Mitten im Leben – Die versteckte Inflation

Mitten im Leben – Die versteckte Inflation 2017-04-12T21:17:04+00:00

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Mitten im Leben

Die versteckte Inflation

Die Menschheit sieht sich dem Druck der Hyper-Inflation ausgesetzt! Was – Sie glauben das nicht? „Du redest Quatsch“, sagt ein Kumpel, als ich offen diese These in die Welt setze.  Klar – Notenbanken sind aktuell verzweifelt. Stabilitätswächter hatten früher die  Inflation als klares „Feindbild“. Mario Draghi & Co bekämpfen heute nicht mehr die Verbraucherpreisinflation. Im Gegenteil:  Der volkwirtschaftliche  Feind ist die Disinflation oder Deflation. Aus Sicht der Notenbanken ist Deflation ein schlimmeres Übel als Inflation. Mit diesem Phänomen können EZB, Fed und andere Notenbanken nicht wirklich umgehen.

Kakteen

Vorsicht, Stacheln – die unsichtbare Inflation piekst! Foto: Udo Rettberg

Klar – ich habe  Mario Draghi bereits im April 2015 zum Kampf gegen  Deflation geraten: „Sir, geben Sie jedem EU-Bürger für zwei Jahre monatlich 5000 € als Geschenk. Versehen Sie das Geld mit einem Verfalldatum von 2 Jahren und beschränken Sie den Zweck des Geldes allein auf den Konsum. So kurbeln Sie die Wirtschaft an, bekämpfen die Disinflation / Deflation, bringen  die Inflation zurück ins Spiel an und gewinnen durch die Inflationierung der Schulden auch den Kampf gegen das Schuldenproblem. Und wenn Sie in der Folge wieder auf die Konjunkturbremse treten müssen, dann stehen Ihnen wieder bekannte  Steuerungsmechanismen zur Verfügung…….“ Na klar – Mario D. hat nicht geantwortet.

Vielleicht geht es Mario Draghi und Janet Yellen, seiner US-Kollegin, ja ähnlich und beide haben über die Zeit hinweg geheime Erkenntnisse gewonnen. So wie ich auch.  Haben beide längst bemerkt, dass sich die Inflation ganz heimlich still und leise  im Niemandsland versteckt hält. Diese Inflation taucht indes einfach nicht in den ökonomischen Statistiken auf, obwohl sie uns längst alle im Griff hat. Ich jedenfalls erhebe Anklage mit Blick auf die versteckte Inflation, die uns allen so übel mitspielt.

Meine Kritik richtet sich nicht gegen Notenbanker, sondern gegen die  Wirtschaft, Behörden und Ämter. Vielleicht hat sich Mario Draghis Sekretärin ja inzwischen auch längst beschwert. Denn wenn sie z.B. Flüge oder  Bahnfahrten für den großen Meister buchen oder einen Termin für die Wartung des Dienstwagens planen  muss, dann geht es ihr möglicherweise wie mir und vielen anderen Menschen. Dann gerät auch Marios Sekretärin möglicherweise in den Griff des Übels Inflation.

Das kann nicht sein, werden sie sagen. Doch das ist so – mit Sicherheit!, Wo – um Gottes willen, ist die Inflation gegenwärtig“, schüttelt ein befreundeter Banker ungläubig den  Kopf – so nach dem Motto: „Du hast keine Ahnung!“  Aber der Schuh der Inflation drückt – an vielen Stellen. Deutschland ist längst kein Dienstleistungsland mehr. Eigentlich sollte der Kunde König sein.  Ja, der Fokus liegt auf dem Wort „sollte“. Ich rate Dienstleistern – großen und kleinen –  Dienstleistung und Service ernst zu nehmen. Meine Forderung: „Leistet endlich Dienst am Kunden – es darf nicht umgekehrt sein.“

Hey, Ihr großen Dienstleister, die ihr gegenüber dem Kunden Dienste erbringen solltet  – Ihr habt die Situation völlig  falsch verstanden, Nicht der Kunde muss Euch gegenüber Dienstleistungen erbringen – es sollte anders herum sein. Ihr lasst Euch für eigentlich von Euch zu erbringende Dienstleistungen im so genannten Serviceland Deutschland bezahlen. Haben Sie, werte Leser, in jüngster Zeit mal versucht, eventuell bestehende Fragen von den großen Dienstleistern rasch geklärt zu bekommen oder zum Beispiel Buchungen vorzunehmen. Ich vermute, es ist Ihnen nicht immer leicht gefallen.  Und hier sind wir am Punkt. Denn exakt an dieser Stelle hat sich die Inflation versteckt, unter der ich jedenfalls wahnsinnig leide. In modernen Industrieländern trägt der Diensleistungssektor rund 75 % zum Bruttoinlandsprodukt bei

Dort, wo sich früher nette Damen und Herren von der Deutsche Lufthansa AG, von der Deutsche Bahn AG,  der Post, von Banken, von Behörden, von  Assekuranzfirmen  oder anderen unzähligen Dienstleistern um die Belange der Kunden kümmerten, werde ich – will ich was erreichen – inzwischen selbst zum Handeln gezwungen. Früher war ich in 15 Minuten am Telefon mit meiner Lufthansa-Buchung fertig – heute dauert es oft mehr als 30 Minuten, bis ich per Anruf durchkomme und meine Wünsche geäußert habe. Denn meine Geduld wird auf die Probe gestellt: „Bitte 1 wählen, wenn…. –  bitte 2 wählen, wenn …. – geben Sie jetzt die 25stellige Kundennummer ein …… – haben Sie sich etwa vertippt? – dann tippen Sie wieder auf die 1 wenn Sie …. – tippen Sie auf 2 wenn Sie ……Jetzt nehmen wir gerne die 25stellige Kunden- nummer noch einmal auf ……….. Ooooh Mann!

All das kostet Zeit, Nerven, Gesundheit …… und damit Geld. DAS ALSO IST INFLATION PUR. Aber zugegeben – vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt oder zu dumm, modernen technologischen Anforderungen  zu genügen. Die Welt hat sich verändert: Früher waren Menschen für Menschen da – heute ist Technik für Menschen da – und funktioniert dann oftmal noch nicht einmal.

Diese Schilderungen betreffen einfache Fälle. Wenns dann in der Folge aber wirkliche Probleme gibt, dauert es Tage, Wochen, Monate – ja Jahre, weil niemand zu erreichen ist, der verantwortlich ist. Meine „Freunde“ vom Kölner „Airline-Nichtdienstleister“ sind hier Profis. Ja, ja – Carsten Spohr, CEO der Deutsche Lufthansa AG, weiß, wovon ich rede. Meine Initiative „Nie wieder Lufthansa läuft nach wie vor……………

Lufthansa, Bahn, Post & Co – sie alle wälzen Inflation aus ihrem Entstehungsbereich  auf ihre Kunden ab. Der Kunde ist mehr oder weniger  gezwungen, all das hinzunehmen. Für Kunden ist Zeit aber Geld – all das katapultiert die wahre Inflation der Menschen in ungeahnte Höhen. Wann kommt die Gegenbewegung? Wann entdeckt der erste Dienstleister das neue/alte „Geschäftsmodell Service“? Irgendjemand wird begreifen, dass die Rückkehr zum Dienstleistungs-Standort Deutschland eine  Marketing-Waffe sein kann.                                                                                                     Udo Rettberg