Die Geheimfavoriten in Wall Street

Die Geheimfavoriten in Wall Street 2017-04-12T21:17:04+00:00

Event Reports


Zitate, Zitate, Zitate ……………

Was andere NICHT gesagt haben

Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat. Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika! Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird n‘ bisschen Krieg gemacht.

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In diesen Tagen wird dieser Spruch bewusst durch die Cloud „getrieben“, den angeblich Kurt Tucholsky  im Jahr 1930 gesagt haben soll. Die Betonung liegt auf SOLL. Als überzeugter Tucholsky-Fan bin ich aber sicher, dass sich der Meister seinerzeit nicht wirklich mit Leerverkäüfen und Derivaten beschäftigt hat. Also: Ein Gag. Aber: Gut gemacht!   

USA IM HIGHTECH-RAUSCH

Die Geheimfavoriten in Wall Street

Wer in diesen Tagen einen Blick auf das bunte und vielseitige Unternehmens-Spektrum der US-Wirtschaft wirft, kommt nicht umhin, eine phantastisch erscheinende Entwicklung im Bereich Hochtechnologie zu konstatieren. Auf zahlreichen Gebieten ist es im Hightech-Sektor über die vergangenen Jahre hinweg zu wahren Quantensprüngen gekommen. Die großen Treiber sind dabei bahnbrechende Entwicklungen wie die Digitalisierung 4.0, die zunehmenden Anforderungen an „big data“,  die  Dynamisierung in der Telekommunikation sowie im Bereich Artificial Intelligence, das Internet of Things (IoT) sowie hohe Anforderungen im Sektor Cybersecurity. Auch zahlreiche andere Innovationen zum Beispiel im Gesundheits-, Pharma- und Biotechbereich überzeugen.  Die US-Wirtschaft nimmt – wen überrascht es – auf all diesen Gebieten eine Führungsrolle ein. Aktien dieser Sektoren zählen zu den Top-Favoriten oder aber zu den Geheimfavoriten. Die Präsentationen von zwei Tech-Firmen geben Aufschluss.  

WIFI ist heute

Verkabelung war gestern – WIFI ist heute – was kommt morgen?                                                                   Foto: Udo Rettberg

Die Cavium Inc. (CAVM – 61$) –  Anbieter von Halbleiter-Produkte und –Lö-sungen – ist einer jener Namen, die in Deutschland eher nur Profis bekannt sind.  Cavium ermöglicht durch seine leistungsstarken Produkte die rasche, intelligente und reibungslose Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten und Prozessen innerhalb von Kommunikations-Netzwerken. Besonders interessant  erscheinen dabei auch Lösungen, die Cavium privaten Verbrauchern im Bereich „Smart Home” bietet. „Unser Kerngeschäft entwickelt sich gut“, bringt ein Sprecher des Unternehmens auf der RJ-Conference die Dinge auf den Punkt. Entscheidend in diesem Industriezweig seien vor allem die Faktoren Schnelligkeit und Sicherheit beim Eingang von Daten, bei deren Verarbeitung, Analyse und  Weiterleitung.

Allerdings verweist der Cavium-Sprecher für sein Unternehmen auf den negativen Fakt von Sanktionen der US-Regierung, die das Geschäft mit einem chinesischen Kunden betreffen, auf den immerhin 1 bis 2 % der Cavium-Umsätze entfallen. Auf die Frage nach den Kunden von Cavium antwortet der Sprecher vielsagend: „Unsere Kunden sind das who-is-who der Tech- und Netzwerk-Branche“.

Cavium-Aktie

Beispielloser Höhenflug

chart 1

In diesem Kontext nennt er Namen wie Siemens, Samsung, Alcatel-Lucent, Aruba Networks, Cisco, Citrix, F5 Networks Furukawa Electric, GE Fanuc, IBM, Juniper, Motorola ECC, Netgear, Nokia, Radisys, und Qualcomm. Von großer Bedeutung sei, dass die entwickelten Produkte besser programmierbar seien als die Produkte der Wettbewerber. Bei Cavium ist man selbstbewusst und sieht sich selbst als Marktführer auf vielen Gebieten. Dies sei nicht zuletzt auch auf die zum Einsatz kommenden ausgeklügelten Algorithmen zurückzurückführen.

Die stark system-integrierenden Erzeugnisse des in San Jose / Kalifornien ansässigen Unternehmens werden zur Verbesserung der Funktionalitäten im Bereich von Firmen-Datenzentren, in der drahtlosen Kommunikation sowie der Breitband-Kommunikation eingesetzt. Die Anwendung reicht dabei von Video-Streamings und Video-Konferenzen bis hin zu HD-Kameras und Multi-Channel-Servern. Von besonderer Beachtung empfinde ich die Rolle, die Cavium sowohl direkt als auch indirekt im Bereich Cybersecurity heute bereits spielt und in Zukunft wohl noch stärker einnehmen wird. Das Unternehmen ist neben San Jose mit Tochtergesellschaften in Massachusetts sowie in Indien aktiv.

An nackten Zahlen gemessen erscheint die Cavium-Aktie auf dem aktuellen Niveau recht großzügig bewertet zu sein. Mit anderen Worten: Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate ist ein Teil der positiven Perspektiven bereits in der aktuellen Kursentwicklung enthalten. Der 2015er Gewinn je Aktie in Höhe von 0,42 $ dürfte in diesem Jahr bei anhaltend guter Technologie-Konjunktur auf 1,20 bis 1,30 $ steigen. Dies würde indes noch immer einem “stolzen“ KGV in Höhe von rund 50 entsprechen. Allerdings sind die Börsianer bekanntlich seit vielen Dekaden bereit, wirklichen Wachstumsaktien ein höheres KGV zuzubilligen.


PREMIER INC (PINC – 32 $)  ist ein vergleichsweise neuer börsengelisteter Player am  amerikanischen Gesundheitsmarkt. Das früher vollständig im Besitz der Mitgliedsfirmen des Gesundheitswesens in den USA befindliche  Unternehmen ist erst seit rund 2,5 Jahren an der Aktienbörse gelistet, nachdem die bisherigen Anteilseigner zunächst 22 % ihrer Aktien an der Nasdaq-Börse an interessierte Aktionäre abgegeben hatten.

Nachdem einige Altaktionäre in der Folge dann von ihrem Recht zum Verkauf weiterer Anteile Gebrauch gemacht hatten, ist der  Anteil der börsengelisteten Premier-Aktionäre inzwischen auf 32 % gestiegen.  Gerade hierin ist für neue Aktionäre jedoch auch ein nicht unerhebliches Kursrisiko zu sehen; denn wenn sich im Verlaufe der Zeit Altaktionäre weiterhin von auf dieser Seite bestehenden Aktienpositionen trennen wollen, könnte Druck auf den Aktienkurs entstehen.

Das komplexe Geschäftsmodell von Premier umfasst a) die gesamte Angebotskette medizinischer Produkte und Dienstleistungen und b) den so genannten Performance-Service. Der Performance-Bereich liefert über ein so genanntes SaaS-System zahlreiche medizinische Daten und Analysen an die Akteure des gesamten Gesundheits-Spektrums (also Ärzte, Kliniken, Berater, Medizintechnik-Unternehmen etc).  „In der Analyse von Gesundheits- und Medizindaten ist das Unternehmen Marktführer“, sagt einer der der Präsentation beiwohnenden Fondsmanager. Das wiederum versetzt die Premier-Kunden  in die Lage, die selbst erbrachten Leistungen an denen sowohl einzelner Konkurrenten als auch des Gesamtmarktes zu messen. Dadurch lassen sich zum Beispiel Vergleiche im Hinblick auf die Qualität, die Sicherheit und die Kosten der selbst erbrachten medizinischen Dienstleistungen anstellen.

Premier wurde im Mai 2013 in Charlotte North Carolina gegründet.  In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen aufgrund der starken Finanzposition acht Medizinbranchen-Unternehmen übernommen, und so seine Dienstleistungs-Angebot auf eine breitere Basis gestellt. Abzuwarten bleibt, ob sich das derzeit von vielen Seiten kritisierte US-Gesundheitssystem nach der im letzten Quartal des Jahres anstehenden US-Präsidentschaftswahl stark verändern wird. „Wir kennen alle Schwächen des Systems“, wies der Premier-Sprecher in Orlando darauf hin, dass man sehr rasch auf Veränderungen im Bereich Healthcare reagieren könne und werde.  „Wir sind hervorragend positioniert für die Zukunft“,  so die starken Worte des Managements.

Premier Inc.-A-Aktie

Suche nach stabiler Basis

Chart 2

 „Schließlich kennen wir den Markt seit vielen Jahren bestens“, hieß es ergänzend nicht zuletzt mit Hinweis auf das erfahrene Management-Team. Nicholas Jansen, Analyst von Raymond James, rechnet mit einem  Anstieg des Gewinns je Aktie um fast 10 %. Das Premier-Management selbst hat für das laufende Jahr einen Gewinn je Aktie zwischen  1,57 und 1,65 angekündigt. Positiv zu werten ist die nur geringe Verschuldung. „Wenn sich eine Übernahme-Gelegenheit bietet, können wir bei der Finanzierung jederzeit auf eine bestehende Kreditlinie zurückgreifen“, erklärt der Premier-Sprecher, der gleichzeitig betont, dass das Unternehmen einen streng diszipinierten finanziellen Ansatz bei Übernahmen und Fusionen verfolgt.

In der Gesundheits-Branche genießt PINC einen exzellenten Ruf. Zum neunten Mal in Folge wurde das Unternehmen vom Etmisphere Institut als „ethischste Gesellschaft der Welt“ ausgezeichnet. Die Präsidentin und Vorstandsvorsitzende Susan DeVore nahm diese Nachricht mit großer Freude auf.