOM sind nach einem kürzlich in Frankfurt erfolgten Treffen mit Vorstandschef Wolf Wiese nachfolgend zu finden. .


Golden Dawn Minerals

Der Aufstiegskandidat

Ein Goldexplorer befindet sich auf dem steinigen Weg zum Goldproduzenten. Die Rede ist von Golden Dawn Minerals mit Sitz im kanadischen Vancouver. Das bisher lediglich auf ein Minenprojekt fokussierte Unternehmen will sich durch den Zukauf neuer Projekte künftig auf mehrere Beinen stellen. Worin liegt also die besondere Phantasie in dieser Aktie? Wertpapier-Analysten sehen im derzeit geplanten und optionierten Erwerb der Minen-Liegenschaften von Chinas Huakan Mining sowie im gleichzeitigen Kauf   bestehender Verarbeitungsanlagen (z.B. Mühle)  die wichtigsten potentiellen Kurstreiber. Entscheidende Impulse für die Aktie sind aus unserer Sicht in absehbarer Zeit allerdings auch von anderer Seite zu erwarten.

Golden-Dawn-Aktie – Um Stabilisierung bemüht

Chart1

                                                                                                                                      Quelle: Barchart

Sollte sich am Goldmarkt wirklich ein neuer nachhaltiger Haussetrend herauskristallisieren, ist  zu erwarten, dass mit Kinross Gold Corp. möglicherweise einer der „big guys“ der Edelmetallszene den Versuch unterneh- men wird, seine dominante Position in der Region rund um Greenwood in British Co- lumbia zu bestätigen. Kinross – fünftgrößter Goldproduzent der Welt – dürfte seine Fühler im Zuge der heute bereits deutlich sichtba- ren Dominanz in dieser Region British Co- lumbias  nahe der US-Grenze  dann auch in Richtung GOM ausstrecken. Anleger könnten also auch aus diesem Grunde davon überzeugt sein, dass das GOM-Management unter Führung von Wolf Wiese (ungeachtet aller immer wieder zu hörenden Dementis) seine aktuellen Expansions-Arbeiten auch unter diesem Aspekt vorantreibt. Für so manchen CEO von Explorationsfirmen ist die Übergangsphase vom  Gold-Explorer zum Gold-Produzenten die spannendste Zeit in der Unternehmens-Entwicklung. „Wenn die Explorationsphase abgeschlossen und ein Unternehmen dann in der Folge vor dem Übergang zur Goldförderung steht, wird es meist  langweiliger“, sagt Andy Tudor, CEO  von Australiens Nexus Minerals, im Exklusiv-Gespräch mit Alpha-Bulls.

Das Management von Golden Dawn Minerals hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Schlagzahl deutlich erhöht. Seit unserem Besuch in British Columbia im September 2015 ist die GOM-Strategie darauf ausgerichtet worden, den Weg vom Goldexplorer zum Goldproduzenten so rasch wie möglich zurückzulegen. Das bedeutet aber auch: GOM schmückt sich durch seine jüngsten Expansionspläne als Braut  und wird sich im Schönheitswettbewerb wohl keine Blöße geben wollen. Eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung des Ziels besteht allerdings darin, dass es dem Unternehmen gelingt, sich das notwendige Kapital für die Übernahme der in unmittelbarer Nähe zum May-Mac-Projekt im südlichsten Teil von British Columbia liegenden beiden neuen Projekte von Chinas Huakan Mining am Kapialmarkt zu  beschaffen.

MayMac Mine

Der Eingang zum May-Mac-Projekt in der Nähe von Greenwood B.C.                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg


Im Interview mit TV-Korrespondent Mick Knauff hat CEO Wolf Wiese kürzlich im Rahmen eines Deutschland-Besuchs erklärt, warum die Goldförderung in Kanada  lohnend ist. Siehe hierzu auch folgenden Link:   http://www.wirtschaft-tv.com/goldfoerderung-in-kanada-nur-moderate-risiken. Golden Dawn Minerals hat mit Chinas Huakan Mining eine Option vereinbart, die die Übernahme aller im Besitz der Chinesen befindlichen Liegenschaften in Greenwood B.C. – in der Nähe des bisherigen Hauptprojekts von GOM – vorsieht.Von unabhängiger Seite wurde daher eine seit dem Jahr 2009 bestehende vorläufige Machbarkeitsstudie (PEA) sowie die Ressourcenschätzung NI 43 101 auf den aktuellen Stand gebracht. Die vorläufige Machbarkeitsstudie der  Greenwood-Projekte – bestehend aus den zwei Liegenschaften Lexington-Grenoble und Golden Crown –  bestätigt  eine hohe Wirtschaftlichkeit.

Darauf basiert die Hoffnung auf rasche Rückzahlung des einzusetzenden Kapitals. Die beiden neuen neuen Projektareale sind auf seit vielen Jahren bekannten Mineralisierungskorridoren zu finden. Das aber heißt auch: Es besteht die Chance, bei weiteren Erkundungsbohrungen auf Goldvererzungen in parallelen Strukturen zu treffen. Hierdurch könnte sich dann die Minen-Laufzeit und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes erhöhen. Um es klar zu machen: Das sind Möglichkeiten – Sicherheit besteht in dieser Frage allerdings nicht.

In der Studie wird die Laufzeit des Greenwood-Projekts als Underground-Mine nach heutigem Stand mit 5 Jahren angesetzt. Der NPV mit einem Discount von 6 % liegt bei 23,2 Mio. can$ nach Steuern. Die Kennziffern für IRR werden mit 40 bis 60 % und die Gesamtkosten („all in“) mit 820 US-Dollar je Feinunze angenommen, was einem Nettoerlös je Feinunze in Höhe von rund 430 $ je Feinunze entspricht. Weitere Details der sich auf die beiden Projekte Lexington-Grenoble und Golden Crown beziehenden Machbarkeit studie in Kurzform:

AAA – Capex: 9,6 Mio. can$

BBB – Rückzahlung in 1,9 Jahren

CCC – Maximale Produktion 27000 Fein- unzen Goldäquivalent in d. Jahren 3 und 4

DDD – Produktion der Mühle: 200 t/Tag im 1 Jahr, 400 t/Tag ab dem zweiten Jahr

EEE – Angenommene Metallpreise: Gold 1200 US-Dollar/Feinunze, Kupfer 2,75 $/lb

FFF – Wechselkurs US-Dollar zu Can$ = 1,00 zu 0,85

GGG – Gewinnnungsraten 90 % für Gold und 85 % für Kupfer

HHH – Bruttoeinnahmen in den ersten fünf Jahren = 157,8 Mio. Can$

III – Operativer Cash-flow in den ersten 5 Jahren = 44,7 Mio. Can$

In die erwähnte Machbarkeitsstudie fließt allerdings die May-Mac-Mine – das bisherige Hauptprojekt von Golden Dawn Minerals (siehe Foto zum Eingang der Mine) – nicht ein. Die bisherigen Besitzer der beiden optionierten Projekte (Lexington-Grenoble und Golden Crown) haben in der Vergangenheit bereits rund 55 Mio Can$ in deren Erforschung und Erschließung investiert. Golden Dawn Minerals will diese Projekte jetzt von den Chinesen für 3,6 Mio Can$ erwerben. Dieses Ansinnen zeigt auch, wie sich die Werte und Ansichten in der Goldbranche in der vergangenen Dekade verschoben haben. Die Finanzierung soll u.a. über eine durch die Greenwood-Liegenschaften besicherte spezielle 8%ige Anleihe mit Aktien-Variante im Volumen von 10 Mio. US-$ erfolgen. Wolf Wiese will Details bei einem weiteren Europa-Besuch in der dritten Maiwoche festzurren.

Besonders interessant erscheint dabei aus Anlegersicht ein ganz besonderes „Gold-Gimmick“; denn jeder  Anleihe-Besitzer, der Bonds im Gegenwert von zumindest 80.000 US$ besitzt, erhält nach dem dritten Laufzeitenjahr das Recht, seinen Bond-Nominalwert in physisches Gold umzuwandeln. Golden Dawn kauft dann die Anleihen entsprechend zurück und erstattet dem Verkäufer dafür physisches Gold im Gegenwert von 1.295,- US-$ je Feinunze mit einem Rein- heitsgrad von 99,9%.

Fazit: Anleger sehen in dieser Finanzierungs-Alternative eine spannende Investmentmöglichkeit. In einer Zeit, in der Investoren rund um den Globus dem Papiergeld immer weniger vertrauen, erscheint physisches Gold so manchem Anleger als eine Art Rettungsanker.

Megatrends

Am Anfang schuf Gott ..

Himmel und Erde …. und Gold

Gold scheint einen tragfähigen Boden gefunden zu haben. Der Preis des gelben Metalls hat sich von 1050 $ je Feinunze im Dezember 2015 bis auf zuletzt fast 1250 $ erholt. Und klar, jetzt kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen – jene Gurus, die seit den Jahren 2011 und 2012 bei Preisen von 1900 $ je Feinunze Gold als ultimative Kapitalanlage angepriesen und neue Preisrekorde versprochen hatten. Diese Spezies feiert sich marktschreierisch als „Wir-habens-ja-gewusst-Gold-Gilde“. Dass ihre Klienten jedoch vor dem Erreichen der Gewinnzone zunächst Verluste von 30 % ausgleichen müssen, vergessen sie nur allzu gerne.

GOLD – Wenn sich die Geister scheiden

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                                                                                                                                                                                                                                                                                     Quelle: Barchart

Wer – wie die meisten Gold- und Rohstoff-Gurus – über rund fünf Jahre hinweg lautstark die Werbetrommel für Gold gerührt und steigende Goldpreise ankündigte, hat letztlich die Chance, dass er auch einmal richtig liegt – irgendwann im Zeitverlauf jedenfalls. Für die Jünger dieser „ewigen“ Gold-Gurus stellt sich heute indes die Frage, wann das im zeitlichen Ablauf des Goldpreis-Trends der Fall sein auf welchem Preisniveau die Aufwärtstrend-Prognose dann tatsächlich eintreffen würde. Es hat lange gedauert, sehr lange.

Die Zeit vergeht ….. – Die Jünger dieser Lautsprecher-Gold-Gurus erreichen die Gewinnzone logischerweise dann, wenn das Ausgangsniveau überschritten wird. Und: Das wird bei vielen Auguren wohl noch Jahre dauern. Viele dieser Gurus und auch führende Medien haben in den Jahren 2011 und 2012 die Lage völlig verkannt und weiter auf Gold gesetzt. Wer als Anleger also bei 1900 $ je Fein- unze auf Anraten von „Experten“ Gold gekauft hat, liegt deutlich hinten, näm- lich um 30 % unter dem Einstandskurs.

Die einen sagen so, die anderen sagen so ……. –   Ich erinnere mich sehr gut an eine Veranstaltung in Florida, an der ich vor vier oder fünf Jahren teilgenommen habe. Dabei hatte ich Gelegenheit, beim Dinner am Tisch des ehemaligen Fed-Chefs Alan Greenspan zu sitzen. Auf die auch seinerzeit fast alle Teilnehmer interessierende Frage nach der Zukunft des Goldpreises lag Greenspan völlig richtig: „Die einen Experten sagen so, andere Fachleute äußern sich so und unentschiedene Dritte haben wiederum eine völlig andere Meinung ……“, so Greenspan schmunzelnd und spitzbübisch. Er hütete sich, eine offizielle Fed-Meinung zu Gold zu äußern.

Das Prognosen-Problem – Klar, es gibt keinerlei triftigen Grund über die Fehl- prognosen der Gold-Gurus herzuziehen. Wir wissen: Prognosen sind schwer, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Ich bin sehr froh, sagen zu können, dass meine Goldprognosen über die Deka- den hinweg rückblickend erfreulich wa- ren. Meine aktuelle Sicht: Die Goldampel ist vor etwa zwei Monaten von rot auf gelb umgesprungen. Ich sehe das Risiko am Goldmarkt bei rund 950 $ je Fein- unze, vor allem deshalb, weil a) der „große Ausverkauf“ im aktuellen Zyklus noch nicht stattgefunden hat und b) Re- gierungen, Notenbanken und Geschäfts- banken derzeit am Goldmarkt verdäch- tig still und zurückhaltend sind. Die Gefahr des Eingriffs und der Manipulation durch Regierungen ist nicht gebannt.

Die positiven Gold-Signale – Es gibt Analysten, die wegen ihrer allgemein pessimistischen Grundhaltung zum Leben grundsätzlich bullish auf Gold sind; denn die Welt – so deren Ansicht – ist heute so hässlich wie seit langem nicht mehr. „The world is tooooo ugly Gold to be weak“, lautet eine alte Weisheit, die gerade in der heutigen Zeit, in der der Planet Erde unkontrolliert durch das Universum wabert, zutrifft. Andere sehen Gold generell als Krisen-Indikator. Niemals zuvor in den vergangenen sieben Dekaden befand sich die Welt so tief im Chaos und in der Krise wie gegenwärtig.

Die Rechenkünstler am Goldmarkt – Und so ziehen sie bei der Goldmarkt-Analyse immer wieder interessant er- scheinende Vergleiche heran.. So z.B. die Dow/Gold-Ratio, die Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bei 40 und derzeit wieder im einstelligen Bereich bei rund 7,5 liegt. Sowohl während der großen Depression in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als auch im Jahr 1980 wurde die so genannte Dow/Gold-Ratio in etwa mit 1:1 berechnet. Sehr beliebt ist bei Anlegern auch die Gold/Silber-Ratio, die von den Fans der beiden Edelmetalle je nach Lage der Dinge gerne für eigene Zwecke herangezogen wird. In der modernen Geschichte lag dieses Preisverhältnis zwischen rund 8:1 bis etwa 120:1. Derzeit liegt diese Relation in etwa bei 80:1.


EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE

Was ein Plus von 100 % mit einem Minus von 83 % zu tun hat


Diesen Bericht nutze ich, um aufzuzeigen, dass alles im Leben relativ ist. Dazu habe ich Charts der Aktie von Anglogold Ashanti (AU.N) mit unterschiedlichen Zeitspannen abgebildet. Anglogold ist die Favoriten-Goldaktie eines von mir verfolgten Analysten, der zuletzt mit der Aussage auf Kundenfang ging, mit AU einen Gewinn von 100 % erzielt zu haben. Das trifft nur zu, wenn der Kursverlauf der vergangenen drei Monate zugrundegelegt wird. Aber ………. eine detailliertere Analyse ist notwendig.

ANGLOGOLD ASHANTI

3 Monate – Hurra! 100 Kursgewinn

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Bei einer längerfristigen Betrachtung wird nämlich deutlich, dass die Aktie seit Mitte des Jahres 2011 einen Verlust von 87 % erlitten hat. Und der besagte Guru hat Anglogold zu diesem Zeitpunkt nicht nur lautstark empfohlen, sondern auch in sein Depot aufgenommen. Wer ihm gefolgt ist, wird also noch Jahre brauchen, um auf den Einstandskurs aus dem Jahr 2011 zurück zu finden. Und: Selbst dann hat er noch keinen Cent Kursgewinn eingefahren. Ergo: Es gilt, bei den Aussagen von Börsenbriefen und Anlage-Gurus genau hinzuschauen. Für Anleger ist es wichtig, große Abwärtstrends zu vermeiden; diese kosten bekanntlich viel Geld.

ANGLOGOLD ASHANTI

5 Jahre – Tränen! 87 % Kursverlust

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Wer glaubt, Top-Ökonomen von Geschäftsbanken, Konjunkturforscher sowie Vertreter von Goldorganisationen, Regierungen oder aber auch von Notenbanken seien befähigt, fundierte Edelmetall-Analysen und –Prognosen abzugeben, der irrt gewaltig. Dies liegt zum einen an der Komplexität der Märkte, zum anderen daran, dass bei Gold eine Menge Psychologie mitspielt und zum Dritten liegt das aber auch an den speziellen Gold-Interessen der Regierungen, Notenbanken und nicht zuletzt auch der Geschäftsbanken. Darüber hinaus spielt auch der „Faktor Kredit“ – nämlich die unzähligen Derivate und Papier-Finanzinstrumente, die es auf Gold gibt – eine entscheidende Rolle.



Auf der Suche nach Logik – Ähnliche Vergleiche werden von den Finanz- markt- und Rohstoff-Analysten auch mit der Öl/Gold-Ratio, mit der Schulden- Gold-Ratio sowie mit unzähligen ande- ren Größen angestellt. Auch eine andere Betrachtung scheint mir keine Basis zu haben und daher unzulässig zu sein. Einige Experten haben vor vielen Jahren bei einem Goldpreis von 1900 $ bereits Preisprognosen von 7500 bis 10.000 $ abgegeben und dies mit der Ära des Fiat-Money – konkret mit der Ratio der globalen Expansion künstlich erzeugten Geldes im Verhältnis zum physischen Goldangebot – begründet. Zu verlässli- chen Ergebnissen kommen Experten bei all solchen Betrachtungen jedoch eher nur selten. Solche Vergleiche erscheinen mir insgesamt wenig hilfreich. Ergo: Gold ist als Kapitalanlage kaum logisch, kaum mit Vernunft zu fassen und zu erschließen. Goldpreis-Prognosen sind nicht wirklich verlässlich logisch abzugeben.

Gold ist Geld – Ungeachtet dessen ist mir sehr wohl klar, dasss mein eigener langfristig bestehender Gold-Optimismus auf einer ebenso wenig belastbaren These beruht. Gold wird in der Finanzszene auch als eine Art Inflations-Schutz gesehen. Das zyklische Preishoch von rund 850 $ je Feinunze aus dem Jahr 1980 entspricht heute einem inflationsbereinigten Preis – Basis: US-CPI, also Verbraucherpreisindex der USA – von 2800 bis 2900 $ je Feinunze. Meine These: Es gibt keinen wirklichen Grund, wes halb Gold im laufenden Zyklus – also in den kommenden fünf bis sieben Jahren – nicht

Aktienkurs McEwen Mining Inc
Rob McEwen hofft wieder

chart4wesentlich teurer werden dürfte. Grund: die Welt ist heute wesentlich hässlicher als noch im Jahr 1980. Gold und auch Silber und andere Edelmetalle werden darüber hinaus in Zukunft wohl noch eine völlig andere Rolle erfüllen müssen – nämlich die Rolle als Geld-Ersatz. Mit der These „Gold is money“, reist der von mir sehr geschätzte Rob McEwen, Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorstandschef der McEwen Mining Inc. (MUX.N – 1,67 $), seit vielen Jahren rund um die Welt. In den vergangenen Dekaden wurde diees These allerdings nicht bestätigt.

Sind Politiker völlig überflüssig? – Für Unruhe in der Finanzwelt sorgen die Pläne der Regierungen und Notenbanken, das Bargeld zu „killen“. Wie dumm sind solche Pläne eigentlich? Jeder Politiker sollte wissen: Auf diese Art und Weise geht das eh nur noch sehr geringe Vertrauen der Menschen in das globale Finanz- und Geldsystem noch weiter verloren. Klar, man könnte relativ rasch auf Bitcoin und andere „künstliche Währungen“ umsteigen, doch stellen sich hier dann neue Fragezeichen. Ich bin mir seit Jahren relativ sicher, dass viele Leute auf die Barrikaden gehen werden, weil Bürger durch die Abschaffung von Bargeld und die Schaffung von Plastik-/Elastik-Geld ans Gängelband der dümmlich agierenden Politik genommen werden sollen.

Hans im Glück – Ich erinnere mich an Worte meines nordhessischen Landsmannes Hans Eichel. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Kassel und Ex-Bundesfinanzminister hatte mir bereits vor vielen Jahren erklärt, dass uns schon bald kein physisches Geld (Münzen, Scheine) mehr zur Verfügung stehen werde. Bereits damals habe ich mich vehement gegen solche Ideen positioniert. Inzwischen stimmen viele Auguren und Kommentatoren in meine frühe Kritik ein. Wenn Politiker in diesen explosiven Zeiten nichts Wichtigeres zu tun haben als die Abschaffung von Bargeld voranzutreiben, sind sie in meinen Augen völlig überflüssig. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bürger die Macht übernehmen. Dies auch, weil derzeit zahlreiche Politiker in Europa ein geradezu jämmerliches Bild abliefern.

Die Handlanger-Rolle von Regierungen und Notenbanken – Nicht hier liegt das wahre monetäre Problem, sondern darin, dass Regierungen als Handlanger der Bigones und Extriches – der Superreichen also – und der Notenbanken als „Handlanger der Handlanger“ über Dekaden hinweg riesige Schuldenblasen kreiert haben. Beim anstehenden Zusammenbruch des Fiat-Geldsystems wird Gold im Fokus stehen – es sei denn Regierungen und Notenbanken übernehmen noch stärker die Gewalt, indem sie z.B. den privaten Goldbesitz verbieten.

Notenbanken lieben Gold – Warum, so muss sich jeder Anleger fragen, halten Notenbanken und Regierungen eigentlich jede Menge Gold? Vladimir Putin hat Berichten aus Moskau zufolge zum Beispiel zuletzt riesige Goldmengen gekauft – und die Chinesen haben ihre Goldbestände angeblich auch aufgestockt. Das sollte Anlegern zu denken geben. Wenn Gold wirklich – wie so manche Politiker offiziell äußern – ja nur ein Rohstoff und daher eher uninteressant ist, dann frage ich mich, weshalb sich Politiker, Regierungen und auch Notenbanken so vehement für Uninteressantes einsetzen und Gold quasi als „Währungsreserven“ halten. Starkes Interesse zeigen auch private Anleger, die sich z.B. über Goldaktien und über Gold-ETF stark positionieren. Die im November 2015 kreierte Favoritenliste von Gold-Juniors weist eine positive Wertentwicklung auf.

Die ideale Goldmarkt-Strategie – Wie sollten sich Anleger derzeit am Goldmarkt positionieren? Die Erfahrung vergangener Zyklen zeigt, dass Goldaktien einen Haussetrend physischen Goldes durch höhere Kurse vorwegnehmen. Dies ist auch in diesem Zyklus der Fall. Anlegern ist zudem zu raten, bei physi- schem Gold auf kleinere Münzen bzw. Barren zu setzen.

Udo Rettberg – Februar 2016

Favoritenliste Junior-Goldaktien Nordamerika

NAME     TICKER Kurs Sept. 2015 Kurs aktuell
Detour Gold DGC 12,80 can$ 21,5 can$
Golden Dawn Minerals GOM   0,13 can$ 0,14 can$
Kirkland Lake Gold KGI 5,22 can$ 7,31 can$
Lake Shore Gold Corp. LSG 1,04 can$ 1,76 can$
New Gold Inc.   NGD 3,08 can$ 4,13 can$
Richmont Mines Inc.  RIC 2,80 US-$   4,80 US-$
Treasury Metals Inc. TML 0,44 can$ 0,47 can$

                                                                                                                                                                                                      Quelle: AlphaBulls und Udo Rettberg


 

   Megatrends
Der Energiemarkt ist stark in Bewegung geraten

Die große Verwirrung

Die Akteure an den Energiemärkten befinden sich wegen der völlig neuen Sicht des Faktors Energie in einer Art Schockstarre. Viele Akteure erinnern sich sehr gut an die von Auguren Dekaden zuvor beschriebene Theorie von der „Endlichkeit fossiler Energieträger“. Und jetzt das ……………

 

Rohöl von 150 auf 27 $ je Barrel

New York Mercantile Exchange (Nymex)

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                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Quelle: Barchart

                                                                                                                                 

Der in der vergangenen Dekade geschätzte Produktionsfaktor Energie ist in allen seinen Facetten – Rohstoffen, Urstoffen, Strom – zur Massenware „verkommen“. Der Ölpreis hat 80 % gegenüber dem 2008er Rekordhoch verloren. Der Strompreis ist zwischen 50 % und 70 % gefallen. Die Welt atmet auf. Die einst für Schockwellen rund um den Globus sorgende „Peak Oil Theorie“ ist Geschichte – vorübergehend zumindest. Aber Vorsicht! Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der Energiemarkt stärker als früher globalpolitisch dominiert ist. Die Verwirrtheit bei Politikern und Wirtschaftsbossen hat zugenommen. Was gestern richtig zu sein schien, muss nicht zwangsläufig auch für morgen gelten.

Stark in Bewegung – in teils gegenläufige Richtungen – ist auch der deutsche Energiemarkt. Es zeigt sich, dass die Bundesregierung mit ihrer Energiewende auch in diesem neuen geopolitischen Umfeld gegen „Energiewände“ rennt. Und das nicht nur, weil die in dieser Dimension kaum erwartete Baisse des Ölpreises ein Szenario geschaffen hat, indem das zentrale Element der „Energiewende“ – nämlich erneuerbare Energieträger – ein Luxus zu sein scheint.

Regenerative Energie-Anlagen müssen sich mit dem Ziel der System-Integration stärker dem freien Wettbewerb stellen. Ziel der Politik muss es nämlich sein, die Förderung erneuerbarer Energieträger viel stärker an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren. Wieder einmal wird deutlich, dass die Anforderungen an das „Generationenprojekt Energiewende“ über Jahre hinweg unterschätzt wurden

PJM-Stromindex

New York Mercantile Exchange (Nymex)

 

 

 

 

Chart2

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Quelle: Barchart

Erneuerbare scheinen gegenüber herkömmlichen fossilen Energieträgern wie Rohöl und Erdgas und gegenüber der Atomenergie noch immer nicht konkurrenzfähig. Indes gilt ein solcher Vergleich nur dann, wenn langfristige Folgekosten (Klimaschutz, Endlagerung etc) von fossilen und atomaren Energieträgern nicht in die Rechnung einfließen All diese Einflüsse werden auch durch strukturelle Veränderungen in der einst durch wenige Marktteilnehmer dominierten deutschen Elektrizitätswirtschaft reflektiert. Einstige Platzhirsche sind inmitten eines anspruchsvollen Neuorientierungs-Prozesses.

Die deutsche Energiewirtschaft glänzt andererseits, weil sie ihre Innovationskraft unter Beweis stellt. Das geschieht a) unter dem zunehmenden Druck der Marktkräfte und b) durch die immer komplexer erscheinende ordnungspolitische Entwicklung. Wenn das organisatorische und rechtliche Umfeld neu (sprich: komplizierter) gestaltet wird, ist das nicht immer zum Vorteil aller Beteiligten.

Fakt ist: die Ausgestaltung der Energiewende ist in ihren einzelnen Elementen recht kompliziert. Dies gilt auch für das Thema „Digitalisierung der Energiewende“ – also die Einbeziehung und Nutzung von „big data“ beim Strom von der Produktion über die Netze bis hin zum Endkunden. Das Digitalisierungsgesetz soll in einer nach Marktwirtschaft strebenden Gesellschaft fairen Wettbewerb ermöglichen. Ein wichtiges Thema ist z.B. der notwendige Wettbewerb unter Messstellenbetreibern.

Hinzu kommt, dass auch die Energiewirtschaft in die moderne „Teilen-Gesellschaft“ einbezogen wird. Das durch die Existenz neuer Firmen und innovativer Technologien weltweit entstandene und noch entstehende kollaborative ökonomische System ermöglicht die Produktion, Speicherung und letztlich auch die (Ver)Teilung von Elektrizität auf der breiten Ebene der Menschheit. Moderne Anbindungs-Systeme schaffen Netzwerke, in denen Energie zwischen einzelnen Haushalten und Unternehmen getauscht werden kann. Das steigert den ökonomischen Wert für Nutzer und Netzbetreiber.

Das Entstehen neuer moderner digitaler Marktplätze für Energie, in die dezentrale Energieproduzenten auf der einen Seite zum Beispiel Strom einspeichern können und von denen auf der anderen Seite Abnehmer Strom beziehen können, ist auch deshalb auf dem Vormarsch, weil es die Energie-Effizienz steigern kann. Doch sowohl bei der Schaffung von Messstellen als auch beim Thema dezentrale Batteriespeicher – einem Kernpunkt der Energiewende – ist noch sehr viel Arbeit zu leisten. Keine Frage: Moderne Speichertechnologien können sich zu einem dynamischen Katalysator für die Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland erweisen. Erhebliche Anstrengungen sind zudem zu unternehmen, den Anteil der Kraft-Wärme-Koppung an der deutschen Stromerzeugung auf 25 % zu steigern.

Vieles muss auch mit Blick auf die erhoffte Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für Energie getan werden. Denn für Europas Integration existieren nach den politischen Rückschlägen der vergangenen Monate immer höhere Hürden. Klar, gerade die deutsche Energiewirtschaft sollte eine Vorreiterrolle spielen. Dafür müssen aber z.B. auch rechtliche und technische Voraussetzungen für das Thema Strom-Interkonnektion geschaffen und rasch umgesetzt werden. Es ist zu befürchten, dass der integrierte europäische Binnenmarkt für Energie keine Priorität genießt. Brüssel hat momentan andere Sorgen.

Erfreuliches zum Schluss: Die an dieser Stelle von mir seit Jahren in Richtung Bundesregierung abgegebene Empfehlung, deutsche Forschungsanstrengungen im Bereich Kernenergie und Kernfusion nicht aufzugeben, sondern im Gegenteil weiter voranzutreiben, scheint jetzt Früchte zu tragen – endlich. Denn in der Kernfusions- anlage „Wendelstein 7-X“ in Greifswald wurde jetzt das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt. Ziel der dortigen Forschung ist es, künftig die Kernfusion – die eigentliche Energiequelle der Sonne – für den Menschen nutzbar zu machen. Für meine Meinung, in der Frage der Sicherheit von Atomenergie deutschem Erfindergeist zu vertrauen, habe ich von so genannten Energie-Experten zuletzt immer wieder „rhetorische Prügel“ bezogen. Ich kanns verkraften!

                                                                                                                                                                Udo Rettberg


Dieser Beitrag ist in verkürzter Form in der Fachzeitschrift „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ – Ausgabe 1 / 2 2016 auf Seite 4 erschienen


Event Reports

Die beiden „R“ – Rohstoffe und Rezession

Das Henne-Ei-Problem

Heerscharen von Philosophen haben sich über eine sehr lange Zeit hinweg mit der weltbewegenden Frage beschäftigt: „Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?“ Eine zufriedenstellende Antwort haben sie sowohl auf diese wie auch auf Millionen von anderen wichtigen Fragen bisher nicht gefunden? So ähnlich geht es mir seit dem Jahr 2011 auch im Zusammenspiel von Rohstoffpreisen und Weltkonjunktur. Für mich ist seit dem Jahr 2014 indes klar, dass die schwachen Rohstoffpreise Vorboten einer anstehenden Rezession oder Depression sind.

Gestern: Peak-Oil — Heute: Öl-Überfluss
WTI-Rohölpreis auf steiler Talfahrt

Chart

Quelle: Barcchart

Analysten von Banken haben sich seinerzeit vehement gegen meine Prognose gestellt. Auf der einen Seite sei, so die Vorhersage der Banker, keine Rezession am Horizont erkennbar und auf der anderen Seite könne, so hieß es seinerzeit, bald wieder mit steigenden Rohstoffpreisen gerechnet werden. Aber: Die Welt ist nicht nur auf dem Weg in eine Rezession / Depression, sie befindet sich sogar bereits mittendrin. Das verworrene und turbulente geopolitische Bild verstärkt depressive und darüber hinaus deflationäre Tendenzen. Zurück zum Thema Henne und Ei im Zusammenhang mit Rohstoffen und der Konjunktur: Der GSCI-Rohstoff-Gesamtindex ist vom historischen Rekordhoch von 893,85 im Juli 2008 bis auf zuletzt 272,34 eingebrochen – das ist ein Minus von 69,5 %. Damit liegen die Commodity-Notierungen im Übrigen auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2003.

Das Opec-Gebäude in Wien

Das Opec-Gebäude in Wien – hier versteht man die Welt nicht mehr.                                                                                                                                                                         Foto: Udo Rettberg

Die Verbraucher freuen sich – Nun mag man das aus Sicht der Konsumenten in den Industrieländern zwar als einen Segen betrachten. Vor allem die Auto- und Flugzeugbranche freut sich. Für die wenig stabilen Rohstoffproduzentenländer in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie für die arabischen Staaten und auch für die Großmacht Russland erweist sich all das als ein stabilitäts-gefährdendes Dilemma. Doch nicht nur das: Ein Blick auf den Rohölpreis zeigt das wahre Chaos. Die US-Rohöl-Richtmarke WTI (West Texas Intermediate) ist in nur knapp 7 Jahren von 150 $ je Barrel bis auf zuletzt 27 $ abgesackt – also um mehr als 80 % .

Mich erinnert all das an das Jahr 2011, als ich nach einem Besuch von Ölfeldern in USA, deren Vorkommen durch das Frackingverfahren ausgebeutet werden, bei einem WTI-Preis von rund 120 $ meine Prognose eines Rohölpreis-Verfalls auf zunächst 80 $ je Barrel vorlegte. Daraufhin wurde ich von Vertretern deutscher Energieunternehmen und Energieverbände als „Dummkopf“ bezeichnet. Es kam so wie es absehbar war; der Ölpreis wurde vorübergehend dann wieder von den Faktoren Angebot und Nachfrage bestimmt. In der Folge wurde dann darüber hinaus das gepolitische Drama – sprich der Krieg an zahlreichen Fronten auf dem Globus – zum „Preismacher“ bei Rohöl.

Jeder gegen jeden – der sinnlose Kampf. Nachdem im Mittleren und Nahen Osten irgendwann Jeder gegen Jeden kämpfte und die Welt im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland einführte, zeigte sich in der weiteren Folge dann auch, dass sich die Macht des Opec-Kartells in Luft auflöste. Der Markt wurde aus allen möglichen Quellen mit Rohöl überschwemmt. Hinzu kommt: Die jüngst nach der Sanktions—Aufhebung gegen den Iran dort aufgestiegene Friedenstaube sorgte dafür, dass der Ölpreis auf jetzt nur noch 27 $ gefallen ist. Man könnte meinen, dass all dies Grund zum Jubel sei.

Doch weit gefehlt – jetzt fangen die wahren Probleme nämlich erst an. Und zwar nicht nur für die Energiewirtschaft, sondern vor allem auch für die globale Finanzbranche, allen voran für die im Energiekredit-Geschäft aktiven Banken. Es gehören keine großartigen Fähigkeiten dazu, eine Pleitewelle unter den Energiegesellschaften in der Welt vorherzusagen. Zahlreiche Energie-Projekte sind (das ist bekannt) fremdfinanziert – nicht nur in den USA, aber vor allem dort. Und hier kommt meine über die vergangenen Jahre stets wiederholte Kritik zum Tragen. Die Weltwirtschaft basiert viel zu stark auf dem Faktor Fremdkapital.

Ölbranche setzt auf Fremdkapital – Gerade auch im Energiesektor wurde in den vergangenen Jahren zu wenig auf den Faktor Eigenkapital (also auf die Aktie als Fiannzierungsinstrument) gesetzt. Saudi-Arabien will das mit dem geplanten IPO der weltgrößten Ölgesellschaft Aramco allerdings ändern. Schätzungen zufolge sind 4 % der Gesamtkredite von US-Banken an die dortige Energiebranche herausgelegt. Bleibt der Ölpreis unter 30 $ je Barrel braut sich für die Banken – und damit für die Gesamtwirtschaft – neues Unheil zusammen.

Möglicherweise werden dann auch wieder die Regierungen eingreifen und versuchen, eine Pleitewelle von Ölfirmen zu verhindern. So ist vorstellbar, dass Regierungen für diese in der Vergangenheit stark beachtete Branche Rettungsanker auswerfen werden – so wie sie es im Zuge der Finanzkrise für die „Too-big-to-fail-Banken“ getan haben.

„Ölindustrie-Bailout“ wird zum Unwort des Jahres 2016. Und wer bezahlt das alles? Na klar, die Gemeinschaft. Ob die Bürger dieses Mal allerdings wortlos bereit dazu sein werden, muss sehr stark bezweifelt werden. Erst haben Regierungen den auf Seiten der Bürger nicht gerade „geliebten“ Banken Rettungsschirme zugeworfen und jetzt soll das Gleiche mit der Ölbranche geschehen??? Ich habe da so meine Bedenken. Jahrzehntelang sind Autofahrer von der Ölbranche abgezockt worden – und jetzt sollen sie die Branche retten. Wenn das nicht mal nach Ärger riecht ….

Udo Rettberg, 19. Januar 2016

Event Reports
Der Blick ist gen Himmel gerichtet

„Nach Golde drängt – am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen.“ Der in diesem Satz von Johann Wolfgang Goethe versteckte Seufzer war bei Kapitalanlegern in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören. Aber – Grund zum Seufzen werden Gold-Fans wohl weiterhin haben. Gleichwoh bleibt es aus meiner Sicht dabei: Edelmetalle sind im sehr explosiven Umfeld interessante Investments. Bevor die Welt auf das „Fiat Money“ von Regierungen vertraut, sollte nach Geldersatz-Alternativen wie Gold & Co. Ausschau gehalten werden. Gold ist dabei erste Wahl.

Gold – Verblasster Glanz

Chart1

                                                                                                                                                  Quelle: Barchart

Klar, der Goldpreis kann kurzzeitig weiter fallen. Man mag sich erinnern, dass ich bei einem Goldpreis von 1905 $ im Jahr 2011 gegen die herrschende Mehrheits-Meinung seinerzeit ein Preisziel von 1250 $ je Feinunze genannt hatte. Heute liegt mein Preisziel nach unten bei 950 $ je Feinunze. Danach jedoch wird es mit Gold aufwärts gehen. Vorausgesetzt, die Regierungen kommen nicht als Spielverderber auf die Bühne der Weltfinanzmärkte, verbieten privaten Goldbesitz und konfiszieren bestehende Investments im gelben Metall.

The Sky is the limit – All das kann nicht ausgeschlossen werden. In den nächsten fünf Jahren erwarte ich einen Goldpreis von zunächst 2850 $ je Feinunze. Grundlage dieser Prognose ist ein historischer Vergleich über 35 Jahre hinweg. Gold war nach einer spektakulären Hausse im Jahr 1980 in der Spitze auf 855 $ je Feinunze in die Höhe geschossen. Dieses seinerzeitige Hoch entspricht inflationsbereinigt (Basis: Consumer Price Index der USA) einem heutigen Stand von eben ca 2850 $ je Feinunze. Und es gibt nach meiner Einschätzung keinen Grund, weshalb wir dieses „Hoch“ im aktuellen Zyklus nicht wieder erreichen können. Denn: Die Welt ist heute viel „hässlicher“ als seinerzeit. Das böse Spiel der Regierungen – Aber – es gibt zahlreiche Unbekannte, die eine verlässliche Goldprognose erschweren. Denn nach wie vor ist sowohl der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems als auch die Ausweitung bisher noch weitgehend regional begrenzter Kriege nicht auszuschließen. Bis zur Schaffung einer neuen Weltordnung hätten Regierungen dann die Möglichkeit a) zum Erlass von Notverordnungen, b) zur Schließung von Finanzmärkten und c) zur Manipulation von Anlageklassen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Gold ein beliebter „Spielball“ für Manipulationen durch Regierungen ist. Und so ist nicht auszuschließen, dass sich die Geschichte wiederholen und der private Goldbesitz (zumindest vorübergehend) verboten wird.
Gold – Traum für „Contrarians“ – Klar – immer mehr Bürger sind arg besorgt; denn das globale Geldsystem erweist sich als sehr fragil. Anleger betrachten Gold als Anker. Allerdings – und das sollte jeder Investor wissen – ist Gold nicht vor möglichen Schweinereien der Regierungen und Banken gefeit – das würde dann auch Goldproduzenten treffen. Eines ist aus anlagetaktischer Sicht klar: Die ausgeprägte Baisse der Rohstoffmärkte stellt aktuell eine „Traumsituation eines jeden Contrarians“ dar – also eines Anlegers, der anlagetechnisch immer dann auf die Gegenseite geht, wenn die überwiegende Mehrheit einen bestehenden Trend mit Macht und Dynamik „ausreitet“.

Das Handtuch geworfen – Die Fakten: In den vergangenen Quartalen haben immer mehr institutionelle Rohstoff-Anleger nicht nur am Goldmarkt (aber eben auch dort) das Handtuch geworfen. So wurden z.B. viele Rohstoff-Fonds geschlossen.Auch Banken haben sich immer stärker aus Rohstoff-Investments und –Finanzierungen zurückgezogen und so den Baissetrend verstärkt. Eine weitere Ursache für die Schwäche waren negative Wirt- schaftsnachrichten aus China. Und last but not least sind auch die Ankündigungen der US-Notenbank in naher Zukunft die Trendwende an der Zinsfront einleiten zu wollen, Negativ-Faktoren für die Edelmetallmärkte. Nach wie vor glaube ich allerdings nicht wirklich an eine nachaltige Zinswende – weder in Europa noch in den USA. Denn dazu bewegt sich die Weltwirtschaft nach wie vor zu stark in einem deflationären Umfeld. Wie dem auch sei: Gold wird sich sowohl in einem deflationären als auch inflationären Umfeld positiv entwickeln.

Erst Goldaktien, dann Gold – Ein Blick zurück zeigt, dass Goldaktien in der Regel eine spätere Aufwärtsbewegung des Goldpreises einige Monate zuvor bereits durch höhere Aktienkurse vorwegnehmen. Vieles spricht dafür, dass die „große Wende“ an den Rohstoffmärkten und den Aktien von Rohstoffproduzenten wohl erst im Jahr 2016 oder später kommen wird. Wohl erst ab dem Jahr 2016 können Rohstoff-Freaks ihren Blick wieder gen Himmel richten.

Risiko Rezession / Depression – Denn nach wie vor sehe ich das Risiko einer globalen Rezession oder sogar einer Depression. Ein klares Indiz für diese These sind die seit Jahren extrem schwachen Rohstoffpreise Nach Besuchen a) der Münchener Edelmetallmesse sowie b) mehrerer nordamerikanischer Finanz- und Rohstoffzentren habe ich während der vergangenen Monate intensiv den Hintergrund einiger von Brokerhäusern und Finanzexperten positiv bewerteten Goldproduzenten beleuchtet:

GOLDENE HOFFNUNGSWERTE

+ Detour Gold Corp (DGC),
+ Golden Dawn Minerals (GOM),
+ New Gold Inc (NGD),
+ Kirkland Lake Gold (KGI).
+ Lake Shore Gold Corp (LSG),
+ Otis Gold Corp (OOO),
+ Richmont Mines Inc. (RIM),
+ Treasury Metals Inc (TML),

Otis Gold – Zucken am Boden

Chart2

Quelle: Barchart

Golden Dawn Minerals Inc
Das Venen-Fieber von Greenwood

Wolf Wiese strahlt. Der Vorstandschef des kanadischen Explorationsunternehmens Golden Dawn Minerals Inc mit Sitz in der Finanzmetropole Vancouver sieht in diesen Tagen seine hochgesteckten Erwartungen bestätigt – zum Teil zumindest. Vor einigen Wochen hatte mir Wiese bei einem Treffen in Frankfurt noch gestanden, dass es für ihn als deutschstämmigen ehemaligen Wertpapier-Broker wahrlich ein Traum sei, erfolgreich eine Goldmine in Betrieb zu bringen.

MayMac Mine

Der beschwerliche Weg zu Gold und Silber – Eingang zur MayMac Mine.                                                                                       Foto: Udo Rettberg

Weit davon entfernt scheint Wiese jetzt in der Tat nicht mehr zu sein; denn die jüngsten Bohrergebnisse des Edelmetallpro-¬ jekts im ehemaligen Goldminendistrikt bei Greenwood und Midway in Kanadas Provinz British Columbia (B.C.) sind vielversprechend. All das löst nicht nur bei Wolf Wiese, sondern auch bei den in der Region Greenwood lebenden Menschen großen Jubel aus; denn die ehemals in erster Linie vom Mining profitierende kleinste Stadt Kanadas gilt als „nostalgiesüchtig“ und hofft auf eine „Rückkehr der guten alten Zeiten“. Greenwood liegt ca 500 km östlich von der Finanzmetropole Vancouver.

Die jüngst vorgelegten Bohrergebnisse von Golden Dawn (GOM.V – 0,11 can$ / 3G8A.DE – 0,085 €) lassen den Schluss zu, dass das Explorations-Team ganz offensichtlich wieder auf die in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr oder weniger verloren gegangene hochgradige Goldvene gestoßen ist. Sicher ist das allerdings noch nicht.

Die weiteren Arbeiten müssen finanziert werden – ohne Geld geht im „Mining“ nämlich gar nichts. Positiv zu werten ist in diesem Kontext, dass es dem Unternehmen trotz des extrem schwierigen Umfeldes für Junior-Minengesellschaften in den vergangenen Monaten gelungen ist, sowohl in Kanada als auch Deutschland frisches Eigenkapital einzusammeln. Positiv stellt sich zudem dar, dass auf den Liegenschaften von GOM auch heute noch eine vor vielen Jahren genutzte Mühle existiert. Mit neuen Explorations-, Förder- und Verarbeitungs-Technologien soll der seit Jahren ruhende Komplex jetzt wieder in Betrieb genommen werden. Die Unternehmensstrategie für die kommenden Monate sieht eine Fokussierung der Bohraktivitäten und der Explorations-Tätigkeit auf die May-Mac-Mine rund 3 km westlich der Ortschaft Greenwood vor.

Laufende Erkundungsbohrungen und Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten sollen die „Renaissance“ von GOM vorantreiben. „Die Bohrung 6 hat eine Zone mit Gold-Silber-Mineralisierung bestätigt“, sagt Wiese strahlend. Bohrloch BF15-06 habe den Haupterzgang unterhalb der Stollen 6 und 7 durchteuft. Dort war der Erzgang bei vorherigen unterirdischen Erschließungsarbeiten vor Jahren verloren gegangen. Die Bohrung durchteufte Quarzerzgangab- schnitte mit Sulfidmineralisierung. Experten sehen das als typisches Zeichen für eine existierende Silber- und Goldmineralisierung. Wiese erklärt in diesem Kontext, dass die Ergebnisse nahezu identisch seien mit der Mineralisierung, die in früheren Jahren in Stollen 6 gefördert wurde. Das macht Hoffnung.

Greenwood

Greenwood damals – Goldvorkommen waren über Dekaden hinweg die Lebensader für die kleinste Stadt Kanadas.                                          Foto: Udo Rettberg

Der obere mineralisierte Abschnitt in Boh- rung BF15-06 kann durchaus als ein großer Meilenstein im Explorationsprogramm be- zeichnet werden. Hierdurch wird nämlich bestätigt, dass sich die Silber-Gold-Minera- lisierung um etwa 60 m bis zu Ebene 7 und noch ein Stück darüber hinaus erstreckt. Dies lässt auf ein großes Potenzial für die Abgrenzung einer weiteren Mineralisie- rung in den Gebieten ober- und unterhalb von Ebene 7 schließen. Darüber hinaus durchteufte die erwähnte Bohrung BF15-06 in einer Tiefe von 298,6 bis 307,0 m (Abschnitt von 8,4 m) eine zweite Zone mit Quarzerzgängen unterschiedlicher Gehalte an Bleiglanz und Sphalerit (Blei- und Zink- sulfidminerale) sowie grobkörnigem Pyrit. Die Erfahrung zeigt: In diesem Konzessi- onsgebiet in der kanadischen Provinz Bri- tish Columbia stehen solche Funde häufig in Zusammenhang mit erhöhten Goldwerten.

Die Explorationsarbeiten halten nach Anga- ben des Unternehmens an. So ist Bohrung 7 mittlerweile allerdings abgeschlossen – Ergebnisse sind in den kommenden Tagen zu erwarten. Zudem wird Bohrung 8 in diesen Tagen niedergebracht. Die Proben aus den jüngsten Bohrungen wurden unter Aufsicht von Dr. Mathew Ball (P.Geo.) in seiner Eigenschaft als für Golden Dawn tätiger qualifizierter Sachverständiger ent- nommen und an das Fachlabor von Met-Solve Analytical Services in Langley (B.C.) überstellt.

Die im Rahmen der jüngsten Bohrungen ge- fundenen Erzgehalte sind vielversprechend: Bis zu 776 g Silber pro Tonne auf 0,4 Meter Länge und bis zu 9,85 g Gold pro Tonne auf 0,3 Meter Länge durchteuften die Geologen in ihren aktuellen Diamant-Bohrungen. Das zuvor erwähnte Bohrloch BF15-06 wies auf einer Länge von 4,4 Metern etwa 195 g/t Silber, 1,97 g/t Gold sowie beachtliche Gehalte an Blei und Zink auf.

Was schon GOM-Minen-Manager Brian McClay vor Wochen bei unserem seinerzeitigen Treffen in Frankfurt am Main andeutete, scheint durch die jüngsten Bohrergebnisse bestätigt zu werden. Denn auch der im Rahmen der Bohrungen festgestellte hohe Gehalt an Silber spricht eindeutig dafür, dass es sich hier um ein so genanntes „Epithermal System“ handelt. Dieses wiederum weckt bei GOM-Vorstandschef Wolf Wiese die Hoffnung, dass jene hochgradige Goldvene wiedergefunden wurde, die in den 80er Jahren bereits zum Teil ausgebeutet worden war, nach der dann in der Folge jedoch wegen der damaligen Baisse der Rohstoffpreise nicht weiter gesucht wurde.

GOM-Aktienkurs auf Bodensuche

Chart3

Quelle: Barchart

Epithermal System

Epithermale Gold-Lagerstätten sind gangförmige Lagerstätten, in denen Gold, Silber und Buntmetalle in wirtschaftlich nutzbaren Mengen vorkommen. Allerdings ist in erster Linie Gold prinzipieller Rohstoff epithermaler Lagerstätten. Gold kommt dabei sowohl in gediegener Form als auch in legierter Form mit Silber vor.

Phantasie für Spekulanten – Für Gold-Spekulanten könnten in der GOM-Aktie zudem folgende Facts von Bedeutung sein.
A – Golden Dawn verfügt in der Nähe der MayMac-Mine sowohl über eine Mühle als auch über andere Erzverarbeitungs-Kapazitäten. Der Wiederbeschaffungswert dieser Verarbeitungs-Anlagen liegt wohl nach Angaben von Fachleuten nur geringfügig unter der aktuellen Marktkapitalisierung der GOM-Aktie von 5,36 Mio. can$

B – Das historische Goldgebiet rund um Greenwood und Midway lockt derzeit auch die „big guys“ der Goldbranche. So hat sich die Kinross Gold Corp jüngst mehrere Claims in der Nähe der zu Golden Dawn gehörenden MayMac Mine gesichert. Das wiederum weckt zwar Übernahme-Phantasie, würde allerdings wohl die Träume von Wolf Wiese mit Blick auf die Eröffnung einer eigenen Mine zerplatzen lassen.

Risiken nicht unterschätzen – Wolf Wiese hat es vor geraumer Zeit selbst auf den Punkt gebracht. Rohstoff-Investments sind ungleich riskanter als Kapitalanlagen in andere Bereiche der Wirtschaft. „Wer in Explorations-Unternehmen und in Junior-Minengesellschaften investiert, muss im schlimmsten Fall mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen“, sagt Wiese. Anleger müssen darüber hinaus auch wissen: Die GOM-Aktie muss als wenig liquide betrachtet werden. Ein weiteres Risiko ist darin zu sehen, dass das Unternehmen für die weitere Erschließung und Ausbeutung der Mine auf die zusätzliche Beschaffung von Kapital angewiesen ist.

Udo Rettberg – Mitte Dezember 2015

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Gold: Balsam für verletzte Anleger-Seelen.pdf