Aktienbörsen

Aktienbörsen 2017-05-11T15:26:37+00:00

Die Erde bebt 40

Drohende  Eiszeit

28.04.2017, also 98 Tage ndjti

Einige bezeichnen die Lage betont vornehm als „große Unruhe“. Andere sprechen deutlicher und klarer von barbarischen Taten und Kriegsgefahr.  Für mich steht fest: Die Welt befindet sich längst im Kriegsmo- dus –  so wie ich es seit Jahren ankündige.  Auch wenn sich die mächtigen Bonzen und Kriegsherren ge- genseitig die Schuld zuschieben, so ist klar: Schuld sind sie alle gemeinsam. Mir soll keiner erklären, dass es nur einen  Schuldigen für  unzäh- lige abscheuliche Taten auf dem Globus gibt. Klar: Schuld sind alle – auch die sich als Friedensengel“ aus- gebenden USA. Was den Politik-Versagern über Dekaden gefehlt hat, war und ist die Fähigkeit, den Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft zu richten und Gefahren zu erkennen.  Alles wird vom „Diktat des Geldes“ bestimmt.

 

 

Die Unruhestifter dieser Welt haben den Krieg über Jahre hinweg „geschickt“ vorbereitet und u.a. durch Hassbotschaften, Schuldzuweisungen und Kriegsspiele inszeniert. Erschwert wird die Lage dadurch, dass in einigen Hoheitsgebieten inzwischen neue Sheriffs – so in England, in der Türkei – drohgebährend ihre Colts ziehen.  In anderen Ländern wie Frankreich und Deutschland stehen wichtige wegweisende Wahlen auf der Tagesordnung. Donald Trump trägt als neuer US-Sheriff ein gerüttelt Maß Schuld am recht frisch und eisig wehenden Wind des Krieges. Aber der Casino-Pleitier ist aus meiner Sicht nur das letzte Teil in diesem Kriegspuzzle. Vor der Ära Trump – meine neue Zeitrechnung lautet: der 28. April ist Tag 98 nach DJTI, nach Trumps Amtsantritt.   Zuvor schon hatten andere „Feldherren“ aus Russland, Syrien, Nordkorea, der Türkei, aus dem arabischen und islamischen Raum sowie auch aus „EU-Europa“ die „War-Scenery“ vorbereitet. An- gela Merkel hat sich – wohl mit dem Wissen ihrer gigantischen Fehlleistungen während der vergangenen Jahre – zuletzt selbst ein etwas anderes Image der Zurückhaltung auferlegt. Kein Wunder: Sie muss tagtäglich über die verheerenden Sünden ihrer fremden „Schützlinge“ lesen. Arme Angie!!

 

Das Ziel: Zerstören und wieder aufbauen – Konkret geht es den politisch Mächtigen – den Gehilfen des Großkapitals – darum, die bestehenden Systeme abstürzen und vernichten zu lassen, Teile der Erde zu zerstören und Milliarden von Menschen ins Jenseits zu schicken. Den Plan, die menschliche Rasse dann  vorübergehend „auf anderen Planeten zu parken“, werden sie wohl nicht umsetzen können – dazu reicht die Zeit nicht. In einigen Jahren – so ist der Plan des Großkapitals  – soll die Erde (mit einer deutlich geringeren Bevölkerung) nach dem Kriegsgebrüll dann wieder lebenswert ge- macht werden.

 

Peking ist auf dem Beobachterposten – Wer sich seit Dekaden im Bemühen um den globalen Dirigentenstab geschickt im Hin- tergrund hält, ist die VR China. Deren Präsi- dent Xi Jinping ist eine auf den ersten Blick positiv auffallende Erscheinung im welt- weiten Präsidenten-Zirkus. Im Übrigen: Auch

 

Eurosklerose – Die neue alte Krankheit –  Die EZB – das hat sich zuletzt erwartungs- gemäß bestätigt – hat erkannt, dass eine Abkehr von der „Politik der Dummheit“ eine noch größere Dummheit wäre. Die Leitzinsen im Euro-Raum bleiben unverändert und auch die monatlichen Bond-Aufkäufe durch Marios Leute bleiben bei 60 Mrd. € p.a. auf bis- herigem Niveau. Und dies, obwohl die Er- holung der Euro-Volkswirtschaften nach Beo- bachtung der EZB angeblich „zunehmend so- lide“ wird. Einige Analysten sprachen zuletzt bereits vom „Wiederwachen Europas“. Ich habe da so meine Zweifel. In Europa herrscht nach wie vor Chaos. Die EZB-Vertreter wissen genau, dass die angebliche Stabilität der Wirtschaft sowohl in Europa als auch in den USA auf Sonderfaktoren (Nullzins, Ölpreistief, fiskalische Ankurbelung) beruht und die Situation durch die Inkaufnahme gigantischer Schuldenlasten (auf staatlicher, unternehme- rischer und privater Ebene) nur erborgt ist.

 

 

 Nebenbei bemerkt

Die riesigen Risiken


Wer ein gewisses Alter überschritten hat, erkennt an der eigenen Konstitution die Schwächen und Gebrechen von Menschen. Noch bedenklicher ist: Diese Schwächen verstärken sich in der Regel mit fortschreitendem Alter. Das aber heißt auch: Der 70jährige Donald Trump ist im Weißen Haus an der Schaltstelle der Welt wie viele andere Politiker vor ihm der falsche Mann für die Rolle des Global Leaders. Denn aus Washington berichten sie, dass Trump als Starrkopf auch nicht bereit ist, auf den Rat seiner Umgebung zu hören. Daraus resultieren riesige Risiken. Das macht nachdenklich.



Nur Donald weiß, wie es wirklich geht. Menschen müssen in diesen Zeiten den Ein- druck gewinnen, dass die meisten politischen Entscheidungsträger vor der Zeit Donald Trumps einfach „saudumm“  gewesen sein müssen. So jedenfalls ist DonJohns Auftreten zu erklären. Donald Trump stellt die Welt auf den Kopf, stellt fast alle Entscheidungen seiner Vorgänger in Frage und bereitet die Welt auf einen Krieg vor. Das, was Trump tut, hat mit Säbelrasseln allein nichts zu tun. Die Welt steht (wie ich das seit Jahren prophe- zeie) ganz, ganz nahe am nächsten Weltkrieg. Ich habe bisher dafür plädiert, dem neuen Präsidenten eine Chance zu geben, weil eine 19 Billionen-Dollar-Volkswirtschaft wie die USA nun wirklich nicht über Nacht neu ausgerichtet und justiert werden kann.

Aber – Donald Trump hat inzwischen zig Chancen durch sein dümmliches Auftreten bereits vertan. Vor allem ist er nicht in der Lage, argumentativ zu überzeugen, weil ihm offensichtlich auch das geistige und mensch- liche Rüstzeug dazu fehlen.  Entscheidend wird jetzt u.a. sein, wie seine Ideen (bezüglich Handelsabkommen, Deregulierung, Steuern und Infrastruktur) umsetzbar sind und ob sie wirken.  Von einem Plan sollten Donald und seine Hilfssheriffs im Weißen Haus Abschied nehmen – nämlich von der Idee, dass staat- liche Ankurbelungsprogramme nicht letztlich zu noch höheren Staatsschulden führen. Diese Idee hat damals bei Ronald Reagan nicht funktioniert und dürfte auch bei Trump & Co nicht funktionieren. Solides Wirtschaften sieht anders aus – leider haben sie (nämlich die Politiker) das in der Welt vergessen. Sie laden (im Auftrag der Bigones und Extriches) alle Last auf den Schultern der Bürger ab.

Schuldig fühlen sie sich dabei nicht. Immerhin hat der blondgelockte Deutschstämmige in Washington jetzt sinngemäß zugegeben, dass er sein altes Leben vermisse. Heißt das etwa, dass er sich von seiner aktuellen Aufgabe überfordert fühlt? Donald Trump würde so etwas wohl nicht offen zugeben. Liebe Amerikaner, bitte, bitte tut Donald Trump den Gefallen und der Welt damit auch – setzt ihn als Präsident ab. Schickt ihn täglich auf den Golfplatz, gebt ihm den Job des TV-Mode- rators und des Casino-Players zurück. Doch was geschieht wirklich: Nach dem Motto „nur ich treffe die richtigen Entscheidungen“ bla- miert sich das Lügenmaul aus dem Weißen Haus täglich. Überraschend kommt das für mich nicht. Und so ist zu erwarten, dass das von Trump & Co gesetzte Ziel einer Wachs- tumsrate von 3 % wohl nicht erreichbar ist. Wall Street scheint das ähnlich zu sehen; denn ein Vergleich der 100-Tages-Amtszeit von US-Präsidenten zeigt Trump  mit + 5,6 % nur auf Rang 4 hinter Bush sen., Kennedy und Clinton.

 

 

S&P 500 Aktienindex – Warten auf Trump’sche Impulse

    Quelle: Barchart

 


Zinstrend als Wegweiser – Das wird auch Janet Louise Yellen in ihrer Rolle als Fed-Chefin bei der Geldpolitik berücksichtigen. Stärkere Zinsanhebungen sind nicht zu er- warten. Ein Blick auf die Zinsen zeigt die konjunkturelle Ernüchterung Wall Streets. Nachdem die Rendite 10jähriger „Treasu- ries“ – US-Staatsanleihen – als Folge des Trump-Siegs in 28 Tagen von seinerzeit  1,8 % bis auf 2,6 % gestiegen ist, kam es wieder zur Ernüchterung. Zehnjährige „Treasuries“ rentieren nach 2,05 % wieder mit 2,3 %.
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Bcc
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Der Planet bebt  – noch immer – Was sind die Auslöser für das Beben auf diesem Planeten? Klar, man könnte in diesem Kontext viel tiefer in die Geschichte einsteigen, könnte sich dort Erklärungsmuster und möglicherweise auch Lösungen holen für das im Inneren aufkommende Unverständnis. Nun – das fällt mir schwer; denn ich  habe in den vergangenen Dekaden fest daran geglaubt, die Menschheit habe gelernt, habe vermutet, Zivilisation und Humanität hätten sich durchgesetzt. Das war eine Fehlannahme.

 

Bei Reisen in 98 Länder der Welt hatte ich diesen Eindruck über die vergangenen Dekaden hinweg gewonnen – und ich habe daran geglaubt, dass mit der Globalisierung beinahe optimale Bedingungen für eine Fortschreibung und Weiterentwicklung des „Menschlichen“ gegeben seien. Das war eine Fehlannahme. Dies vor allem deshalb, weil in westlichen Regionen Humanität „gelebt“ wurde, dass dies jedoch nicht in andere (ärmere) Regionen der Welt weitergereicht worden ist. Und dabei hatten alle doch so stark auf positive Effekte des Internet vor allem mit Blick auf die Bildung gehofft. Hoffnungen und Träume brachen sich Bahn.

 

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Nebenbei bemerkt

Völlig versagt


Heute muss ich (erneut) erkennen, dass ich über 40 Jahre hinweg darin versagt habe, den Deutschen die Themen Finanzen und Börse zu erläutern. Über diesen langen Zeitraum hinweg habe ich mich bei einer deutschen Zeitung intensiv auch mit dem Thema Finanz-Derivate beschäftigt. Der Erfolg war bescheiden – offensichtlich. Doch dann kommt Dekaden später ein russischer Irrer, zündet Bomben am Bus eines Fußballclubs und schon beschäftigt sich die gesamte Republik mit dem Thema „Puts“. So geht das!!!!!


 

Doch weit gefehlt. Wenig ist geblieben, nichts hat sich durchgesetzt. Auch nicht in den gut entwickelten, vom Wohlstand gesegneten Ländern des Westens. Viele begreifen, dass dieser Wohlstand a) nur auf Kosten der vom Westen ausgebeuteten Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und b) durch den Aufbau riesiger Schuldenberge erreicht wurde. All das werden  unsere Kinder und Kindeskinder zurückzahlen müssen – eines Tages – in irgendeiner Form. Was das Heute diktiert, ist die Auswegslosigkeit, die Hoffnungslosigkeit und die Chancenlosigkeit Mord und Totschlag brechen sich Bahn. Manche Menschen sind stark genug, die Dinge zu verkraften und aktiv nach Auswegen zu suchen – andere wiederum verzweifeln, und ziehen sich zurück, wollen ihr Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit suchen.  Die Gefahr einer globalen Rezession und Depression ist sehr groß. Dritte gehen mit Gewalt in die Offensive.


Nebenbei bemerkt

Egoismus pur


Ich muss mich wundern, wenn ich in diesen Tagen von unzähligen US-Amerikanern weiterhin fast Tag für Tag immer wieder höre, Trump sei ein Mann des Volkes. Ha, ha, ha ……………. Sie haben es noch immer nicht begriffen, dass der ehemalige Casino-Pleitier ein Vertreter des Establishments ist. Sie sollten wissen: Die vom egoistischen Mehrfach-Milliardär Trump geplante Steuerreform läuft u.a. darauf hinaus, sein eigenes Vermögen zu steigern. Doch ich befürchte, dass die US-Bürger viel zu spät erwachen werden



Die Zahl der Konjunkturskeptiker steigt – Ich habe Steen Jakobsen als einen klugen und weitsichtigen Ökonomen kennengelernt. Mit Blick auf die Lage der Welt  schwammen wir in den vergangenen Jahren nicht selten auf einer Wellenlänge – vor allem bei den Prognosen der Weltwirtschaft und der Rohstoffmärkte. Zugegeben: Meine vor rund drei  Jahren abgegebene Prognose einer globalen Rezession ist nicht eingetroffen. Aber dies vor allem deshalb, weil ich mir nicht vorstelle konnte, dass die Notenbanken ihre „Geldpolitik der Unvernunft“ wirklich bis ins Letzte ausspielen würden.

Nun – die Zinsen sind über 3 Dekaden hinweg geradezu dramatisch gefallen – in den USA von fast 20 % auf null %. In Europa sind sie sogar in negatives Territorium gerutscht. Heute sagt Steen Jakobson,  Chefökonom der Saxo Bank, eine globale Rezession sei in den kommenden 12 bis 18 Monaten sehr wahr- scheinlich. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 60 % – ähnlich äußern sich Südafrikas Ned- bank und andere Fachleute. Wenn ich mir die zurückhaltenden Prognosen der von mir sehr geschätzten IWF-Chefin Christine Lagarde anschaue, dann bleibe ich bei meiner sehr, sehr skeptischen Sicht der Weltwirtschaft.

 


Die besten Anlageklassen

A – Aktien                                                                            – 15 %
B – Anleihen *                                                                    — 00 %
C – Bargeld/Liquidität                                                      — 30 %
D – Gold/Silber/Platin (physisch + Aktien)                 — 55 %

* Der mit Blick  auf Anleihen-Investments weiter empfohlene Anteil von 0 Prozent gilt für Neu-Engagements. Zahlreiche Investoren halten in ihren Depots indes noch langlaufende Anleihen mit Kupons von 3 bis 5 % oder sogar höher. Solche Bonds weisen heute enorme Kursgewinne auf. Diese Anleger sollten über eine Reduzierung ihres Bond-Anteils nachdenken. Denn die 35jährige Anleihen-Hausse hat ein Ende gefunden.  Nach dem Trump‘schen Sieg ist auf lange Sicht mit einem weiteren Zinsanstieg zu rechnen. Das Risiko von Kursverlusten in Anleihen-Investments ist groß. Vor dem Hintergrund der niedrigen Renditen sind Festverzinsliche allgemein wenig interessant. Erst bei einem Anstieg der Bondrenditen über die Marke von 4 % erscheint der Aufbau von Bond-Investments wieder sinnvoll. Das aber dürfte noch eine gewisse Zeit dauern, so dass vorerst noch Geld in Aktien fließt. – Aber: Auch bei Aktien dürfte sich die Stimmung in den kommenden Monaten verschlechtern. Ein nachhaltiger Aktienkurs-Einbruch ist wahrscheinlich.

Diese Liste der Asset-Classes enthält keine Angaben über empfohlene Quoten von Immobilien- oder Alternativ-Investments wie Private Equity, Hedge Funds, Farmland. Forstland, Kunst etc. Sie beschränkt sich vielmehr auf liquide Assets, die börsentäglich an Wertpapier- und Terminbörsen ge- und verkauft werden können. Der Aktienanteil wurde nicht verändert.

Aktien  Die Aktienquote wurde weiter reduziert. Hier sollte der Fokus weiter auf künftigen Megatrends sowie auf von Anlegern „gehasste“ Branchen liegen – so z.B. Öl- und Pharmaaktien. Interessant sind auch Agrar- und Wasseraktien. Darüber hinaus sollten in der Digitalisierungs-Ära Technologiefirmen – z.B. Drohnen, Fintech, Biotech, 3D-Beschichtung und Marihuana – Beachtung finden. Langfristig scheinen Aktien von Freizeitunternehmen (Sport, Kunst, Kultur) als Investment interessanter zu werden.

Gold- und SilberPositionen haben wegen des starken Dollars für Euro-Anleger wieder an Wert gewonnen. Wir halten unseren Edelmetall-Anteil unverändert hoch. Das Goldpreisziel auf Sicht von 5 Jahren liegt unverändert bei rund 2800 $ je Feinunze.

Energie-Metalle Wir haben vor einem Hype im Bereich Lithium gewarnt, der sich dann auch eingestellt hat. Jetzt aber scheint der Bereich der Energie-Rohstoffe (Lithium, Kobalt, Vanadium und Graphite) wieder interessanter zu werden.

Real Estate Wenn wir in den vergangenen Monaten die Hausse an den globalen Immobilienmärkten mit Vorsicht betrachtet und die Gefahr einer Überhitzung aufgezeigt haben, so werden wir jetzt z.B. in Vancouver, London und anderen gehypten Standorten bestätigt, wo die Preise – ausgenommen Frankfurt – leicht gefallen sind.

Wichtiger Hinweis: Es empfiehlt sich grundsätzlich, Derivate wie Optionen oder Futures zur Absicherung bestehender Kurs- und Preisrisiken von Aktien und anderen Vermögenswerte einzusetzen. Das hat sich gerade in den vergangenen Jahren als Erfolgsrezept bewährt.

  1. April 2017 http://www.udorettberg.de/images/PDF/DEB40.pdf http://www.udorettberg.de/images/PDF/DEB40.pdf

 

Die Erde bebt 38
Hohlköpfe und Diktatoren

Sieh an! Wie verlogen ist doch diese Welt – jedenfalls in weiten Teilen. Wie verlogen sind vor allem die Bigones und Extriches, die regierenden Despoten und ihre unzähligen Handlanger. Der Ursprung des jüngsten Aufschwungs liegt in der bunten Kredit-Welt. Mit anderen Worten: Der Aufschwung ist „erborgt“ – der Bürger muss in der Welt der Diktatoren letztlich die Zeche zahlen. 10.3.2017

Die alte Börse in Brüssel zu einer Zeit, als die Welt noch in Ordnung war – oder doch nicht?          Foto: Udo Rettberg

Ich glaube, dass ich mich verhöre, wenn ich in diesen Tagen immer mehr der so genannten Verantwortlichen aus der Szene der Notenbanken, Geschäftsbanken sowie der Vertreter aus Politik und Wirtschaft davon sprechen höre, man habe erkannt, die Nullzinspolitik der Notenbanken schade der Finanz- markt-Infrastruktur in der Welt und somit auch dem Vermögen der Menschen im allgemeinen.
Das sind die Erkenntnisse der großen und mächtigen dieser Welt – der von mir als „Bigones“ bezeichneten, die diese Welt voll im Griff haben (wollen). Michael Gorbatschow zeigte kürzlich die Gefahr eines neuen Weltkriegs auf. Doch diese Erkenntnis war bei mir bereits vor vielen Jahren gereift. Und wenn „Gorbi“ und andere also heute von zunehmender Kriegsgefahr sprechen, dann bin ich darüber sehr traurig. Nicht so sehr, wegen dieser Prognose an sich, sondern weil Banken, Analysten, und Kommentatoren vor sechs bis sieben Jahren meine diesbezüglichen Kommentare belächelt haben. „Du willst Dich letztlich nur interessant machen“, haben mir jene, die aufgrund ihrer Position wesentlich häufiger gelesen und gehört werden als ich, immer wieder vorgeworfen.

Keine Sorge: Hier in der „Villa Mario“ in Frankfurt werden sie schon eine Lösung finden – oder?           Foto: Udo Rettberg

Jetzt wollen sie unter der Führung des blondgelockten Deutschstämmigen in New York und Washington das „Geld- und Zinsdoping“ der Vergangenheit durch eine fiskalpolitische Überdosis ergänzen und ersetzen – wie dumm ist das eigentlich? Klar – machbar ist all das; denn die Politiker können’s halt per Dekret verfügen. Denn es ist ja letztlich nicht ihr Geld. Es geht dabei nur da- rum, den durch Inkaufnahme gigantischer Schuldenberge „erborgten“ Wohlstand zu sichern und die eigene Macht zu erhalten. Und wer profitiert davon am meisten? Klar, natürlich die Megareichen dieser Welt, die inzwischen nicht nur wirtschaftlich das Sagen haben, sondern in Person von Trump, Putin, Erdogan u.v.a.m leider auch politisch sagen, wo es lang geht.
Mit anderen Worten: Diese Nonsens-Politiker profitieren durch ihre Firmen überdurchschnittlich vom „Doping“ der Fiskalpolitik. Neue Schulden-Spritzen unter dem Mäntelchen einer angeblich vor allem für die Bürger bzw. in deren Interesse aufzubauenden besseren Infrastruktur sollen der Kickstarter für die „Reflationierung“ der Weltwirtschaft sein.

So oder ähnlich jedenfalls denken DonJohn und seine Helfer. Hier in den USA und anderenorts wird weiterhin künstlich kreiert, was in Zukunft letztlich die Bürger bezahlen müssen, von dem letztlich aber vor allem die Reichen (Unternehmen, Unternehmer und das Großkapital) profitieren werden. Das Ganze wird dann in Kriegen gipfeln, die derzeit nicht nur in Europa durch dummes Gerede bestimmter Dummköpfe angezettelt werden. Wer glaubt denn schon daran, dass Donald T mit seiner Wirtschaftspolitik einen sich selbst tragenden Konjunkturaufschwung herbeizaubern wird?
Die USA werden unter Trump mehr Schulden machen, weil das gigantische Infrastrukturprogramm über mehr Schulden finanziert und gleichzeitig die angekündigten Steuersenkungen für Menschen umgesetzt werden sollen. Trump wird zum Zauberer werden müssen, will er seine Ziele erreichen. Und die Notenbank wird das Ganze finanzieren. Nicht, indem sie Bäume fällt und neues Geld druckt, sondern weil sie einfach ihre Bilanz durch das synthetische Anhängen von „Nullen“ aufbläht. So geht solides Haushalten durch die „Nullen der Weltpolitik“ heute.


Der Aufschwung ist „Fake News“

Die Menschheit sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie belogen wird. Aus ökonomischer Sicht war die Welt seit Dekaden nicht mehr so unsolide und instabil wie heute. Die angebliche aktuelle Erholung der Wirtschaft in den westlichen Industriestaaten ist aus meiner Sicht „Fake News“ – darin sind DonJohn & Konsorten ja geübt.
Denn der angebliche Aufschwung ist – das muss jeder wissen – auf der einen Seite künstlich und auf der anderen Seite durch Sonderfaktoren kreiert. Zum einen durch unsinnige Geschenke der Notenbanken mit ihrer Nullzinspolitik und zum anderen durch den zeitweiligen Verfall der Energiepreise um zeitweise mehr als 80 %. Zinsen von 6 % auf 0 % – Rohöl von 155 $ auf 25 $ je Barrel. Es sind diese Sonderfaktoren, die die Wirtschaftswelt bewegen.
Hinzu kommt: Die Regierungen haben über Dekaden hinweg über ihre Verhältnisse gelebt und die Staatsschulden auf neue gigantische Rekorde getrieben. In Europa und vor allem Deutschland wird sich das in den kommenden Jahren auch dadurch zeigen, dass die Kosten für die Flüchtlingswelle am Wohlstand nagen. Sie sprechen zwar vom flüchtlingsbedingten Aufschwung, doch wissen sie genau, dass dieser Aufschwung durch nicht vorhandenes Geld (also Schulden) finanziert wird. Wie verlogen ist die Regierung in ihrer Argumentation.
Und dann jubeln sie in Deutschland derzeit auch noch über ein Plus im jüngsten Haushalt. Schäuble & Co. vergessen allerdings gleichzeitig, dass sie über die Dekaden hinweg ein gigantisches Loch in den Staatshaushalten aufgebaut haben. Man sollte halt lernen, die Zusammenhänge zu sehen………….


Und wenn sie jetzt davon reden, neue Arbeitsplätze geschaffen zu haben, dann wissen sie auch, dass all das auf Kosten der Bürger geschehen ist – durch Inkaufnahme von Schulden. Ich habe mir zuletzt mehrere Reden von Angela Merkel aufmerksam angeschaut – die Worte Verschuldung oder Staatsverschuldung kamen darin nicht vor. Was Merkels Reden prägt, sind staatsmännische oder staatsweibliche Worte – ohne problemlösende Inhalte. Kluge Wissenschaftler haben zuletzt gefordert, das Thema Überschuldung im Alter und Altersarmut selbst in einem vergleichsweise reichen Land wie Deutschland zeitnah anzugehen, sonst „droht in unserem Land ein verheerendes Elends-Bild“, so die Folgerung. Aber das will niemand hören – selbstverständlich nicht.

Ich habe eine Menge Freunde und Bekannte in den USA – und allen zolle ich meinen Respekt, meine Hochachtung. Ich komme bei genauer Analyse zu dem Schluss, dass wohl keiner von ihnen DonJohn – den Bad Dürkheimer „Bub“ – zum Präsidenten gewählt hat. Sollte das versehentlich doch der Fall gewesen sein, dann haben alle „meine Leute“ inzwischen wohl ihre Meinung geändert – so hoffe ich zumindest …….

Wer die Argumente und Aussagen von Leuten wie Recep, Donald, Vladimir und anderen auf ihren Intelligenz-Gehalt überprüft, der wird rasch erkennen: Es gibt smartere Leute auf diesem Planeten. Und exakt hier sehe ich eine riesige Gefahr. Wem es an Intellekt mangelt, der neigt zu unbedachten „Machthandlungen“. Wenn also Macht und Money das Geschehen diktieren, könnte die Welt noch näher an den Abgrund rücken. Das Vermögen von heute könnte sehr rasch im Nichts verschwinden, und Sparer und Anleger die Tränen in die Augen treiben.

Gold – Korrektur bietet chancen

Quelle: Barchart

Apropos Intellekt: DonJohn Trump will neue Arbeitsplätze in Industrien schaffen, die zu den „Gestrigen“ zählen. Vielleicht sollte Trump einmal schauen, wo die Arbeitsplätze von morgen aufgebaut werden. Es werden wohl vor allem die Themen Hightech, 3D, AI, Virtual Reality, Biotech, Roboterisierung, fahrerlose Autos etc etc etc sein, die das Morgen bestimmen. Und es werden weniger die Branchen Stahl, Chemie & Co sein. US-Milliardär Mark Cuban hat Trump kürzlich empfohlen, sich vor öffentlichen Äußerungen besser zu informieren und möglicherweise Internet-Suchmaschinen einzuschalten und zu nutzen. Er spielt damit auf einen Mangel an „modernem Wissen“ auf Seiten des Präsidenten an. Nun – ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, altersbedingt mitreden zu können, wenn es um die Themen von morgen geht. Und: DonJohn ist ja schließlich noch älter als ich – viel älter!!!!

Die Folge der zuletzt in den USA und in Europa angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen könnte sein: Die Konjunktur springt an und bei den Notenbanken werden inflationäre Alarmglocken in Bewegung gesetzt. Die Zinsen werden steigen, denn weder Yellen noch Draghi werden sich wohl ihren politischen Herrschern widersetzen. Die Menschen werden glücklicher, weil ihr Arbeitsplatz sicherer erscheint, obwohl auch dieser neue Aufschwung letztlich erstunken und erlogen sein wird. Und wenn irgendwann die Sondereffekte Öl und Zins nicht mehr wirken, erhöht man halt (wie Donald T.) den Rüstungsetat und löst neue Kriege aus. So einfach ist die Welt. Es lebe die Unverfrorenheit. Das wird ein Sieg der Dummheit!!

Es wird allerhöchste Zeit, dass sie sich in Tokio, Washington, Berlin, Brüssel und den anderen Hauptstädten vor allem mit dem Thema Staatsverschuldung beschäftigen. Obwohl – warum eigentlich? Hier wissen sie doch, dass letztlich alles auf den Wähler abgewälzt werden kann – eines Tages, wenn die alten Währungssysteme kollabiert und die Wähler vielleicht erwacht sind, es aber gleichzeitig zu spät für den „Gang auf die Straße“ und für die nächste Revolution ist. Es lebe die Diktatur. Udo Rettberg / New York


Die besten Anlageklassen

A – Aktien – 20 %
B – Anleihen * — 00 %
C – Bargeld/Liquidität — 25 %
D – Gold/Silber/Platin (physisch + Aktien) — 55 %

* Der für Anleihen-Investments weiter empfohlene Anteil von 0 Prozent gilt für Neu-Engagements. Zahlreiche Investoren halten in ihren Depots langlaufende Anleihen mit Kupons von 3 bis 5 % oder sogar höher. Solche Bonds weisen heute enorme Kursgewinne auf. Diese Anleger sollten über eine Reduzierung des Bond-Anteils nachdenken. Die 35jährige Anleihen-Hausse hat ein Ende gefunden. Nach dem Trumpschen Sieg ist auf Sicht mit einem Zinsanstieg zu rechnen. Das Risiko von Kursverlusten in Anleihen-Investments ist daher stark gestiegen. Vor dem Hintergrund der niedrigen Renditen sind Festverzinsliche allgemein wenig interessant. Erst bei einem Anstieg der Bondrenditen über die Marke von 4 % erscheint der Aufbau von Bond-Investments wieder sinnvoll. Das aber dürfte noch eine gewisse Zeit dauern. — Ergo: Bei Aktien dürfte sich die Stimmung in den kommenden Monaten verschlechtern.
— Diese Liste der Asset-Classes enthält keine Angaben über empfohlene Quoten von Immobilien- oder Alternativ-Investments wie Private Equity, Hedge Funds, Farmland. Forstland, Kunst etc. Sie beschränkt sich vielmehr auf liquide Assets, die börsentäglich an Wertpapier- und Terminbörsen ge- und verkauft werden können. Der Aktienanteil wurde nicht verändert.
— Da Gold- und Silber-Positionen wegen des starken Dollars für Euro-Anleger kaum an Wert verloren haben, erschien eine vorübergehende Reduzierung des Edelmetall-Anteils nach dem Trump-Sieg sinnvoll. Nach dem dann folgenden Preisrückgang am Goldmarkt auf unter 1130 $ je Feinunze haben wir den Edelmetall-Anteil zulasten der Liquidität dann wieder aufgestockt. Das Goldpreisziel auf Sicht von 5 Jahren liegt unverändert bei rund 2800 $ je Feinunze. – Dass wir vor rund zwei Monaten vor dem Hype im Bereich Lithium gewarnt haben, hat sich als richtig herausgestellt.
— Es empfiehlt sich grundsätzlich, Derivate wie Optionen oder Futures zur Absicherung bestehender Kurs- und Preisrisiken von Aktien und anderen Vermögenswerte einzusetzen. Das hat sich gerade in den vergangenen Jahren als Erfolgsrezept bewährt.
— Wenn wir in den vergangenen Monaten die Hausse an den Immobilienmärkten mit Vorsicht betrachtet und die Gefahr einer starken Überhitzung aufgezeigt haben, so werden wir jetzt z.B. in Vancouver, London und anderen gehypten Standorten bestätigt, wo die Preise – ausgenommen Frankfurt – gefallen sind.
— Bei Aktien sollte der Fokus auf künftigen Megatrends sowie auf von Anlegern „gehasste“ Branchen liegen – so z.B. Öl- und Pharmaaktien. Darüber hinaus sollten Anleger in der Digitalisierungs-Ära bei Technologie-Firmen auf die Gewinner von morgen – z.B. Drohnen, Fintech, Biotech und Marihuana – setzen. Langfristig bieten sich Aktien von Freizeitunternehmen (Sport, Kunst, Kultur) als Investment an.


 

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Die Erde bebt – 27

Das eigene Grab

Der Mensch ist ignorant und egoistisch – er besinnt sich vor allem auf sich selbst. Die Verantwortung für  kommende Generationen sind oftmals eine zu schwere Bürde. Der homo sapiens denkt an sich selbst zuerst, er will sorglos leben, will genießen. Mit einer solch verantwortungslosen Art gräbt er nicht nur sein eigenes Grab, sondern reißt andere mit ins Verderben                            Von UDO RETTBERG

Rettungsring

Rettungsringe dürften bald gefragt sein.                                                                                                         Foto: Udo Rettberg

Menschen stecken in der Regel nicht zurück.  Grund: „In the long run we are all dead“, soll der große Ökonom John Maynard Keynes vor vielen Jahren gesagt haben. Mit diesem Wissen agiert die Menschheit auf diesem Planeten seit jeher eigensinnig und kurzsichtig. Wie kritisch es um die  Erde bestellt ist, wie nahe die Welt dem Abgrund und am alles Menschliche zerstörenden Rutsch in eines der unzähligen schwarzen Löcher im Universum steht, zeigen die Visionen und Aktionen angeblich ganz Weiser. Diese bereiten die Flucht auf andere Planeten vor.

Die „Groß-Groß-Großkopferten“ feierten zuletzt– unter Führung ihres Super-Chefs Johnny Tuttie  Picturemountain – in Sachsen ein Freudenfest.  Diese elitäre Gruppe  holt auf  dem Planeten Erde die Kriegsspielzeuge aus den Waffenarsenalen und bereitet den nächsten Weltkrieg vor. Die  grell-roten Warnsignale leuchten. Menschen sollten ihren Ängsten und Gefühlen freien Lauf geben, voller Wut auf die Straße  gehen und den Diktatoren und Dumpfbacken unter dem Motto „Wir sind das Volk“ die Stirn bieten.

Der Mensch ist zu schwach – Vieles aber spricht dafür, dass  der Mensch zu schwach ist, solche Probleme zu lösen. Das Universum und das Allmächtige werden wohl die Aufgabe der anstehenden „großen Korrektur“ übernehmen müssen. Möglicherweise haben mehrere Asteroiden bereits Kurs aufgenommen. Vorher aber werden sich möglicherweise die Prognosen von gigantischen Erdbeben erfüllen, die dann hunderte von Millionen Menschen  das Leben kosten könnten. In Kalifornien (an der sich seit Dekaden „reibenden“ San-Andreas-Verwerfung) zum Beispiel oder dort, wo die europäische Erdplatte seit vielen Jahren an der asiatischen Erdplatte  explosiv aufeinanderstoßen. Und dass Asien seit langem in dieser Hinsicht als Gefahrenherd bekannt ist, erhöht das Risiko.

Freunde aus den USA weisen mich in diesen Tagen auf  Meldungen von Wissenschaftlern der  dortigen Gesundheitsbehörde CDC hin, die ein E-Coli-Bakterium – einen neuen Super-Erreger – entdeckt haben wollen, der gegen alle Arten von Antibiotika immun sein soll. Beim G7-Gipfel in Japan wurde offiziell vor schwerwiegenden Auswirkungen solcher Keime auf die Weltwirtschaft gewarnt. Die Gefahr, in eine post-antiobiotsche Zeit abzutauchen, scheint für die Menschheit zuzunehmen. Endzeitstimmung also????

Querdenker sehen u.a. zwei Auswirkungen Zum einen wird durch solche Seuchen-Meldungen die Bedeutung und Daseinsberechtigung der Pharmaindustrie in den Fokus gerückt. Und zum anderen ließe sich so die im Hintergrund offensichtlich angestrebte Verringerung der Weltbevölkerung begründen. Was Krebs, Ebola und Zika-Virus sowie andere Seuchen über Dekaden hinweg nicht gelang, ist möglicherweise neuen Super-Erregern vorbehalten. Auch der Zika-Virus sorgt für Schlagzeilen; denn einige Gesundheitsexperten gaben offiziell die Empfehlung ab, eine Absage der Olympischen Spiele in Brasilien zu erwägen. Klar, das IOC  sprach sich – wohl auch mit Blick auf die finanziellen Folgen – dagegen aus.  Und dass Chemtrail nicht mehr nur eine Verschwörungstheorie ist, glauben inzwischen auch immer mehr Menschen.

Wenn ich zuletzt in einem Interview mit dem CEO einer deutschen Bank etwas gedankenlos den Begriff „Überbevölkerung“ gewählt hatte, dann wurde ich von meinem Gesprächspartner sehr rasch zurechtgestutzt – wohl zurecht. „Was ist über, wer ist übrig und sagen Sie mir, wer die Folgen dann entscheiden will“, fragt er mich verständnislos.  Anschließend kam es zu einer sehr langen Diskussion zu diesem Thema, die nicht nur bei den gigantischen ökologischen Problemen und beim Krisenthema Klimawandel landete.

Der geborgte Wohlstand ist nicht haltbar – Die ökonomischen und finanziellen Probleme der Welt erscheinen vor diesem Hintergrund unbedeutend und winzig.  Was ist eine Staatsverschuldung von mehr als 150% des BIP schon gegen die Gefahr des Weltuntergangs? Wenn man das Ganze aus ökonomischer und finanzieller Sicht betrachtet, dann ist das halt nur ein Blickwinkel. Vielleicht werden wir in der Stunde Null den Politikern sogar Lob dafür aussprechen, dass sie uns über Jahrzehnte hinweg den „geborgten Wohlstand“ geboten haben

Teilverrohung der Gesellschaft – In Deutschland sprechen Regierungskreise von einer „Teilverrohung der Gesellschaft“ und sie meinen damit auch, dass die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Flüchtlinge geringer wird. Nun sollten Sie in den Parlamenten mit Blick auf die Teilverrohung auch den Finger auf sich selbst richten. Was verroht ist, sind auch Maßnahmen, die Regierungen gegen ihre Bürger beschließen. Ich wiederhole mich: Die Regierungen haben versagt – kläglich. Und das über viele Jahre hinweg. Sie haben zugelassen, dass Demokratie auf vielen Gebieten nur noch eine leere Worthülse ist.

Ich behaupte, die Bigones und Extriches und ihre Handlanger (Regierungen und Notenbanken) haben gezielte Maßnahmen zur Störung der Demokratie getroffen. Der Grund: Sie haben erkannt, dass die Erde bebt, dass das aktuelle System keine Überlebenschance hat – politisch, ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich. Ihr Ausweg ist allein das Chaos – also ein Umfeld, in dem sie Bürgern klarzumachen versuchen, dass die harte Hand notwendig ist. Ich jedenfalls stelle mich auf das Schlimmste ein. Wer Politikern Intellekt, Fachwissen, Verstand und Vernunft zutraut, der wird wohl schon bald eines Besseren belehrt.

Der Bürger muss in den Fokus rücken – Heute wäre für die Menschheit noch Zeit, auf die Straße zu gehen und den Dumpfbacken in den Schaltzentralen zu erklären, dass die Gesamtheit der Bürger bei künftigen politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen muss. Wer glaubt, dass der Ausweg der Krise aus Sicht der Freunde von Johnny Tuttie Picturemountain nicht in einem Weltkrieg liegt, der ist ein Optimist. Wenn ich mich mit diesen Gedanken auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte fokussiere, dann komme ich zu dem Schluss, dass die „Great Depression“ der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wohl nur ein Vorspiel dessen war, was uns alle in den kommenden Jahren erwartet.

Sie haben der Welt über Dekaden ein Schneeballsystem zugemutet – haben riesige Staatsschulden aufgebaut und die Tilgung und Zinszahlung durch eine immer höhere Schuldenlast „garantiert“. Für solche Ponzi-Schemes sind viele Geschäftsleute für lange Zeit in den Knast gegangen.  Als „Retter“ dieses Systems kommen nur die Bürger selbst in Frage. Und zwar „Otto Normalverbraucher“ der über die geplante Abschaffung des Bargelds bereits auf „harte Schritte“ vorbereitet wird. Keine Frage: Die Steuern und Abgaben werden steigen. Der Zugriff auf das Vermögen der Menschen ist zwangsläufig – auch auf Immobilien und Grundstücke. Wenn Experten derzeit zur Kapitalanlage in Immobilien raten, dann vergessen sie dabei, dass Regierungen vor Dekaden bereits schon einmal Zwangshypotheken auf Immobilien eingeführt haben.

Charles Ponzi lässt grüßen – Heute versuchen die Eliten, das unsinnige Spiel der „Ponzi-Schemes“  mit Hilfe der Notenbanken durch Nullzinsen oder Negativzinen auf eine neue „Schwachsinns-Ebene“ zu heben.  Inzwischen gehen die Visionen weiter: Mein Vorschlag an Mario Draghi, EU-Bürgern für zwei Jahre monatlich je 5000 € (ausschließlich für den Konsum) zu überweisen und das Geld mit einem Verfalldatum zu versehen, hat zu keiner Reaktion des italienischen Gosa-Getreuen geführt.  Irgendwann (ich gebe zu: ich kenne weder Zeitraum noch Zeitpunkt) wird das System „crashen“.  Und dann versuchen die Kapitalanleger in der Folge allesamt durch eine Tür zu flüchten. Diese Tür wird sich dann als Nadelöhr erweisen.

Wenn sich die Zöglinge von Johnny Tuttie Picturemountain mit ihren global aktiven Freunden aus der Szene der Bigones und Extriches –  den Golsas,  Roschies, Jäpiemos und Rockies – treffen und das Geschehen in der Welt in ihre Richtung  lenken, dann geht es wieder rund. Dann wird zwar nicht unbedingt in die Hände, aber anderen (nämlich den Armen und den Normalos) in die Suppe gespuckt. In dieser Phase ist aber auch eine verdammte  Vorsicht angesagt – nicht nur hier in Dresden/Sachsen, sondern auch an anderen Orten dieses wild durch das Universum wabernden Planeten.

Nix Genaues weiß man nicht – Denn sowohl hier als auch in anderen Teilen der Welt gilt: Nix Genaues weiß man nicht über die Bigones und Extriches, also die besonders Großen und Mächtigen und die Superreichen. Eines ist aber klar: Johnny Tuttie Picturemountain I – der Chef des mächtigen Gebildes – und seine wenigen Freunde wollen noch reicher werden. Die Demokratie haben sie bereits getötet, jetzt wollen sie die Welt noch stärker kontrollieren. JTP I.  kann nicht zulassen, dass sich die Gewichte verschieben. Dazu bietet er seinen „Handlangern“ Machtgarantien.

Bekannt ist nur, dass die sich als besonders mächtig empfindenden Top-Politiker auf dem Planeten in erster Linie den Wünschen und den Befehlen der Bigones und Extriches beugen (müssen). Sie tun das als Handlanger dieser Bigones nicht zuletzt auch deshalb, weil sie ihren eigenen Status – nämlich ihre vermeintliche Macht und ihren Mini-Reichtum – behaupten wollen.

 

Die Penunzen der Bigones – Nur wenige, oder besser gesagt kaum jemanden interessiert die andere Seite der Medaille. Auch wenn die Weltbank vage Zahlen nennt, ändert sich nichts am eigentlichen Übel. Denn Zahlen sind – ähnlich wie Namen – halt Schall und Rauch. Von den rund 7,3 Mrd. Menschen auf dem Planeten Erde leben 5,6 Mrd. Menschen laut Weltbank in extrem ärmlichen Verhältnissen . Diesen 5,6 Mrd. Menschen stehen täglich weniger als jeweils 2 $ pro Tag zum Leben zur Verfügung. Von diesen 5,6 Mrd. Menschen sind einige Millionen auf der Flucht  – und zwar dorthin, wo die Johnny Tuttie P’s ihren Super-Reichtum untergebracht haben. Die ärmsten der Armen  suchen Zuflucht in den G7-Nationen – also in Europa und Nordamerika. Hier haben die JTP’s dieser Welt ihren Super-Reichtum natürlich sehr gut abgeschirmt. Mit anderen Worten: Die Penunzen der Bigones und Extriches  sind sehr gut versteckt.

Der Inzucht vorbeugen – Ich gebe zu: Mir fehlt es an Wissen, Erfahrung und Intelligenz. Aber es ist ja gut, wenn in der Regierung die wirklich sachkundigen Menschen sitzen. Die, die auf alles eine Antwort haben, eine Lösung kennen  – und selbst wenn diese Antwort noch so schwachsinnig ist. Europa werde „in Inzucht degenerieren“, hat ein in Berlin sitzender Bundesfinanzminister zuletzt angeblich gesagt und so die Immigrationspolitik der Angie-Regierung  verteidigt. Hat dieser Minister etwa verschlafen, dass z.B. Deutschland seit mehr als vier Dekaden unzählige Einwanderer integriert hat  – Italiener, Spanier, Türken, Polen, Portugiesen und Menschen aus vielen anderen Nationen? In einer freien und offenen Gesellschaft, in einer grenzenlos erscheinenden Welt war Inzucht kein aktuelles Thema und wird es in diesem Jahrhundert wohl auch nicht sein. Wer die eigene dümmliche Politik mit solchen schwachsinnigen Argumenten begründet, macht sich lächerlich. Die Wählerumfragen scheinen diese Sicht der Dinge zu bestätigen.

 

Türkei – Europas Krisenherd brodelt. – „Es gibt so viele Probleme und so viele wirklich wichtige Dinge auf diesem Planeten, für die es gilt, Lösungen zu finden.“,  erkläre ich meinem Kumpel Recep am Telefon als unsere Diskussion auf die Armenien-Resolution des Bundestages kommt. Recep kennt sich in der Geschichte recht gut aus. Der Tod von 1,5 Mio. Armeniern wurde in der Resolution des Bundestats als Völkermord beschrieben, was in der Türkei zu wütenden Protesten führte. Ich gebe zu – ich kann die türkische Reaktion verstehen. Denn niemand kennt wirklich die Wahrheit, viele haben ihre eigene Meinung und haben dadurch auch „ihre Wahrheit“.  Dieser Blödsinn des Bundestages  war in meinen Augen völlig überflüssig.

Gehirn einschalten

Vor Inbetriebnahme des Mundwerks bitte Gehirn einschalten.                                                                                       Foto: Udo Rettberg

Öl ist ja heute so billig, da kann man es ruhig verbrennen. „Wie kann man nur so dämlich sein, in einer solch angespannten geopolitischen Lage noch mehr Öl ins Feuer gießen“, frage ich Recep. Dieser wiederum hat durchaus  Verständnis für die deutsche Seite. „Vielleicht braucht Deutschland diese Art der Vergangenheitsbewältigung“, mutmaßt er.  Ich aber bleibe bei meiner Meinung: „Warum beschäftigen sich die weich und super-bequem in ihren Sesseln  sitzenden Politiker  in Berlin nicht mit den wirklich wichtigen Problemen der Welt? Warum unternehmen sie z.B. nichts, um die latente Kriegsgefahr zu mindern, um die explosive Situation in der Frage der Zuwanderungen zu lösen“, frage ich. Politiker sollten – und da wiederhole ich mich – aus der Vergangenheit lernen und dieses Wissen dann zur Gestaltung der Zukunft nutzen. So zum Beispiel die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Flüchtlinge keinen Grund mehr haben,  ihre Heimat zu verlassen. Hier liegt die Lösung für einen Großteil der aktuellen Probleme, wie ich bereits seit Jahren schreibe.

 

Receps Freude ist keine Schadenfreude – „Hochmut kommt vor dem Kniefall“, spricht mir  Recep dann aus der Seele, als unser Gespräch auf seinen Namensvetter aus Ankara kommt.  Den nach eigener Einschätzung  „größten Türken“ hatten sie kurz zuvor in den USA schmerzlich und brutal gegen die Wand laufen lassen. Bei  der Trauerfeier von  „Ali dem Großen“ hatten sie nämlich den geplanten großen Auftritt  von RT Erdogan verboten, was diesen zur beleidigten Rückkehr nach Europa veranlasst hatte. Recep kriegt sich am Telefon vor Lachen nicht ein. „Das ist aber doch wohl keine Schadensfreude – oder“, frage ich ihn.  „Wie könnte es das sein“, sagt Recep. „Den Schaden hat doch das türkische Volk, weil wir hier in Istanbul davon ausgehen, dass unser Sultan die Reise wohl auf Staatskosten unternommen haben dürfte.“ — „Da magst Du wohl recht haben,“ antworte ich.


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In Wissen investieren – Aktienquote reduzieren – Wo sollten Menschen das Kapital anlegen? Eines vorweg: Eine „sichere“ – also risikolose – Kapitalanlage gibt es in einem solchen Umfeld nicht, sieht man einmal von der „Investition in Wissen“ ab. Mein Rat: Bieten Sie Ihren Kindern und Kindeskindern und auch sich selbt die bestmögliche Ausbildung. Die Aktienmärkte profitieren von der weltweit  vagabundierenden Liquidität und dem Umfeld der Null- und Negativzinsen. Die Wachstumsraten sind niedrig (und zwar rund um den Globus), so dass Aktien wenig Phantasie besitzen. Es bietet sich an, bestehende Aktienpositionen über Derivate (Put-Optionen) abzusichern.   Auch Anleihen sind wenig interessant, weil zum einen die Qualität der Schuldner – egal ob Staaten, supranationale Einrichtungen oder Unternehmen – im kommenden Crash stark leiden wird. Dann besteht die große Gefahr, dass Anleihen nichts mehr sein werden.

Gold und Edelmetalle höher gewichten – Als vergleichsweise interessant sind darüber hinaus auch Investitionen in „physisches“ Gold. Das gelbe glänzende Metall – in Schmuckform und in Verbindung mit Diamanten und anderen Edelsteinen der Traum aller Frauen – hat sich über Jahrzehnte hinweg bestens bewährt. Nach dem „Kollaps“ in den 80er Jahren habe ich zwischen einem Preisniveau von 250 und 300 $ je Feinunze nachweislich konsequent zum Einstieg in Gold geraten. Und exakt am bisherigen Hoch bei über 1900 $ habe ich auch öffentlich im Rahmen eines Roundtables in Frankfurt einen Rückfall bis auf 1275 $ prognostiziert. Nachdem Gold dann kräftig auf unter 1200 $ je Feinunze abgesackt war, habe ich die Lage wieder positiver eingeschätzt.

Grundsätzlich halte ich den Aufbau von Goldpositionen (bis zu 40 % des Depots) nicht nur für sinnvoll und angezeigt, sondern auch für dringend notwendig. Allerdings muss sich jeder Anleger im Klaren darüber sein, dass  Politiker und Großbanken ihre Hände wohl in Zukunft nicht vom Goldmarkt lassen werden. Sie werden also (ähnlich wie auf anderen Gebieten) auch den Goldpreis zu manipulieren versuchen, wie sie das bereits in der Vergangenheit getan haben. Und möglicherweise – niemand sollte das wirklich ausschließen – werden die  Politiker versuchen, den Goldbesitz für Privatpersonen zu verbieten.

„The world is too ugly Gold to be weak!“ – Nach wie vor sollten sich Anleger der hässlichen Welt besinnen und darauf vertrauen, dass Gold nicht wirklich schwach werden dürfte. Nach wie vor halte ich für den laufenden Zyklus (genauer gesagt für die nächsten fünf Jahre) an meinem bescheidenen Goldpreis-Ziel von  rund 2800 $ je Feinunze fest. Denn wenn Gold wirklich ein  Inflationsschutz ist, dann sollte das bei der Analyse des Marktgeschehens auch berücksichtigt werden. Die Marke von 2800 $ entspricht dem inflationsbereinigten Hoch, das der  Goldpreis zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erreicht hatte.

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Was andere NICHT gesagt haben

Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat. Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika! Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird n‘ bisschen Krieg gemacht.

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In diesen Tagen wird dieser Spruch bewusst durch die Cloud „getrieben“, den angeblich Kurt Tucholsky  im Jahr 1930 gesagt haben soll. Die Betonung liegt auf SOLL. Als überzeugter Tucholsky-Fan bin ich aber sicher, dass sich der Meister seinerzeit nicht wirklich mit Leerverkäüfen und Derivaten beschäftigt hat. Also: Ein Gag. Aber: Gut gemacht!   

USA IM HIGHTECH-RAUSCH

Die Geheimfavoriten in Wall Street

Wer in diesen Tagen einen Blick auf das bunte und vielseitige Unternehmens-Spektrum der US-Wirtschaft wirft, kommt nicht umhin, eine phantastisch erscheinende Entwicklung im Bereich Hochtechnologie zu konstatieren. Auf zahlreichen Gebieten ist es im Hightech-Sektor über die vergangenen Jahre hinweg zu wahren Quantensprüngen gekommen. Die großen Treiber sind dabei bahnbrechende Entwicklungen wie die Digitalisierung 4.0, die zunehmenden Anforderungen an „big data“,  die  Dynamisierung in der Telekommunikation sowie im Bereich Artificial Intelligence, das Internet of Things (IoT) sowie hohe Anforderungen im Sektor Cybersecurity. Auch zahlreiche andere Innovationen zum Beispiel im Gesundheits-, Pharma- und Biotechbereich überzeugen.  Die US-Wirtschaft nimmt – wen überrascht es – auf all diesen Gebieten eine Führungsrolle ein. Aktien dieser Sektoren zählen zu den Top-Favoriten oder aber zu den Geheimfavoriten. Die Präsentationen von zwei Tech-Firmen geben Aufschluss.  

WIFI ist heute

Verkabelung war gestern – WIFI ist heute – was kommt morgen?                                                                   Foto: Udo Rettberg

Die Cavium Inc. (CAVM – 61$) –  Anbieter von Halbleiter-Produkte und –Lö-sungen – ist einer jener Namen, die in Deutschland eher nur Profis bekannt sind.  Cavium ermöglicht durch seine leistungsstarken Produkte die rasche, intelligente und reibungslose Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten und Prozessen innerhalb von Kommunikations-Netzwerken. Besonders interessant  erscheinen dabei auch Lösungen, die Cavium privaten Verbrauchern im Bereich „Smart Home” bietet. „Unser Kerngeschäft entwickelt sich gut“, bringt ein Sprecher des Unternehmens auf der RJ-Conference die Dinge auf den Punkt. Entscheidend in diesem Industriezweig seien vor allem die Faktoren Schnelligkeit und Sicherheit beim Eingang von Daten, bei deren Verarbeitung, Analyse und  Weiterleitung.

Allerdings verweist der Cavium-Sprecher für sein Unternehmen auf den negativen Fakt von Sanktionen der US-Regierung, die das Geschäft mit einem chinesischen Kunden betreffen, auf den immerhin 1 bis 2 % der Cavium-Umsätze entfallen. Auf die Frage nach den Kunden von Cavium antwortet der Sprecher vielsagend: „Unsere Kunden sind das who-is-who der Tech- und Netzwerk-Branche“.

Cavium-Aktie

Beispielloser Höhenflug

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In diesem Kontext nennt er Namen wie Siemens, Samsung, Alcatel-Lucent, Aruba Networks, Cisco, Citrix, F5 Networks Furukawa Electric, GE Fanuc, IBM, Juniper, Motorola ECC, Netgear, Nokia, Radisys, und Qualcomm. Von großer Bedeutung sei, dass die entwickelten Produkte besser programmierbar seien als die Produkte der Wettbewerber. Bei Cavium ist man selbstbewusst und sieht sich selbst als Marktführer auf vielen Gebieten. Dies sei nicht zuletzt auch auf die zum Einsatz kommenden ausgeklügelten Algorithmen zurückzurückführen.

Die stark system-integrierenden Erzeugnisse des in San Jose / Kalifornien ansässigen Unternehmens werden zur Verbesserung der Funktionalitäten im Bereich von Firmen-Datenzentren, in der drahtlosen Kommunikation sowie der Breitband-Kommunikation eingesetzt. Die Anwendung reicht dabei von Video-Streamings und Video-Konferenzen bis hin zu HD-Kameras und Multi-Channel-Servern. Von besonderer Beachtung empfinde ich die Rolle, die Cavium sowohl direkt als auch indirekt im Bereich Cybersecurity heute bereits spielt und in Zukunft wohl noch stärker einnehmen wird. Das Unternehmen ist neben San Jose mit Tochtergesellschaften in Massachusetts sowie in Indien aktiv.

An nackten Zahlen gemessen erscheint die Cavium-Aktie auf dem aktuellen Niveau recht großzügig bewertet zu sein. Mit anderen Worten: Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate ist ein Teil der positiven Perspektiven bereits in der aktuellen Kursentwicklung enthalten. Der 2015er Gewinn je Aktie in Höhe von 0,42 $ dürfte in diesem Jahr bei anhaltend guter Technologie-Konjunktur auf 1,20 bis 1,30 $ steigen. Dies würde indes noch immer einem “stolzen“ KGV in Höhe von rund 50 entsprechen. Allerdings sind die Börsianer bekanntlich seit vielen Dekaden bereit, wirklichen Wachstumsaktien ein höheres KGV zuzubilligen.


PREMIER INC (PINC – 32 $)  ist ein vergleichsweise neuer börsengelisteter Player am  amerikanischen Gesundheitsmarkt. Das früher vollständig im Besitz der Mitgliedsfirmen des Gesundheitswesens in den USA befindliche  Unternehmen ist erst seit rund 2,5 Jahren an der Aktienbörse gelistet, nachdem die bisherigen Anteilseigner zunächst 22 % ihrer Aktien an der Nasdaq-Börse an interessierte Aktionäre abgegeben hatten.

Nachdem einige Altaktionäre in der Folge dann von ihrem Recht zum Verkauf weiterer Anteile Gebrauch gemacht hatten, ist der  Anteil der börsengelisteten Premier-Aktionäre inzwischen auf 32 % gestiegen.  Gerade hierin ist für neue Aktionäre jedoch auch ein nicht unerhebliches Kursrisiko zu sehen; denn wenn sich im Verlaufe der Zeit Altaktionäre weiterhin von auf dieser Seite bestehenden Aktienpositionen trennen wollen, könnte Druck auf den Aktienkurs entstehen.

Das komplexe Geschäftsmodell von Premier umfasst a) die gesamte Angebotskette medizinischer Produkte und Dienstleistungen und b) den so genannten Performance-Service. Der Performance-Bereich liefert über ein so genanntes SaaS-System zahlreiche medizinische Daten und Analysen an die Akteure des gesamten Gesundheits-Spektrums (also Ärzte, Kliniken, Berater, Medizintechnik-Unternehmen etc).  „In der Analyse von Gesundheits- und Medizindaten ist das Unternehmen Marktführer“, sagt einer der der Präsentation beiwohnenden Fondsmanager. Das wiederum versetzt die Premier-Kunden  in die Lage, die selbst erbrachten Leistungen an denen sowohl einzelner Konkurrenten als auch des Gesamtmarktes zu messen. Dadurch lassen sich zum Beispiel Vergleiche im Hinblick auf die Qualität, die Sicherheit und die Kosten der selbst erbrachten medizinischen Dienstleistungen anstellen.

Premier wurde im Mai 2013 in Charlotte North Carolina gegründet.  In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen aufgrund der starken Finanzposition acht Medizinbranchen-Unternehmen übernommen, und so seine Dienstleistungs-Angebot auf eine breitere Basis gestellt. Abzuwarten bleibt, ob sich das derzeit von vielen Seiten kritisierte US-Gesundheitssystem nach der im letzten Quartal des Jahres anstehenden US-Präsidentschaftswahl stark verändern wird. „Wir kennen alle Schwächen des Systems“, wies der Premier-Sprecher in Orlando darauf hin, dass man sehr rasch auf Veränderungen im Bereich Healthcare reagieren könne und werde.  „Wir sind hervorragend positioniert für die Zukunft“,  so die starken Worte des Managements.

Premier Inc.-A-Aktie

Suche nach stabiler Basis

Chart 2

 „Schließlich kennen wir den Markt seit vielen Jahren bestens“, hieß es ergänzend nicht zuletzt mit Hinweis auf das erfahrene Management-Team. Nicholas Jansen, Analyst von Raymond James, rechnet mit einem  Anstieg des Gewinns je Aktie um fast 10 %. Das Premier-Management selbst hat für das laufende Jahr einen Gewinn je Aktie zwischen  1,57 und 1,65 angekündigt. Positiv zu werten ist die nur geringe Verschuldung. „Wenn sich eine Übernahme-Gelegenheit bietet, können wir bei der Finanzierung jederzeit auf eine bestehende Kreditlinie zurückgreifen“, erklärt der Premier-Sprecher, der gleichzeitig betont, dass das Unternehmen einen streng diszipinierten finanziellen Ansatz bei Übernahmen und Fusionen verfolgt.

In der Gesundheits-Branche genießt PINC einen exzellenten Ruf. Zum neunten Mal in Folge wurde das Unternehmen vom Etmisphere Institut als „ethischste Gesellschaft der Welt“ ausgezeichnet. Die Präsidentin und Vorstandsvorsitzende Susan DeVore nahm diese Nachricht mit großer Freude auf.

 

Event Reports

Was andere sagen:  Zitate, Zitate, Zitate ……


Heute: Charles Barkley

Der ehemalige Basketball Superstar und NBA-Hall of Famer
hat sich jetzt mit der folgenden  Aussage in den
US-Wahlkampf eingemischt:


„Politik handelt vor allem davon, dass reiche Leute arme Leute auspressen und ausquetschen. Denn die armen Leute sind in der Regel zu dumm, um verstehen zu können, dass sie lediglich Schachfiguren in einem Spiel sind. Alle armen weißhäutigen Menschen und alle armen schwarzhäutigen Menschen sowie alle „Hispano-Amerikaner“ sitzen gemeinsam in einem Boot. Sie erhalten keine wirtschaftlichen Möglichkeiten.“

CALLAWAY GOLF – ELY.N

Winners play Callaway

„Sie werden jetzt etwas über eine sehr beeindruckende Recovery-Story erfahren“, macht  Dan Wewer, Wertpapier-Analyst des US-Finanzhauses Raymond James & Associates, die Zuhörer auf die Firmenpräsentation von Callaway Golf Co. (ELY – 8,77 $) im Rahmen der 37th Annual Institutional Investors Conference in Orlando neugierig. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass Wewer mit seiner Wertung richtig liegt. Callaway Golf hat nach schwierigen Zeiten wieder auf den Erfolgspfad zurückgefunden und ist letztlich auch wieder dort, wo es nach Ansicht der Golf-Freaks auch hingehört: Nämlich auf Rang eins der Weltrangliste unter den Golfartikel-Herstellern. „Wir haben die Spitzenposition zurück“, atmet Robert K. Julian, Finanzchef des Unternehmens, sichtlich erleichtert durch

Golfplatz Florida

Malerischer Golfplatz in Boca Raton / Florida.                                                                                                                                                               Foto: Udo Rettberg

Die über viele Jahre hinweg seit der Finanzkrise im Tief befindliche Golfbranche zeigt    Zeichen der Gesundung. „Golf war Luxus und viele Leute haben diesen Sport während der Finanzkrise als etwas Überflüssiges betrachtet“, erklärt Julian. Der Golfsport zeige deutliche Anzeichen einer Stabilisierung, was auch aus den jüngsten statistischen Daten des Weltgolfverbandes PGA hervorgeht. Die Branche hat den harten und steinigen Weg aus der Krise hinter sich gebracht.

„Wir sind mit unseren Golfmarken Great Big Bertha, Apex,  Chrome Soft und Odyssey wieder auf Rang eins in der Welt zurück“, so Julians Mitteilung an die Akteure des Finanzmarktes. Der globale Marktanteil von Callaway Golf ist von 14 % im Jahr 2012 auf aktuell 21 % in die Höhe geschossen. Diese Leistung  sei vor allem auch deshalb besonders erwähnenswert, weil der US-Dollar die globale Wettbewerbsfähigkeit von Callaway nicht unerheblich beeinflusse. Etwa die Hälfte des 2015er Umsatzes von Callaway (nämlich 47 %) wurden außerhalb der USA generiert. Im Jahr 2015 machte der Bereich Hard Goods (also z.B. Golfschläger) rund 61 % des Callaway-Umsatzes in Höhe von 897 Mio. $ aus. Auf den Bereich Golfbälle entfielen rund 17 % des 2015er Umsatzes, den Rest trugen Golf-Textilien und andere Produkte rund um den Golfsport bei.

Golf-Outlet in Orlando

Auch hier im Golf-Outlet in Orlando / Florida hat die „Marke Callaway“ einen guten Ruf.                                                                                                 Foto: Udo Rettberg

Dass das Unternehmen am Weltmarkt für Golfbälle hinter Titleist lediglich auf Rang zwei in der Welt zu finden ist, wurmt den Finanzchef ganz offensichtlich. Das wolle man ändern, so seine „Kampfansage“. Auch eine Kooperation mit dem Flugzeughersteller Boeing soll mit Blick auf neue Materialien, Technologien und Produkte kräftig Impulse bringen. Darüber hinaus hat das Unternehmen Kooperationen mit zahlreichen Sportgröße der Golfbranche (z.B. Tom Watson, Phil Mickelson etc) abgeschlossen.

Für Kapitalanleger ist indes von noch größerer Bedeutung, dass Callaway nach einigen Verlustjahren seit dem Jahr 2014 wieder schwarze Zahlen schreibe. Nach einem Verlust je Aktie von 2,82 $ im Jahr 2011 meldet das Unternehmen für 2015 wegen des starken US-Dollars einen Gewinn je Aktie in Höhe von „nur“ 0,17 $. Für das Jahr 2016 wird von Wall-Street-Analysten indes mit einem kräftigen Anstieg auf über 0,30 $ je Aktie gerechnet.

Nicht zuletzt durch die Eskapaden der Golf-Lichtgestalt Tiger Woods und die Auswirkungen der globalen Finanzkrise wurde Callaway Golf Co dann stark zurückgeworfen, wie auch der Blick auf den Aktien-Chart auf der kommenden Seite bestätigt Dass man dann die Rückkehr an die Spitze heute wieder geschafft hat, ist nicht zuletzt auf die Weitsicht und die Strategie des neuen CEO Oliver G. Brewer zurückzuführen. Brewer war vor geraumer Zeit von Adams Golf zu Callaway gewechselt und hatte das Unternehmen völlig neu aufgestellt.

In diesem Kontext erinnere ich mich an ein recht lange Zeit zurückliegendes Treffen mit dem Firmengründer Ely Reeves Callaway in der Fimenzentrale des Unternehmens im kalifornischen Carlsbad. Bereits vor mehr als 20 Jahren war Callaway der führende Name in der Golfindustrie – also den Herstellern von Golfschlägern, Golfbällen, Golfmode sowie Golfzubehör. Der leidenschaftliche Golf-Fan Ely Callaway hatte damals mit sehr viel Einfühlungsvermögen versucht, auf das wilde Leben des seinerzeitigen „enfant terrible“  der Golfbranche – nämlich John Daly  – einzuwirken.

Die Worte von Ely Callaway klingen mir noch heute im Ohr: „Kehr um John, kehr um – sonst läufst Du direkt ins Verderben“, hatte der Firmenchef seinerzeit leidenschaftlich auf John Daly eingeredet, der angeblich zu sehr dem Alkohol zugeneigt war. Zudem galt „Long John“ lange Zeit auch als glückspiel-süchtig. Klar, John Daly ist bis heute in der erweiterten Weltspitze geblieben, doch der Long-Hitter hätte möglicherweise noch viel mehr aus seinem zweifellos vorhandenen  Talent machen können. Der 2001 verstorbene Ely Callaway hatte das Talent Dalys früh erkannt.

Chart

Positiv zu werten ist heute der Fakt, dass der Callaway Co ganz offensichtlich recht problemlos die Umkehr aus der Verlust- in die Gewinnzone gelungen ist. Das Unternehmen will seinen Namen mit neuen Produkten (im Zeitalter der Digitalisierung z.B. auch durch Aktivitäten im Bereich eSports sowie durch ein gemeinsam mit MGM Grand am „Strip“ in Las Vegas kreiertes Showcase-Produkt „TopGolf“) sowie durch Kooperationen mit Golfsport-Größen weiter stärken. Darüber hinaus ist eine gemeinsame Zusammenarbeit mit dem Langfrist-Kooperationspartner TSI Groove & Sports Co Ltd  – einem führenden Golftextilien-Hersteller  in Japan – angekündigt. Die gemeinsame Tochter in Japan wird mit Golftextilien, Golfschuhen und Golf-Kopfbedeckungen aktiv sein.

Das neue Callaway-Management in Carlsbad zielt in der strategischen Ausrichtung vor allem auf organisches Wachstum, doch wollen Wertpapier-Analysten in der Wall Street auch nicht ausschließen, dass sich die Nummer eins der Golfbranche in Zukunft erfolgreich auf der Gerüchtespur bewegen und Wettbewerber aufkaufen könnte. In der Golfbranche der USA gilt zum Beispiel der Konkurrent Adams Golf aus Plano im US-Bundesstaat Texas als ein möglicher Übernahme-Kandidat.

Auf der anderen Seite dürften auch Überlegungen solcher Visionäre durchaus Sinn machen, wonach Callaway mit einer Marktkapitalisierung von rund 828 Mio. $ sehr gut ins Portefeuille eines der Riesen in der Branche der Sportartikelhersteller wie Nike, Adidas oder Under Armour passen würde. Da auch der Golfsport nach einer devoten Rückkehr zur Vernunft auf Seiten des einstigen Idols Tiger Woods ganz offensichtlich  weltweit wieder an Popularität zu gewinnen scheint, stehen die Zeichen für die Callaway Golf Co. auf Grün. Neben den USA gilt Japan nach wie vor als ein boomender Golfmarkt. Darüber hinaus entwickelt sich auch das Geschäft in China weiterhin recht erfreulich. Am US-Aktienmarkt haben Analysten heute jedenfalls solide Gewinnerwartungen für den Klassen-Primus. Positiv wird in diesem Kontext auch der Fakt gewertet, dass das Management in Carlsbad ein Aktienrückkauf-Programm beschlossen hat.

Udo Rettberg

Udo Rettberg – Publizist / Journalist

            Die Erde bebt – 24

Der Bürger stöhnt

Demokratie – welcher deutsche Bürger kennt diesen einst geliebten Zustand noch? Ja klar, all das ist schon etwas länger her. Demokratie und soziale Marktwirtschaft galten in der Vergangenheit als Säulen positiver ökonomi- scher und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland. Aber – die Zeit rast, die Gesellschaft verändert sich. Und so ist kaum mehr etwas von diesen Attributen geblieben. Die Freiheit steht auf dem Spiel. Menschen müssen nicht nur aufwachen, sondern dauernd wachsam bleiben.

 

Deutsche Bank AG

Eine Eisbombe – aus Wasser geformt von der Deutsche Bank AG. Rund 2,016 Billionen € haben die Deutschen auf Sparbüchern, Giro-, Tages- und Festgeldkonten gebunkert.                                                                       Foto: Udo Rettberg

Humanität und Demokratie waren gestern. Die Politik versagt auf fast allen Ebenen. Und dabei werden die Politiker in den Entscheidungszentren in Berlin, New York, London, Paris, Brüssel, Moskau, Ankara und Damaskus gut, ja zum Teil sogar sehr gut bezahlt. Einige Vertreter dieser Spezies zählen in ihren Ländern sogar zu den „Extriches“, den Superreichen also. Denn Präsidenten, Kanzler und Regierungschefs machen nicht selten Politik vor allem für sich selbst, für ihr eigenes Bankkonto und ihren eigenen Wohlstand. Vladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan gelten als megareiche Politiker – und auch andere Top-Politiker müssen nicht gerade am Hungertuch nagen.

Und dass Präsidentschaftskandidaten wie Donald Trump und Hillary Clinton über ausreichende Finanzmittel für das morgendliche Frühstück verfügen, weiß die Welt auch. Ich denke, dass Donald Trumps Versuch, US-Präsident zu werden, von ihm selbst anfangs eher als Gag und Versuch der Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrads (sprich: des Reichtums) gesehen wurde. Inzwischen scheint Trump allerdings der Ehrgeiz gepackt zu haben. Dass Hillary Clinton von einem der Bigones und Extriches – nämlich von Goldman Sachs – für Reden riesige Honorare erhielt, spielt all jenen in die Karten, die Politiker als „Handlanger“ der Superreichen sehen. Es wird Zeit, die Dinge zu ändern.

Tod der Demokratie: Attacke gegen die Bürger – Es fällt mir schwer, in diesen schwierigen Zeiten, meine zugegebenermaßen oft wirren Gedanken zu ordnen. An meiner grundsätzlichen Einschätzung ändert sich nichts – im Gegenteil: Bürger werden belogen und betrogen. Die Erde bebt, die Menschheit ist verrückt, orientierungslos und hemmungslos. Der Frieden ist ernsthaft in Gefahr. Dort, wo Liebe und Respekt herrschen sollten, gehen Menschen auf- einander los und schlagen sich im Ex- tremfall die Köpfe nicht nur ein, sondern auch schlichtweg ab. Das Schlimme: Die Masse der Menschen hat nichts mehr zu sagen, sondern wird fremdbestimmt. Sie lässt sich von teils unfähigen Politikern unterdrücken. In der Folge einige Beispiele für das Versagen der Politik.

Sparguthaben-Verpfändung: Attacke gegen die Bürger – In der heißen Diskussion über die gemeinsame europäische Einlagenversicherung für Banken hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jetzt eine Nebelkerze gezündet, die sich zu einer Bombe entwickeln könnte. In einem Zeitungsbeitrag hat Schäuble sinngemäß erklärt, die bisher stark umstrittene und heiß diskutierte gemeinsame europäische Einlagenversicherung werde nun möglicherweise wohl doch kommen. Das heißt konkret: Den Banken in der EU stehen die auf Bankkonten hierzulande eingezahlten Spargelder der Deutschen in Höhe von rund 2000 Mrd. € (siehe Titelfoto) als Sicherheit – also als Pfand – zur Verfügung. Wohl dem, der nichts hat.

Bargeld-Abschaffung: Attacke gegen die Bürger – Und jetzt denken sie in Berlin und anderenorts auf politischer Ebene noch intensiver darüber nach, Bargeld abzuschaffen. Welche irrsinnige Idee! Denn das Ganze würde sich gegen die Bürger richten. Bargeld ist Freiheit, Plastikkarten-Geld ist staatliche Kontrolle. Es lebe die Freiheit. Wie dumm müssen Politiker eigentlich sein, in der derzeit extrem schwierigen Lage und bei der aktuell miserablen Stimmung im Volke, ein solches Fass in Richtung „Elastic-Money“ oder „Rubber-Money“ aufzumachen? Dass Bundesbank-Chef Weidmann Gegner eines solchen Schrittes ist, mag ein wenig Hoffnung aufkommen lassen. Aber: Die Bigones und Extriches werden ihre Handlanger – die Politiker – im Endeffekt schon in ihre Richtung lenken. Ich stelle mir die Frage: Bekommen die vielen Flüchtlinge dann auch Plastikkarten, auf die spendenwillige Bürger auf der Straße dann ihre Gabe „beamen“? Liebe Frau Bundeskanzlerin – ich würde mir das wirklich überlegen, und zwar ernsthaft. Denn ansonsten wird Mick Jagger von den Rolling Stones wohl noch sehr lange die bislang eher unbeantwortete Frage stellen „Angie, Angie – when will those clouds all disappear?“

Die Kreditblase: Attacke gegen die Bürger – Nach den Theorien von „Peak-Oil“ und „Peak-Gold“ wird in der Finanzwelt derzeit vor allem über „Peak Debt” diskutiert – und zwar heiß und lebhaft. Kein Wunder; denn das Kreditvolumen (also die Verschuldung) in der Welt ist von 40 Billionen $ im Jahr 1994 auf aktuell geschätzt rund 235 Billionen $ gestiegen, was in etwa einer Versechsfachung entspricht. Das globale BIP – also das die ökonomische Leistung in der Welt messende Bruttoinlandsprodukt – hat sich im gleichen Zeitraum von 28 Billionen Dollar auf rund 79 Billionen $ erhöht, was einer Steigerung von gerade einmal 183 % entspricht.

Geldschöpfung: Attacke gegen die Bürger – Das zeigt, dass Wachstum vor allem über das künstliche System des Fiat-Money kreiert und gespeist wurde. Also über die von Notenbanken initiierte Kreation künstlichen Geldes, das durch nichts hinterlegt ist. So wurden einfach die Geldmengen ausgeweitet und Kredit sowie Verschuldung erhöht. Statistiken zeigen, dass die Bilanzen der Notenbanken im Zeitraum von 1995 bis 2015 um das Zehnfache ausgeweitet worden sind – nämlich von 2,1 Billionen Dollar auf etwa 21 Billionen Dollar. „So also geht Bank heute!“ Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Telefonat, das ich mit Dr. Norbert Walter, dem verstorbenen Ex-Chefökonomen der Deutsche Bank, im Jahr 2008 oder 2009 geführt habe. Anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington betonte Walter die immensen Risiken, die in der unkon- trollierten Ausweitung der Notenbank-Bilanzen liegen.

Das traditionelle Pulver irrsinnig handelnder Notenbanken ist jetzt weitgehend verschossen. Exzesse werden nur möglich sein, indem Notenbanken in bisher unerschlossenen Sphären denken und handeln.

System-Crash: Attacke gegen die Bürger – Ich bleibe daher bei meiner Auffassung: Der System-Crash steht bevor. Klar, Regierungen und Notenbanken können das oben beschriebene Szenario der unkontrollierten Schaffung „künstlichen Geldes“ noch verlängern, indem sie z.B. reale Negativzinsen einführen (Bürgern also Geschenke unterbreiten). Dies hatte ich übrigens EZB-Boss Mario Draghi vor vielen Monaten in ei- nem offenen Brief vorgeschlagen. „Mit Vollgas voraus in die Zeiten des Fiat-Money!“ Sollten die Notenbanken ihre in diese Richtung gehenden Weg fortsetzen, könnte der System-Crash weiter hinausgeschoben werden. Man wird aber dadurch lediglich Zeit gewinnen – mehr nicht. Eine wirkliche Lösung haben sich selbst über- schätzenden Politiker und Notenbanker nicht parat, weil sie eh nur den Befehlen der Superreichen gehorchen.


In eigener Sache


Depression ante portas

Es ist spannend, dass immer mehr Experten bei der Beurteilung der globalen Lage auf meine Seite wechseln. Es kam zuletzt zu einem Stimmungsumschwung bei Experten der Citigroup, der Bank of Scotland und darüber hinaus auch bei David Alan Stockman, einem ehemaligen Vertreter im US-Kabinett, und vielen anderen mehr. „Wir schreiten in Richtung Rezession“, wiederholte Stockman eine von mir seit langem geäußerte Meinung. Dass IWF-Chefin Christine Lagarde bereits länger auf meiner Linie liegt, sei in diesem Kontext nur am Rande erwähnt. Und sieh an: inzwischen sind auch viele andere bisher „bullishe“ Banker sehr kritisch, wenn es um die Konjunktur-Zukunft geht.


Financial repression: Attacke auf die BürgerAllerdings – und diese Gefahr ist durchaus real – sind auch bereits in nächster Zeit drastische Eingriffe der Regierungen in das politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und finanzielle System im Zuge der „financial repression“ möglich. Ich verstehe unter diesem „hässlichen Begriff“ eine „Umleitung“ von Wohlstand vom Bürger hin zum Staat. Bürger werden schmerzlich eine vollständige finanzielle Ausbeutung durch den Staat erfahren. Und Bürger sollten sicher sein, dass die Bigones und Extriches in diesem Fall gnädiger als der „kleine Mann auf der Straße“ behandelt werden. Man wird von Seiten der Regierung in Berlin alte Argumente in die Diskussoin bringen, wonach Defizite nur durch das Einsammeln von Geld bei der Masse – also bei mehr als 80 Mio. Bürgern – zu beheben sind. Beim kommenden „großen Schritt“ werden die Reichen nur relativ unterdurchschnitlich „beschnitten“ werden.

Hier einige wenige der bei der „financial repression“ bestehenden Möglichkeiten der Politiker:

1 – Ein sehr beliebtes Mittel dieser „financial repression“ ist zum Beispiel eine deutlich höhere Besteuerung auf alle möglichen Dienstleistungen und Werte.

2 – Ein andere Möglichkeit sind Währungsreformen. In Europa wäre das z.B. die Rückkehr zum alten Währungssystem, also die Wiedereinführung der D-Mark. Das alles selbsverständlich zum Schaden der Bürger. Denn der „kleine Mann“ wird letztlich die Zeche zahlen müssen.

3 – Ein drittes Mittel zur Lösung der von Politikern verursachten Malaise sind darüber hinaus staatliche Schuldenschnitte, die dann im Endeffekt auch die Altersvorsorgesysteme treffen würden. Denn die dort liegenden Gelder sind zum größten Teil in Staatsanleihen investiert.

4 – Dass in Deutschland auch eine „Völkerwanderungs-Steuer“ durchaus möglich erscheint, habe ich in der Vergagenheit im Zusammenhang mit den Schäuble-Plänen zur Schaffung einer Benzinsteuer bereits dargelegt.

5 – US-Präsident Barack Obama hat mit seiner Idee zur Kreation einer Rohölsteuer in Höhe von 10 $ je Barrel bereits eine enorme steuerliche „Innvationskraft“ unter Beweis gestellt.

6 – Wie kreativ in diesem Kontext auch Bundesfinanzminister Schäuble ist, zeigte sich zuletzt, als dieser ankündigte die Spargelder der Deutschen einfach virtuell zu „beschlagnahmen“ und sie als Sicherheit einzusetzen. Ich denke: Das wäre nicht nur eine Schweinerei, sondern schlichtweg ein Diebstahl.

7 – Aus der Krisen-Vergangenheit kennt die Menschheit zum Beispiel auch das Mittel der Zwangshypothek, die Häuslebauer und Immobilienbesitzer zum Wohle des Staates ärmer macht.

8 – Niemand sollte die Notenbanken unterschätzen, wenn es um das Thema Inflation geht. Zwar bewegt sich die Welt nach wie vor in einer Deflations-Spirale, doch ist nicht auszuschließen, dass Mario Draghi und Janet Yellen nicht doch noch meinem Vorschlag folgen, jedem Bürger für einen Zeitraum von zwei Jahren monatlich 5000 Euro bzw. Dollar direkt auf die Konten zu überweisen. Dieses Geld könnte mit einem Verfalldatum von zwei oder drei Jahren versehen werden. Mit solchen Geschenken würden Notenbanken die Konjunktur antreiben und eine Inflation von 8 bis 10 % p.a. initiieren. Das heißt: Die Staatsschulden würden innerhalb von 7 bis 8 Jahren weg-inflationiert.

Politik erzeugt Krisen: Attacke gegen Bürger – Es ist unverständlich (für mich jedenfalls), dass sich Europa in diesen Tagen selbst verleugnet und vom Zukunftsweg in die Moderne abbringen lässt. Nicht nur das sich zuspitzende Migrations-Chaos ist hierfür ein treffender Beweis. Europa wurde zuletzt auch zum Duckmäuser. Für den Besuch des iranischen Präsidenten Rouhani sollen in Rom angeblich historische Denkmäler abgedeckt worden sein. „Steinerne Nacktheit“ ist offensichtlich für manche weltfremde Politiker wohl zu heiß. Klar – das Verhüllen nackter Statuen hat vielerorts eine lange Tradition, aber ein solch devoter Schritt ist im aktuellen Kultur- und Religionsstreit ein von Europa ausgehendes falsches Signal. Italien und Europa sollten sich schämen.

Kapitalanlage: Es fällt mir – trotz der über Dekaden hinweg reichenden Erfahrung – schwer, eine ideale und vielversprechende Strategie für die Kapitalanlage zu finden. Noch nie zuvor in der jüngeren Geschichte wies das ökonomische, finanzielle und vor allem politische Umfeld aus meiner Sicht so viele Fragezeichen und Imponderabilien auf wie derzeit. Schuld daran sind vor allem Politiker, die die Weltwirtschaft in den vergangenen Dekaden ins Verderben – ins Armaggedon – geführt haben. Und so denke ich: Durch den Kauf von Puts abgesicherte Aktien-Positionen in Höhe von 30 % des Gesamtvermögens machen ebenso Sinn wie ein hoher Bargeldanteil (Liquidität) von 30 %. Dass in Krisenzeiten selbstverständlich Gold und Silber sowie Platin und Palladium ins Depot gehören (Anteil: 30 %) beweist die Vergangenheit.

 

Event Reports

Die Erde bebt – 22

Der große Knall

Hurra, wir leben noch. Und – wir leben gut, sehr gut sogar. Der Welt ging es ökonomisch betrachtet noch niemals zuvor so gut wie heute. Was, das glauben Sie nicht? Dann fragen Sie doch einfach den IWF. Der hat errechnet, dass der Anteil der armen Menschen auf der Welt – also Menschen, die weniger als 1,90 $ pro Tag zum Leben haben – noch nie zuvor so niedrig war wie heute. Daher leistet sich die Menschheit zu Silvester auch den „großen Knall“, indem sie Milliarden von Dollar in die Luft bläst. Wir habens ja!

Bild

Verschwendung und Irrsinn pur. „Aber Hauptsache, Ihr habt Spaß!“                                                                                                                                                  Foto: Udo Rettberg

Allein Deutschland hat mit einem gigantischen Feuerwerk im Wert von rund 130 Mio. € zu Silvester die über dem Land schwebenden bösen Geister vertrieben. Zu diesem Betrag addieren sich noch die nicht unerheblichen Kosten im Zusammenhang mit den angefallenen Müllbergen und die Kosten für durch Explosionen abgetrennte Körperteile sowie Kosten für Brandschäden. Ergo: Silvester hat die Menschheit in Deutschland allein rund 200 Mio. $ gekostet. Aber immerhin: Die Menschheit glaubt daran, dass die bösen Geister jetzt vertrieben sind. Wir sollten ihr diesen Glauben gönnen.

„Ab morgen wird alles besser“, so Optimisten. – „Quatsch, der große Knall steht uns erst noch bevor“, mahnen Zweifler. Meine Antwort ist salomonisch: „The allmighty only knows“. Nehmen wir das Positive als Aufmunterung. Richtig ist, dass die Menschen im Durchschnitt noch nie zuvor so alt geworden sind wie heute. Auch beim Thema Bildung – man sollte es angesichts der Unmenschlichkeiten auf dem Globaus kaum glauben – gibt es dank des Internets weltweit Fortschritte, wie Studien supranationaler Organisationen zeigen. Und: Auch die Zahl der Hungernden – obwohl noch immer viel zu hoch – schrumpft. Und so ist eitel Freude angesagt. Oder?

Der erborgte Wohlstand – Was der IWF und andere supranationale Organisationen allerdings wissentlich verschweigen: Der vermeintliche Wohlstand ist eine Lüge; denn er ist zulasten der Menschheiten auf diesem Planeten lediglich eine erborgte Idylle. Die Verschuldung von Staaten, supranationalen Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen war noch nie so hoch wie heute. Was uns Politiker und Weltorganisationen wie IWF, Weltbank, BIZ und Co verkaufen wollen, ist also nichts anderes als Augenwischerei. Warum wohl zeigt IWF-Chefin Christine Lagarde seit längerem vor allem die Schwächen der Weltwirtschaft auf?

In eigener Sache
Migräne in Santa Nirgendwo

Das neue Jahr ist da – die spektakuläre Ankunft von 2016 war in der Silvester-Nacht kaum zu überhören. Apropos Silvester-Nacht. Zwei Texte der „Jubel-Musik“ in meinem Feier-Umkreis erlangten während der stimmungsvollen Nacht meine besondere Aufmerksamkeit. „Ich hab nen Bungalow in Santa Nirgendwo“, wurde im Lande von Goethe und Schiller aus hunderten von Kehlen der Partygäste in die relativ warme und alkohol-geschwängerte Nacht geschrien.
Ergo: Die Stimmung unter den Menschen war positiv. Kaum jemand äußerte sich negativ über „meine Sorgen“ – also über den Verlust der Demokratie, über zunehmende „Kontrollitis“ von NSA und BND, über Rezessiongefahren sowie über die Diktatur der Bigones und Extriches und ihrer „Bevollmächtigten“. Klar – Alkohol und Skepsis sind keine Brüder. Angeheitert vergessen Menschen rasch (und gern) die Realität. Träume sind angesagt.
Noch wenige Stunden zuvor hatte ich eine neue Studie über die negativen Folgen des Alkohols ausgewertet. All das bereitete mir beim alkoholfreien Empfang des neuen Jahres erhebliches Kopfweh. Und wie bestellt, hallte dann in der Folge auch schon der nächste Gaudi-Song von Ireen Sheer durch die erste Nacht des neuen Jahres 2016: „Ich hab Migräne, weil ich mich sehne……………..“ Gemeint war dabei sicherlich nicht die Sehnsucht nach Harmonie und Frieden.
Immer wieder wurde ich von tanzenden, händeklatschenden und jubelnden Menschen ermuntert, doch mit in die „heißen Songs“ einzustimmen. Das gelang mir nicht; denn ich hatte dieses deutsche Lied- und Textgut noch nie zuvor wahrgenommen. „Banause“, kommentierte ein Kumpel. Ja, ich gebe zu: Ich bin ein Kultur-Banause. Und Ireen, die ein Wochenendhaus in meiner Heimat am Edersee hatte oder vielleicht noch immer hat, wird mir das sicherlich verzeihen.

2016 wird ein tolles Jahr! – Zahlreiche meiner Freunde und Kollegen zählen zu meinen größten Kritikern. Sie können nicht wirklich verstehen, dass ich die Welt eher negativ beurteile. Sie verstehen nicht, dass ich (angeblich) Weltuntergangs-Stimmung verbreite. Nun- ich sehe das ein wenig anders. Während des Jahreswechsels hatte ich Gelegenheit, mir viele Gedanken durch den Kopf gehen zu lassen und mich selbst auf den Prüfstand zu stellen. „Deine Analysen sind meist zu kompliziert für die Allgemeinheit, weil Du zu rasch zu viele Themen miteinander verbindest“, sagt mein Freund Hans immer wieder. Wahrscheinlich liegt er sogar richtig mit dieser Kritik.

Jahreswende – Zeit zum Nachdenken. Traditionell sammle ich zur Jahreswende die Meinungen von Ökonomen, Analysten und Strategen führender Finanzhäuser. Dies geschieht entweder durch das Studium der Research-Reports oder aber durch direkte Interviews mit den Experten dieser Häuser. War mir in diesem Jahr auffällt, bringt mich zum Nachdenken. In der Rolle des „Contrarian“ fühle ich mich plötzlich pudelwohl. Denn praktisch keiner der Experten von 25 Finanzhäusern rechnet für das jetzt begonnene Jahr mit einer Rezession oder einer Baisse der Aktienmärkte. Der Aktien-Anteil am Gesamdepot sollte also nicht weiter aufgestockt, sondern eher weiter reduziert werden. Schließlich werden die Bürger von den Mächtigen, den Bigones and Extriches belogen und betrogen.

Brüchige Strukturen – Das Fundament der Weltwirtschaft steht auf einem fragilen Sockel – aus vielerlei Gründen. Denn Demokratie und Marktwirtschaft waren gestern. Überbevölkerung und zu geringe Bildung sind weitere Schwächen. Und der vermeintliche Wohlstand der vergangenen Jahre ist durch Schneeballsyteme „erborgt“ – also nicht nachhaltig. In der Wohlstandsgesellschaft überfordern Menschen den Planeten Erde und beuten ihn sinnlos aus. Respekt ist für viele Menschen ein Fremdwort. Und all diese Faktoren resultieren dann in der Folge in Egoismus, in Aggressionen und letztlich in Krieg.

Die Liga der Frauen – Konsens sieht wohl anders aus. Fed-Chefin Janet Yellen hat bei der Fed-Zinsentscheidung wohl nicht auf die Warnungen von IWF-Chefin Christine Lagarde gehört. Diese hat jetzt nämlich erneut auf große Risiken für die Weltwirtschaft hingewiesen. Höhere US-Zinsen, ökonomische Ermüdungstendenzen Chinas, turbulente Rohstoffmärkte und angespannte Finanzmärkte nennt Lagarde als Ursachen ihrer eher pessimistischen Denkansätze. Auffallend ist, dass Lagarde das Thema „gigantische Staatsverschuldung“ in ihren Betrachtungen wiederum mehr oder weniger außen vor lässt. Konkrete Wachstumsprognosen für 2016 nennt die IWF-Obere nicht. Ihre Ökonomen hatten im Oktober ein globales Wachstum von 3,6 % prognostiziert. Mit anderen Worten: Die Weltkonjunktur zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen. Dass Donald Trump jetzt die Gefahr eines Platzens der Konjunktur-Blase aufzeigt, ist für mich indes kein Argument. Denn schließlich will der Republikaner Trump neuer US-Präsident werden – da muss er negativ zur aktuellen Regierung eingestellt sein.

Die Kapitulation der Wertvernichter – Die in Washington D.C. angesiedelte G30 – die aus führenden Finanz-Experten und Wissenschaftlern bestehende „Group of 30“ – versucht, der Welt die Augen zu öffnen. Doch niemand scheint interessiert. Die G30 bestätigen, dass Zentralbanken die Weltwirtschaft nicht länger stützen können und jetzt die Regierungen an der Reihe seien und Verantwortung übernehmen müssten. Das Pulver der Notenbanken sei verschossen, so die klare Aussage. In der Finanzkrise waren Zentralbanken wie FED, EZB, BoJ, BoE und andere zur Hochform aufgelaufen. Als Handlager der Regierungen überschwemmten sie die Welt mit fast 9 Billionen Dollar und führten Nullzinsen ein. So sorgten sie dafür, dass die Weltwirtschaft nicht in eine Rezessions- und Deflationsspirale rutschte. Heute sagen die G30, die strukturellen Probleme der Weltwirtschaft seien nicht gelöst. Fazit: Jetzt sind die Regierungen an der Reihe! Doch die scheinen viel lieber Krieg zu spielen.

Die Stunde der Contrarians. Es ist einfach und bequem, auf Erfolgswellen zu schwimmen. An der Börse gilt das vor allem mit Blick auf den gigantischen finanziellen Erfolg der technologischen Marktführer wie Google, Apple, Facebook, Amazon, Netflix, Alibaba etc. So mancher Anleger ist stolz darauf, Aktionär dieser Unternehmen zu sein. Das gilt wohl auch für die e-Car-Produzenten, allen voran für Tesla Motors. Nun bin ich allerdings schon so alt (manche mögen das Wort „alt“ durch den Begriff „erfahren“ ersetzen), dass ich mich an ähnliche Erfolgsgeschichten der Vergangenheit erinnere. So z.B. an Honeywell, Xerox oder Eastman Kodak. Und diese vor vielen Dekaden sehr „heißen Stories“ endeten nach einer gewissen Zeit im Desaster. Grund: Das Management dieser zeitweise finanziell super-starken Firmen war nicht in der Lage, frühzeitig auf die Herausforderungen technologischer Veränderungen durch Konkurrenten zu reagieren.

Die lange Liste der Anlage-Ratschläge

1 – „Verlieben“ Sie sich nie in Aktien bestimmter Gesellschaften. Bleiben Sie kritisch und hellwach, vor allem dann, wenn Sie nur noch positive Nachrichte über diese Firmen lesen.

2 – Noch wichtiger erscheint mir der folgende Rat: Sollten Sie direkten Kontakt zum Top-Management börsennotierter Unternehmen haben, gewöhnen Sie sich an, zumindest die Hälfte des Gesagten schlichtweg nicht zu glauben.

3 – Bedenken Sie: Manager von Unternehmen werden dafür bezahlt, Optimismus zu versprühen. Sie nehmen es daher mit der Wahrheit möglicherweise nicht immer so genau.

Die Menschheit spielt Krieg – an mehreren Fronten. Vergessen Sie, werte Leser, bei ihren Anlage-Überlegungen nicht: Die Finanzmärkte sind derzeit Gefangene der Weltpolitik. Eine falsche und folgenschwere politische Entscheidung kann von heute auf morgen alle noch so gut durchdachten Anlagestrategien auf den Kopf stellen. Die Zahl der Kriegstreiber und von deren Feinden wechselt – praktisch von Tag zu Tag. Darüber hinaus gibt es für die heile Börsenwelt aber auch noch andere Feinde. Denn sicher ist, dass nicht nur unterschiedliche religiöse Auffassungen Auslöser kriegerischer Konflikte sind. Entscheidend für die Kriegsspiele ist nach meiner Beobachtung das Streben nach Geld und Macht. Darüber hinaus begreifen auf der anderen Seite nur wenige Menschen, dass sie – ökologisch betrachtet – selbst ihr ärgster Feind sind. Seit Jahren sind allein Menschen für den ökologischen Terror – also für Attacken auf die Ökosysteme dieser Welt – verantwortlich. Der Planet ist unaufhörlich solchen Angriffen ausgesetzt. Auch hier wird es höchste Zeit, zu erwachen. Denn die Natur wird erbarmungslos zurückschlagen.

Udo Rettberg – 1. Januar 2016

EventReports

Thanksgiving mit Raymond James & Associates

Die Welt geht nicht unter – jetzt noch nicht!

Es ist eine ganz besondere Spezies von Mensch, die sich seit Jahren jeweils am Thanksgiving Day im Düsseldorfer Edel-Restaurant „Victorian“ trifft. Seit langem präsentieren die Experten von Raymond James Deutschland ihren Börsenausblick für das folgende Jahr. Die geladenen Gäste – allesamt Banker und Vermögensverwalter – haben während des Dinnners ausreichend Gelegenheit zum Gedankenaustausch. In diesem Jahr – so mein Eindruck – gestaltete sich dieser Austausch lebhafter als zuvor. Klar – globalwirtschaftlich und geopolitisch betrachtet steht die Welt derzeit Kopf. Der Weltfrieden ist ernsthaft in Gefahr, weil die dummen und mächtigen Großkopferten dieser Welt die Waffenarsenale öffnen. In Düsseldorf suchen Anwesende Input – guten Rat, innovative Ideen und beruhigende Worte. Das Fazit der Konferenz lässt sich in die Worte eines Beteiligten kleiden: „Die Welt geht nicht unter – jedenfalls jetzt noch nicht“

NYSE

DIE NEW YORK STOCK EXCHANGE (NYSE) – Der Kapitalisten-Tempel in der Wall Street bleibt auch Im Jahr 2016 ein Magnet für internationales Kapital. Foto: Udo Rettberg

Jeder weiß es, doch niemand will es wissen: Der in den vergangenen Dekaden aufgebaute Wohlstand ist nur „erborgt“. Hinzu kommt, dass neue Wachstumsimpulse fehlen. Zeit also, sich auf die große Krise, den großen Knall vorzubereiten? Wird der erreichte Wohlstand durch Inflation oder durch Krieg zerstört? Werden die Notenbanken weiterhin in erster Linie die Karte „viel Geld und vor allem viel billiges Geld“ spielen und die Welt mit Geldgeschenken (Negativzinsen) in die nächste Hyperinflation führen? Oder wird der Wohlstand – wie nicht selten in der Vergangenheit – vor allem durch einen neuen Weltkrieg zerstört? Diese Wohlstands-Zerstörung durch Krieg gab es – so zeigen Geschichtsbücher – in den vergangenen Jahrhunderten im Durchschnitt alle 80 bis 100 Jahre.

Fragen, über Fragen. Verlässliche Antworten gibt es nicht. Dazu spielen die Großen und Mächtigen dieser Welt, die mit ihrem Reichtum in der Lage sind, Politiker zu ihren Marionetten zu machen, ein böses und weitgehend noch immer undurchsichtiges Spiel. Man beruhigt die Erdenbürger, in denen man vielen von ihnen Geld, Brot und Spiele (Fußball, Olympia etc) gibt. Menschen werden zur Trägheit erzogen – und dies auch über hörige Medien. Die in Düsseldorf versammelten Finanz-Fachleute hatten viel Zeit zum Diskutieren. Auch die Flüchtlingskrise in Mitteleuropa stand auf dem Plan. Die Meinungen zu diesen und anderen Fragen hätten kaum unterschiedlicher sein können. Am Ende einigte man sich auf die oben genannte Formulierung: „Die Welt wird nicht untergehen – jedenfalls jetzt noch nicht.“

CityNeverSleeps

I want to wake up in a city that never sleeps Foto: Udo Rettberg

Wo sollten Kapitalanleger in diesen unsicheren Zeiten ihr Geld anlegen? Geht es nach Hans-Jürgen Klisch und Falk Reissland von Raymond James Deutschland dann ist die Antwort simpel: In den USA und im Dollar – selbstverständlich. Es überrascht nicht, dass den US-Finanzmärkten in den Referaten der breiteste Raum gegeben wurde. Beide Experten rieten zu einer Übergewichtung amerikanischer Vermögenswerte. Es war den RJA-Fachleuten allerdings anzumerken, dass sie über das Verhalten institutioneller und privater deutscher Anleger mit Blick auf deren Gewichtung der Wall Street und des Dollars sehr enttäuscht sind. Seit geraumer Zeit rührt man bei Raymond James Associates für ausgewählte US-Assets die Werbetrommel. Mit dieser Botschaft stößt Hans-Jürgen Klisch allerdings seit Jahren bei deutschen Anlegern auf taube Ohren.

Richtig ist, dass der US-Dollar in den vergangenen Jahren einer der großen Gewinner an den internationalen Devisenmärkten der Welt war. Der Euro hat gegenüber dem Greenback innerhalb von wenigen Jahren von rund 1,50 $ bis in die Nähe der Parität – also auf 1:1 – abgewertet. „Mit der Euro-Prognose lagen Sie vor einem Jahr sehr gut“, verteilt ein Event-Teilnehmer dickes Lob. Er halte den Dollar gegenüber dem Euro bei etwa 1:1 fair bewertet, erklärte Reissland, der angesichts der Dynamik des Dollartrends für das Jahr 2016 auch ein zeitweiliges Überschießen auf rund 0,95 €/$ für möglich hält.

Zuvor hatte Reissland recht selbstkritisch festgestellt, dass seine im November 2014 veröffentlichte 2015er Wall-Street-Prognose zu viel Optimismus versprüht hatte. Klar – man habe sich mehr erwartet, heißt es in diesem Kontext. „Die Entwicklung der Energiepreise hat uns die Prognose verhagelt“, weist er auf eine in dieser Deutlichkeit nur schwer absehbare Entwicklung hin. Während Energieaktien im S&P 500 zu Beginn des Jahres 2015 noch mit mehr als 8 % gewichtet waren, liegt ihr Anteil derzeit bei unter 7 %. Auch das geopolitische Umfeld (Ukraine, Nahost, Syrien) habe sich als Störfaktor erwiesen. „Wir erleben derzeit politische Börsen“, sagt Reissland und spricht von der Erfahrung, „dass diese politschen Börsen normalerweise kurze Beine haben“. „Schaun mer mal“, sagt bekanntlich der Franz …………..

In Wall Street gilt das Mutterhaus Raymond James & Associates seit Dekaden als eines der Finanzhäuser mit dem besten, fundiertesten und treffsichersten Research. Die Fachleute des Deutschland-Ablegers des in Florida beheimateten Finanzhauses kommen zu ihren Börsen-Jahresprognosen, indem vielfältige historische Daten ausgewertet und daraus ein Mittelwert gebildet wird. Mit dieser Methode haben sie seit Jahren eine positive Trefferquote vorzuweisen. Das kurzfristige Fazit dieser Auswertungen: Wer als Anleger kurzfristig orientiert ist, kann eine positive Börsenentwicklung in den Monaten Dezember bis Februar erwarten; denn während dieses Zeitraum gab es in der jüngeren Wall-Street-Historie durchschnittliche Wertsteigerungen von rund 12 %.

Die Stärke des Dollars ist die Schwäche des Euro

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Quelle: Barchart

Das Jahr 2016 hat aus Sicht der Börsen insofern eine besondere Bedeutung, als in den USA Präsidentschaftswahlen anstehen. Barack Obama kann sich nach einer Amtszeit von acht Jahren dabei nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Rein statistisch sollten Kapitalanleger darauf hoffen – Republikaner-Kandidat Donald Trump wird diese Botschaft aber mit Sicherheit nicht so gerne hören -, dass erneut ein Kandidat der Demokraten als Präsident ins Weiße Haus einzieht. Statistiken zeigen nämlich, dass Wall Street in Wahljahren durchschnittliche Indexsteigerungen von 5,8 % erzielt. „Wenn die Demokraten an der Macht waren, lag das durchschnittliche Plus aber höher – nämlich immerhin bei durchschnittlich 11%“, sagt Reissland. „Die Demokraten – und manchen mag das überraschen – scheinen also für die Börse besser zu sein als die Republikaner“, so der Kommentar des Fachmanns.

# In 14 der letzten 16 Wahljahre hat sich Wall Street positiv entwickelt. Noch wichtiger scheint folgende Betrachtung zu sein. „Am Ende jedes dieser 14 Jahre haben die Indizes auf dem höchsten Stand des Jahres geschlossen.“

# Im letzten Jahr einer 8jährigen Amtsperiode eines US-Präsidenten gab es bei US-Aktien Kursgewinne – „obwohl das achte Jahr zugegebenermaßen nicht immer ein tolles Börsenjahr war“, schränkt Reissland ein.

# Hinzu kommt: Jahre, die mit einer „6“ enden, brachten der Börse in der New Yorker Wall Street in den vergangenen Dekaden meist Kursgewinne.

Addiert man alle historischen Statistikdaten, dann errechnet sich nach Angaben von Falk Reissland für US-Aktien im Jahr 2016 ein Potential von plus 7,3 %. Das wird als beachtlich betrachtet. Denn all das müsse man nicht zuletzt auch im Kontext der derzeit an der Zinsfront zu erzielenden rekordtiefen Renditen sehen, wiesen Event-Teilnehmer auf die Konkurrenzsituation von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen hin.

Für den Dow Jones Index bedeute dies ein 2016er Ziel von 19431,09 — für den S&P 500-Index von rund 2278.

Hans-Jürgen Klisch, Geschäftsführer des Deutschland-Ablegers, riet in diesem Kontext dazu, die Stärke der US-Volkswirtschaft nicht zu unterschätzen. „Wir sehen die US-Wirtschaft als Art Dampfwalze, die ungeachtet aller Störfaktoren nicht zu bremsen ist“, so Reissland.

ÖLPREIS – DIE ÜBERRASCHUNG DES JAHRES

Chart2

Quelle: Barchart

Der starke Dollar scheint sich kaum negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen auszuwirken. Weitere Argumente „pro USA“ sieht Klisch auch darin, dass immer mehr US-Firmen nicht mehr in China, sondern in der Heimat und zudem in Mexiko produzieren lassen. Grund: In Mexiko liegen die durchschnitltichen Lohnkosten unter denen der VR China. Als weiteren Pluspunkt für die USA nennt der Experte auch den Fakt, dass US-Banken die Finanzkrise wesentlich besser gemeistert haben als Europas Finanzinstitute.

Hans-Jürgen Klisch

Hans-Jürgen Klisch. Foto: Udo Rettberg

Bedeutsam sei auch, dass es wegen schwacher Rohölpreise und der deutlich unter Europa-Nivea liegenden Erdgaspreise zu einer grundsätzlichen Verschiebung ökonomischer Kräfte und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft gekommen sei, wiederholt Klisch seine zuletzt häüfiger geäußerte These. Dieser Trend halte weiter an. Nicht umsonst seien Europas Chemiefirmen wie BASF mit ihren Fertigungsstätten auf dem Sprung in die USA. Ein Blick auf die Erdgaspreise in den USA und in Europa zeigt einen massiven Wettbewerbsvorsprung für die USA. Zu berücksichtigen sei, dass rund 80 % der US-Neubauten in der Energiefrage Richtung Erdgas tendieren.

Vor diesem Hintergrund müsse man auch erkennen, dass das Thema Rohöl in den USA aus vielerlei Sicht nicht tot sei. Denn noch immer werde 80 % des in den USA geförderten Rohöls als Treibstoff im Verkehrsbereich eingesetzt. „Wir sollten nicht erwarten, dass die US-Amerikaner in den kommenden Jahren einfach ihre mit traditionellen Treibstoffen betriebenen Autos verschrotten, auf Elektroautomobile umsteigen, und sie dann das in Mode gekommene Thema e-Mobility spielen werden“, so Klischs klare Ansage.

Er verweist auch darauf, dass sich die Saudis am Ölmarkt verkalkuliert und sich dabei ganz böse die Finger verbrannt haben. Man müsse sehen, dass die An- gebots- und Nachfragesituation in der Welt sehr eng ist. Wenn die Ölnachfrage weltweit nur um 2 % steige, könne es wieder zu einer angespannten Versor- gungs-Situation kommen. Es sei erstaunlich, dass US-Ölfirmen in der Lage gewesen seien, ihre Produktionskosten innerhalb eines Jahres von 60 bis 65 $ je Barrel bis auf rund 30 $ zu senken, sagt Klisch. In einigen Regionen der USA kostet die Ölproduktion sogar nur etwa 15 $ je Barrel.

Falk Reissland

Falk Reissland

Klisch favorisiert die Bereiche Energie (eher mittelfristig) sowie aktuell die Branche Gesundheitswesen (also Pharma und Biotech. Die in diesem Bereich Healthcare tätigen Unternehmen würden durch die demografischen Entwicklungen (die starke Nachfrage der Baby-Boomer-Generation nach medizinischen Produkten und Dienstleistungen nimmt zu) profitieren. „Im Gegensatz zu dem, was Sie in Teilen der deutschen Presse immer wieder lesen, hat sich im Bereich Biotechnologie in den USA keine Blase gebildet“, nennt Klisch die Dinge beim Namen.

Interessant sind darüber hinaus Aktien von im Rüstungs- und im Transportsektor (Airlines, Eisenbahnen) tätigen Unternehmen. Bei Buntmetall- und Goldaktien sollten sich die Anleger noch Zeit lassen, so die zurückhaltende Einschätzung des Experten zu den Rohstoffmärkte.

Der Weihnachtsmann hat gut lachen

Der Weihnachtsmann hat gut lachen. Foto: Udo Rettberg

Die Welt geht nicht unter – jetzt noch nicht!