Finanzwelt

Finanzwelt 2017-04-12T21:17:20+00:00

MONEY ISN’T EVERYTHING

Ja, es ist richtig - Geld ist wirklich nicht alles. Aber ist nicht ohne Geld alles nichts??? Für viele Menschen ist Geld der Mittelpunkt des Lebens. Diese Menschen wissen:
Geld ist Freiheit. Geld ist Sicherheit – zumindest in begrenzter Form.
Aber, was ist Geld eigentlich? Viele Menschen definieren Geld vor allem als ein Stück Papier oder als eine Metallmünze. Regierungen und Notenbanken haben eine völlig andere Sicht. Auf dieser oberen Ebene der Entscheider wird auch längst schon kein Geld mehr gedruckt oder geprägt. Müssen wir den Notenbanken und Regierungen also dankbar dafür sein, dass sie – umweltfreundlich wie sie nun einmal sind – keine Bäume mehr fällen und keine umweltzerstörenden Metallminen mehr in Betrieb bringen?

Für die Oberen ist Geld ganz offensichtlich nur eine virtuelle Größe, die unbegrenzt vermehrbar ist, zumindest theoretisch. „Wir hängen einfach ein paar Nullen an unsere Bilanzen, machen aus Millionen sehr rasch Milliarden, Billionen, Billiarden oder Trillionen und Trilliarden“, hat der Vertreter einer solchen Notenbank das so genannte Fiat-Geld erklärt.

Nichts leichter als das. Aber ist aus Fiat-Geld – in Anlehnung an die Dynamik bei der Entwicklung der „Geldmengen“ (der virtuellen Geldmengen zumindest) – nicht längst so etwas wie Ferrari-Geld oder Lamborghini-Geld geworden?

Also: Eigentlich sollten wir Bürger „unseren“ Notenbanken wegen ihrer ökologischen Weitsicht ja den „grünen Engel der Vernunft“ verleihen. Oder vielleicht doch besser den „grünen Engel der Unvernunft“. Jeder Bürger muss für sich entscheiden, wie er Notenbanken und Regierungen bewertet.

Geld oder Kapital wird auch an organisierten Finanzmärkten gehandelt. Diese werden allgemein in Geld-, Kredit-, Kapital- und Devisenmärkte unterschieden. Darauf bauen dann Anlagemärkte wie Anleihe-, Aktien- und Derivate- sowie Rohstoffmärkte auf. Der Unterschied zum Waren- oder Gütermarkt liegt nicht zuletzt darin, dass es an diesen Märkten zuallererst um rechtliche Ansprüche geht, die zum Beispiel in Form von Aktien und Anleihen verbrieft sind und sich in der Regel auf die Zukunft beziehen. An Finanzmärkten werden also Ansprüche auf künftige Geld- und Kapitalzahlungen gehandelt und getauscht.

Wer die großen Trends an den Finanzmärkten richtig einschätzt, kann hier große Gewinne erzielen. Dem stehen auf der anderen Seite aber auch erhebliche Verlustrisiken gegenüber. Wir von AlphaBulls sehen unsere Aufgabe vor allem darin, die Trends an diesen Märkten frühzeitig zu erkennen und unsere Schlussfolgerungen an Interessenten weiterzugeben.

ab_Financial_Orbit

Kapital – der unsichtbare Treiber

Von Udo Rettberg

Kapital ist das Blut in den Adern der Wirtschaft und damit ein Grundpfeiler demo- kratischer und marktwirtschaftlicher  Gesellschaftssysteme. Nicht immer werden die Möglichkeiten des Wachstumfaktors Kapital sinnvoll genutzt. Zu viel und zu billiges Kapital löst oft Exzesse und ökonomisches Unheil aus. Entscheidend ist zudem der richtige Mix aus Eigen- und Fremdkapital. Über Dekaden  hinweg war Fremdkapital in Form von Krediten, Darlehen und Anleihen wichtigster Träger des wirtschaftlichen Aufschwungs.


Deutsche Bank AG

Auf Spar-, Giro- und Festgeldkonten deutscher Banken liegen nach Angaben der Deutsche Asset & Wealth Management rund 2,02 Billionen Euro.                             Foto: Udo Rettberg

            

Eigenkapital in Form von Aktien wurde indes vernachlässigt, vor allem in Europa und Deutschland. Aktien werden allgemein als „Risikokapital“ eingestuft, doch gilt diese Wertung in der heutigen Zeit möglicherweise noch stärker für Staatsanleihenn.

Viele Unternehmen der Wirtschaft folgen dem von der öffentlichen Hand beschrittenen Weg in Richtung  Fremdkapital, wie auch der in Deutschland kreierte Markt für Mittelstandsanleihen zeigt, der inzwischen ins Strauchen geraten ist. Unternehmen nutzen bei der Kapitalbeschaffung auch Zwitterformen zwischen Fremd- und Eigenkapital – nämlich Instrumente wie Wandelanleihen, Optionsanleihen  oder auch Genussscheine. Die Fachleute von NN Investments Partners beschreiben Wandelanleihen in der aktuell unsicheren Zeit als interessante Finanzierungs- und Anlage-Alternative.

Die übermäßige Nutzung von Fremdkapital hat nicht nur Deutschland, sondern auch zahlreichen anderen Industrieländern einen lediglich „geborgten Wohlstand“ beschert. Denn jedermann weiß, dass aufgebaute Schulden irgendwann einmal zurückgezahlt werden sollten.  Regierungen haben sich in der Vergangenheit besinnungslos der Fremdkapitalmärkte bedient und riesige Mengen an Staatsanleihen emittiert und  so über Dekaden hinweg eine Art Schneeballsystem entwickelt. Das bedeutet:  Tilgung und Zinszahlung  existierender Staatsanleihen werden vor allem über die Ausgabe neuer Emissionen finanziert.

Doch nicht nur das: Zuletzt wurden Notenbanken (vor allem Fed und EZB) zu einem Teil dieses „Spiels“, weil sie a) den Zins mehr oder weniger „abgeschafft“ und b) „Kapital aus dem Nichts“ in Form so genannten „Fiat-Geldes“ (künstlichen Geldes also) kreiert und damit ausstehende Staatsanleihen zurückgekauft haben. Solides Finanzgebaren sieht anders aus. Die globale Verschuldung beträgt heute rund 230 Billionen US-Dollar. Ob diese Schulden samt Zinsen irgendwann wirklich zurückgezahlt werden können, steht auf einem anderen Blatt. Zweifel sind angesagt. Die Sucht nach Schulden ist eines der größten Probleme der Weltwirtschaft; denn irgendwann wird das Vertrauen der Menschen in die Fähigkeiten der Politik zur Lösung der Schuldenkrise verloren gehen.

Keine Frage – die Beschaffung von Kapital ist in den vergangenen Jahren nach der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 wesentlich schwieriger geworden. Dies auch, weil sich die Regierungen bemüht sahen, die über Jahre hinweg ungehemmt durch die Welt irrenden und wabernden Finanzmärkte stärker an die Kandare zu nehmen. Mit der so genannten Regelung MiFID II, die die Transparenz und Kontrolle der Finanzmärkte erhöhen soll, wurde die Zahl der von Handelsvorschriften erfassten Märkte und Finanzinstrumente erhöht und so sichergestellt, dass der Handel auf regulierten Plattformen stattfindet. Ausgebremst werden soll dadurch auch  der Hochfrequenzhandel.  Der neu gestaltete Rechtsrahmen verbessert die Wettbewerbsbedingungen für den Handel mit Finanzinstrumenten und deren Clearing (also die Abrechnung und Abwicklung) und damit auch den Anlegerschutz. Die negative Folge: Wegen des Sammelns von riesigen Datenmengen hat all das den freien Zugang zu Kapital erschwert und damit auch verteuert.

Seit einiger Zeit ist mit Blick auf den für die Wirtschaft unverzichtbaren Wachstumsfaktor Kapital ein Paradigmenwechsel zu beobachten. Das gilt bei der Bereitstellung von Kapital sowohl mit Blick auf die  Kapitalgeber als auch der gewählten Finanzierungs-Instrumente und nicht zuletzt auch für die Beschaffungs- und Handel-Plattformen. In den vergangenen Dekaden stellten institutionelle und private Anleger entweder direkt oder über Banken sowohl Staaten als auch privaten Emittenten das notwendige Kapital zur Verfügung. Nachdem Notenbanken ihre Nullzins-Politik  durchgesetzt haben, schlief das Interesse der privaten Anlegergruppen an Anleihen ein; denn schließlich müssen institutionelle Investoren wie Versicherungen und Altersvorsorge-Einrichtungen wegen ihrer Rückzahlungsverpflichtungen eine bestimmte Rendite erzielen. Als „lender of last resort“ kamen in der Folge die Notenbanken ins Spiel, die durch den Rückkauf von Anleihen über die Jahre hinweg „künstliches Geld“ – über ein Schneeballsystem, in dem Zinsen und Tilgungen durch die Emission neuer Anleihen finanziert werden – kreiert haben.

Einen Wandel gibt es derzeit auch in der Vermittler-Rolle an Kapitalmärkten. Nach wie vor gilt jedoch das bekannte Bonmot: „Geld ist nicht alles – aber ohne Geld ist alles nichts.“ Heute fokussiert sich das Geschäft mit Kapital und Geld längst nicht mehr allein auf Banken und Börsen, sondern vielmehr auf neue Vermittler und Plattformen wie z.B auf die Methode des Crowdfunding und die zahlreichen Elemente der Wachstumsfinanzierung.  Auffallend ist auch die enorme Innovationskraft;  denn sowohl mit Blick auf die Vielfalt der Finanzierungsinstrumente als auch der Beschaffungs-Plattformen gibt es auf dem Weg in das Ökonomie-Zeitalter der Digitalsiierung 4.0 über viel Kreatives zu berichten. Kapitalsuchende stellen sich die Frage, welchen Wert Kapital bzw Geld in einer enorm verschuldeten Welt heute haben. Denn der Preis für Kapital und Geld – also der Zins – ist nicht nur in Richtung Null-Linie gesunken, sondern hat in einigen Ländern sogar negatives Territorium erreicht. Das heißt konkret: Das Bankenwesen ist nicht länger an Spareinlagen interessiert, will Bürger vielmehr dazu drängen, Geld für den Konsum auszugeben. Banken bieten  Anlegern und Sparern daher kaum noch Habenzinsen.

Dieses dem Tode geweihte System bringt nicht nur die Schuldner in die Bredouille  Prosperität war also gestern – jetzt droht die Flaute. Im deutschen Mittelstand greift der Pessimismus  angesichts der Finanzmarkt-Turbulenzen und der offenen Europa-Fragen – u.a. im Zusammenhang mit der Brexit-Diskussion – verstärkt um sich, warnt jetzt  die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Wirtschaft ist also gezwungen, sich nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten umzuschauen und moderne innovative Finanzierungsformen zu erschließen.

Nachdem Banken sehr viele Probleme nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit den Regulatoren (z.B. den Mifid-Vorschriften und den Eigenkapital-Bestimmungen von Basel II und Basel III) haben, tun sich im Umfeld der Banken im Digitalisierungs-Zeitalter neue Nischen auf. Hier bewegen sich in der Cloud in der Fintech-Branche findige Geister und ermöglichen die Beschaffung frischen Kapitals durch Private Equity, Venture Capital, Mezzanine- und  Crowd Financing.

Diese „Finanzierung 4.0“ erfordert wiederum von allen Beteiligen – Banken, Börsen,  Finanzierungsfirmen und Unternehmen der Wirtschaft – neue strategische Denkansätze. Heute sind bei der Kapitalbeschaffung nicht nur der globale Ansatz, sondern auch eine hohe Finanzierungs-Vielfalt sowie gekonntes Risikomanagement gefragt. Die Politik hat inzwischen wohl erkannt, dass der in der Vergangenheit verfolgte Weg in die Irre geführt hat. Unter Einschaltung der Börse will z.B. das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin die Wachstumsfinanzierung nachhaltig vorantreiben.

Es hat lange gedauert. Jetzt scheint die  Berliner Regierung typisch deutsche Schwächen in der Wachstumsfinanzierung – nämlich die fehlende Risikobereitschaft der Anleger – erkannt zu haben. Im Rahmen einer Tagung der Initiative „Mehr Börsengänge von jungen Wachstumsunternehmen in Deutschland“ wurde von den Teilnehmern – Susanne Klatten (UnternehmerTUM GmbH),  Sigmar Gabriel (Bundesminister für Wirtschaft und Energie), Andreas Preuß (Deutsche Börse AG) und Jürgen Fitschen (Deutsche Bank AG) – nach Lösungen gesucht.

Die Schwächen
Deutschlands

„Deutschland wird dem Anspruch einer modernen innovativen Industrienation nicht gerecht“, übte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dabei eine Art Selbstkritik. Die Arbeitsgruppen dieser Initiative empfehlen, dass sich der Börsenstandort Deutschland  zum Ziel setzen solle, pro Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Börsengänge von Wachstumsfirmen zu realisieren. Das BMWi sucht in diesem Kontext  Rat bei allen Beteiligten – nämlich bei nach Kapital lechzenden Wachsumsunternehmen, bei den Banken und letztlich auch bei der Börse.

Andreas Preuss, Vorstandsmitglied  der sich derzeit im Fusionsprozess mit der London Stock Exchange (LSE) befindlichen Deutsche Börse AG, nennt die Dinge beim Namen: „Das unzureichende Angebot an Wagniskapital ist die signifikanteste Schwäche des deutschen Innovations- und Wachstumssystems“, erklärte er. In Berlin waren sich alle Beteiligten einig:  „Der Börse kommt bei der Finanzierung junger Start-ups eine ganz entscheidende Rolle zu.“ Der Blick war dabei nicht zuletzt in die USA gerichtet, wo sich in den vergangenen Dekaden praktisch alle erfolgreichen Tech-Unternehmen aus Silicon Valley über US-Börsen wie NYSE oder Nasdaq das notwendige Wachstumskapital beschafft haben.

Nasdaq

Börsen – wie hier die US-Wachstumsbörse Nasdaq – sollten Kapitalquelle sein.Doch inzwischen verstehen sich Wertpapierbörsen viel zu häufig als „Selbstzweck“. Foto: Udo Rettberg

Dass die Bundesregierung in den vergangenen Jahren nach dem Zusammenbruch des so genannten „Neuen Marktes“ in Deutschland in dieser Hinsicht geschlafen und sie der Wirtschaft mit ihrer eigenen Schuldenpolitik den Weg in die falsche Richtung gewiesen hat, erwähnte Sigmar Gabriel nicht. Ein konkreter Ausweg ist u.a. in einer neuen „Taskforce IPO“ zu sehen, die Teil der erwähnten Initiative ist. Deren Aufgabe soll es sein, ausgewählte potentiell börsenreife Wachstumsunternehmen in Deutschland zu identifizieren und proaktiv zu kontaktieren. Die Taskforce soll einen jährlichen Austausch mit ausgewählten Börsenkandidaten organisieren. Denn gerade in der Wachstumsphase  junger innovativer Unternehmens – als „Later Stage“ bezeichnet  – herrscht nicht selten eine große Kluft zwischen Angebot und Nachfrage an Beteiligungskapital.

Als ein vielversprechender Börsenkandidat gilt die FCR Immobilien, deren Geschäftsmodell einer einfachen Logik folgt: „Wir kaufen Immobilienobjekte in einer Größe von 1 bis 10 Mio. €  in kleinen bis mittelgroßen Städten aufgrund unseres exzellten Netzwerkes mit besten Kontakten zu Banken, Immobilienmaklern und Fondsgesellschaften außergewöhnlich günstig ein und erzielen dadurch außergewöhnlich hohe Renditen“, lässt das Unternehmen die Öffentlichkeit wissen. Zuletzt hat FCR Einkaufszentren in Rangsdorf und Hoyerswerda erworben.

In einer zwischen „alten Industrien“ und „Digitalisierung 4.0“ schwebenden Weltwirtschaft geht es um die Finanzierung von Ideen. Denn das was die Welt im Anschluss an eine in den etablierten „alten Branchen“ möglich erscheinende neue  Wirtschaftskrise benötigt, sind neue auf moderner Digitalisierungs-Technologie und innovativen Ideen basierende Wachstumsimpulse. Hier kommte die Private Equity-Branche ins Spiel, die das notwendige Kapital zur Verfügung  stellen sollte. Doch auch den Akteuren im Private Equity und Venture-Capital-Markt müssen erkennen, dass sich die Zeiten geändert haben.  Selbst große Adressen der Finanzszene wie Carlyle stoßen bei Banken auf Widerstand.

Dies auch, weil es für Banken längst nicht mehr so leicht ist, Verbindlichkeiten im Rahmen der früher so beliebten „Securitisation“ zu verpacken und in der Folge an Investoren weiterzuverkaufen.  Und so sind Banken ´kaum mehr bereit, Private-Equity-Transaktionen in Größenordnungen von über 1 Mrd. $ zu finanzieren. Dies auch, weil hier vor allem  die allgemein strengeren Eigenkapitalvorschriften für Banken hemmend wirken.

Factoring ist eine weitere Möglichkeit der Wachstumsfinanzierung gerade für den Mittelstand, dem Träger der deutschen Volkswirtschaft. Factoring bietet Unternehmen in allen Fragen der Finanzierung eine hohe Flexibilität. Dabei geht es im Kern um die gewerbliche, revolvierende Übertragung von Forderungen eines Unternehmens gegen einen oder mehrere Forderungsschuldner vor Fälligkeit an ein Kreditinstitut oder eben an das Factoringunternehmen selbst. Auf diesem Gebiet hat sich die A.B.S. Global Factoring während ihres inzwischen immerhin 20jährigen Bestehens einen guten Namen gemacht. Der Vorteil des Unternehmens: Als privater und inhabergeführter Finanzdienstleister ist es in der Lage, jede Finanzierungssituation potentieller Kunden individuell zu prüfen.

Die innovative Idee von prall mit

Geld gefüllten Helikoptern

Als eine ganz besondere und innovative (allerdings nicht unumstrittene) Art der Wachstumsfinanzierung gilt die Idee, wonach Notenbanken allen Bürgern über einen bestimmten Zeitraum hinweg eine bestimmte Summe pro Monat zur Verfügung stellen sollten. In einem offenen Brief an EZB-Chef Mario Draghi hat der Autor im Mai des Jahres 2015 gefordert, die EZB solle jedem Bürger Europas für einen Zeitraum von zwei Jahren einen Betrag von jeweils 5000 € pro Monat überweisen. Die Idee wurde um den Vorschlag österreichischer Wissenschaftler ergänzt, die seit Jahren bestimmte Fälligkeitsdaten für Geld fordern.

Gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise bieten  sich hier mit der gebotenen Flexibilität Lösungsansätze für bestehende und sich wahrscheinlich noch zuspitzende Probleme. Dieses so genannte Helikopter-Geld  ist aus einer Idee bzw. Drohung des Ex-Fed-Chef Ben Bernanke entnommen. „Helicopter Ben“ hatte angedroht, im Bedarfsfall – also in Notlagen – mit dem „Helikopter über den Finanzmärkten“ abwerfen zu wollen. In der Zeit der Moderne könnte man das Ganze dann letztlich auch als „Drohnen-Geld“ bezeichnen.

Ben Bernanke lässt grüßen:
Die  Idee des Helikoptergeldes 

Als eine ganz besondere und innovative (allerdings nicht unumstrittene) Art der Wachstumsfinanzierung gilt die Idee, wonach Notenbanken allen Bürgern – also den Verbrauchern und eben nicht der Wirtschaft – über einen bestimmten Zeitraum hinweg eine bestimmte Summe an Geld pro Monat zur Verfügung stellen sollten. In einem offenen Brief an EZB-Chef Mario Draghi hatte ich bereits im Mai des Jahres 2015 gefordert, die EZB solle jedem Bürger der EU für einen Zeitraum von zwei Jahren einen Betrag von jeweils 5000 € pro Monat überweisen, um Wachstum zu schaffen, die Deflationsgefahr zu bekämpfen und so indirekt auch die Schuldenberge zu „entwerten“.  Die Idee wurde um den durchaus nicht uninteressant erscheinenden Vorschlag österreichischer Wissenschaftler ergänzt, die seit Jahren bestimmte Fälligkeitsdaten für Geld fordern. Mit anderen Worten: Dieses Geld müsste dann also innerhalb  von zwei Jahren nach Konten-Eingang ausgegeben werden, also den derzeit schwachen Konsum ankurbeln. Danach wird das Geld wertlos.

Gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise bieten  sich hier mit der in einer solchen Situation gebotenen Flexibilität und Weitsicht interessante Lösungsansätze für die bestehenden und sich wahrscheinlich noch zuspitzenden Probleme. Dieses so genannte Helikopter-Geld  ist aus einer Idee bzw. Drohung des Ex-Fed-Chefs Ben Bernanke ent- standen. Denn „Helicopter Ben“ hatte den Akteuren an den internationalen Märkten vor einigen Jahren „angedroht“, im Bedarfsfall – also in Notlagen – riesige Mengen an US-Dollar mit dem „Helikopter über den Finanzmärkten“ abwerfen zu wollen. In der Zeit der Moderne könnte man das Ganze dann letztlich auch als „Drohnen-Geld“ bezeichnen, weil man Drohnen für deren Umsetzung möglicherweise noch gezielter einsetzen könnte.

Im Zeitalter des „Bargeld-Todes“ würde Mario Draghi aber in der Tat dann weder Helicopter, noch Drohnen benötigen. Was zur Umsetzung der Idee zur Schaffung von „Verbrauchergeld“ notwendig ist, sind schlichtweg lediglich Bankkonten zur Überweisung der entsprechenden „Geldbeträge“. Festzustellen ist allerdings auch, dass zahlreiche Ökonomen diese zuletzt auch von einem eidgenössischen Wirtschafts-Dachverband für die Schweiz propagierte Idee (wohl zurecht) als sehr gefährlich bezeichnen. In der Schweiz werden die pro Bürger von den Initiatoren geforderten Beträge allerdings wesentlich niedriger – nämlich pro Bürger 1200 sfr im Jahr, also 100 sfr pro Monat – angesetzt. Die Idee des Autors dieses Beitrags reicht wesentlich weiter, ist allerdings auf einen bestimmten Zeitraum von zwei Jahren beschränkt.


Dieser Beitrag von Udo Rettberg und AlphaBulls.com wurde in einer stark gekürzter Form im Monat  März 2016 in der aktuellen Ausgabe des dem „Handelsblatt“ beigelegten Zukunftsmagazins „Trendreport“  veröffentlicht.

 

Die Erde bebt 40

Drohende  Eiszeit

28.04.2017, also 98 Tage ndjti

Einige bezeichnen die Lage betont vornehm als „große Unruhe“. Andere sprechen deutlicher und klarer von barbarischen Taten und Kriegsgefahr.  Für mich steht fest: Die Welt befindet sich längst im Kriegsmo- dus –  so wie ich es seit Jahren ankündige.  Auch wenn sich die mächtigen Bonzen und Kriegsherren ge- genseitig die Schuld zuschieben, so ist klar: Schuld sind sie alle gemeinsam. Mir soll keiner erklären, dass es nur einen  Schuldigen für  unzäh- lige abscheuliche Taten auf dem Globus gibt. Klar: Schuld sind alle – auch die sich als Friedensengel“ aus- gebenden USA. Was den Politik-Versagern über Dekaden gefehlt hat, war und ist die Fähigkeit, den Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft zu richten und Gefahren zu erkennen.  Alles wird vom „Diktat des Geldes“ bestimmt.

 

 

Die Unruhestifter dieser Welt haben den Krieg über Jahre hinweg „geschickt“ vorbereitet und u.a. durch Hassbotschaften, Schuldzuweisungen und Kriegsspiele inszeniert. Erschwert wird die Lage dadurch, dass in einigen Hoheitsgebieten inzwischen neue Sheriffs – so in England, in der Türkei – drohgebährend ihre Colts ziehen.  In anderen Ländern wie Frankreich und Deutschland stehen wichtige wegweisende Wahlen auf der Tagesordnung. Donald Trump trägt als neuer US-Sheriff ein gerüttelt Maß Schuld am recht frisch und eisig wehenden Wind des Krieges. Aber der Casino-Pleitier ist aus meiner Sicht nur das letzte Teil in diesem Kriegspuzzle. Vor der Ära Trump – meine neue Zeitrechnung lautet: der 28. April ist Tag 98 nach DJTI, nach Trumps Amtsantritt.   Zuvor schon hatten andere „Feldherren“ aus Russland, Syrien, Nordkorea, der Türkei, aus dem arabischen und islamischen Raum sowie auch aus „EU-Europa“ die „War-Scenery“ vorbereitet. An- gela Merkel hat sich – wohl mit dem Wissen ihrer gigantischen Fehlleistungen während der vergangenen Jahre – zuletzt selbst ein etwas anderes Image der Zurückhaltung auferlegt. Kein Wunder: Sie muss tagtäglich über die verheerenden Sünden ihrer fremden „Schützlinge“ lesen. Arme Angie!!

 

Das Ziel: Zerstören und wieder aufbauen – Konkret geht es den politisch Mächtigen – den Gehilfen des Großkapitals – darum, die bestehenden Systeme abstürzen und vernichten zu lassen, Teile der Erde zu zerstören und Milliarden von Menschen ins Jenseits zu schicken. Den Plan, die menschliche Rasse dann  vorübergehend „auf anderen Planeten zu parken“, werden sie wohl nicht umsetzen können – dazu reicht die Zeit nicht. In einigen Jahren – so ist der Plan des Großkapitals  – soll die Erde (mit einer deutlich geringeren Bevölkerung) nach dem Kriegsgebrüll dann wieder lebenswert ge- macht werden.

 

Peking ist auf dem Beobachterposten – Wer sich seit Dekaden im Bemühen um den globalen Dirigentenstab geschickt im Hin- tergrund hält, ist die VR China. Deren Präsi- dent Xi Jinping ist eine auf den ersten Blick positiv auffallende Erscheinung im welt- weiten Präsidenten-Zirkus. Im Übrigen: Auch

 

Eurosklerose – Die neue alte Krankheit –  Die EZB – das hat sich zuletzt erwartungs- gemäß bestätigt – hat erkannt, dass eine Abkehr von der „Politik der Dummheit“ eine noch größere Dummheit wäre. Die Leitzinsen im Euro-Raum bleiben unverändert und auch die monatlichen Bond-Aufkäufe durch Marios Leute bleiben bei 60 Mrd. € p.a. auf bis- herigem Niveau. Und dies, obwohl die Er- holung der Euro-Volkswirtschaften nach Beo- bachtung der EZB angeblich „zunehmend so- lide“ wird. Einige Analysten sprachen zuletzt bereits vom „Wiederwachen Europas“. Ich habe da so meine Zweifel. In Europa herrscht nach wie vor Chaos. Die EZB-Vertreter wissen genau, dass die angebliche Stabilität der Wirtschaft sowohl in Europa als auch in den USA auf Sonderfaktoren (Nullzins, Ölpreistief, fiskalische Ankurbelung) beruht und die Situation durch die Inkaufnahme gigantischer Schuldenlasten (auf staatlicher, unternehme- rischer und privater Ebene) nur erborgt ist.

 

 

 Nebenbei bemerkt

Die riesigen Risiken


Wer ein gewisses Alter überschritten hat, erkennt an der eigenen Konstitution die Schwächen und Gebrechen von Menschen. Noch bedenklicher ist: Diese Schwächen verstärken sich in der Regel mit fortschreitendem Alter. Das aber heißt auch: Der 70jährige Donald Trump ist im Weißen Haus an der Schaltstelle der Welt wie viele andere Politiker vor ihm der falsche Mann für die Rolle des Global Leaders. Denn aus Washington berichten sie, dass Trump als Starrkopf auch nicht bereit ist, auf den Rat seiner Umgebung zu hören. Daraus resultieren riesige Risiken. Das macht nachdenklich.



Nur Donald weiß, wie es wirklich geht. Menschen müssen in diesen Zeiten den Ein- druck gewinnen, dass die meisten politischen Entscheidungsträger vor der Zeit Donald Trumps einfach „saudumm“  gewesen sein müssen. So jedenfalls ist DonJohns Auftreten zu erklären. Donald Trump stellt die Welt auf den Kopf, stellt fast alle Entscheidungen seiner Vorgänger in Frage und bereitet die Welt auf einen Krieg vor. Das, was Trump tut, hat mit Säbelrasseln allein nichts zu tun. Die Welt steht (wie ich das seit Jahren prophe- zeie) ganz, ganz nahe am nächsten Weltkrieg. Ich habe bisher dafür plädiert, dem neuen Präsidenten eine Chance zu geben, weil eine 19 Billionen-Dollar-Volkswirtschaft wie die USA nun wirklich nicht über Nacht neu ausgerichtet und justiert werden kann.

Aber – Donald Trump hat inzwischen zig Chancen durch sein dümmliches Auftreten bereits vertan. Vor allem ist er nicht in der Lage, argumentativ zu überzeugen, weil ihm offensichtlich auch das geistige und mensch- liche Rüstzeug dazu fehlen.  Entscheidend wird jetzt u.a. sein, wie seine Ideen (bezüglich Handelsabkommen, Deregulierung, Steuern und Infrastruktur) umsetzbar sind und ob sie wirken.  Von einem Plan sollten Donald und seine Hilfssheriffs im Weißen Haus Abschied nehmen – nämlich von der Idee, dass staat- liche Ankurbelungsprogramme nicht letztlich zu noch höheren Staatsschulden führen. Diese Idee hat damals bei Ronald Reagan nicht funktioniert und dürfte auch bei Trump & Co nicht funktionieren. Solides Wirtschaften sieht anders aus – leider haben sie (nämlich die Politiker) das in der Welt vergessen. Sie laden (im Auftrag der Bigones und Extriches) alle Last auf den Schultern der Bürger ab.

Schuldig fühlen sie sich dabei nicht. Immerhin hat der blondgelockte Deutschstämmige in Washington jetzt sinngemäß zugegeben, dass er sein altes Leben vermisse. Heißt das etwa, dass er sich von seiner aktuellen Aufgabe überfordert fühlt? Donald Trump würde so etwas wohl nicht offen zugeben. Liebe Amerikaner, bitte, bitte tut Donald Trump den Gefallen und der Welt damit auch – setzt ihn als Präsident ab. Schickt ihn täglich auf den Golfplatz, gebt ihm den Job des TV-Mode- rators und des Casino-Players zurück. Doch was geschieht wirklich: Nach dem Motto „nur ich treffe die richtigen Entscheidungen“ bla- miert sich das Lügenmaul aus dem Weißen Haus täglich. Überraschend kommt das für mich nicht. Und so ist zu erwarten, dass das von Trump & Co gesetzte Ziel einer Wachs- tumsrate von 3 % wohl nicht erreichbar ist. Wall Street scheint das ähnlich zu sehen; denn ein Vergleich der 100-Tages-Amtszeit von US-Präsidenten zeigt Trump  mit + 5,6 % nur auf Rang 4 hinter Bush sen., Kennedy und Clinton.

 

 

S&P 500 Aktienindex – Warten auf Trump’sche Impulse

    Quelle: Barchart

 


Zinstrend als Wegweiser – Das wird auch Janet Louise Yellen in ihrer Rolle als Fed-Chefin bei der Geldpolitik berücksichtigen. Stärkere Zinsanhebungen sind nicht zu er- warten. Ein Blick auf die Zinsen zeigt die konjunkturelle Ernüchterung Wall Streets. Nachdem die Rendite 10jähriger „Treasu- ries“ – US-Staatsanleihen – als Folge des Trump-Siegs in 28 Tagen von seinerzeit  1,8 % bis auf 2,6 % gestiegen ist, kam es wieder zur Ernüchterung. Zehnjährige „Treasuries“ rentieren nach 2,05 % wieder mit 2,3 %.
Cc
Bcc
show image slideshow

Der Planet bebt  – noch immer – Was sind die Auslöser für das Beben auf diesem Planeten? Klar, man könnte in diesem Kontext viel tiefer in die Geschichte einsteigen, könnte sich dort Erklärungsmuster und möglicherweise auch Lösungen holen für das im Inneren aufkommende Unverständnis. Nun – das fällt mir schwer; denn ich  habe in den vergangenen Dekaden fest daran geglaubt, die Menschheit habe gelernt, habe vermutet, Zivilisation und Humanität hätten sich durchgesetzt. Das war eine Fehlannahme.

 

Bei Reisen in 98 Länder der Welt hatte ich diesen Eindruck über die vergangenen Dekaden hinweg gewonnen – und ich habe daran geglaubt, dass mit der Globalisierung beinahe optimale Bedingungen für eine Fortschreibung und Weiterentwicklung des „Menschlichen“ gegeben seien. Das war eine Fehlannahme. Dies vor allem deshalb, weil in westlichen Regionen Humanität „gelebt“ wurde, dass dies jedoch nicht in andere (ärmere) Regionen der Welt weitergereicht worden ist. Und dabei hatten alle doch so stark auf positive Effekte des Internet vor allem mit Blick auf die Bildung gehofft. Hoffnungen und Träume brachen sich Bahn.

 

.


 

Nebenbei bemerkt

Völlig versagt


Heute muss ich (erneut) erkennen, dass ich über 40 Jahre hinweg darin versagt habe, den Deutschen die Themen Finanzen und Börse zu erläutern. Über diesen langen Zeitraum hinweg habe ich mich bei einer deutschen Zeitung intensiv auch mit dem Thema Finanz-Derivate beschäftigt. Der Erfolg war bescheiden – offensichtlich. Doch dann kommt Dekaden später ein russischer Irrer, zündet Bomben am Bus eines Fußballclubs und schon beschäftigt sich die gesamte Republik mit dem Thema „Puts“. So geht das!!!!!


 

Doch weit gefehlt. Wenig ist geblieben, nichts hat sich durchgesetzt. Auch nicht in den gut entwickelten, vom Wohlstand gesegneten Ländern des Westens. Viele begreifen, dass dieser Wohlstand a) nur auf Kosten der vom Westen ausgebeuteten Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und b) durch den Aufbau riesiger Schuldenberge erreicht wurde. All das werden  unsere Kinder und Kindeskinder zurückzahlen müssen – eines Tages – in irgendeiner Form. Was das Heute diktiert, ist die Auswegslosigkeit, die Hoffnungslosigkeit und die Chancenlosigkeit Mord und Totschlag brechen sich Bahn. Manche Menschen sind stark genug, die Dinge zu verkraften und aktiv nach Auswegen zu suchen – andere wiederum verzweifeln, und ziehen sich zurück, wollen ihr Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit suchen.  Die Gefahr einer globalen Rezession und Depression ist sehr groß. Dritte gehen mit Gewalt in die Offensive.


Nebenbei bemerkt

Egoismus pur


Ich muss mich wundern, wenn ich in diesen Tagen von unzähligen US-Amerikanern weiterhin fast Tag für Tag immer wieder höre, Trump sei ein Mann des Volkes. Ha, ha, ha ……………. Sie haben es noch immer nicht begriffen, dass der ehemalige Casino-Pleitier ein Vertreter des Establishments ist. Sie sollten wissen: Die vom egoistischen Mehrfach-Milliardär Trump geplante Steuerreform läuft u.a. darauf hinaus, sein eigenes Vermögen zu steigern. Doch ich befürchte, dass die US-Bürger viel zu spät erwachen werden



Die Zahl der Konjunkturskeptiker steigt – Ich habe Steen Jakobsen als einen klugen und weitsichtigen Ökonomen kennengelernt. Mit Blick auf die Lage der Welt  schwammen wir in den vergangenen Jahren nicht selten auf einer Wellenlänge – vor allem bei den Prognosen der Weltwirtschaft und der Rohstoffmärkte. Zugegeben: Meine vor rund drei  Jahren abgegebene Prognose einer globalen Rezession ist nicht eingetroffen. Aber dies vor allem deshalb, weil ich mir nicht vorstelle konnte, dass die Notenbanken ihre „Geldpolitik der Unvernunft“ wirklich bis ins Letzte ausspielen würden.

Nun – die Zinsen sind über 3 Dekaden hinweg geradezu dramatisch gefallen – in den USA von fast 20 % auf null %. In Europa sind sie sogar in negatives Territorium gerutscht. Heute sagt Steen Jakobson,  Chefökonom der Saxo Bank, eine globale Rezession sei in den kommenden 12 bis 18 Monaten sehr wahr- scheinlich. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 60 % – ähnlich äußern sich Südafrikas Ned- bank und andere Fachleute. Wenn ich mir die zurückhaltenden Prognosen der von mir sehr geschätzten IWF-Chefin Christine Lagarde anschaue, dann bleibe ich bei meiner sehr, sehr skeptischen Sicht der Weltwirtschaft.

 


Die besten Anlageklassen

A – Aktien                                                                            – 15 %
B – Anleihen *                                                                    — 00 %
C – Bargeld/Liquidität                                                      — 30 %
D – Gold/Silber/Platin (physisch + Aktien)                 — 55 %

* Der mit Blick  auf Anleihen-Investments weiter empfohlene Anteil von 0 Prozent gilt für Neu-Engagements. Zahlreiche Investoren halten in ihren Depots indes noch langlaufende Anleihen mit Kupons von 3 bis 5 % oder sogar höher. Solche Bonds weisen heute enorme Kursgewinne auf. Diese Anleger sollten über eine Reduzierung ihres Bond-Anteils nachdenken. Denn die 35jährige Anleihen-Hausse hat ein Ende gefunden.  Nach dem Trump‘schen Sieg ist auf lange Sicht mit einem weiteren Zinsanstieg zu rechnen. Das Risiko von Kursverlusten in Anleihen-Investments ist groß. Vor dem Hintergrund der niedrigen Renditen sind Festverzinsliche allgemein wenig interessant. Erst bei einem Anstieg der Bondrenditen über die Marke von 4 % erscheint der Aufbau von Bond-Investments wieder sinnvoll. Das aber dürfte noch eine gewisse Zeit dauern, so dass vorerst noch Geld in Aktien fließt. – Aber: Auch bei Aktien dürfte sich die Stimmung in den kommenden Monaten verschlechtern. Ein nachhaltiger Aktienkurs-Einbruch ist wahrscheinlich.

Diese Liste der Asset-Classes enthält keine Angaben über empfohlene Quoten von Immobilien- oder Alternativ-Investments wie Private Equity, Hedge Funds, Farmland. Forstland, Kunst etc. Sie beschränkt sich vielmehr auf liquide Assets, die börsentäglich an Wertpapier- und Terminbörsen ge- und verkauft werden können. Der Aktienanteil wurde nicht verändert.

Aktien  Die Aktienquote wurde weiter reduziert. Hier sollte der Fokus weiter auf künftigen Megatrends sowie auf von Anlegern „gehasste“ Branchen liegen – so z.B. Öl- und Pharmaaktien. Interessant sind auch Agrar- und Wasseraktien. Darüber hinaus sollten in der Digitalisierungs-Ära Technologiefirmen – z.B. Drohnen, Fintech, Biotech, 3D-Beschichtung und Marihuana – Beachtung finden. Langfristig scheinen Aktien von Freizeitunternehmen (Sport, Kunst, Kultur) als Investment interessanter zu werden.

Gold- und SilberPositionen haben wegen des starken Dollars für Euro-Anleger wieder an Wert gewonnen. Wir halten unseren Edelmetall-Anteil unverändert hoch. Das Goldpreisziel auf Sicht von 5 Jahren liegt unverändert bei rund 2800 $ je Feinunze.

Energie-Metalle Wir haben vor einem Hype im Bereich Lithium gewarnt, der sich dann auch eingestellt hat. Jetzt aber scheint der Bereich der Energie-Rohstoffe (Lithium, Kobalt, Vanadium und Graphite) wieder interessanter zu werden.

Real Estate Wenn wir in den vergangenen Monaten die Hausse an den globalen Immobilienmärkten mit Vorsicht betrachtet und die Gefahr einer Überhitzung aufgezeigt haben, so werden wir jetzt z.B. in Vancouver, London und anderen gehypten Standorten bestätigt, wo die Preise – ausgenommen Frankfurt – leicht gefallen sind.

Wichtiger Hinweis: Es empfiehlt sich grundsätzlich, Derivate wie Optionen oder Futures zur Absicherung bestehender Kurs- und Preisrisiken von Aktien und anderen Vermögenswerte einzusetzen. Das hat sich gerade in den vergangenen Jahren als Erfolgsrezept bewährt.

  1. April 2017 http://www.udorettberg.de/images/PDF/DEB40.pdf http://www.udorettberg.de/images/PDF/DEB40.pdf

 

Die Erde bebt 38
Hohlköpfe und Diktatoren

Sieh an! Wie verlogen ist doch diese Welt – jedenfalls in weiten Teilen. Wie verlogen sind vor allem die Bigones und Extriches, die regierenden Despoten und ihre unzähligen Handlanger. Der Ursprung des jüngsten Aufschwungs liegt in der bunten Kredit-Welt. Mit anderen Worten: Der Aufschwung ist „erborgt“ – der Bürger muss in der Welt der Diktatoren letztlich die Zeche zahlen. 10.3.2017

Die alte Börse in Brüssel zu einer Zeit, als die Welt noch in Ordnung war – oder doch nicht?          Foto: Udo Rettberg

Ich glaube, dass ich mich verhöre, wenn ich in diesen Tagen immer mehr der so genannten Verantwortlichen aus der Szene der Notenbanken, Geschäftsbanken sowie der Vertreter aus Politik und Wirtschaft davon sprechen höre, man habe erkannt, die Nullzinspolitik der Notenbanken schade der Finanz- markt-Infrastruktur in der Welt und somit auch dem Vermögen der Menschen im allgemeinen.
Das sind die Erkenntnisse der großen und mächtigen dieser Welt – der von mir als „Bigones“ bezeichneten, die diese Welt voll im Griff haben (wollen). Michael Gorbatschow zeigte kürzlich die Gefahr eines neuen Weltkriegs auf. Doch diese Erkenntnis war bei mir bereits vor vielen Jahren gereift. Und wenn „Gorbi“ und andere also heute von zunehmender Kriegsgefahr sprechen, dann bin ich darüber sehr traurig. Nicht so sehr, wegen dieser Prognose an sich, sondern weil Banken, Analysten, und Kommentatoren vor sechs bis sieben Jahren meine diesbezüglichen Kommentare belächelt haben. „Du willst Dich letztlich nur interessant machen“, haben mir jene, die aufgrund ihrer Position wesentlich häufiger gelesen und gehört werden als ich, immer wieder vorgeworfen.

Keine Sorge: Hier in der „Villa Mario“ in Frankfurt werden sie schon eine Lösung finden – oder?           Foto: Udo Rettberg

Jetzt wollen sie unter der Führung des blondgelockten Deutschstämmigen in New York und Washington das „Geld- und Zinsdoping“ der Vergangenheit durch eine fiskalpolitische Überdosis ergänzen und ersetzen – wie dumm ist das eigentlich? Klar – machbar ist all das; denn die Politiker können’s halt per Dekret verfügen. Denn es ist ja letztlich nicht ihr Geld. Es geht dabei nur da- rum, den durch Inkaufnahme gigantischer Schuldenberge „erborgten“ Wohlstand zu sichern und die eigene Macht zu erhalten. Und wer profitiert davon am meisten? Klar, natürlich die Megareichen dieser Welt, die inzwischen nicht nur wirtschaftlich das Sagen haben, sondern in Person von Trump, Putin, Erdogan u.v.a.m leider auch politisch sagen, wo es lang geht.
Mit anderen Worten: Diese Nonsens-Politiker profitieren durch ihre Firmen überdurchschnittlich vom „Doping“ der Fiskalpolitik. Neue Schulden-Spritzen unter dem Mäntelchen einer angeblich vor allem für die Bürger bzw. in deren Interesse aufzubauenden besseren Infrastruktur sollen der Kickstarter für die „Reflationierung“ der Weltwirtschaft sein.

So oder ähnlich jedenfalls denken DonJohn und seine Helfer. Hier in den USA und anderenorts wird weiterhin künstlich kreiert, was in Zukunft letztlich die Bürger bezahlen müssen, von dem letztlich aber vor allem die Reichen (Unternehmen, Unternehmer und das Großkapital) profitieren werden. Das Ganze wird dann in Kriegen gipfeln, die derzeit nicht nur in Europa durch dummes Gerede bestimmter Dummköpfe angezettelt werden. Wer glaubt denn schon daran, dass Donald T mit seiner Wirtschaftspolitik einen sich selbst tragenden Konjunkturaufschwung herbeizaubern wird?
Die USA werden unter Trump mehr Schulden machen, weil das gigantische Infrastrukturprogramm über mehr Schulden finanziert und gleichzeitig die angekündigten Steuersenkungen für Menschen umgesetzt werden sollen. Trump wird zum Zauberer werden müssen, will er seine Ziele erreichen. Und die Notenbank wird das Ganze finanzieren. Nicht, indem sie Bäume fällt und neues Geld druckt, sondern weil sie einfach ihre Bilanz durch das synthetische Anhängen von „Nullen“ aufbläht. So geht solides Haushalten durch die „Nullen der Weltpolitik“ heute.


Der Aufschwung ist „Fake News“

Die Menschheit sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie belogen wird. Aus ökonomischer Sicht war die Welt seit Dekaden nicht mehr so unsolide und instabil wie heute. Die angebliche aktuelle Erholung der Wirtschaft in den westlichen Industriestaaten ist aus meiner Sicht „Fake News“ – darin sind DonJohn & Konsorten ja geübt.
Denn der angebliche Aufschwung ist – das muss jeder wissen – auf der einen Seite künstlich und auf der anderen Seite durch Sonderfaktoren kreiert. Zum einen durch unsinnige Geschenke der Notenbanken mit ihrer Nullzinspolitik und zum anderen durch den zeitweiligen Verfall der Energiepreise um zeitweise mehr als 80 %. Zinsen von 6 % auf 0 % – Rohöl von 155 $ auf 25 $ je Barrel. Es sind diese Sonderfaktoren, die die Wirtschaftswelt bewegen.
Hinzu kommt: Die Regierungen haben über Dekaden hinweg über ihre Verhältnisse gelebt und die Staatsschulden auf neue gigantische Rekorde getrieben. In Europa und vor allem Deutschland wird sich das in den kommenden Jahren auch dadurch zeigen, dass die Kosten für die Flüchtlingswelle am Wohlstand nagen. Sie sprechen zwar vom flüchtlingsbedingten Aufschwung, doch wissen sie genau, dass dieser Aufschwung durch nicht vorhandenes Geld (also Schulden) finanziert wird. Wie verlogen ist die Regierung in ihrer Argumentation.
Und dann jubeln sie in Deutschland derzeit auch noch über ein Plus im jüngsten Haushalt. Schäuble & Co. vergessen allerdings gleichzeitig, dass sie über die Dekaden hinweg ein gigantisches Loch in den Staatshaushalten aufgebaut haben. Man sollte halt lernen, die Zusammenhänge zu sehen………….


Und wenn sie jetzt davon reden, neue Arbeitsplätze geschaffen zu haben, dann wissen sie auch, dass all das auf Kosten der Bürger geschehen ist – durch Inkaufnahme von Schulden. Ich habe mir zuletzt mehrere Reden von Angela Merkel aufmerksam angeschaut – die Worte Verschuldung oder Staatsverschuldung kamen darin nicht vor. Was Merkels Reden prägt, sind staatsmännische oder staatsweibliche Worte – ohne problemlösende Inhalte. Kluge Wissenschaftler haben zuletzt gefordert, das Thema Überschuldung im Alter und Altersarmut selbst in einem vergleichsweise reichen Land wie Deutschland zeitnah anzugehen, sonst „droht in unserem Land ein verheerendes Elends-Bild“, so die Folgerung. Aber das will niemand hören – selbstverständlich nicht.

Ich habe eine Menge Freunde und Bekannte in den USA – und allen zolle ich meinen Respekt, meine Hochachtung. Ich komme bei genauer Analyse zu dem Schluss, dass wohl keiner von ihnen DonJohn – den Bad Dürkheimer „Bub“ – zum Präsidenten gewählt hat. Sollte das versehentlich doch der Fall gewesen sein, dann haben alle „meine Leute“ inzwischen wohl ihre Meinung geändert – so hoffe ich zumindest …….

Wer die Argumente und Aussagen von Leuten wie Recep, Donald, Vladimir und anderen auf ihren Intelligenz-Gehalt überprüft, der wird rasch erkennen: Es gibt smartere Leute auf diesem Planeten. Und exakt hier sehe ich eine riesige Gefahr. Wem es an Intellekt mangelt, der neigt zu unbedachten „Machthandlungen“. Wenn also Macht und Money das Geschehen diktieren, könnte die Welt noch näher an den Abgrund rücken. Das Vermögen von heute könnte sehr rasch im Nichts verschwinden, und Sparer und Anleger die Tränen in die Augen treiben.

Gold – Korrektur bietet chancen

Quelle: Barchart

Apropos Intellekt: DonJohn Trump will neue Arbeitsplätze in Industrien schaffen, die zu den „Gestrigen“ zählen. Vielleicht sollte Trump einmal schauen, wo die Arbeitsplätze von morgen aufgebaut werden. Es werden wohl vor allem die Themen Hightech, 3D, AI, Virtual Reality, Biotech, Roboterisierung, fahrerlose Autos etc etc etc sein, die das Morgen bestimmen. Und es werden weniger die Branchen Stahl, Chemie & Co sein. US-Milliardär Mark Cuban hat Trump kürzlich empfohlen, sich vor öffentlichen Äußerungen besser zu informieren und möglicherweise Internet-Suchmaschinen einzuschalten und zu nutzen. Er spielt damit auf einen Mangel an „modernem Wissen“ auf Seiten des Präsidenten an. Nun – ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, altersbedingt mitreden zu können, wenn es um die Themen von morgen geht. Und: DonJohn ist ja schließlich noch älter als ich – viel älter!!!!

Die Folge der zuletzt in den USA und in Europa angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen könnte sein: Die Konjunktur springt an und bei den Notenbanken werden inflationäre Alarmglocken in Bewegung gesetzt. Die Zinsen werden steigen, denn weder Yellen noch Draghi werden sich wohl ihren politischen Herrschern widersetzen. Die Menschen werden glücklicher, weil ihr Arbeitsplatz sicherer erscheint, obwohl auch dieser neue Aufschwung letztlich erstunken und erlogen sein wird. Und wenn irgendwann die Sondereffekte Öl und Zins nicht mehr wirken, erhöht man halt (wie Donald T.) den Rüstungsetat und löst neue Kriege aus. So einfach ist die Welt. Es lebe die Unverfrorenheit. Das wird ein Sieg der Dummheit!!

Es wird allerhöchste Zeit, dass sie sich in Tokio, Washington, Berlin, Brüssel und den anderen Hauptstädten vor allem mit dem Thema Staatsverschuldung beschäftigen. Obwohl – warum eigentlich? Hier wissen sie doch, dass letztlich alles auf den Wähler abgewälzt werden kann – eines Tages, wenn die alten Währungssysteme kollabiert und die Wähler vielleicht erwacht sind, es aber gleichzeitig zu spät für den „Gang auf die Straße“ und für die nächste Revolution ist. Es lebe die Diktatur. Udo Rettberg / New York


Die besten Anlageklassen

A – Aktien – 20 %
B – Anleihen * — 00 %
C – Bargeld/Liquidität — 25 %
D – Gold/Silber/Platin (physisch + Aktien) — 55 %

* Der für Anleihen-Investments weiter empfohlene Anteil von 0 Prozent gilt für Neu-Engagements. Zahlreiche Investoren halten in ihren Depots langlaufende Anleihen mit Kupons von 3 bis 5 % oder sogar höher. Solche Bonds weisen heute enorme Kursgewinne auf. Diese Anleger sollten über eine Reduzierung des Bond-Anteils nachdenken. Die 35jährige Anleihen-Hausse hat ein Ende gefunden. Nach dem Trumpschen Sieg ist auf Sicht mit einem Zinsanstieg zu rechnen. Das Risiko von Kursverlusten in Anleihen-Investments ist daher stark gestiegen. Vor dem Hintergrund der niedrigen Renditen sind Festverzinsliche allgemein wenig interessant. Erst bei einem Anstieg der Bondrenditen über die Marke von 4 % erscheint der Aufbau von Bond-Investments wieder sinnvoll. Das aber dürfte noch eine gewisse Zeit dauern. — Ergo: Bei Aktien dürfte sich die Stimmung in den kommenden Monaten verschlechtern.
— Diese Liste der Asset-Classes enthält keine Angaben über empfohlene Quoten von Immobilien- oder Alternativ-Investments wie Private Equity, Hedge Funds, Farmland. Forstland, Kunst etc. Sie beschränkt sich vielmehr auf liquide Assets, die börsentäglich an Wertpapier- und Terminbörsen ge- und verkauft werden können. Der Aktienanteil wurde nicht verändert.
— Da Gold- und Silber-Positionen wegen des starken Dollars für Euro-Anleger kaum an Wert verloren haben, erschien eine vorübergehende Reduzierung des Edelmetall-Anteils nach dem Trump-Sieg sinnvoll. Nach dem dann folgenden Preisrückgang am Goldmarkt auf unter 1130 $ je Feinunze haben wir den Edelmetall-Anteil zulasten der Liquidität dann wieder aufgestockt. Das Goldpreisziel auf Sicht von 5 Jahren liegt unverändert bei rund 2800 $ je Feinunze. – Dass wir vor rund zwei Monaten vor dem Hype im Bereich Lithium gewarnt haben, hat sich als richtig herausgestellt.
— Es empfiehlt sich grundsätzlich, Derivate wie Optionen oder Futures zur Absicherung bestehender Kurs- und Preisrisiken von Aktien und anderen Vermögenswerte einzusetzen. Das hat sich gerade in den vergangenen Jahren als Erfolgsrezept bewährt.
— Wenn wir in den vergangenen Monaten die Hausse an den Immobilienmärkten mit Vorsicht betrachtet und die Gefahr einer starken Überhitzung aufgezeigt haben, so werden wir jetzt z.B. in Vancouver, London und anderen gehypten Standorten bestätigt, wo die Preise – ausgenommen Frankfurt – gefallen sind.
— Bei Aktien sollte der Fokus auf künftigen Megatrends sowie auf von Anlegern „gehasste“ Branchen liegen – so z.B. Öl- und Pharmaaktien. Darüber hinaus sollten Anleger in der Digitalisierungs-Ära bei Technologie-Firmen auf die Gewinner von morgen – z.B. Drohnen, Fintech, Biotech und Marihuana – setzen. Langfristig bieten sich Aktien von Freizeitunternehmen (Sport, Kunst, Kultur) als Investment an.


 

ab_Financial_Orbit

Die Erde bebt – 27

Das eigene Grab

Der Mensch ist ignorant und egoistisch – er besinnt sich vor allem auf sich selbst. Die Verantwortung für  kommende Generationen sind oftmals eine zu schwere Bürde. Der homo sapiens denkt an sich selbst zuerst, er will sorglos leben, will genießen. Mit einer solch verantwortungslosen Art gräbt er nicht nur sein eigenes Grab, sondern reißt andere mit ins Verderben                            Von UDO RETTBERG

Rettungsring

Rettungsringe dürften bald gefragt sein.                                                                                                         Foto: Udo Rettberg

Menschen stecken in der Regel nicht zurück.  Grund: „In the long run we are all dead“, soll der große Ökonom John Maynard Keynes vor vielen Jahren gesagt haben. Mit diesem Wissen agiert die Menschheit auf diesem Planeten seit jeher eigensinnig und kurzsichtig. Wie kritisch es um die  Erde bestellt ist, wie nahe die Welt dem Abgrund und am alles Menschliche zerstörenden Rutsch in eines der unzähligen schwarzen Löcher im Universum steht, zeigen die Visionen und Aktionen angeblich ganz Weiser. Diese bereiten die Flucht auf andere Planeten vor.

Die „Groß-Groß-Großkopferten“ feierten zuletzt– unter Führung ihres Super-Chefs Johnny Tuttie  Picturemountain – in Sachsen ein Freudenfest.  Diese elitäre Gruppe  holt auf  dem Planeten Erde die Kriegsspielzeuge aus den Waffenarsenalen und bereitet den nächsten Weltkrieg vor. Die  grell-roten Warnsignale leuchten. Menschen sollten ihren Ängsten und Gefühlen freien Lauf geben, voller Wut auf die Straße  gehen und den Diktatoren und Dumpfbacken unter dem Motto „Wir sind das Volk“ die Stirn bieten.

Der Mensch ist zu schwach – Vieles aber spricht dafür, dass  der Mensch zu schwach ist, solche Probleme zu lösen. Das Universum und das Allmächtige werden wohl die Aufgabe der anstehenden „großen Korrektur“ übernehmen müssen. Möglicherweise haben mehrere Asteroiden bereits Kurs aufgenommen. Vorher aber werden sich möglicherweise die Prognosen von gigantischen Erdbeben erfüllen, die dann hunderte von Millionen Menschen  das Leben kosten könnten. In Kalifornien (an der sich seit Dekaden „reibenden“ San-Andreas-Verwerfung) zum Beispiel oder dort, wo die europäische Erdplatte seit vielen Jahren an der asiatischen Erdplatte  explosiv aufeinanderstoßen. Und dass Asien seit langem in dieser Hinsicht als Gefahrenherd bekannt ist, erhöht das Risiko.

Freunde aus den USA weisen mich in diesen Tagen auf  Meldungen von Wissenschaftlern der  dortigen Gesundheitsbehörde CDC hin, die ein E-Coli-Bakterium – einen neuen Super-Erreger – entdeckt haben wollen, der gegen alle Arten von Antibiotika immun sein soll. Beim G7-Gipfel in Japan wurde offiziell vor schwerwiegenden Auswirkungen solcher Keime auf die Weltwirtschaft gewarnt. Die Gefahr, in eine post-antiobiotsche Zeit abzutauchen, scheint für die Menschheit zuzunehmen. Endzeitstimmung also????

Querdenker sehen u.a. zwei Auswirkungen Zum einen wird durch solche Seuchen-Meldungen die Bedeutung und Daseinsberechtigung der Pharmaindustrie in den Fokus gerückt. Und zum anderen ließe sich so die im Hintergrund offensichtlich angestrebte Verringerung der Weltbevölkerung begründen. Was Krebs, Ebola und Zika-Virus sowie andere Seuchen über Dekaden hinweg nicht gelang, ist möglicherweise neuen Super-Erregern vorbehalten. Auch der Zika-Virus sorgt für Schlagzeilen; denn einige Gesundheitsexperten gaben offiziell die Empfehlung ab, eine Absage der Olympischen Spiele in Brasilien zu erwägen. Klar, das IOC  sprach sich – wohl auch mit Blick auf die finanziellen Folgen – dagegen aus.  Und dass Chemtrail nicht mehr nur eine Verschwörungstheorie ist, glauben inzwischen auch immer mehr Menschen.

Wenn ich zuletzt in einem Interview mit dem CEO einer deutschen Bank etwas gedankenlos den Begriff „Überbevölkerung“ gewählt hatte, dann wurde ich von meinem Gesprächspartner sehr rasch zurechtgestutzt – wohl zurecht. „Was ist über, wer ist übrig und sagen Sie mir, wer die Folgen dann entscheiden will“, fragt er mich verständnislos.  Anschließend kam es zu einer sehr langen Diskussion zu diesem Thema, die nicht nur bei den gigantischen ökologischen Problemen und beim Krisenthema Klimawandel landete.

Der geborgte Wohlstand ist nicht haltbar – Die ökonomischen und finanziellen Probleme der Welt erscheinen vor diesem Hintergrund unbedeutend und winzig.  Was ist eine Staatsverschuldung von mehr als 150% des BIP schon gegen die Gefahr des Weltuntergangs? Wenn man das Ganze aus ökonomischer und finanzieller Sicht betrachtet, dann ist das halt nur ein Blickwinkel. Vielleicht werden wir in der Stunde Null den Politikern sogar Lob dafür aussprechen, dass sie uns über Jahrzehnte hinweg den „geborgten Wohlstand“ geboten haben

Teilverrohung der Gesellschaft – In Deutschland sprechen Regierungskreise von einer „Teilverrohung der Gesellschaft“ und sie meinen damit auch, dass die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Flüchtlinge geringer wird. Nun sollten Sie in den Parlamenten mit Blick auf die Teilverrohung auch den Finger auf sich selbst richten. Was verroht ist, sind auch Maßnahmen, die Regierungen gegen ihre Bürger beschließen. Ich wiederhole mich: Die Regierungen haben versagt – kläglich. Und das über viele Jahre hinweg. Sie haben zugelassen, dass Demokratie auf vielen Gebieten nur noch eine leere Worthülse ist.

Ich behaupte, die Bigones und Extriches und ihre Handlanger (Regierungen und Notenbanken) haben gezielte Maßnahmen zur Störung der Demokratie getroffen. Der Grund: Sie haben erkannt, dass die Erde bebt, dass das aktuelle System keine Überlebenschance hat – politisch, ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich. Ihr Ausweg ist allein das Chaos – also ein Umfeld, in dem sie Bürgern klarzumachen versuchen, dass die harte Hand notwendig ist. Ich jedenfalls stelle mich auf das Schlimmste ein. Wer Politikern Intellekt, Fachwissen, Verstand und Vernunft zutraut, der wird wohl schon bald eines Besseren belehrt.

Der Bürger muss in den Fokus rücken – Heute wäre für die Menschheit noch Zeit, auf die Straße zu gehen und den Dumpfbacken in den Schaltzentralen zu erklären, dass die Gesamtheit der Bürger bei künftigen politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen muss. Wer glaubt, dass der Ausweg der Krise aus Sicht der Freunde von Johnny Tuttie Picturemountain nicht in einem Weltkrieg liegt, der ist ein Optimist. Wenn ich mich mit diesen Gedanken auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte fokussiere, dann komme ich zu dem Schluss, dass die „Great Depression“ der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wohl nur ein Vorspiel dessen war, was uns alle in den kommenden Jahren erwartet.

Sie haben der Welt über Dekaden ein Schneeballsystem zugemutet – haben riesige Staatsschulden aufgebaut und die Tilgung und Zinszahlung durch eine immer höhere Schuldenlast „garantiert“. Für solche Ponzi-Schemes sind viele Geschäftsleute für lange Zeit in den Knast gegangen.  Als „Retter“ dieses Systems kommen nur die Bürger selbst in Frage. Und zwar „Otto Normalverbraucher“ der über die geplante Abschaffung des Bargelds bereits auf „harte Schritte“ vorbereitet wird. Keine Frage: Die Steuern und Abgaben werden steigen. Der Zugriff auf das Vermögen der Menschen ist zwangsläufig – auch auf Immobilien und Grundstücke. Wenn Experten derzeit zur Kapitalanlage in Immobilien raten, dann vergessen sie dabei, dass Regierungen vor Dekaden bereits schon einmal Zwangshypotheken auf Immobilien eingeführt haben.

Charles Ponzi lässt grüßen – Heute versuchen die Eliten, das unsinnige Spiel der „Ponzi-Schemes“  mit Hilfe der Notenbanken durch Nullzinsen oder Negativzinen auf eine neue „Schwachsinns-Ebene“ zu heben.  Inzwischen gehen die Visionen weiter: Mein Vorschlag an Mario Draghi, EU-Bürgern für zwei Jahre monatlich je 5000 € (ausschließlich für den Konsum) zu überweisen und das Geld mit einem Verfalldatum zu versehen, hat zu keiner Reaktion des italienischen Gosa-Getreuen geführt.  Irgendwann (ich gebe zu: ich kenne weder Zeitraum noch Zeitpunkt) wird das System „crashen“.  Und dann versuchen die Kapitalanleger in der Folge allesamt durch eine Tür zu flüchten. Diese Tür wird sich dann als Nadelöhr erweisen.

Wenn sich die Zöglinge von Johnny Tuttie Picturemountain mit ihren global aktiven Freunden aus der Szene der Bigones und Extriches –  den Golsas,  Roschies, Jäpiemos und Rockies – treffen und das Geschehen in der Welt in ihre Richtung  lenken, dann geht es wieder rund. Dann wird zwar nicht unbedingt in die Hände, aber anderen (nämlich den Armen und den Normalos) in die Suppe gespuckt. In dieser Phase ist aber auch eine verdammte  Vorsicht angesagt – nicht nur hier in Dresden/Sachsen, sondern auch an anderen Orten dieses wild durch das Universum wabernden Planeten.

Nix Genaues weiß man nicht – Denn sowohl hier als auch in anderen Teilen der Welt gilt: Nix Genaues weiß man nicht über die Bigones und Extriches, also die besonders Großen und Mächtigen und die Superreichen. Eines ist aber klar: Johnny Tuttie Picturemountain I – der Chef des mächtigen Gebildes – und seine wenigen Freunde wollen noch reicher werden. Die Demokratie haben sie bereits getötet, jetzt wollen sie die Welt noch stärker kontrollieren. JTP I.  kann nicht zulassen, dass sich die Gewichte verschieben. Dazu bietet er seinen „Handlangern“ Machtgarantien.

Bekannt ist nur, dass die sich als besonders mächtig empfindenden Top-Politiker auf dem Planeten in erster Linie den Wünschen und den Befehlen der Bigones und Extriches beugen (müssen). Sie tun das als Handlanger dieser Bigones nicht zuletzt auch deshalb, weil sie ihren eigenen Status – nämlich ihre vermeintliche Macht und ihren Mini-Reichtum – behaupten wollen.

 

Die Penunzen der Bigones – Nur wenige, oder besser gesagt kaum jemanden interessiert die andere Seite der Medaille. Auch wenn die Weltbank vage Zahlen nennt, ändert sich nichts am eigentlichen Übel. Denn Zahlen sind – ähnlich wie Namen – halt Schall und Rauch. Von den rund 7,3 Mrd. Menschen auf dem Planeten Erde leben 5,6 Mrd. Menschen laut Weltbank in extrem ärmlichen Verhältnissen . Diesen 5,6 Mrd. Menschen stehen täglich weniger als jeweils 2 $ pro Tag zum Leben zur Verfügung. Von diesen 5,6 Mrd. Menschen sind einige Millionen auf der Flucht  – und zwar dorthin, wo die Johnny Tuttie P’s ihren Super-Reichtum untergebracht haben. Die ärmsten der Armen  suchen Zuflucht in den G7-Nationen – also in Europa und Nordamerika. Hier haben die JTP’s dieser Welt ihren Super-Reichtum natürlich sehr gut abgeschirmt. Mit anderen Worten: Die Penunzen der Bigones und Extriches  sind sehr gut versteckt.

Der Inzucht vorbeugen – Ich gebe zu: Mir fehlt es an Wissen, Erfahrung und Intelligenz. Aber es ist ja gut, wenn in der Regierung die wirklich sachkundigen Menschen sitzen. Die, die auf alles eine Antwort haben, eine Lösung kennen  – und selbst wenn diese Antwort noch so schwachsinnig ist. Europa werde „in Inzucht degenerieren“, hat ein in Berlin sitzender Bundesfinanzminister zuletzt angeblich gesagt und so die Immigrationspolitik der Angie-Regierung  verteidigt. Hat dieser Minister etwa verschlafen, dass z.B. Deutschland seit mehr als vier Dekaden unzählige Einwanderer integriert hat  – Italiener, Spanier, Türken, Polen, Portugiesen und Menschen aus vielen anderen Nationen? In einer freien und offenen Gesellschaft, in einer grenzenlos erscheinenden Welt war Inzucht kein aktuelles Thema und wird es in diesem Jahrhundert wohl auch nicht sein. Wer die eigene dümmliche Politik mit solchen schwachsinnigen Argumenten begründet, macht sich lächerlich. Die Wählerumfragen scheinen diese Sicht der Dinge zu bestätigen.

 

Türkei – Europas Krisenherd brodelt. – „Es gibt so viele Probleme und so viele wirklich wichtige Dinge auf diesem Planeten, für die es gilt, Lösungen zu finden.“,  erkläre ich meinem Kumpel Recep am Telefon als unsere Diskussion auf die Armenien-Resolution des Bundestages kommt. Recep kennt sich in der Geschichte recht gut aus. Der Tod von 1,5 Mio. Armeniern wurde in der Resolution des Bundestats als Völkermord beschrieben, was in der Türkei zu wütenden Protesten führte. Ich gebe zu – ich kann die türkische Reaktion verstehen. Denn niemand kennt wirklich die Wahrheit, viele haben ihre eigene Meinung und haben dadurch auch „ihre Wahrheit“.  Dieser Blödsinn des Bundestages  war in meinen Augen völlig überflüssig.

Gehirn einschalten

Vor Inbetriebnahme des Mundwerks bitte Gehirn einschalten.                                                                                       Foto: Udo Rettberg

Öl ist ja heute so billig, da kann man es ruhig verbrennen. „Wie kann man nur so dämlich sein, in einer solch angespannten geopolitischen Lage noch mehr Öl ins Feuer gießen“, frage ich Recep. Dieser wiederum hat durchaus  Verständnis für die deutsche Seite. „Vielleicht braucht Deutschland diese Art der Vergangenheitsbewältigung“, mutmaßt er.  Ich aber bleibe bei meiner Meinung: „Warum beschäftigen sich die weich und super-bequem in ihren Sesseln  sitzenden Politiker  in Berlin nicht mit den wirklich wichtigen Problemen der Welt? Warum unternehmen sie z.B. nichts, um die latente Kriegsgefahr zu mindern, um die explosive Situation in der Frage der Zuwanderungen zu lösen“, frage ich. Politiker sollten – und da wiederhole ich mich – aus der Vergangenheit lernen und dieses Wissen dann zur Gestaltung der Zukunft nutzen. So zum Beispiel die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Flüchtlinge keinen Grund mehr haben,  ihre Heimat zu verlassen. Hier liegt die Lösung für einen Großteil der aktuellen Probleme, wie ich bereits seit Jahren schreibe.

 

Receps Freude ist keine Schadenfreude – „Hochmut kommt vor dem Kniefall“, spricht mir  Recep dann aus der Seele, als unser Gespräch auf seinen Namensvetter aus Ankara kommt.  Den nach eigener Einschätzung  „größten Türken“ hatten sie kurz zuvor in den USA schmerzlich und brutal gegen die Wand laufen lassen. Bei  der Trauerfeier von  „Ali dem Großen“ hatten sie nämlich den geplanten großen Auftritt  von RT Erdogan verboten, was diesen zur beleidigten Rückkehr nach Europa veranlasst hatte. Recep kriegt sich am Telefon vor Lachen nicht ein. „Das ist aber doch wohl keine Schadensfreude – oder“, frage ich ihn.  „Wie könnte es das sein“, sagt Recep. „Den Schaden hat doch das türkische Volk, weil wir hier in Istanbul davon ausgehen, dass unser Sultan die Reise wohl auf Staatskosten unternommen haben dürfte.“ — „Da magst Du wohl recht haben,“ antworte ich.


anlagestragegie


In Wissen investieren – Aktienquote reduzieren – Wo sollten Menschen das Kapital anlegen? Eines vorweg: Eine „sichere“ – also risikolose – Kapitalanlage gibt es in einem solchen Umfeld nicht, sieht man einmal von der „Investition in Wissen“ ab. Mein Rat: Bieten Sie Ihren Kindern und Kindeskindern und auch sich selbt die bestmögliche Ausbildung. Die Aktienmärkte profitieren von der weltweit  vagabundierenden Liquidität und dem Umfeld der Null- und Negativzinsen. Die Wachstumsraten sind niedrig (und zwar rund um den Globus), so dass Aktien wenig Phantasie besitzen. Es bietet sich an, bestehende Aktienpositionen über Derivate (Put-Optionen) abzusichern.   Auch Anleihen sind wenig interessant, weil zum einen die Qualität der Schuldner – egal ob Staaten, supranationale Einrichtungen oder Unternehmen – im kommenden Crash stark leiden wird. Dann besteht die große Gefahr, dass Anleihen nichts mehr sein werden.

Gold und Edelmetalle höher gewichten – Als vergleichsweise interessant sind darüber hinaus auch Investitionen in „physisches“ Gold. Das gelbe glänzende Metall – in Schmuckform und in Verbindung mit Diamanten und anderen Edelsteinen der Traum aller Frauen – hat sich über Jahrzehnte hinweg bestens bewährt. Nach dem „Kollaps“ in den 80er Jahren habe ich zwischen einem Preisniveau von 250 und 300 $ je Feinunze nachweislich konsequent zum Einstieg in Gold geraten. Und exakt am bisherigen Hoch bei über 1900 $ habe ich auch öffentlich im Rahmen eines Roundtables in Frankfurt einen Rückfall bis auf 1275 $ prognostiziert. Nachdem Gold dann kräftig auf unter 1200 $ je Feinunze abgesackt war, habe ich die Lage wieder positiver eingeschätzt.

Grundsätzlich halte ich den Aufbau von Goldpositionen (bis zu 40 % des Depots) nicht nur für sinnvoll und angezeigt, sondern auch für dringend notwendig. Allerdings muss sich jeder Anleger im Klaren darüber sein, dass  Politiker und Großbanken ihre Hände wohl in Zukunft nicht vom Goldmarkt lassen werden. Sie werden also (ähnlich wie auf anderen Gebieten) auch den Goldpreis zu manipulieren versuchen, wie sie das bereits in der Vergangenheit getan haben. Und möglicherweise – niemand sollte das wirklich ausschließen – werden die  Politiker versuchen, den Goldbesitz für Privatpersonen zu verbieten.

„The world is too ugly Gold to be weak!“ – Nach wie vor sollten sich Anleger der hässlichen Welt besinnen und darauf vertrauen, dass Gold nicht wirklich schwach werden dürfte. Nach wie vor halte ich für den laufenden Zyklus (genauer gesagt für die nächsten fünf Jahre) an meinem bescheidenen Goldpreis-Ziel von  rund 2800 $ je Feinunze fest. Denn wenn Gold wirklich ein  Inflationsschutz ist, dann sollte das bei der Analyse des Marktgeschehens auch berücksichtigt werden. Die Marke von 2800 $ entspricht dem inflationsbereinigten Hoch, das der  Goldpreis zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erreicht hatte.

Event Reports


Zitate, Zitate, Zitate ……………

Was andere NICHT gesagt haben

Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat. Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika! Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird n‘ bisschen Krieg gemacht.

——————————————

In diesen Tagen wird dieser Spruch bewusst durch die Cloud „getrieben“, den angeblich Kurt Tucholsky  im Jahr 1930 gesagt haben soll. Die Betonung liegt auf SOLL. Als überzeugter Tucholsky-Fan bin ich aber sicher, dass sich der Meister seinerzeit nicht wirklich mit Leerverkäüfen und Derivaten beschäftigt hat. Also: Ein Gag. Aber: Gut gemacht!   

USA IM HIGHTECH-RAUSCH

Die Geheimfavoriten in Wall Street

Wer in diesen Tagen einen Blick auf das bunte und vielseitige Unternehmens-Spektrum der US-Wirtschaft wirft, kommt nicht umhin, eine phantastisch erscheinende Entwicklung im Bereich Hochtechnologie zu konstatieren. Auf zahlreichen Gebieten ist es im Hightech-Sektor über die vergangenen Jahre hinweg zu wahren Quantensprüngen gekommen. Die großen Treiber sind dabei bahnbrechende Entwicklungen wie die Digitalisierung 4.0, die zunehmenden Anforderungen an „big data“,  die  Dynamisierung in der Telekommunikation sowie im Bereich Artificial Intelligence, das Internet of Things (IoT) sowie hohe Anforderungen im Sektor Cybersecurity. Auch zahlreiche andere Innovationen zum Beispiel im Gesundheits-, Pharma- und Biotechbereich überzeugen.  Die US-Wirtschaft nimmt – wen überrascht es – auf all diesen Gebieten eine Führungsrolle ein. Aktien dieser Sektoren zählen zu den Top-Favoriten oder aber zu den Geheimfavoriten. Die Präsentationen von zwei Tech-Firmen geben Aufschluss.  

WIFI ist heute

Verkabelung war gestern – WIFI ist heute – was kommt morgen?                                                                   Foto: Udo Rettberg

Die Cavium Inc. (CAVM – 61$) –  Anbieter von Halbleiter-Produkte und –Lö-sungen – ist einer jener Namen, die in Deutschland eher nur Profis bekannt sind.  Cavium ermöglicht durch seine leistungsstarken Produkte die rasche, intelligente und reibungslose Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten und Prozessen innerhalb von Kommunikations-Netzwerken. Besonders interessant  erscheinen dabei auch Lösungen, die Cavium privaten Verbrauchern im Bereich „Smart Home” bietet. „Unser Kerngeschäft entwickelt sich gut“, bringt ein Sprecher des Unternehmens auf der RJ-Conference die Dinge auf den Punkt. Entscheidend in diesem Industriezweig seien vor allem die Faktoren Schnelligkeit und Sicherheit beim Eingang von Daten, bei deren Verarbeitung, Analyse und  Weiterleitung.

Allerdings verweist der Cavium-Sprecher für sein Unternehmen auf den negativen Fakt von Sanktionen der US-Regierung, die das Geschäft mit einem chinesischen Kunden betreffen, auf den immerhin 1 bis 2 % der Cavium-Umsätze entfallen. Auf die Frage nach den Kunden von Cavium antwortet der Sprecher vielsagend: „Unsere Kunden sind das who-is-who der Tech- und Netzwerk-Branche“.

Cavium-Aktie

Beispielloser Höhenflug

chart 1

In diesem Kontext nennt er Namen wie Siemens, Samsung, Alcatel-Lucent, Aruba Networks, Cisco, Citrix, F5 Networks Furukawa Electric, GE Fanuc, IBM, Juniper, Motorola ECC, Netgear, Nokia, Radisys, und Qualcomm. Von großer Bedeutung sei, dass die entwickelten Produkte besser programmierbar seien als die Produkte der Wettbewerber. Bei Cavium ist man selbstbewusst und sieht sich selbst als Marktführer auf vielen Gebieten. Dies sei nicht zuletzt auch auf die zum Einsatz kommenden ausgeklügelten Algorithmen zurückzurückführen.

Die stark system-integrierenden Erzeugnisse des in San Jose / Kalifornien ansässigen Unternehmens werden zur Verbesserung der Funktionalitäten im Bereich von Firmen-Datenzentren, in der drahtlosen Kommunikation sowie der Breitband-Kommunikation eingesetzt. Die Anwendung reicht dabei von Video-Streamings und Video-Konferenzen bis hin zu HD-Kameras und Multi-Channel-Servern. Von besonderer Beachtung empfinde ich die Rolle, die Cavium sowohl direkt als auch indirekt im Bereich Cybersecurity heute bereits spielt und in Zukunft wohl noch stärker einnehmen wird. Das Unternehmen ist neben San Jose mit Tochtergesellschaften in Massachusetts sowie in Indien aktiv.

An nackten Zahlen gemessen erscheint die Cavium-Aktie auf dem aktuellen Niveau recht großzügig bewertet zu sein. Mit anderen Worten: Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate ist ein Teil der positiven Perspektiven bereits in der aktuellen Kursentwicklung enthalten. Der 2015er Gewinn je Aktie in Höhe von 0,42 $ dürfte in diesem Jahr bei anhaltend guter Technologie-Konjunktur auf 1,20 bis 1,30 $ steigen. Dies würde indes noch immer einem “stolzen“ KGV in Höhe von rund 50 entsprechen. Allerdings sind die Börsianer bekanntlich seit vielen Dekaden bereit, wirklichen Wachstumsaktien ein höheres KGV zuzubilligen.


PREMIER INC (PINC – 32 $)  ist ein vergleichsweise neuer börsengelisteter Player am  amerikanischen Gesundheitsmarkt. Das früher vollständig im Besitz der Mitgliedsfirmen des Gesundheitswesens in den USA befindliche  Unternehmen ist erst seit rund 2,5 Jahren an der Aktienbörse gelistet, nachdem die bisherigen Anteilseigner zunächst 22 % ihrer Aktien an der Nasdaq-Börse an interessierte Aktionäre abgegeben hatten.

Nachdem einige Altaktionäre in der Folge dann von ihrem Recht zum Verkauf weiterer Anteile Gebrauch gemacht hatten, ist der  Anteil der börsengelisteten Premier-Aktionäre inzwischen auf 32 % gestiegen.  Gerade hierin ist für neue Aktionäre jedoch auch ein nicht unerhebliches Kursrisiko zu sehen; denn wenn sich im Verlaufe der Zeit Altaktionäre weiterhin von auf dieser Seite bestehenden Aktienpositionen trennen wollen, könnte Druck auf den Aktienkurs entstehen.

Das komplexe Geschäftsmodell von Premier umfasst a) die gesamte Angebotskette medizinischer Produkte und Dienstleistungen und b) den so genannten Performance-Service. Der Performance-Bereich liefert über ein so genanntes SaaS-System zahlreiche medizinische Daten und Analysen an die Akteure des gesamten Gesundheits-Spektrums (also Ärzte, Kliniken, Berater, Medizintechnik-Unternehmen etc).  „In der Analyse von Gesundheits- und Medizindaten ist das Unternehmen Marktführer“, sagt einer der der Präsentation beiwohnenden Fondsmanager. Das wiederum versetzt die Premier-Kunden  in die Lage, die selbst erbrachten Leistungen an denen sowohl einzelner Konkurrenten als auch des Gesamtmarktes zu messen. Dadurch lassen sich zum Beispiel Vergleiche im Hinblick auf die Qualität, die Sicherheit und die Kosten der selbst erbrachten medizinischen Dienstleistungen anstellen.

Premier wurde im Mai 2013 in Charlotte North Carolina gegründet.  In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen aufgrund der starken Finanzposition acht Medizinbranchen-Unternehmen übernommen, und so seine Dienstleistungs-Angebot auf eine breitere Basis gestellt. Abzuwarten bleibt, ob sich das derzeit von vielen Seiten kritisierte US-Gesundheitssystem nach der im letzten Quartal des Jahres anstehenden US-Präsidentschaftswahl stark verändern wird. „Wir kennen alle Schwächen des Systems“, wies der Premier-Sprecher in Orlando darauf hin, dass man sehr rasch auf Veränderungen im Bereich Healthcare reagieren könne und werde.  „Wir sind hervorragend positioniert für die Zukunft“,  so die starken Worte des Managements.

Premier Inc.-A-Aktie

Suche nach stabiler Basis

Chart 2

 „Schließlich kennen wir den Markt seit vielen Jahren bestens“, hieß es ergänzend nicht zuletzt mit Hinweis auf das erfahrene Management-Team. Nicholas Jansen, Analyst von Raymond James, rechnet mit einem  Anstieg des Gewinns je Aktie um fast 10 %. Das Premier-Management selbst hat für das laufende Jahr einen Gewinn je Aktie zwischen  1,57 und 1,65 angekündigt. Positiv zu werten ist die nur geringe Verschuldung. „Wenn sich eine Übernahme-Gelegenheit bietet, können wir bei der Finanzierung jederzeit auf eine bestehende Kreditlinie zurückgreifen“, erklärt der Premier-Sprecher, der gleichzeitig betont, dass das Unternehmen einen streng diszipinierten finanziellen Ansatz bei Übernahmen und Fusionen verfolgt.

In der Gesundheits-Branche genießt PINC einen exzellenten Ruf. Zum neunten Mal in Folge wurde das Unternehmen vom Etmisphere Institut als „ethischste Gesellschaft der Welt“ ausgezeichnet. Die Präsidentin und Vorstandsvorsitzende Susan DeVore nahm diese Nachricht mit großer Freude auf.

 

Event Reports

Was andere sagen:  Zitate, Zitate, Zitate ……


Heute: Charles Barkley

Der ehemalige Basketball Superstar und NBA-Hall of Famer
hat sich jetzt mit der folgenden  Aussage in den
US-Wahlkampf eingemischt:


„Politik handelt vor allem davon, dass reiche Leute arme Leute auspressen und ausquetschen. Denn die armen Leute sind in der Regel zu dumm, um verstehen zu können, dass sie lediglich Schachfiguren in einem Spiel sind. Alle armen weißhäutigen Menschen und alle armen schwarzhäutigen Menschen sowie alle „Hispano-Amerikaner“ sitzen gemeinsam in einem Boot. Sie erhalten keine wirtschaftlichen Möglichkeiten.“

CALLAWAY GOLF – ELY.N

Winners play Callaway

„Sie werden jetzt etwas über eine sehr beeindruckende Recovery-Story erfahren“, macht  Dan Wewer, Wertpapier-Analyst des US-Finanzhauses Raymond James & Associates, die Zuhörer auf die Firmenpräsentation von Callaway Golf Co. (ELY – 8,77 $) im Rahmen der 37th Annual Institutional Investors Conference in Orlando neugierig. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass Wewer mit seiner Wertung richtig liegt. Callaway Golf hat nach schwierigen Zeiten wieder auf den Erfolgspfad zurückgefunden und ist letztlich auch wieder dort, wo es nach Ansicht der Golf-Freaks auch hingehört: Nämlich auf Rang eins der Weltrangliste unter den Golfartikel-Herstellern. „Wir haben die Spitzenposition zurück“, atmet Robert K. Julian, Finanzchef des Unternehmens, sichtlich erleichtert durch

Golfplatz Florida

Malerischer Golfplatz in Boca Raton / Florida.                                                                                                                                                               Foto: Udo Rettberg

Die über viele Jahre hinweg seit der Finanzkrise im Tief befindliche Golfbranche zeigt    Zeichen der Gesundung. „Golf war Luxus und viele Leute haben diesen Sport während der Finanzkrise als etwas Überflüssiges betrachtet“, erklärt Julian. Der Golfsport zeige deutliche Anzeichen einer Stabilisierung, was auch aus den jüngsten statistischen Daten des Weltgolfverbandes PGA hervorgeht. Die Branche hat den harten und steinigen Weg aus der Krise hinter sich gebracht.

„Wir sind mit unseren Golfmarken Great Big Bertha, Apex,  Chrome Soft und Odyssey wieder auf Rang eins in der Welt zurück“, so Julians Mitteilung an die Akteure des Finanzmarktes. Der globale Marktanteil von Callaway Golf ist von 14 % im Jahr 2012 auf aktuell 21 % in die Höhe geschossen. Diese Leistung  sei vor allem auch deshalb besonders erwähnenswert, weil der US-Dollar die globale Wettbewerbsfähigkeit von Callaway nicht unerheblich beeinflusse. Etwa die Hälfte des 2015er Umsatzes von Callaway (nämlich 47 %) wurden außerhalb der USA generiert. Im Jahr 2015 machte der Bereich Hard Goods (also z.B. Golfschläger) rund 61 % des Callaway-Umsatzes in Höhe von 897 Mio. $ aus. Auf den Bereich Golfbälle entfielen rund 17 % des 2015er Umsatzes, den Rest trugen Golf-Textilien und andere Produkte rund um den Golfsport bei.

Golf-Outlet in Orlando

Auch hier im Golf-Outlet in Orlando / Florida hat die „Marke Callaway“ einen guten Ruf.                                                                                                 Foto: Udo Rettberg

Dass das Unternehmen am Weltmarkt für Golfbälle hinter Titleist lediglich auf Rang zwei in der Welt zu finden ist, wurmt den Finanzchef ganz offensichtlich. Das wolle man ändern, so seine „Kampfansage“. Auch eine Kooperation mit dem Flugzeughersteller Boeing soll mit Blick auf neue Materialien, Technologien und Produkte kräftig Impulse bringen. Darüber hinaus hat das Unternehmen Kooperationen mit zahlreichen Sportgröße der Golfbranche (z.B. Tom Watson, Phil Mickelson etc) abgeschlossen.

Für Kapitalanleger ist indes von noch größerer Bedeutung, dass Callaway nach einigen Verlustjahren seit dem Jahr 2014 wieder schwarze Zahlen schreibe. Nach einem Verlust je Aktie von 2,82 $ im Jahr 2011 meldet das Unternehmen für 2015 wegen des starken US-Dollars einen Gewinn je Aktie in Höhe von „nur“ 0,17 $. Für das Jahr 2016 wird von Wall-Street-Analysten indes mit einem kräftigen Anstieg auf über 0,30 $ je Aktie gerechnet.

Nicht zuletzt durch die Eskapaden der Golf-Lichtgestalt Tiger Woods und die Auswirkungen der globalen Finanzkrise wurde Callaway Golf Co dann stark zurückgeworfen, wie auch der Blick auf den Aktien-Chart auf der kommenden Seite bestätigt Dass man dann die Rückkehr an die Spitze heute wieder geschafft hat, ist nicht zuletzt auf die Weitsicht und die Strategie des neuen CEO Oliver G. Brewer zurückzuführen. Brewer war vor geraumer Zeit von Adams Golf zu Callaway gewechselt und hatte das Unternehmen völlig neu aufgestellt.

In diesem Kontext erinnere ich mich an ein recht lange Zeit zurückliegendes Treffen mit dem Firmengründer Ely Reeves Callaway in der Fimenzentrale des Unternehmens im kalifornischen Carlsbad. Bereits vor mehr als 20 Jahren war Callaway der führende Name in der Golfindustrie – also den Herstellern von Golfschlägern, Golfbällen, Golfmode sowie Golfzubehör. Der leidenschaftliche Golf-Fan Ely Callaway hatte damals mit sehr viel Einfühlungsvermögen versucht, auf das wilde Leben des seinerzeitigen „enfant terrible“  der Golfbranche – nämlich John Daly  – einzuwirken.

Die Worte von Ely Callaway klingen mir noch heute im Ohr: „Kehr um John, kehr um – sonst läufst Du direkt ins Verderben“, hatte der Firmenchef seinerzeit leidenschaftlich auf John Daly eingeredet, der angeblich zu sehr dem Alkohol zugeneigt war. Zudem galt „Long John“ lange Zeit auch als glückspiel-süchtig. Klar, John Daly ist bis heute in der erweiterten Weltspitze geblieben, doch der Long-Hitter hätte möglicherweise noch viel mehr aus seinem zweifellos vorhandenen  Talent machen können. Der 2001 verstorbene Ely Callaway hatte das Talent Dalys früh erkannt.

Chart

Positiv zu werten ist heute der Fakt, dass der Callaway Co ganz offensichtlich recht problemlos die Umkehr aus der Verlust- in die Gewinnzone gelungen ist. Das Unternehmen will seinen Namen mit neuen Produkten (im Zeitalter der Digitalisierung z.B. auch durch Aktivitäten im Bereich eSports sowie durch ein gemeinsam mit MGM Grand am „Strip“ in Las Vegas kreiertes Showcase-Produkt „TopGolf“) sowie durch Kooperationen mit Golfsport-Größen weiter stärken. Darüber hinaus ist eine gemeinsame Zusammenarbeit mit dem Langfrist-Kooperationspartner TSI Groove & Sports Co Ltd  – einem führenden Golftextilien-Hersteller  in Japan – angekündigt. Die gemeinsame Tochter in Japan wird mit Golftextilien, Golfschuhen und Golf-Kopfbedeckungen aktiv sein.

Das neue Callaway-Management in Carlsbad zielt in der strategischen Ausrichtung vor allem auf organisches Wachstum, doch wollen Wertpapier-Analysten in der Wall Street auch nicht ausschließen, dass sich die Nummer eins der Golfbranche in Zukunft erfolgreich auf der Gerüchtespur bewegen und Wettbewerber aufkaufen könnte. In der Golfbranche der USA gilt zum Beispiel der Konkurrent Adams Golf aus Plano im US-Bundesstaat Texas als ein möglicher Übernahme-Kandidat.

Auf der anderen Seite dürften auch Überlegungen solcher Visionäre durchaus Sinn machen, wonach Callaway mit einer Marktkapitalisierung von rund 828 Mio. $ sehr gut ins Portefeuille eines der Riesen in der Branche der Sportartikelhersteller wie Nike, Adidas oder Under Armour passen würde. Da auch der Golfsport nach einer devoten Rückkehr zur Vernunft auf Seiten des einstigen Idols Tiger Woods ganz offensichtlich  weltweit wieder an Popularität zu gewinnen scheint, stehen die Zeichen für die Callaway Golf Co. auf Grün. Neben den USA gilt Japan nach wie vor als ein boomender Golfmarkt. Darüber hinaus entwickelt sich auch das Geschäft in China weiterhin recht erfreulich. Am US-Aktienmarkt haben Analysten heute jedenfalls solide Gewinnerwartungen für den Klassen-Primus. Positiv wird in diesem Kontext auch der Fakt gewertet, dass das Management in Carlsbad ein Aktienrückkauf-Programm beschlossen hat.

Udo Rettberg

Udo Rettberg – Publizist / Journalist

            Die Erde bebt – 24

Der Bürger stöhnt

Demokratie – welcher deutsche Bürger kennt diesen einst geliebten Zustand noch? Ja klar, all das ist schon etwas länger her. Demokratie und soziale Marktwirtschaft galten in der Vergangenheit als Säulen positiver ökonomi- scher und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland. Aber – die Zeit rast, die Gesellschaft verändert sich. Und so ist kaum mehr etwas von diesen Attributen geblieben. Die Freiheit steht auf dem Spiel. Menschen müssen nicht nur aufwachen, sondern dauernd wachsam bleiben.

 

Deutsche Bank AG

Eine Eisbombe – aus Wasser geformt von der Deutsche Bank AG. Rund 2,016 Billionen € haben die Deutschen auf Sparbüchern, Giro-, Tages- und Festgeldkonten gebunkert.                                                                       Foto: Udo Rettberg

Humanität und Demokratie waren gestern. Die Politik versagt auf fast allen Ebenen. Und dabei werden die Politiker in den Entscheidungszentren in Berlin, New York, London, Paris, Brüssel, Moskau, Ankara und Damaskus gut, ja zum Teil sogar sehr gut bezahlt. Einige Vertreter dieser Spezies zählen in ihren Ländern sogar zu den „Extriches“, den Superreichen also. Denn Präsidenten, Kanzler und Regierungschefs machen nicht selten Politik vor allem für sich selbst, für ihr eigenes Bankkonto und ihren eigenen Wohlstand. Vladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan gelten als megareiche Politiker – und auch andere Top-Politiker müssen nicht gerade am Hungertuch nagen.

Und dass Präsidentschaftskandidaten wie Donald Trump und Hillary Clinton über ausreichende Finanzmittel für das morgendliche Frühstück verfügen, weiß die Welt auch. Ich denke, dass Donald Trumps Versuch, US-Präsident zu werden, von ihm selbst anfangs eher als Gag und Versuch der Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrads (sprich: des Reichtums) gesehen wurde. Inzwischen scheint Trump allerdings der Ehrgeiz gepackt zu haben. Dass Hillary Clinton von einem der Bigones und Extriches – nämlich von Goldman Sachs – für Reden riesige Honorare erhielt, spielt all jenen in die Karten, die Politiker als „Handlanger“ der Superreichen sehen. Es wird Zeit, die Dinge zu ändern.

Tod der Demokratie: Attacke gegen die Bürger – Es fällt mir schwer, in diesen schwierigen Zeiten, meine zugegebenermaßen oft wirren Gedanken zu ordnen. An meiner grundsätzlichen Einschätzung ändert sich nichts – im Gegenteil: Bürger werden belogen und betrogen. Die Erde bebt, die Menschheit ist verrückt, orientierungslos und hemmungslos. Der Frieden ist ernsthaft in Gefahr. Dort, wo Liebe und Respekt herrschen sollten, gehen Menschen auf- einander los und schlagen sich im Ex- tremfall die Köpfe nicht nur ein, sondern auch schlichtweg ab. Das Schlimme: Die Masse der Menschen hat nichts mehr zu sagen, sondern wird fremdbestimmt. Sie lässt sich von teils unfähigen Politikern unterdrücken. In der Folge einige Beispiele für das Versagen der Politik.

Sparguthaben-Verpfändung: Attacke gegen die Bürger – In der heißen Diskussion über die gemeinsame europäische Einlagenversicherung für Banken hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jetzt eine Nebelkerze gezündet, die sich zu einer Bombe entwickeln könnte. In einem Zeitungsbeitrag hat Schäuble sinngemäß erklärt, die bisher stark umstrittene und heiß diskutierte gemeinsame europäische Einlagenversicherung werde nun möglicherweise wohl doch kommen. Das heißt konkret: Den Banken in der EU stehen die auf Bankkonten hierzulande eingezahlten Spargelder der Deutschen in Höhe von rund 2000 Mrd. € (siehe Titelfoto) als Sicherheit – also als Pfand – zur Verfügung. Wohl dem, der nichts hat.

Bargeld-Abschaffung: Attacke gegen die Bürger – Und jetzt denken sie in Berlin und anderenorts auf politischer Ebene noch intensiver darüber nach, Bargeld abzuschaffen. Welche irrsinnige Idee! Denn das Ganze würde sich gegen die Bürger richten. Bargeld ist Freiheit, Plastikkarten-Geld ist staatliche Kontrolle. Es lebe die Freiheit. Wie dumm müssen Politiker eigentlich sein, in der derzeit extrem schwierigen Lage und bei der aktuell miserablen Stimmung im Volke, ein solches Fass in Richtung „Elastic-Money“ oder „Rubber-Money“ aufzumachen? Dass Bundesbank-Chef Weidmann Gegner eines solchen Schrittes ist, mag ein wenig Hoffnung aufkommen lassen. Aber: Die Bigones und Extriches werden ihre Handlanger – die Politiker – im Endeffekt schon in ihre Richtung lenken. Ich stelle mir die Frage: Bekommen die vielen Flüchtlinge dann auch Plastikkarten, auf die spendenwillige Bürger auf der Straße dann ihre Gabe „beamen“? Liebe Frau Bundeskanzlerin – ich würde mir das wirklich überlegen, und zwar ernsthaft. Denn ansonsten wird Mick Jagger von den Rolling Stones wohl noch sehr lange die bislang eher unbeantwortete Frage stellen „Angie, Angie – when will those clouds all disappear?“

Die Kreditblase: Attacke gegen die Bürger – Nach den Theorien von „Peak-Oil“ und „Peak-Gold“ wird in der Finanzwelt derzeit vor allem über „Peak Debt” diskutiert – und zwar heiß und lebhaft. Kein Wunder; denn das Kreditvolumen (also die Verschuldung) in der Welt ist von 40 Billionen $ im Jahr 1994 auf aktuell geschätzt rund 235 Billionen $ gestiegen, was in etwa einer Versechsfachung entspricht. Das globale BIP – also das die ökonomische Leistung in der Welt messende Bruttoinlandsprodukt – hat sich im gleichen Zeitraum von 28 Billionen Dollar auf rund 79 Billionen $ erhöht, was einer Steigerung von gerade einmal 183 % entspricht.

Geldschöpfung: Attacke gegen die Bürger – Das zeigt, dass Wachstum vor allem über das künstliche System des Fiat-Money kreiert und gespeist wurde. Also über die von Notenbanken initiierte Kreation künstlichen Geldes, das durch nichts hinterlegt ist. So wurden einfach die Geldmengen ausgeweitet und Kredit sowie Verschuldung erhöht. Statistiken zeigen, dass die Bilanzen der Notenbanken im Zeitraum von 1995 bis 2015 um das Zehnfache ausgeweitet worden sind – nämlich von 2,1 Billionen Dollar auf etwa 21 Billionen Dollar. „So also geht Bank heute!“ Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Telefonat, das ich mit Dr. Norbert Walter, dem verstorbenen Ex-Chefökonomen der Deutsche Bank, im Jahr 2008 oder 2009 geführt habe. Anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington betonte Walter die immensen Risiken, die in der unkon- trollierten Ausweitung der Notenbank-Bilanzen liegen.

Das traditionelle Pulver irrsinnig handelnder Notenbanken ist jetzt weitgehend verschossen. Exzesse werden nur möglich sein, indem Notenbanken in bisher unerschlossenen Sphären denken und handeln.

System-Crash: Attacke gegen die Bürger – Ich bleibe daher bei meiner Auffassung: Der System-Crash steht bevor. Klar, Regierungen und Notenbanken können das oben beschriebene Szenario der unkontrollierten Schaffung „künstlichen Geldes“ noch verlängern, indem sie z.B. reale Negativzinsen einführen (Bürgern also Geschenke unterbreiten). Dies hatte ich übrigens EZB-Boss Mario Draghi vor vielen Monaten in ei- nem offenen Brief vorgeschlagen. „Mit Vollgas voraus in die Zeiten des Fiat-Money!“ Sollten die Notenbanken ihre in diese Richtung gehenden Weg fortsetzen, könnte der System-Crash weiter hinausgeschoben werden. Man wird aber dadurch lediglich Zeit gewinnen – mehr nicht. Eine wirkliche Lösung haben sich selbst über- schätzenden Politiker und Notenbanker nicht parat, weil sie eh nur den Befehlen der Superreichen gehorchen.


In eigener Sache


Depression ante portas

Es ist spannend, dass immer mehr Experten bei der Beurteilung der globalen Lage auf meine Seite wechseln. Es kam zuletzt zu einem Stimmungsumschwung bei Experten der Citigroup, der Bank of Scotland und darüber hinaus auch bei David Alan Stockman, einem ehemaligen Vertreter im US-Kabinett, und vielen anderen mehr. „Wir schreiten in Richtung Rezession“, wiederholte Stockman eine von mir seit langem geäußerte Meinung. Dass IWF-Chefin Christine Lagarde bereits länger auf meiner Linie liegt, sei in diesem Kontext nur am Rande erwähnt. Und sieh an: inzwischen sind auch viele andere bisher „bullishe“ Banker sehr kritisch, wenn es um die Konjunktur-Zukunft geht.


Financial repression: Attacke auf die BürgerAllerdings – und diese Gefahr ist durchaus real – sind auch bereits in nächster Zeit drastische Eingriffe der Regierungen in das politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und finanzielle System im Zuge der „financial repression“ möglich. Ich verstehe unter diesem „hässlichen Begriff“ eine „Umleitung“ von Wohlstand vom Bürger hin zum Staat. Bürger werden schmerzlich eine vollständige finanzielle Ausbeutung durch den Staat erfahren. Und Bürger sollten sicher sein, dass die Bigones und Extriches in diesem Fall gnädiger als der „kleine Mann auf der Straße“ behandelt werden. Man wird von Seiten der Regierung in Berlin alte Argumente in die Diskussoin bringen, wonach Defizite nur durch das Einsammeln von Geld bei der Masse – also bei mehr als 80 Mio. Bürgern – zu beheben sind. Beim kommenden „großen Schritt“ werden die Reichen nur relativ unterdurchschnitlich „beschnitten“ werden.

Hier einige wenige der bei der „financial repression“ bestehenden Möglichkeiten der Politiker:

1 – Ein sehr beliebtes Mittel dieser „financial repression“ ist zum Beispiel eine deutlich höhere Besteuerung auf alle möglichen Dienstleistungen und Werte.

2 – Ein andere Möglichkeit sind Währungsreformen. In Europa wäre das z.B. die Rückkehr zum alten Währungssystem, also die Wiedereinführung der D-Mark. Das alles selbsverständlich zum Schaden der Bürger. Denn der „kleine Mann“ wird letztlich die Zeche zahlen müssen.

3 – Ein drittes Mittel zur Lösung der von Politikern verursachten Malaise sind darüber hinaus staatliche Schuldenschnitte, die dann im Endeffekt auch die Altersvorsorgesysteme treffen würden. Denn die dort liegenden Gelder sind zum größten Teil in Staatsanleihen investiert.

4 – Dass in Deutschland auch eine „Völkerwanderungs-Steuer“ durchaus möglich erscheint, habe ich in der Vergagenheit im Zusammenhang mit den Schäuble-Plänen zur Schaffung einer Benzinsteuer bereits dargelegt.

5 – US-Präsident Barack Obama hat mit seiner Idee zur Kreation einer Rohölsteuer in Höhe von 10 $ je Barrel bereits eine enorme steuerliche „Innvationskraft“ unter Beweis gestellt.

6 – Wie kreativ in diesem Kontext auch Bundesfinanzminister Schäuble ist, zeigte sich zuletzt, als dieser ankündigte die Spargelder der Deutschen einfach virtuell zu „beschlagnahmen“ und sie als Sicherheit einzusetzen. Ich denke: Das wäre nicht nur eine Schweinerei, sondern schlichtweg ein Diebstahl.

7 – Aus der Krisen-Vergangenheit kennt die Menschheit zum Beispiel auch das Mittel der Zwangshypothek, die Häuslebauer und Immobilienbesitzer zum Wohle des Staates ärmer macht.

8 – Niemand sollte die Notenbanken unterschätzen, wenn es um das Thema Inflation geht. Zwar bewegt sich die Welt nach wie vor in einer Deflations-Spirale, doch ist nicht auszuschließen, dass Mario Draghi und Janet Yellen nicht doch noch meinem Vorschlag folgen, jedem Bürger für einen Zeitraum von zwei Jahren monatlich 5000 Euro bzw. Dollar direkt auf die Konten zu überweisen. Dieses Geld könnte mit einem Verfalldatum von zwei oder drei Jahren versehen werden. Mit solchen Geschenken würden Notenbanken die Konjunktur antreiben und eine Inflation von 8 bis 10 % p.a. initiieren. Das heißt: Die Staatsschulden würden innerhalb von 7 bis 8 Jahren weg-inflationiert.

Politik erzeugt Krisen: Attacke gegen Bürger – Es ist unverständlich (für mich jedenfalls), dass sich Europa in diesen Tagen selbst verleugnet und vom Zukunftsweg in die Moderne abbringen lässt. Nicht nur das sich zuspitzende Migrations-Chaos ist hierfür ein treffender Beweis. Europa wurde zuletzt auch zum Duckmäuser. Für den Besuch des iranischen Präsidenten Rouhani sollen in Rom angeblich historische Denkmäler abgedeckt worden sein. „Steinerne Nacktheit“ ist offensichtlich für manche weltfremde Politiker wohl zu heiß. Klar – das Verhüllen nackter Statuen hat vielerorts eine lange Tradition, aber ein solch devoter Schritt ist im aktuellen Kultur- und Religionsstreit ein von Europa ausgehendes falsches Signal. Italien und Europa sollten sich schämen.

Kapitalanlage: Es fällt mir – trotz der über Dekaden hinweg reichenden Erfahrung – schwer, eine ideale und vielversprechende Strategie für die Kapitalanlage zu finden. Noch nie zuvor in der jüngeren Geschichte wies das ökonomische, finanzielle und vor allem politische Umfeld aus meiner Sicht so viele Fragezeichen und Imponderabilien auf wie derzeit. Schuld daran sind vor allem Politiker, die die Weltwirtschaft in den vergangenen Dekaden ins Verderben – ins Armaggedon – geführt haben. Und so denke ich: Durch den Kauf von Puts abgesicherte Aktien-Positionen in Höhe von 30 % des Gesamtvermögens machen ebenso Sinn wie ein hoher Bargeldanteil (Liquidität) von 30 %. Dass in Krisenzeiten selbstverständlich Gold und Silber sowie Platin und Palladium ins Depot gehören (Anteil: 30 %) beweist die Vergangenheit.

 

Event Reports

Die Erde bebt – 22

Der große Knall

Hurra, wir leben noch. Und – wir leben gut, sehr gut sogar. Der Welt ging es ökonomisch betrachtet noch niemals zuvor so gut wie heute. Was, das glauben Sie nicht? Dann fragen Sie doch einfach den IWF. Der hat errechnet, dass der Anteil der armen Menschen auf der Welt – also Menschen, die weniger als 1,90 $ pro Tag zum Leben haben – noch nie zuvor so niedrig war wie heute. Daher leistet sich die Menschheit zu Silvester auch den „großen Knall“, indem sie Milliarden von Dollar in die Luft bläst. Wir habens ja!

Bild

Verschwendung und Irrsinn pur. „Aber Hauptsache, Ihr habt Spaß!“                                                                                                                                                  Foto: Udo Rettberg

Allein Deutschland hat mit einem gigantischen Feuerwerk im Wert von rund 130 Mio. € zu Silvester die über dem Land schwebenden bösen Geister vertrieben. Zu diesem Betrag addieren sich noch die nicht unerheblichen Kosten im Zusammenhang mit den angefallenen Müllbergen und die Kosten für durch Explosionen abgetrennte Körperteile sowie Kosten für Brandschäden. Ergo: Silvester hat die Menschheit in Deutschland allein rund 200 Mio. $ gekostet. Aber immerhin: Die Menschheit glaubt daran, dass die bösen Geister jetzt vertrieben sind. Wir sollten ihr diesen Glauben gönnen.

„Ab morgen wird alles besser“, so Optimisten. – „Quatsch, der große Knall steht uns erst noch bevor“, mahnen Zweifler. Meine Antwort ist salomonisch: „The allmighty only knows“. Nehmen wir das Positive als Aufmunterung. Richtig ist, dass die Menschen im Durchschnitt noch nie zuvor so alt geworden sind wie heute. Auch beim Thema Bildung – man sollte es angesichts der Unmenschlichkeiten auf dem Globaus kaum glauben – gibt es dank des Internets weltweit Fortschritte, wie Studien supranationaler Organisationen zeigen. Und: Auch die Zahl der Hungernden – obwohl noch immer viel zu hoch – schrumpft. Und so ist eitel Freude angesagt. Oder?

Der erborgte Wohlstand – Was der IWF und andere supranationale Organisationen allerdings wissentlich verschweigen: Der vermeintliche Wohlstand ist eine Lüge; denn er ist zulasten der Menschheiten auf diesem Planeten lediglich eine erborgte Idylle. Die Verschuldung von Staaten, supranationalen Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen war noch nie so hoch wie heute. Was uns Politiker und Weltorganisationen wie IWF, Weltbank, BIZ und Co verkaufen wollen, ist also nichts anderes als Augenwischerei. Warum wohl zeigt IWF-Chefin Christine Lagarde seit längerem vor allem die Schwächen der Weltwirtschaft auf?

In eigener Sache
Migräne in Santa Nirgendwo

Das neue Jahr ist da – die spektakuläre Ankunft von 2016 war in der Silvester-Nacht kaum zu überhören. Apropos Silvester-Nacht. Zwei Texte der „Jubel-Musik“ in meinem Feier-Umkreis erlangten während der stimmungsvollen Nacht meine besondere Aufmerksamkeit. „Ich hab nen Bungalow in Santa Nirgendwo“, wurde im Lande von Goethe und Schiller aus hunderten von Kehlen der Partygäste in die relativ warme und alkohol-geschwängerte Nacht geschrien.
Ergo: Die Stimmung unter den Menschen war positiv. Kaum jemand äußerte sich negativ über „meine Sorgen“ – also über den Verlust der Demokratie, über zunehmende „Kontrollitis“ von NSA und BND, über Rezessiongefahren sowie über die Diktatur der Bigones und Extriches und ihrer „Bevollmächtigten“. Klar – Alkohol und Skepsis sind keine Brüder. Angeheitert vergessen Menschen rasch (und gern) die Realität. Träume sind angesagt.
Noch wenige Stunden zuvor hatte ich eine neue Studie über die negativen Folgen des Alkohols ausgewertet. All das bereitete mir beim alkoholfreien Empfang des neuen Jahres erhebliches Kopfweh. Und wie bestellt, hallte dann in der Folge auch schon der nächste Gaudi-Song von Ireen Sheer durch die erste Nacht des neuen Jahres 2016: „Ich hab Migräne, weil ich mich sehne……………..“ Gemeint war dabei sicherlich nicht die Sehnsucht nach Harmonie und Frieden.
Immer wieder wurde ich von tanzenden, händeklatschenden und jubelnden Menschen ermuntert, doch mit in die „heißen Songs“ einzustimmen. Das gelang mir nicht; denn ich hatte dieses deutsche Lied- und Textgut noch nie zuvor wahrgenommen. „Banause“, kommentierte ein Kumpel. Ja, ich gebe zu: Ich bin ein Kultur-Banause. Und Ireen, die ein Wochenendhaus in meiner Heimat am Edersee hatte oder vielleicht noch immer hat, wird mir das sicherlich verzeihen.

2016 wird ein tolles Jahr! – Zahlreiche meiner Freunde und Kollegen zählen zu meinen größten Kritikern. Sie können nicht wirklich verstehen, dass ich die Welt eher negativ beurteile. Sie verstehen nicht, dass ich (angeblich) Weltuntergangs-Stimmung verbreite. Nun- ich sehe das ein wenig anders. Während des Jahreswechsels hatte ich Gelegenheit, mir viele Gedanken durch den Kopf gehen zu lassen und mich selbst auf den Prüfstand zu stellen. „Deine Analysen sind meist zu kompliziert für die Allgemeinheit, weil Du zu rasch zu viele Themen miteinander verbindest“, sagt mein Freund Hans immer wieder. Wahrscheinlich liegt er sogar richtig mit dieser Kritik.

Jahreswende – Zeit zum Nachdenken. Traditionell sammle ich zur Jahreswende die Meinungen von Ökonomen, Analysten und Strategen führender Finanzhäuser. Dies geschieht entweder durch das Studium der Research-Reports oder aber durch direkte Interviews mit den Experten dieser Häuser. War mir in diesem Jahr auffällt, bringt mich zum Nachdenken. In der Rolle des „Contrarian“ fühle ich mich plötzlich pudelwohl. Denn praktisch keiner der Experten von 25 Finanzhäusern rechnet für das jetzt begonnene Jahr mit einer Rezession oder einer Baisse der Aktienmärkte. Der Aktien-Anteil am Gesamdepot sollte also nicht weiter aufgestockt, sondern eher weiter reduziert werden. Schließlich werden die Bürger von den Mächtigen, den Bigones and Extriches belogen und betrogen.

Brüchige Strukturen – Das Fundament der Weltwirtschaft steht auf einem fragilen Sockel – aus vielerlei Gründen. Denn Demokratie und Marktwirtschaft waren gestern. Überbevölkerung und zu geringe Bildung sind weitere Schwächen. Und der vermeintliche Wohlstand der vergangenen Jahre ist durch Schneeballsyteme „erborgt“ – also nicht nachhaltig. In der Wohlstandsgesellschaft überfordern Menschen den Planeten Erde und beuten ihn sinnlos aus. Respekt ist für viele Menschen ein Fremdwort. Und all diese Faktoren resultieren dann in der Folge in Egoismus, in Aggressionen und letztlich in Krieg.

Die Liga der Frauen – Konsens sieht wohl anders aus. Fed-Chefin Janet Yellen hat bei der Fed-Zinsentscheidung wohl nicht auf die Warnungen von IWF-Chefin Christine Lagarde gehört. Diese hat jetzt nämlich erneut auf große Risiken für die Weltwirtschaft hingewiesen. Höhere US-Zinsen, ökonomische Ermüdungstendenzen Chinas, turbulente Rohstoffmärkte und angespannte Finanzmärkte nennt Lagarde als Ursachen ihrer eher pessimistischen Denkansätze. Auffallend ist, dass Lagarde das Thema „gigantische Staatsverschuldung“ in ihren Betrachtungen wiederum mehr oder weniger außen vor lässt. Konkrete Wachstumsprognosen für 2016 nennt die IWF-Obere nicht. Ihre Ökonomen hatten im Oktober ein globales Wachstum von 3,6 % prognostiziert. Mit anderen Worten: Die Weltkonjunktur zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen. Dass Donald Trump jetzt die Gefahr eines Platzens der Konjunktur-Blase aufzeigt, ist für mich indes kein Argument. Denn schließlich will der Republikaner Trump neuer US-Präsident werden – da muss er negativ zur aktuellen Regierung eingestellt sein.

Die Kapitulation der Wertvernichter – Die in Washington D.C. angesiedelte G30 – die aus führenden Finanz-Experten und Wissenschaftlern bestehende „Group of 30“ – versucht, der Welt die Augen zu öffnen. Doch niemand scheint interessiert. Die G30 bestätigen, dass Zentralbanken die Weltwirtschaft nicht länger stützen können und jetzt die Regierungen an der Reihe seien und Verantwortung übernehmen müssten. Das Pulver der Notenbanken sei verschossen, so die klare Aussage. In der Finanzkrise waren Zentralbanken wie FED, EZB, BoJ, BoE und andere zur Hochform aufgelaufen. Als Handlager der Regierungen überschwemmten sie die Welt mit fast 9 Billionen Dollar und führten Nullzinsen ein. So sorgten sie dafür, dass die Weltwirtschaft nicht in eine Rezessions- und Deflationsspirale rutschte. Heute sagen die G30, die strukturellen Probleme der Weltwirtschaft seien nicht gelöst. Fazit: Jetzt sind die Regierungen an der Reihe! Doch die scheinen viel lieber Krieg zu spielen.

Die Stunde der Contrarians. Es ist einfach und bequem, auf Erfolgswellen zu schwimmen. An der Börse gilt das vor allem mit Blick auf den gigantischen finanziellen Erfolg der technologischen Marktführer wie Google, Apple, Facebook, Amazon, Netflix, Alibaba etc. So mancher Anleger ist stolz darauf, Aktionär dieser Unternehmen zu sein. Das gilt wohl auch für die e-Car-Produzenten, allen voran für Tesla Motors. Nun bin ich allerdings schon so alt (manche mögen das Wort „alt“ durch den Begriff „erfahren“ ersetzen), dass ich mich an ähnliche Erfolgsgeschichten der Vergangenheit erinnere. So z.B. an Honeywell, Xerox oder Eastman Kodak. Und diese vor vielen Dekaden sehr „heißen Stories“ endeten nach einer gewissen Zeit im Desaster. Grund: Das Management dieser zeitweise finanziell super-starken Firmen war nicht in der Lage, frühzeitig auf die Herausforderungen technologischer Veränderungen durch Konkurrenten zu reagieren.

Die lange Liste der Anlage-Ratschläge

1 – „Verlieben“ Sie sich nie in Aktien bestimmter Gesellschaften. Bleiben Sie kritisch und hellwach, vor allem dann, wenn Sie nur noch positive Nachrichte über diese Firmen lesen.

2 – Noch wichtiger erscheint mir der folgende Rat: Sollten Sie direkten Kontakt zum Top-Management börsennotierter Unternehmen haben, gewöhnen Sie sich an, zumindest die Hälfte des Gesagten schlichtweg nicht zu glauben.

3 – Bedenken Sie: Manager von Unternehmen werden dafür bezahlt, Optimismus zu versprühen. Sie nehmen es daher mit der Wahrheit möglicherweise nicht immer so genau.

Die Menschheit spielt Krieg – an mehreren Fronten. Vergessen Sie, werte Leser, bei ihren Anlage-Überlegungen nicht: Die Finanzmärkte sind derzeit Gefangene der Weltpolitik. Eine falsche und folgenschwere politische Entscheidung kann von heute auf morgen alle noch so gut durchdachten Anlagestrategien auf den Kopf stellen. Die Zahl der Kriegstreiber und von deren Feinden wechselt – praktisch von Tag zu Tag. Darüber hinaus gibt es für die heile Börsenwelt aber auch noch andere Feinde. Denn sicher ist, dass nicht nur unterschiedliche religiöse Auffassungen Auslöser kriegerischer Konflikte sind. Entscheidend für die Kriegsspiele ist nach meiner Beobachtung das Streben nach Geld und Macht. Darüber hinaus begreifen auf der anderen Seite nur wenige Menschen, dass sie – ökologisch betrachtet – selbst ihr ärgster Feind sind. Seit Jahren sind allein Menschen für den ökologischen Terror – also für Attacken auf die Ökosysteme dieser Welt – verantwortlich. Der Planet ist unaufhörlich solchen Angriffen ausgesetzt. Auch hier wird es höchste Zeit, zu erwachen. Denn die Natur wird erbarmungslos zurückschlagen.

Udo Rettberg – 1. Januar 2016

EventReports

Thanksgiving mit Raymond James & Associates

Die Welt geht nicht unter – jetzt noch nicht!

Es ist eine ganz besondere Spezies von Mensch, die sich seit Jahren jeweils am Thanksgiving Day im Düsseldorfer Edel-Restaurant „Victorian“ trifft. Seit langem präsentieren die Experten von Raymond James Deutschland ihren Börsenausblick für das folgende Jahr. Die geladenen Gäste – allesamt Banker und Vermögensverwalter – haben während des Dinnners ausreichend Gelegenheit zum Gedankenaustausch. In diesem Jahr – so mein Eindruck – gestaltete sich dieser Austausch lebhafter als zuvor. Klar – globalwirtschaftlich und geopolitisch betrachtet steht die Welt derzeit Kopf. Der Weltfrieden ist ernsthaft in Gefahr, weil die dummen und mächtigen Großkopferten dieser Welt die Waffenarsenale öffnen. In Düsseldorf suchen Anwesende Input – guten Rat, innovative Ideen und beruhigende Worte. Das Fazit der Konferenz lässt sich in die Worte eines Beteiligten kleiden: „Die Welt geht nicht unter – jedenfalls jetzt noch nicht“

NYSE

DIE NEW YORK STOCK EXCHANGE (NYSE) – Der Kapitalisten-Tempel in der Wall Street bleibt auch Im Jahr 2016 ein Magnet für internationales Kapital. Foto: Udo Rettberg

Jeder weiß es, doch niemand will es wissen: Der in den vergangenen Dekaden aufgebaute Wohlstand ist nur „erborgt“. Hinzu kommt, dass neue Wachstumsimpulse fehlen. Zeit also, sich auf die große Krise, den großen Knall vorzubereiten? Wird der erreichte Wohlstand durch Inflation oder durch Krieg zerstört? Werden die Notenbanken weiterhin in erster Linie die Karte „viel Geld und vor allem viel billiges Geld“ spielen und die Welt mit Geldgeschenken (Negativzinsen) in die nächste Hyperinflation führen? Oder wird der Wohlstand – wie nicht selten in der Vergangenheit – vor allem durch einen neuen Weltkrieg zerstört? Diese Wohlstands-Zerstörung durch Krieg gab es – so zeigen Geschichtsbücher – in den vergangenen Jahrhunderten im Durchschnitt alle 80 bis 100 Jahre.

Fragen, über Fragen. Verlässliche Antworten gibt es nicht. Dazu spielen die Großen und Mächtigen dieser Welt, die mit ihrem Reichtum in der Lage sind, Politiker zu ihren Marionetten zu machen, ein böses und weitgehend noch immer undurchsichtiges Spiel. Man beruhigt die Erdenbürger, in denen man vielen von ihnen Geld, Brot und Spiele (Fußball, Olympia etc) gibt. Menschen werden zur Trägheit erzogen – und dies auch über hörige Medien. Die in Düsseldorf versammelten Finanz-Fachleute hatten viel Zeit zum Diskutieren. Auch die Flüchtlingskrise in Mitteleuropa stand auf dem Plan. Die Meinungen zu diesen und anderen Fragen hätten kaum unterschiedlicher sein können. Am Ende einigte man sich auf die oben genannte Formulierung: „Die Welt wird nicht untergehen – jedenfalls jetzt noch nicht.“

CityNeverSleeps

I want to wake up in a city that never sleeps Foto: Udo Rettberg

Wo sollten Kapitalanleger in diesen unsicheren Zeiten ihr Geld anlegen? Geht es nach Hans-Jürgen Klisch und Falk Reissland von Raymond James Deutschland dann ist die Antwort simpel: In den USA und im Dollar – selbstverständlich. Es überrascht nicht, dass den US-Finanzmärkten in den Referaten der breiteste Raum gegeben wurde. Beide Experten rieten zu einer Übergewichtung amerikanischer Vermögenswerte. Es war den RJA-Fachleuten allerdings anzumerken, dass sie über das Verhalten institutioneller und privater deutscher Anleger mit Blick auf deren Gewichtung der Wall Street und des Dollars sehr enttäuscht sind. Seit geraumer Zeit rührt man bei Raymond James Associates für ausgewählte US-Assets die Werbetrommel. Mit dieser Botschaft stößt Hans-Jürgen Klisch allerdings seit Jahren bei deutschen Anlegern auf taube Ohren.

Richtig ist, dass der US-Dollar in den vergangenen Jahren einer der großen Gewinner an den internationalen Devisenmärkten der Welt war. Der Euro hat gegenüber dem Greenback innerhalb von wenigen Jahren von rund 1,50 $ bis in die Nähe der Parität – also auf 1:1 – abgewertet. „Mit der Euro-Prognose lagen Sie vor einem Jahr sehr gut“, verteilt ein Event-Teilnehmer dickes Lob. Er halte den Dollar gegenüber dem Euro bei etwa 1:1 fair bewertet, erklärte Reissland, der angesichts der Dynamik des Dollartrends für das Jahr 2016 auch ein zeitweiliges Überschießen auf rund 0,95 €/$ für möglich hält.

Zuvor hatte Reissland recht selbstkritisch festgestellt, dass seine im November 2014 veröffentlichte 2015er Wall-Street-Prognose zu viel Optimismus versprüht hatte. Klar – man habe sich mehr erwartet, heißt es in diesem Kontext. „Die Entwicklung der Energiepreise hat uns die Prognose verhagelt“, weist er auf eine in dieser Deutlichkeit nur schwer absehbare Entwicklung hin. Während Energieaktien im S&P 500 zu Beginn des Jahres 2015 noch mit mehr als 8 % gewichtet waren, liegt ihr Anteil derzeit bei unter 7 %. Auch das geopolitische Umfeld (Ukraine, Nahost, Syrien) habe sich als Störfaktor erwiesen. „Wir erleben derzeit politische Börsen“, sagt Reissland und spricht von der Erfahrung, „dass diese politschen Börsen normalerweise kurze Beine haben“. „Schaun mer mal“, sagt bekanntlich der Franz …………..

In Wall Street gilt das Mutterhaus Raymond James & Associates seit Dekaden als eines der Finanzhäuser mit dem besten, fundiertesten und treffsichersten Research. Die Fachleute des Deutschland-Ablegers des in Florida beheimateten Finanzhauses kommen zu ihren Börsen-Jahresprognosen, indem vielfältige historische Daten ausgewertet und daraus ein Mittelwert gebildet wird. Mit dieser Methode haben sie seit Jahren eine positive Trefferquote vorzuweisen. Das kurzfristige Fazit dieser Auswertungen: Wer als Anleger kurzfristig orientiert ist, kann eine positive Börsenentwicklung in den Monaten Dezember bis Februar erwarten; denn während dieses Zeitraum gab es in der jüngeren Wall-Street-Historie durchschnittliche Wertsteigerungen von rund 12 %.

Die Stärke des Dollars ist die Schwäche des Euro

Chart1

Quelle: Barchart

Das Jahr 2016 hat aus Sicht der Börsen insofern eine besondere Bedeutung, als in den USA Präsidentschaftswahlen anstehen. Barack Obama kann sich nach einer Amtszeit von acht Jahren dabei nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Rein statistisch sollten Kapitalanleger darauf hoffen – Republikaner-Kandidat Donald Trump wird diese Botschaft aber mit Sicherheit nicht so gerne hören -, dass erneut ein Kandidat der Demokraten als Präsident ins Weiße Haus einzieht. Statistiken zeigen nämlich, dass Wall Street in Wahljahren durchschnittliche Indexsteigerungen von 5,8 % erzielt. „Wenn die Demokraten an der Macht waren, lag das durchschnittliche Plus aber höher – nämlich immerhin bei durchschnittlich 11%“, sagt Reissland. „Die Demokraten – und manchen mag das überraschen – scheinen also für die Börse besser zu sein als die Republikaner“, so der Kommentar des Fachmanns.

# In 14 der letzten 16 Wahljahre hat sich Wall Street positiv entwickelt. Noch wichtiger scheint folgende Betrachtung zu sein. „Am Ende jedes dieser 14 Jahre haben die Indizes auf dem höchsten Stand des Jahres geschlossen.“

# Im letzten Jahr einer 8jährigen Amtsperiode eines US-Präsidenten gab es bei US-Aktien Kursgewinne – „obwohl das achte Jahr zugegebenermaßen nicht immer ein tolles Börsenjahr war“, schränkt Reissland ein.

# Hinzu kommt: Jahre, die mit einer „6“ enden, brachten der Börse in der New Yorker Wall Street in den vergangenen Dekaden meist Kursgewinne.

Addiert man alle historischen Statistikdaten, dann errechnet sich nach Angaben von Falk Reissland für US-Aktien im Jahr 2016 ein Potential von plus 7,3 %. Das wird als beachtlich betrachtet. Denn all das müsse man nicht zuletzt auch im Kontext der derzeit an der Zinsfront zu erzielenden rekordtiefen Renditen sehen, wiesen Event-Teilnehmer auf die Konkurrenzsituation von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen hin.

Für den Dow Jones Index bedeute dies ein 2016er Ziel von 19431,09 — für den S&P 500-Index von rund 2278.

Hans-Jürgen Klisch, Geschäftsführer des Deutschland-Ablegers, riet in diesem Kontext dazu, die Stärke der US-Volkswirtschaft nicht zu unterschätzen. „Wir sehen die US-Wirtschaft als Art Dampfwalze, die ungeachtet aller Störfaktoren nicht zu bremsen ist“, so Reissland.

ÖLPREIS – DIE ÜBERRASCHUNG DES JAHRES

Chart2

Quelle: Barchart

Der starke Dollar scheint sich kaum negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen auszuwirken. Weitere Argumente „pro USA“ sieht Klisch auch darin, dass immer mehr US-Firmen nicht mehr in China, sondern in der Heimat und zudem in Mexiko produzieren lassen. Grund: In Mexiko liegen die durchschnitltichen Lohnkosten unter denen der VR China. Als weiteren Pluspunkt für die USA nennt der Experte auch den Fakt, dass US-Banken die Finanzkrise wesentlich besser gemeistert haben als Europas Finanzinstitute.

Hans-Jürgen Klisch

Hans-Jürgen Klisch. Foto: Udo Rettberg

Bedeutsam sei auch, dass es wegen schwacher Rohölpreise und der deutlich unter Europa-Nivea liegenden Erdgaspreise zu einer grundsätzlichen Verschiebung ökonomischer Kräfte und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft gekommen sei, wiederholt Klisch seine zuletzt häüfiger geäußerte These. Dieser Trend halte weiter an. Nicht umsonst seien Europas Chemiefirmen wie BASF mit ihren Fertigungsstätten auf dem Sprung in die USA. Ein Blick auf die Erdgaspreise in den USA und in Europa zeigt einen massiven Wettbewerbsvorsprung für die USA. Zu berücksichtigen sei, dass rund 80 % der US-Neubauten in der Energiefrage Richtung Erdgas tendieren.

Vor diesem Hintergrund müsse man auch erkennen, dass das Thema Rohöl in den USA aus vielerlei Sicht nicht tot sei. Denn noch immer werde 80 % des in den USA geförderten Rohöls als Treibstoff im Verkehrsbereich eingesetzt. „Wir sollten nicht erwarten, dass die US-Amerikaner in den kommenden Jahren einfach ihre mit traditionellen Treibstoffen betriebenen Autos verschrotten, auf Elektroautomobile umsteigen, und sie dann das in Mode gekommene Thema e-Mobility spielen werden“, so Klischs klare Ansage.

Er verweist auch darauf, dass sich die Saudis am Ölmarkt verkalkuliert und sich dabei ganz böse die Finger verbrannt haben. Man müsse sehen, dass die An- gebots- und Nachfragesituation in der Welt sehr eng ist. Wenn die Ölnachfrage weltweit nur um 2 % steige, könne es wieder zu einer angespannten Versor- gungs-Situation kommen. Es sei erstaunlich, dass US-Ölfirmen in der Lage gewesen seien, ihre Produktionskosten innerhalb eines Jahres von 60 bis 65 $ je Barrel bis auf rund 30 $ zu senken, sagt Klisch. In einigen Regionen der USA kostet die Ölproduktion sogar nur etwa 15 $ je Barrel.

Falk Reissland

Falk Reissland

Klisch favorisiert die Bereiche Energie (eher mittelfristig) sowie aktuell die Branche Gesundheitswesen (also Pharma und Biotech. Die in diesem Bereich Healthcare tätigen Unternehmen würden durch die demografischen Entwicklungen (die starke Nachfrage der Baby-Boomer-Generation nach medizinischen Produkten und Dienstleistungen nimmt zu) profitieren. „Im Gegensatz zu dem, was Sie in Teilen der deutschen Presse immer wieder lesen, hat sich im Bereich Biotechnologie in den USA keine Blase gebildet“, nennt Klisch die Dinge beim Namen.

Interessant sind darüber hinaus Aktien von im Rüstungs- und im Transportsektor (Airlines, Eisenbahnen) tätigen Unternehmen. Bei Buntmetall- und Goldaktien sollten sich die Anleger noch Zeit lassen, so die zurückhaltende Einschätzung des Experten zu den Rohstoffmärkte.

Der Weihnachtsmann hat gut lachen

Der Weihnachtsmann hat gut lachen. Foto: Udo Rettberg

Die Welt geht nicht unter – jetzt noch nicht!
Die Radikalinskis
Ende des Traums

„Stay alert“ – Zu diesem Thema gibt es derzeit keine aktuellen Artikel aus unserer „Feder“. Bleiben Sie wachsam und überprüfen Sie unsere Webseite immer wieder auf aktuelle Beiträge.

Edelmetalle im Fokus
Der Goldglanz ermattet – vorerst

Wohl kein anderer Rohstoff fasziniert die Menschheit so sehr wie Gold – und das seit langer, langer Zeit. Die Gründe für den “Goldismus” wurden in vielen Referaten dar- gelegt und in unzähligen Büchern beschrieben. Auch heute zeigt der seit Jahrtausend bestehende Mythos Gold weiter seine beeindruckende Wirkung. Gold ist Wertaufbe- wahrungsmittel, Gold ist “die” Währung, Gold ist Versicherung, Gold ist Spekulati- onsinstrument, Gold ist Gefühls-Transporteur, Gold ist Medium zur Manipulation von Mensch und System, Gold ist alles – ohne Gold ist alles nichts!    

Autor: Udo Rettberg  

Auf dem Weg zum “goldenen Glück” in Ghanas Goldminen ,,,,                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg


Analysten des Rohstoffs Gold und von Aktien der Goldproduzenten blicken meist nüchtern mit  der “Lupe der Sachlichkeit” auf dieses Segment. Sie sehen Gold zuerst als Rohstoff und verweisen bei den Prognosen möglicher Markt- und Preisentwicklungen vor allem auf die Angebots/Nachfrage-Situation. Ich bin je- doch der festen Überzeugung, dass das allein nicht ausreicht, das Gold-Geheimnis zu lüften. Der Goldpreis wird von vielen Unbekannten – vor allem auch von Betrug und Manipuation – bestimmt.

Seitdem das gelbe Edelmetall Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal auf meinen Radarschirm kam und ich mich dann ab 1978 beruflich intensiver mit Gold, Silber, Platin & Co, mit Diamanten und anderen Edelsteinen beschäftigte, habe ich ein Faible für die Edel- metalle entwickelt. Denn wer in vergleichsweise jungen Jahren im seinerzeit dominierenden Goldproduzentenland Südafrika mit mehr oder weniger vertrauenswürdig er- scheinenden Minen-Aufzügen (mehrmals zum Umsteigen gezwungen) tief in die Erdkruste absteigt, wundert sich. Er kann dort rund 3,5 km unter der Erde in der Region Western Deep Levels miterleben und mit eigenen Augen feststellen, wie Menschen unter fast unmenschlichen Bedingungen Gold aus dem heißen Gestein brechen, auch um ihre in an- deren Ländern Afrikas auf Geld wartenden Familien zu ernähren. Das beeindruckt – tief!

So erging es mir vor rund vier Dekaden, als ich in Schwarzafrika den Abbau von Gold unter allerschwierigsten Bedingungen in Augenschein nehmen durfte. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mein Augenmerk noch stärker auf Gold gelenkt. Exakt an diesen Trip von damals wurde ich zuletzt wieder erinnert, als ich George Ogilvie, CEO von Kanadas Rubicon Minerals, in Frankfurt traf. George berichtete dabei von ähnlich bleibenden Erfahrungen, die auch er in in der Republik Südafrika (RSA) gemacht hatte.

Doch einen bestimmten Unterschied  hat es schon gegeben. George hatte all dies rund acht Jahre später im Süden des Schwarzen Kontinents erlebt als ich. Seine Augen leuchten, als er (Geologe von Beruf) im Gespräch an diese Zeit erinnert. Nach all den vielen Jahren weiß ich aber auch, dass Gold dem Establishment ein Dorn im Auge ist. Es ist hinlänglich bekannt: Sowohl Zentralbanken als auch die Geschäftsbanken in aller Welt manipulieren den globalen Goldmarkt immer wieder – und das seit vielen vielen Jahren.


NEBENBEI BEMERKT

Puppet on a string

“Du willst wohl zum seriös wirkenden Komiker umschulen – oder”, zeigt sich ein New Yorker Banker nachdenklich. Klar, die von mir gezeichneten hässlichen Bilder der Welt nerven ihn. Dies sei, so kritisiert er, wahrlich kein guter Zeitpunkt zur Verbreitung von Weltuntergangsstimmung?  “Gibt es dafür überhaupt einen richtigen Zeitpunkt”, frage ich. “Nein, wohl kaum”, gibt er lachend zu. Schwarzseher und Verschwörungstheoretiker haben es halt schwer in dieser Welt. Vielleicht ist Spaß und Komik aber der einzige Weg, den Irren da draußen in der Welt wirksam zu begegnen. Halten wir sie einfach für Selbstüberschätzer, Lügenmäuler, Dummköpfe und Unwissende. Hallo Donald, hallo Kim Jong, hallo Recep, hallo Vladimir, hallo Angie und all ihr anderen Kapitalisten-Marionetten – wir ignorieren Euch einfach. Wir versuchen es zumindest ….

Wer macht mit???


All diese Ungewissheiten aber machen Investments in Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium und Iridium für Kapitalanleger oft zum wahren Glücksspiel. Denn man weiß als Investor nie, was Politiker als Marionetten des Großkapitals gerade so planen. Anleger sollten sich darüber im Klaren sein. Seit Jahren nenne ich andere (ge)wichtige politische und “erdenbürgerliche” Argumente pro Gold.

1 – “The world is too ugly gold to be weak”. Gerade heute erscheint die Welt politisch so hässlich wie seit rund 70 Jahren nicht mehr.
2 – “Gold wird teuer, weil ca. die Hälfte der Menschen Frauen sind.” Diese lieben golde- nen Glanz. Sie fühlen sich dadurch wertvoller.

3 – Hinzu kommt: “Etwa die Hälfte der verbleibenden Hälfte der männlichen Welt- bevölkerung liebt es, Frauen mit Gold zu beschenken.

Gold ist vor allem als Spekulationsinstrument sehr stark gefragt – also in der Form so ge- nannten “Papier-Goldes”. Darunter sind Fi- nanzderivate wie Call/Put-Optionen, wie  Futures, Zertifikate, Swaps, Forwards, ETF und andere synthetische Finanzinstrumente zu verstehen, die in der Regel das Recht auf den physischen Besitz einer bestimmten Goldmenge darlegen. Hier liegen Risiko und Chance auf künftige explosive Preisent- wicklungen. Denn der Marktwert von  Papiergold entspricht einem Vielfachen des physisch weltweit verfügbaren Goldes. Das wiederum lässt recht beachtliche  Preisausschläge erwarten.

Douglas MacQuarrie, Präsident & CEO des in Ghana aktiven Goldunternehmens Asante Gold Corporation, findet zahlreiche für Gold sprechende Argumente. „Der aktuelle Goldmarkt-Trend ist mit der Situation rund um das Jahr 2003 zu vergleichen“, sagt er. Damals kam es – ausgehend von einer sehr niedrigen Preisbasis – bei Gold zu einem starken Preisausbruch nach oben. „Dieses Mal ist der Goldmarkt noch wesentlich stärker, weil zum einen die globale Verschuldung in allen Währungen wesentlich höher ist, sich der weltweite Handel abge- schwächt hat und die Zinsen auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie sind oder sich bereits in negativem Territorium befinden“, so die in allen Teilen voll zutreffende Argumentation MacQuarries. Sein in Ghana aktives kana- disches Unternehmen baut darauf.


NEBENBEI BEMERKT

  marios Ignoranz

Nicht nur die Staatsschuldenblase sollte Alarmglocken läuten lassen, sondern auch die Verschuldung der Unternehmen und (was oft vergessen wird)  der privaten Haushalte. Nachdem ich bei CNBC jetzt Jubelstürme der Moderatoren über gute Ergebnisse von American Express vernahm, kam Unbehagen auf. Amex wächst doch vor allem, weil sich deren Kunden noch stärker verschulden – oder? Yanet Louise und Mario sollte all das zu denken geben. Vielleicht will Super-Mario ja doch noch meinem Vorschlag folgen, nicht den Banken, sondern den Bürgern direkt “Geld mit Verfalldatum” zum Nullzins zur Verfügung zu stellen. Bisher ignoriert er meinen Vorschlag vom Mai 2016 noch. Bitte, bitte Mario – ich möchte doch auch einmal eine “gute Idee” zur Endlösung des Systems beitragen ….


Anleger müssen daher wissen, dass der physische Goldmarkt z.B. in Form von Schmuck, Barren oder Münzen sehr, sehr klein ist. All das in der Welt jemals aus dem Boden geholte Gold entspricht gerade einmal der Größe eines Würfels mit einer Kanten- länge von etwas mehr als 20 Metern. Mit anderen Worten: Gold ist das größte, gefährlichste und gleichzeitig interessanteste Spekulations-Medium, das heute existiert.

Wahre Börsenkenner und Finanzmarkt-Analysten werfen daher vor einem Engagement in den Edelmetallen stets einen kritischen Blick auf die von der amerikanischen Bör- senaufsichtsbehörde CFTC (als so genannter  COT-Report)  veröffentlichten Daten, in denen die an den Terminbörsen in den USA bestehenden Long- und Short-Positionen von Futureskontrakten  aufgezeigt werden. Die Anzahl der Netto-Long-Positionen bei Gold ist zuletzt leicht gestiegen, wie aus den zuletzt vorgelegten Berichten der CFTC hervorgeht. Auch eine andere – das spekulative Potential auf Goldpreissteigerungen zeigende – Mess-Methode wird von Experten angewandt.

 

Nebenstehende Tabelle zeigt die Anzahl der Tage, die die Minenindustrie benötigt, um die Short-Positionen (Verkaufspositionen) führender Rohstoffe durch physische Produktion zu decken. Bei Gold liegt die physische Förderung aktuell bei rund 70 Produktionstagen, bei Silber sogar bei 210 Tagen. Fazit: Gold ist auch vor dem Hintergrund globaler  Spannungen eine Versicherung gegen die Unberechenbarkeit reicher und mächti- ger “Eliten”. Die aktuelle Korrekturphase des Goldpreises ändert daran nichts.


Crash der Systeme: Gold wird gewinnen

Die Welt taumelt im Megastress

Megastress – für die Welt und für die hier lebenden Menschen ist Stress etwas “Normales”. Trotzdem kann es nicht schaden, den Menschen die  zunehmenden riesigen Stress-Risiken von Tag zu Tag neu aufzuzeigen. Wie lange, so sollten sich Anleger fragen, wird die Welt noch in der Lage sein, den Folgen des Stresses zu begegnen – und zwar unbeschadet? Der Welt droht der nächste Krieg. Das treibt  den Goldpreis. Der Welt droht auch eine Reflation, weil die Opec (hier die Zentrale in Wien) auf einen steigenden Ölpreis hinarbeitet. Anleger haben Gold schon immer als Medium gegen Inflation gesehen.                                                                                                                                                                    Autor: Udo Rettberg

Wie mächtig ist die Opec? Kann sie den Ölpreis und damit die Inflation nach oben treiben?                                                      Foto: Udo Rettberg

 

“Du liegt falsch bei Gold”, sagt einer meiner aus dem Banking kommenden Freunde. Ja klar, er hat völlig recht; denn Gold ist von fast 1290 $ je Feinunze in kurzer Zeit wieder auf fast 1200 $ gefallen. Dass Gold aber – wie von mir vor Ende 2016 angekündigt von 1050 $ auf über 1300 $ steigen würde, ignoriert mein Kumpel. Klar – ich weiß: er will mich ärgern. Aber ich mache mir nichts draus, weil ich nicht den Anspruch erhebe, den Gold- preistrend exakt vorhersagen zu können.  Meine Zielprognose von 2800 $ je Feinunze für die kommenden fünf Jahre ändere ich indes nicht. Investoren sollten Gold unter langfristiger Perspektive beachten. Eines steht für mich in diesem Kontext fest: Das Risiko, die Goldpreishausse zu verpassen, ist wesentlich größer, als bei Gold in eine anhaltende Baisse zu geraten.

Das größte Risiko für Goldpreisprognosen liegt darin, dass unberechenbare Politiker dem Druck der “Superreichen” dieser Welt nachgeben und in den Goldmarkt eingreifen. Dann könnte der Goldpreis leicht  nach unten manipuliert werden. Politiker, Notenbanker und Superreiche wissen sehr gut, dass sich der Goldpreis nicht immer wirklich rational entwickelt. Daher werden Manipulationen von den Marktteilnehmern nicht immer frühzeitig erkannt. 

Nachdem ich in den vergangenen Tagen den Medien-Hype um die deutschen Wahlen ver- folgte, habe ich mich gefragt, wie wichtig ist dieser Blödsinn aus Egoismus, Eselei, Dummheit und Schönheitswettbewerb im globalen Kontext eigentlich? Meine Antwort: Verglichen mit den wahren Problemen auf dem Planeten Erde war und ist das  Ge- schwätz um Wahlsieger und Wahlverlierer mit den Begriffen “Nonsense” und “Peanuts” zu umschreiben.  Und wenn ich dann am Tag nach der Wahl die “Warnung” der Mick-Jagger-Titelheldin “Angie” lese, Deutschland dürfe sich nicht auf Lorbeeren ausruhen, fällt mir kaum mehr etwas ein. Um es ganz deutlich zu sagen. Die allgemeinen weltwirtschaft- lichen und globalpolitischen Risiken werden die Treiber für die kommende Edelmetall- hausse sein.  Ooh Angie!


NEBENBEI BEMERKT  

gut aufgehoben

Ist das nicht die Dame, die uns allen vor einiger Zeit ungefragt zugerufen hat “Wir schaffen das schon”, die aber in diesem Kontext einen Fehler nach dem anderen gemacht hat?  Antwort: Ja, das ist die Dame. Immerhin: Inzwischen hat sie das selbst zugegeben. Aber viele Bürger in  SH und NRW sehen sich in Angies Partei offensichtlich gut aufgehoben. Das ist ein Teil der Demokratie Nach wie vor gilt: Wer über Dekaden hinweg, sinnvollerweise Entwicklungshilfe in fremde Länder geschaufelt, dann jedoch nicht darauf geschaut hat, in welche dunklen Kanäle dieser Länder das Geld fließt, sollte mit Kommentaren in Richtung deutscher Bürger sehr zurückhaltend sein. Apropos “selbst zugeben”: Bei einem anderen Top-Entertainer dieser Welt – nämlich bei Don John Trump – fehlt diese Einsicht bisher. Ergo: Bei der Unfähigkeit der Top-Politiker liegt aus meiner Sicht ein weiteres pro Gold sprechendes Argument.


— Verschuldung – ein Dauerzustand  Die globale Finanzstabilität ist stark angeknackst, denn einem globalen Bruttoinlandsprodukt von fast 75 Billionen US-Dollar steht auf der anderen Seite eine direkte kreditfinanzierte Verschuldung in Höhe von fast 230 Billionen US-Dollar gegenüber. Geht wirklich irgend- jemand davon aus, dass die gigantischen Staatsschulden irgendwann zurückgezahlt werden sollen und können? Wenn ja, dann sollte dieser Träumer rasch erwachen. Er sollte darüber nachdenken, wie rasch sich die Schuldenlast erhöhen dürfte, wenn sich die Zinsstrukturkurve “normalisieren” sollte – irgendwann. “Lasset uns beten”, sagt mir ein Freund aus New York am Telefon zum Thema Zinsentwicklung.

Zusammenbruch der Systeme – Der drohende Kollaps von Kanadas Hypothe- kenbank Home Capital erinnert beispielhaft an große Krisen in der Welt wie die Sub- prime-Krise in den USA, die 2007 und 2008 zum Systemkollaps führte. Zu befürchten ist, dass sich Subprime (verstärkt durch Derivate-Einflüsse) wiederholen könnte. Kommt es jetzt also zum Zusammenbruch von Home Capital, werden die Nachwehen auch in anderen Ländern zu spüren sein. Das gilt selbst dann, wenn der kanadische Staat als Retter auftreten sollte. Das globale Finanzsystem steht also vor einer neuen Erschütterung. Ein Blick in die USA zeigt, dass dort viele Auguren um die Stabilität von Fannie Mae und Freddie Mac fürchten Um es auf den Punkt zu bringen:  Die US-Wirtschaft ist völlig unsolide finanziert – das gilt  aber leider nicht nur für die Wirtschaft in “Donald Country”. Die Folge: Schuldenerlass, Zwangshypotheken, Pleiten ohne Ende und andere regierungs-verfügte Schweinereien. Das wiederum wird alle Ketten sprengen und zu sozialen Unruhen führen. Der Mensch wird zum Spielball der mächtigen Dummköpfe.

Abschied schmerzt – Dass Demokratie und Marktwirtschaft nur Überbleibsel vergangener Dekaden sind, steht fest. Wer an die Globalisierung der Weltwirtschaft geglaubt hat, sieht sich heute vor einem Trümmerhaufen von Hoffnungen. Schnell wird erkannt, dass die Bigones und Extriches die Welt diktieren. “Big money” hat also alles im Griff  – zum Leidwesen der Erdenbürger.

Die geheime Welt – Dass z.B. der politi- sche Einfluss und das darauf basierende un- solide Treiben von Teilen der arabischen Welt und Israel als Krisentreiber allgemein stark unterschätzt wird, sollten Gold-Freaks nicht vergessen, Auch von dieser Seite droht Unheil. Von hier drohen jederzeit neue  Gefahren.


NEBENBEI BEMERKT
  alles spricht für gold

Es gibt tausend gute Gründe, die gegen das existierende Finanz- und Währungssystem sprechen – aber es existieren zehntausende von noch besseren  Gründen, die für Gold und die anderen Edelmetalle sprechen. Für Anleger bietet es sich an, den Anteil physischen Goldes in ihren Depots zu  erhöhen. Das von den Akteuren des Finanzsystems über Dekaden hinweg kreierte “Papier-Gold” (z.B. in Form von Derivaten wie Futures, Optionen, Zertifikaten, Swaps etc) bietet bei weitem nicht die Sicherheit wie die physische Gold-Variante. In der Anfangsphase des kommenden Chaos dürften auch Goldaktien für Kapitalanleger noch von Interesse sein – zumindest für einen gewissen Zeitraum.


— China will dominieren – Vieles spricht – gerade mit Blick auf die von China mit riesigen Investitonen geplante “neue Seidenstraße” – für einen zunehmenden Ein- fluss Pekings. Auch Indien und Russland ge- winnen an Macht.  Das wird sich vor allem an den Devisenmärkten  zeigen. Es ist zu er- warten, dass sich US-Investoren des Risiko einer (trotz Trump-Großmäuligkeit mögli- chen) Dollarschwäche durch den Kauf von Edelmetallen entziehen werden. Durch das Seidenstraßen-Projekt wird sich auf der anderen Seite aber zunächst auch die eh desolate Schuldensituation der VR China noch weiter zuspitzen – und zwar dramatisch.

— Aktien sind nicht billig – aber,,,,,,, Vergleicht man die Bewertung von Aktien und der am stärksten konkurrierenden Anla- geklasse (nämlich Anleihen), dann könnte das KGV von Aktien zwischen 15 und 20 von manchen Beachtern noch als tragbar ange- sehen werden. Grund: Staatsbonds weisen ein KEV von 50 und mehr auf. Mein  Fazit: Die Aktienmärkte werden ins Chaos stürzen, weil sowohl das Politiksystem als auch das Finanzsystem kollabieren werden. In solchen Momenten spielt die Bewertung Aktien zu Anleihen keine Rolle mehr. Anleger werden flüchten und alle durch die schmale “Tür der Alternativlosigkeit” drängen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CEO-Talk  mit Douglas MacQuarrie, Asante Gold

Das System liegt in den letzten Zügen  

Frage – Udo Rettberg – Einige Finanz- und Rohstoff-Analysten vergleichen die aktuelle Situation bei den Edelmetallen mit der Situation zwischen 2005 und 2008 – also mit dem Beginn eines Bullenmarktes. Wie sehen Sie die Situation?

Antwort –  Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Wir vergleichen die aktuelle Situation eher mit der Zeit um 2003, als Gold zu einer langjährigen Hausse startete. Allerdings gibt es zumindest einen Unterschied. Dieses Mal ist Gold wesentlich stärker, weil die globale Verschuldung in allen Währungen ungleich höher, der Welthandel wesentlich schwächer und der Realzins auf Fiat-Geld nahe der Null-Linie oder negativ ist.


Wo sollten Anleger ihr Geld heute investieren?

Douglas MacQuarrie und Ned Goodan: Gold und agrarische Nutzflächen sind eine Absicherung gegen Inflation und Währungsverluste.

 

Wie lange wird der Aufschwung des Goldpreises im aktuellen Zyklus anhalten?

Ned Goodan: Wir rechnen im kommenden Jahr und darüber hinaus mit einem starken Anstieg des Goldpreises. Alle Fiat-Währungen – auch der US-Dollar – dürften gegenüber wahren Gütern und wahren Werten (wie Gold) abwerten. 

 

Douglas MacQuarrie: Wenn sich dann irgend- wann in der Zukunft der IWF und die G10-No- tenbanken zu einem neuen Währungsregime ent- schließen – eventuell zu einem “neuen Dollar” – wird Gold parallel zur Inflation um 3 % p.a. steigen.
Wo liegt das konkrete Preispotenzial für Gold in absehbarer Zukunft?

Douglas MacQuarrie: In den kommenden Jahren liegt das Preisziel für Gold über der Marke von 3000 $. Wenn Anleger dann im Rahmen einer globalen Panik aus den stark unter Druck stehenden bisherigen Reservewährungen wie Dollar, Euro, Yen und Renmimbi zu flüchten versuchen und auf der anderen Seite ja nur wenig physisches Gold zur Verfügung stehen wird, ist ein Anstieg von Gold über die Marke von 5000 $ je Feinunze zu erwarten.

 

 

Damit liegen Sie noch über meiner bereits sehr optimistisch erscheinenden Goldpreis-Prognose von 2880 $ für die kommenden fünf Jahre. Wie sollten sich Anleger idealerweise am Kapitalmarkt positionieren?

Douglas MacQuarrie: Wir stimmen mit Finanzmarkt-Analysten überein, die aus Sicherheitsgründen einen Goldanteil von bis 20 % am Gesamtdepot empfehlen. Mehrheitlich sollten Anleger dabei in physisches Gold investieren und den Rest des Edelmetallanteils in gute Goldaktien stecken – einen Teil davon auch in Gold-Juniors / Gold-Explorer. Wenn Anleger ausschließlich unter Sicherheitsaspekten auf Gold setzen, sollten sie ausschließlich in das physische Metall investieren. Sollte die Lage der weltweiten Verschuldung implodieren, weisen alle anderen Anlageformen Kontrahentenrisiken auf. Gold, das ein Anleger nicht besitzt, weist diese Risiken auf.

 

Zurück zu Goldaktien. Sollten Anleger zuerst in Aktien der großen Goldproduzenten investieren oder sollten sie ihr Geld anfangs auch bereits auf Aktien von Juniorminen und Explorationsgesellschaften setzen?

Douglas MacQuarrie: Wie alle Aktien werden auch Goldaktien auf Basis der Unternehmensgewinne bewertet. Das Potential der Goldaktien hängt also maßgeblich von der Entwicklung des Goldpreises ab. Steigt der Goldpreis, können sich die Aktienkurse von Goldminen vervielfachen. Entscheidend ist, in diesem Kontext die wirklich unterbewerten Goldaktien mit guten Projekten, in interessanten und sicheren Ländern und hohen Goldgehalten zu finden – also Gesellschaften wie z.B. Asante.

 

Douglas MacQuarrie, CEO Asante Gold

 

Rob McEwen, CEO und Großaktionär von McEwen Mining, hat mir während seiner Zeit als Goldcorp-CEO vor einigen Jahren im Exlusiv-Interview einmal gesagt: “Gold ist Geld.” Stimmen Sie dem zu?

Douglas MacQuarrie: Ja klar, Rob McEwen liegt absolut richtig. Gold ist in der Tat Geld – das war über die vergangenen 5000 Jahre hinweg so und wird auch in Zukunft so sein. Die Kaufkraft des US-Dollars wird in den kommenden fünfzig Jahren stark sinken, Gold hat in der Vergangenheit bei längerer Betrachtung immer besser abgeschnitten als die Papierwährungen.

 

Kann Gold bei der Neuordnung der Währungs- und Finanzsystem zum Anker werden?

Douglas MacQuarrie: Aus meiner Sicht besteht kein Zweifel daran, dass Gold weiterhin ein wichtiger Vermögenswert im globalen Geldsystem bleibt. Tatsache ist, dass sich ausländische Anleger nach dem Jahr 1971 – das war das Jahr, als die USA Abschied vom Goldstandard nahmen – mit  ihren Vermögen durch den Kauf von Gold abgesichert haben. Das ist auch heute ganz klar der Fall.

 

Sind die teils sehr dummen Politiker in der Welt in der Lage negative Maßnahmen gegen Gold zu beschließen?

Douglas MacQuarrie: Generell gilt: Man sollte niemals die potentielle Dummheit von Regierungen unterschätzen. Gold im Besitz der Anleger weist kein Kontrahentenrisiko (in diesem Fall kein “Regierungsrisiko”) auf. Wenn zum Beispiel die in diesem Kontext zuletzt im Fokus stehende indische Regierung versuchen würde, den Goldschmuck von mehr als 400 Mio. Frauen in diesem Land zu beschlagnahmen, würde sie große Probleme bekommen. Wenn sie aber – wie zuletzt – im Umlauf befindliche Geldscheine ungültig macht, ist das eine andere Sache. In Indien dürften auch Anleger gefährdet sei, die in Gold-ETF oder andere Papiergold-Instrumente investiert haben. Nichts Genaues weiß man allerdings nicht  – noch nicht. Auf Sicht werden letztlich alle Fiat-Währungen gegen “reale Werte” wie Gold abgewertet. Es liegt im Interesse von Regierungen und anderen offiziellen Stellen, all das so schnell wie möglich umzusetzen; denn anderenfalls kann es keinen freien und fairen Welthandel geben. Die Rolle als Tauschmittel kann nur das “reale Geld” – also Gold – übernehmen. Die so genannten digitalen Crypto-Währungen wie Bitcoin sind nur Spekulationsinstrumente, die diese Anforderungen niemals erfüllen werden.

 

Die Welt sollte sich der Gefahr bewusst sein, dass Regierungen – wie bereits in der Vergangenheit – den privaten Goldbesitz verbieten könnten. Wie schätzen Sie die Situation ein, unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass die Welt auf einem gigantischen Schuldenberg sitzt und Demokratie, Globalisierung sowie freie Marktwirtschaft keine große Zukunft mehr zu haben scheinen, sondern nur noch die Lieblingskinder von gestern sind?

Douglas MacQuarrie: Ich glaube nicht, dass die Menschen einem Regierungs-Erlass folgen und ihr Gold abgeben werden. Weltweit erkennen die Vertreter der Politik, dass die “Masse” längst genug von ihnen und ihren Aktionen hat. Das aktuelle G7-Währungssystem aus Dollar, Euro, Pfund Sterling, Yen und anderen Devisen liegt in den letzten Zügen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass vor allem die Top-Vertreter dieses Systems über die Jahre hinweg profitiert haben, die große Masse bei der Verteilung des Wohlstands auf der Seite der “armen Arbeitenden” zurückgelassen wurde. Für Anleger macht es  Sinn, bei Banken zu Niedrigstzinsen Geld zu  leihen und hierfür von jenen Investoren Gold und agrarische Nutzflächen zu kaufen, die so dumm sind, diese realen Güter  zu verkaufen.


 

 


 

Event Reports

Sie kriechen aus ihren Löchern

Der Gold-Glanz verblasst (zunächst)

„Gold steht  am Beginn eines neuen Haussetrends.“ – „Only the sky is the limit!“  – „Aurum 20.000  Dollar!“ – „Verpassen Sie die Gold-Rakete nicht!“ – „Das ist Ihre letzte Chance!“ — So oder ähnlich reißerisch sind die Schlagzeilen, die derzeit von Kommentatoren durch die Printmedien und durch die Cloud getrieben werden. Aus Sicht der Presse macht das möglicherweise Sinn – denn mit „Herzschlag-Worten“ lässt sich Aufmerksamkeit erzielen. Gold-Fans mussten sich rund vier Jahre verstecken – jetzt kriechen sie wieder aus ihren Löchern. Und viele tun, als sei nichts gewesen, als hätten viele mit ihren Goldprognosen nicht fünf Jahre völlig falsch gelegen. — 24. Mai 2016

Barchart

Quelle: Barchart

Glaubt man den so genannten Fachleuten, dann kann der Goldpreis eigentlich nur steigen – und zwar sowohl kurz- als vor allem auch mittel- und langfristig. Auch ich erwarte auf längere Sicht einen nach oben gerichteten Goldpreis-Trend.  Was mich auf dem aktuellen Preisniveau von 1266 $ je Feinunze allerdings stört, sind zwei Fakten: Zum einen beobachte ich eine rasch steigende Zahl von „sinnlos nach-plappernden“ Gold-Optimisten und zum anderen sehe ich die starke Dynamik, mit der am Goldmarkt in den vergangenen Wochen von Pessimismus auf Optimismus umgeschwenkt wurde als große Gefahr. Hinzu kommt: Immer mehr Goldproduzenten, Gold-Explorer und Gold-Analysten tummeln sich derzeit nicht nur auf den „Goldbühnen der Welt“, sondern nicht zuletzt auch an Finanzplätzen in Europa wie Genf, Zürich, Paris, London und nicht zuletzt auch Frankfurt. So hatte ich allein in den vergangenen 14 Tagen sieben Termine mit Top-Leuten zum Thema „Gold – die glänzende Zukunft“.

Meine Wertung der Situation: Vor dem nächsten größeren Preisaufschwung dürfte der Goldpreis noch einmal nach unten korrigieren. Die meisten Experten, die ich zuletzt getroffen habe, sehen den Preis von 1150 $ je Feinunze als kommende Testmarke. Ich befürchte: Wenn sich ahnungslose Regierungen und deren Handlanger – nämlich die Notenbanken und Commercial Banks – rascher als erwartet als Manipulateure ins Geschehen an den Edelmetallmärkten einschalten, kann sogar die Marke von 1000 $ nach unten gebrochen werden, bevor es dann ab der zweiten Jahreshälfte 2016 zum nächsten großen Preissprung nach oben kommen wird. Auffallend war zuletzt auch, dass sich große Geschäftsbanken und Investmentbanken wie Deutsche Bank und Goldman Sachs zurückhaltend zu den Goldpreis-Aussichten äußerten. Die Gründe hierfür sind offensichtlich.

Goldsuche in Vietnam

Goldsuche in Vietnam.    Foto: Udo Rettberg


Es ist auffallend und spannend zugleich, welche Emotionen das Edelmetall Gold freisetzen kann. Und das nicht nur bei den weiblichen Fans dieses für die Schmuckproduktion eingesetzten Edelmetalls, sondern auch bei den Vertretern der Banken und Finanzgesellschaften sowie bei Kapitalanlegern und sogar bei Politikern. Die Vertreter der Politikszene meinen, sich immer öfters mit oftmals sehr „dünnen“ Kommentaren in die Diskussion um Gold  einmischen zu müssen. Das größte Risiko für den Goldmarkt liegt – und da wiederhole ich mich seit Jahren – auf politischer Seite. Nach wie vor ist vor dem Hintergrund des „Fiat-Geld-Debakels“ zum Beispiel ein Verbot des Goldbesitzes für private Anleger möglich. Das hat es vor rund 90 Jahren bereits einmal gegeben. Klar, die Finanzmärkte sind heute wesentlich breiter aufgestellt, so dass ein solches Unterfangen heute wesentlich schwieriger umzusetzen ist. Die „heimliche Kooperation“ zwischen Russland und der VR China hat die Lage verändert. Amerikaner und Europäer sind längst nicht mehr die „Herrscher des Goldmarktes“. Dies auch, weil mit Indien eine andere Macht riesigen Einfluss gewonnen hat.


Pro Gold – Was Gold stark macht


  • Gold ist Wertaufbewahrungsmittel, dessen Rendite langfristig alle „Fiat-Währungen“  übertroffen hat.
  • Die globale Geldmenge ist über die Jahre hinweg deutlich stärker gestiegen als die verfügbare Goldmenge
  • Gold ist generell nur in begrenzten Mengen verfügbar – die globale Goldproduktion wächst nicht weiter
  • Gold ist ein einzigartiges Finanzvehikel; denn es hat keinen Schuldner
  • Die Entdeckung neuer Goldvorkommen ist niedriger als das aktuelle Produktionsniveau
  • Gold ist Finanzvermögen – die Nachfrage der Investoren steigt, einige Zentralenbanken verkaufen dagegen
  • Negativ-Zinsen sind positiv für Gold – auch, weil sie die Opportunitätskosten des Haltens von Gold senken
  • Die Schmucknachfrage nach Gold steigt weltweit
  • „Gold ist Geld – alles andere ist Kredit“, predigen führende Gold-Protagonisten über Dekaden hinweg
  • Das Verhältnis von Papier-Gold zu Real-Gold (physisches Gold) ist in astronomische Höhen geklettert. Wenn Kontrahenten an den Terminbörsen die Erfüllung von Gold-Derivaten (also Papier-Gold) durch physische Lieferung (also Real-Gold) verlangen, wird es zu einem Chaos kommen und Gold in die Höhe schießen
  • Goldcorp hat die Dividende an Aktionäre über lange Zeit hinweg sowohl in Dollar als auf Wunsch auch in physischem Gold ausgezahlt
  • Die Finanzszene hat synthetische Finanzwerte wie Bitcoin und Bitgold und andere „Kunstwährungen“ praktisch an den Regierungen und Notenbanken vorbei kreiert. Der wahre Wert liegt jedoch in Gold
  • China will seine Position auf den Weltfinanznärkten stärken – mit eigenem Goldfixing, mit massiven Verkäufen von Dollar-Assets und mit der Schaffung neuer Währungsstrukturen
  • Die VR China und Russland schüren gemeinsam das Misstrauen in den US-Dollar indem sie angeblich an der Schaffung eines neuen Währunggsystems arbeiten
  • Vieles spricht nach der Erfahrung vergangener Jahre jedoch dafür, dass im Falle einer wahren globalen Krise – also im „big chaos“ – der US-Dollar und Gold „die“ Fluchtwährungen sein werden
  • Dem Dollar und den USA wird international letztendlich mehr geglaubt und vertraut als Russland, China, Indien und anderen Ländern zusammen 
  • In der Welt wird darüber spekuliert, dass China eine gold-gedeckte Währung plant
  • In Wissenschaftskreisen wird auf internationaler Ebene über eine Rückkehr zum Goldstandard diskutiert
  • In Wissenschaftskreisen wird bei der Suche nach „dem letzten Ausweg“ global auch über ein erneutes Verbot des privaten Goldbesitzes diskutiert
  • Anleger müssen wissen: „Politikern kann nicht vertraut werden, dafür sind diese in Sachen Wirtschaft und Finanzen in der Regel viel zu unwissend……….“

Contra Gold – Schreckgespenst Manipulation


Es gibt nicht nur die hier aufgezählten Argumente pro Gold, sondern unzählige mehr. Doch es existieren auch einige wenige Argumente gegen Gold, die zukünftig wesentlich stärkere Wirkung entfalten könnten als alle Pro-Argumente zusammen.

  • Denn schließlich ist Gold „nur“ ein Rohstoff, dessen eigentlicher Preis sich an den Produktionskosten orientiert, die weltweit derzeit durchschnittlich etwa bei 1120 $ je Feinunze liegen. Doch Gold wird (seit „ewiger Zeit“) von einem Mythos umgeben; diese „Faszination Gold“ ist der wichtigste Preisfaktor .
  • Die Gefahr der Goldmarkt-Manipulation durch die Extriches und Bigones (nämlich der Rotschies, Jäpiemos, Mostas und Gosas) sowie deren Handlanger (also der Regierungen und Notenbanken) ist groß – viel größer als die meisten Betrachter glauben.

Bakersteel Precious Metals Fund

James Withall, Managing Partner der britischen Kapitalanlagegesellschaft Bakersteel  – geführt von David Baker und Trevor Steel – hält einen Rückgang des Goldpreises auf 1150 $ je Feinunze für möglich. Mit zahlreichen interessanten Vergleichen wartete Withall in Frankfurt im Rahmen einer von Dr Norbert Kalliwoda arrangierten Präsentation auf. „Papiergeld kehrt schlussendlich zu seinem inneren Wert zurück – also zu Null“, berief sich der ehemals als Geologe in Westaustralien tätige Withall auf die aus dem Jahr 1729 stammenden Erkenntnisse von Voltaire.

Das Fachwissen von Withall kommt in den Ergebnissen des Fonds zum Ausdruck: Während der Goldpreis in diesem Jahr rund 20 % und der Euromoney-Global-Gold-Index rund 80 % zugelegt hat, weist der Bankerstelle Precious Metals Fund ein Plus von über 105 % auf. Beeindruckend ist, dass Baker Steel mit der Goldaktienstrategie – mit „Stockpicking“, also aktivem Fondsmanagement –  während des letzten Haussezyklus in den Jahren 2009 und 2010 ein Plus von 578 % (gerechnet in US-Dollar) erzielt hat. Aktuell sind die fünf größten Positionen des Fonds in den folgenden Aktien zu finden: a) Resolute Mining, b) Kinross Gold, c) Endeavour Mining, d) Newmont Mining und e)Yamana Gold. Bekanntlich sind Kinross Gold und Endeavour Gold auch die Favoriten von AlphaBulls.de.

Nach Ansicht von Withall ist es derzeit angesagt, vor allem auf Aktien bereits produzierender Goldminengesellschaften zu setzen und Aktien aus der zweiten Reihe – die so genannten Gold-Developer –  sowie in der frühen Entwicklungsphase stehende Goldexplorer weiter zu vernachlässigen. Der „BakerSteel Precious Metals Fund“ hat 85 % des Fondskapitals in Aktien von Goldproduzenten, 7 % in Aktien von Goldentwicklern, 2 % in Gold-Fonds sowie je 1 % in Aktien von Unternehmen mit Machbarkeitsstudie sowie Pre-Machbarkeitsstudie. Rund 4 % des Fondskapitals werden in Bargeld gehalten.

RIVI Capital

Auch John Menzies und Kevin Puil vom in San Francisco ansässigen Private-Equity-Haus RIVI Capital sehen in Gold derzeit die interessanteste Anlageklasse. Menzies bezeichnet sich selbst als einen „Hard-Core-Contrarian“, der sich gerne gegen die an den Märkten herrschende allgemeine Stimmung stellt. Gold biete hier eine interessante Chance. Das gelbe Edelmetall sei auch deshalb eine interessante Alternative, weil Kapitalanleger im Umfeld von Nullzinsen  oder Negativzinsen beim Investieren ihrer Gelder derzeit bereits „alternativen Avenues“ folgen, weist Menzies auf das Interesse z.B. an Bitcoin und anderen Kunstwährungen hin.  Die Experten halten nach der erhitzten Situation bei Gold für die nächste Zeit eine Minuskorrektur für möglich, ja sogar für wahrscheinlich.

„Das aber würde  unser Geschäftsmodell nicht wirklich stören“, sagen beide im Exklusiv-Gespräch mit AlphaBulls. Der RIVI Opportunity Fund LP ist als  „Streaming-Fonds“ nach dem Vorbild von Wheaton Silver aufgestellt. Das Goldhandels-Unternehmen will nach diesem Modell künftig entweder einen Teil  oder  aber die komplette Goldproduktion von Bergbauunternehmen zu einem Festpreis von 400 $ je Feinunze übernehmen und das Material dann am Markt weiter verkaufen. Der Vorteil für die Minengesellschaften: Sie erhalten von ihrem Streaming-Partner auf diese Weise mehr oder weniger eine Absatzgarantie.

Den Anfang hat RIVI bereits mit einem Goldproduzenten in Australien gemacht – weitere Verträge mit  Minen z.B. in den von RIVI favorisierten Ländern Peru, Australien und eventuell auch Kanada sollen folgen. „Wir wollen uns auf Produzenten mit Gesamtproduktionskosten zwischen 700 und 800 $ je Feinunze fokussieren“, so Menzies. Den Einwand, dass solche niedrigen „All-in-Kosten“ die Zahl der potentiellen Partner begrenze, wischen Menzies und Puil beiseite. „Es gibt genügen Produzenten, die zu solch niedrigen Kosten produzieren.“

Alpha Bulls

Gold-Investments

Das Risiko Manipulation

Urlaub tut gut.  Während des Entspannens am Strand gelingt es in der Regel, zum einen die finanzpolitische Aktualität und  zum anderen den „Lärm der Märkte“ zu ignorieren und die Dinge dann stärker in den globalen Kontext zu stellen. Was mir nach der Rückkehr aus dem Urlaub beim Überarbeiten meiner e-Mails auffällt: Die Zahl der Goldoptimisten ist weiter gestiegen – kräftig. Nach wie vor spricht aus meiner Sicht mehr für als gegen Gold. Allerdings kann allein ein Baissefaktor alle Träume der Goldfans zerstören: Nämlich die Marktmanipulation durch Bigones / Extriches und deren Handlanger – Regierungen und Notenbanken.  – Udo Rettberg

Gold – Geht der Höhenflug weiter?

Chart

                                                                                                                                      Quelle: Barchart

Es überrascht nicht, dass sich zahlreiche Analysten als aktuelle Gold-Gurus outen und davon sprechen, dass sich viele Goldaktien in den vergangenen Monaten mehr als  verdoppelt haben. Unsere unten stehende Favoritenliste  „Goldaktien Nordamerika“ bestätigt diesen Fakt. Was die Gurus dabei indes geflissentlich gerne verschweigen: Die  meisten von ihnen waren seit dem Jahr 2012 fast ununterbrochen „bullish“  für Gold und Goldaktien gestimmt. Den Rutsch des Goldpreises von über 1900 $ auf rund 1046 $ je Feinunze haben die meisten Gurus indes  verschlafen, weil sie halt dauerhaft „bullish“ waren.  Träume von der „ewgen Hausse“ werden immer zu Alpträumen. Kunden dieser Spezies wissen, dass sie mit ihren Investments im gelben Metall erst dann in die Gewinnzone kommen werden, wenn Aktienkurse von Goldminen weitere  100 % plus zugelegt haben.

Mittelfristig – das heißt auf Sicht von fünf Jahren – sehen wir den Goldpreis bei zumindest 2800 $ je Feinunze. Basis dieser Prognose ist das Goldpreishoch von 850 $ je Feinunze aus dem Jahr 1980.  Betrachtet man Gold auch als Sicherheitsmedium und als Finanzinstrument, das über bestimmte Zeiten und Phasen des wirtschaftlichen Geschehens hinweg vor Geldentwertung schützt, dann ist auf Basis des US-CPI (Verbraucherpreisindex) ein Preisziel von 2800 $ je Feinunze  durchaus realistisch. Inflationsbereinigt errechnet sich aus dem damaligen 1980er Preisniveau von 850 $ ein heutiger Preis  von 2800 $ je Feinunze.

„The world is too ugly, Gold to be weak“, lautet in diesem Kontext eine alte Weisheit. Aus unserer Sicht gibt es also keinen Grund, weshalb Gold nicht zumindest wieder dieses Niveau erreichen sollte. Denn heute ist die vor einem neuen globalen Krieg stehende zerrissene Welt wesentlich hässlicher als noch vor 36 Jahren.

Was aber könnte die Goldhausse verhindern? Das größte Risiko sind unbedachte Aktionen der Politiker, die die Finanzmärkte in Krisenzeiten gerne als „Übungsplatz“ und „Spielplatz“  für unsinnige Aktivitäten nutzen. So besteht auch weiterhin das Risiko eines Rückschlags des Goldpreises auf unter 1000 $ je Feinunze (unsere offizielle Risiko-Prognose liegt bei 950 $). Hinzu kommt in diesem Zusammenhang auch die Marktentwicklung. Denn was uns derzeit stört, ist der Fakt, dass die Stimmung am Goldmarkt vehement und mit Macht umgeschwenkt ist und die Begeisterung für Gold und andere Edelmetalle bei Anlegern in einem sehr rasanten Tempo zurückgekehrt ist. Eine Korrektur würde vor diesem Hintergrund nicht wirklich überraschen. Ungeachtet dessen macht es weiterhin sehr viel Sinn, mehr als 40 % des Gesamtvermögens direkt und indirekt in Gold & Co. zu halten.

Denn das Momentum spricht derzeit für weiter steigende Goldpreise. Hinzu kommt: Immer mehr Kapitalanleger stimmen inzwischen unserer Sicht der Dinge zu, wonach die Erde sowohl aus ökonomischer wie auch aus ökologischer Sicht  erbebt. Dass die Fachleute von Goldman Sachs eher negativ zum Goldmarkt eingestellt sind, sollte auf der einen Seite nicht übersehen werden. Andererseits wissen Anleger aber auch, dass gerade Goldman Sachs bei den großen Trend- prognosen seit Dekaden nicht gerade die glücklichste Hand hatte. Ergo: An Gold geht kein Weg vorbei.

Favoritenliste Junior-Goldaktien Nordamerika

NAME     TICKER Kurs Sept. 2015 Kurs aktuell
Detour Gold DGC 12,80 can$ 28,7 can$
Golden Dawn Minerals GOM   0,13 can$ 0,09 can$
Kirkland Lake Gold KGI 5,22 can$ 10,74 can$
Lake Shore Gold Corp. LSG 1,04 can$ 2,08 can$
New Gold Inc. NGD 3,08 can$ 5,61 can$
Otis Gold Corp.
OOO 0,07 can$ 0,15 can$
Richmont Mines Inc.  RIC 2,80 US-$   7,53 US-$
Treasury Metals Inc. TML 0,44 can$ 0,53 can$

                                                                                                                                                                                Quelle: AlphaBulls und Udo Rettberg

Die hier im September 2015 erstellte Favoritenliste amerikanischer (vor allem kanadischer) Goldaktien zeigt  eine erfreuliche Entwicklung. Dies auch, weil Kanadas Goldproduzenten den Vorteil genießen, Kosten in Kanadadollar und Erlöse im wesentlich höher bewerteten US-Dollar zu verbuchen. Aus der Favoritenliste liegt allein die Aktie  von Golden Dawn Minerals bei 0,090 can$ in der Verlustzone. Jüngste Entwicklungen rund um GOM sind nach einem kürzlich in Frankfurt erfolgten Treffen mit Vorstandschef Wolf Wiese nachfolgend zu finden. .


Golden Dawn Minerals

Der Aufstiegskandidat

Ein Goldexplorer befindet sich auf dem steinigen Weg zum Goldproduzenten. Die Rede ist von Golden Dawn Minerals mit Sitz im kanadischen Vancouver. Das bisher lediglich auf ein Minenprojekt fokussierte Unternehmen will sich durch den Zukauf neuer Projekte künftig auf mehrere Beinen stellen. Worin liegt also die besondere Phantasie in dieser Aktie? Wertpapier-Analysten sehen im derzeit geplanten und optionierten Erwerb der Minen-Liegenschaften von Chinas Huakan Mining sowie im gleichzeitigen Kauf   bestehender Verarbeitungsanlagen (z.B. Mühle)  die wichtigsten potentiellen Kurstreiber. Entscheidende Impulse für die Aktie sind aus unserer Sicht in absehbarer Zeit allerdings auch von anderer Seite zu erwarten.

Golden-Dawn-Aktie – Um Stabilisierung bemüht

Chart1

                                                                                                                                      Quelle: Barchart

Sollte sich am Goldmarkt wirklich ein neuer nachhaltiger Haussetrend herauskristallisieren, ist  zu erwarten, dass mit Kinross Gold Corp. möglicherweise einer der „big guys“ der Edelmetallszene den Versuch unterneh- men wird, seine dominante Position in der Region rund um Greenwood in British Co- lumbia zu bestätigen. Kinross – fünftgrößter Goldproduzent der Welt – dürfte seine Fühler im Zuge der heute bereits deutlich sichtba- ren Dominanz in dieser Region British Co- lumbias  nahe der US-Grenze  dann auch in Richtung GOM ausstrecken. Anleger könnten also auch aus diesem Grunde davon überzeugt sein, dass das GOM-Management unter Führung von Wolf Wiese (ungeachtet aller immer wieder zu hörenden Dementis) seine aktuellen Expansions-Arbeiten auch unter diesem Aspekt vorantreibt. Für so manchen CEO von Explorationsfirmen ist die Übergangsphase vom  Gold-Explorer zum Gold-Produzenten die spannendste Zeit in der Unternehmens-Entwicklung. „Wenn die Explorationsphase abgeschlossen und ein Unternehmen dann in der Folge vor dem Übergang zur Goldförderung steht, wird es meist  langweiliger“, sagt Andy Tudor, CEO  von Australiens Nexus Minerals, im Exklusiv-Gespräch mit Alpha-Bulls.

Das Management von Golden Dawn Minerals hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Schlagzahl deutlich erhöht. Seit unserem Besuch in British Columbia im September 2015 ist die GOM-Strategie darauf ausgerichtet worden, den Weg vom Goldexplorer zum Goldproduzenten so rasch wie möglich zurückzulegen. Das bedeutet aber auch: GOM schmückt sich durch seine jüngsten Expansionspläne als Braut  und wird sich im Schönheitswettbewerb wohl keine Blöße geben wollen. Eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung des Ziels besteht allerdings darin, dass es dem Unternehmen gelingt, sich das notwendige Kapital für die Übernahme der in unmittelbarer Nähe zum May-Mac-Projekt im südlichsten Teil von British Columbia liegenden beiden neuen Projekte von Chinas Huakan Mining am Kapialmarkt zu  beschaffen.

MayMac Mine

Der Eingang zum May-Mac-Projekt in der Nähe von Greenwood B.C.                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg


Im Interview mit TV-Korrespondent Mick Knauff hat CEO Wolf Wiese kürzlich im Rahmen eines Deutschland-Besuchs erklärt, warum die Goldförderung in Kanada  lohnend ist. Siehe hierzu auch folgenden Link:   http://www.wirtschaft-tv.com/goldfoerderung-in-kanada-nur-moderate-risiken. Golden Dawn Minerals hat mit Chinas Huakan Mining eine Option vereinbart, die die Übernahme aller im Besitz der Chinesen befindlichen Liegenschaften in Greenwood B.C. – in der Nähe des bisherigen Hauptprojekts von GOM – vorsieht.Von unabhängiger Seite wurde daher eine seit dem Jahr 2009 bestehende vorläufige Machbarkeitsstudie (PEA) sowie die Ressourcenschätzung NI 43 101 auf den aktuellen Stand gebracht. Die vorläufige Machbarkeitsstudie der  Greenwood-Projekte – bestehend aus den zwei Liegenschaften Lexington-Grenoble und Golden Crown –  bestätigt  eine hohe Wirtschaftlichkeit.

Darauf basiert die Hoffnung auf rasche Rückzahlung des einzusetzenden Kapitals. Die beiden neuen neuen Projektareale sind auf seit vielen Jahren bekannten Mineralisierungskorridoren zu finden. Das aber heißt auch: Es besteht die Chance, bei weiteren Erkundungsbohrungen auf Goldvererzungen in parallelen Strukturen zu treffen. Hierdurch könnte sich dann die Minen-Laufzeit und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes erhöhen. Um es klar zu machen: Das sind Möglichkeiten – Sicherheit besteht in dieser Frage allerdings nicht.

In der Studie wird die Laufzeit des Greenwood-Projekts als Underground-Mine nach heutigem Stand mit 5 Jahren angesetzt. Der NPV mit einem Discount von 6 % liegt bei 23,2 Mio. can$ nach Steuern. Die Kennziffern für IRR werden mit 40 bis 60 % und die Gesamtkosten („all in“) mit 820 US-Dollar je Feinunze angenommen, was einem Nettoerlös je Feinunze in Höhe von rund 430 $ je Feinunze entspricht. Weitere Details der sich auf die beiden Projekte Lexington-Grenoble und Golden Crown beziehenden Machbarkeit studie in Kurzform:

AAA – Capex: 9,6 Mio. can$

BBB – Rückzahlung in 1,9 Jahren

CCC – Maximale Produktion 27000 Fein- unzen Goldäquivalent in d. Jahren 3 und 4

DDD – Produktion der Mühle: 200 t/Tag im 1 Jahr, 400 t/Tag ab dem zweiten Jahr

EEE – Angenommene Metallpreise: Gold 1200 US-Dollar/Feinunze, Kupfer 2,75 $/lb

FFF – Wechselkurs US-Dollar zu Can$ = 1,00 zu 0,85

GGG – Gewinnnungsraten 90 % für Gold und 85 % für Kupfer

HHH – Bruttoeinnahmen in den ersten fünf Jahren = 157,8 Mio. Can$

III – Operativer Cash-flow in den ersten 5 Jahren = 44,7 Mio. Can$

In die erwähnte Machbarkeitsstudie fließt allerdings die May-Mac-Mine – das bisherige Hauptprojekt von Golden Dawn Minerals (siehe Foto zum Eingang der Mine) – nicht ein. Die bisherigen Besitzer der beiden optionierten Projekte (Lexington-Grenoble und Golden Crown) haben in der Vergangenheit bereits rund 55 Mio Can$ in deren Erforschung und Erschließung investiert. Golden Dawn Minerals will diese Projekte jetzt von den Chinesen für 3,6 Mio Can$ erwerben. Dieses Ansinnen zeigt auch, wie sich die Werte und Ansichten in der Goldbranche in der vergangenen Dekade verschoben haben. Die Finanzierung soll u.a. über eine durch die Greenwood-Liegenschaften besicherte spezielle 8%ige Anleihe mit Aktien-Variante im Volumen von 10 Mio. US-$ erfolgen. Wolf Wiese will Details bei einem weiteren Europa-Besuch in der dritten Maiwoche festzurren.

Besonders interessant erscheint dabei aus Anlegersicht ein ganz besonderes „Gold-Gimmick“; denn jeder  Anleihe-Besitzer, der Bonds im Gegenwert von zumindest 80.000 US$ besitzt, erhält nach dem dritten Laufzeitenjahr das Recht, seinen Bond-Nominalwert in physisches Gold umzuwandeln. Golden Dawn kauft dann die Anleihen entsprechend zurück und erstattet dem Verkäufer dafür physisches Gold im Gegenwert von 1.295,- US-$ je Feinunze mit einem Rein- heitsgrad von 99,9%.

Fazit: Anleger sehen in dieser Finanzierungs-Alternative eine spannende Investmentmöglichkeit. In einer Zeit, in der Investoren rund um den Globus dem Papiergeld immer weniger vertrauen, erscheint physisches Gold so manchem Anleger als eine Art Rettungsanker.

Megatrends

Am Anfang schuf Gott ..

Himmel und Erde …. und Gold

Gold scheint einen tragfähigen Boden gefunden zu haben. Der Preis des gelben Metalls hat sich von 1050 $ je Feinunze im Dezember 2015 bis auf zuletzt fast 1250 $ erholt. Und klar, jetzt kommen sie wieder aus ihren Löchern gekrochen – jene Gurus, die seit den Jahren 2011 und 2012 bei Preisen von 1900 $ je Feinunze Gold als ultimative Kapitalanlage angepriesen und neue Preisrekorde versprochen hatten. Diese Spezies feiert sich marktschreierisch als „Wir-habens-ja-gewusst-Gold-Gilde“. Dass ihre Klienten jedoch vor dem Erreichen der Gewinnzone zunächst Verluste von 30 % ausgleichen müssen, vergessen sie nur allzu gerne.

GOLD – Wenn sich die Geister scheiden

cahrt1

                                                                                                                                                                                                                                                                                     Quelle: Barchart

Wer – wie die meisten Gold- und Rohstoff-Gurus – über rund fünf Jahre hinweg lautstark die Werbetrommel für Gold gerührt und steigende Goldpreise ankündigte, hat letztlich die Chance, dass er auch einmal richtig liegt – irgendwann im Zeitverlauf jedenfalls. Für die Jünger dieser „ewigen“ Gold-Gurus stellt sich heute indes die Frage, wann das im zeitlichen Ablauf des Goldpreis-Trends der Fall sein auf welchem Preisniveau die Aufwärtstrend-Prognose dann tatsächlich eintreffen würde. Es hat lange gedauert, sehr lange.

Die Zeit vergeht ….. – Die Jünger dieser Lautsprecher-Gold-Gurus erreichen die Gewinnzone logischerweise dann, wenn das Ausgangsniveau überschritten wird. Und: Das wird bei vielen Auguren wohl noch Jahre dauern. Viele dieser Gurus und auch führende Medien haben in den Jahren 2011 und 2012 die Lage völlig verkannt und weiter auf Gold gesetzt. Wer als Anleger also bei 1900 $ je Fein- unze auf Anraten von „Experten“ Gold gekauft hat, liegt deutlich hinten, näm- lich um 30 % unter dem Einstandskurs.

Die einen sagen so, die anderen sagen so ……. –   Ich erinnere mich sehr gut an eine Veranstaltung in Florida, an der ich vor vier oder fünf Jahren teilgenommen habe. Dabei hatte ich Gelegenheit, beim Dinner am Tisch des ehemaligen Fed-Chefs Alan Greenspan zu sitzen. Auf die auch seinerzeit fast alle Teilnehmer interessierende Frage nach der Zukunft des Goldpreises lag Greenspan völlig richtig: „Die einen Experten sagen so, andere Fachleute äußern sich so und unentschiedene Dritte haben wiederum eine völlig andere Meinung ……“, so Greenspan schmunzelnd und spitzbübisch. Er hütete sich, eine offizielle Fed-Meinung zu Gold zu äußern.

Das Prognosen-Problem – Klar, es gibt keinerlei triftigen Grund über die Fehl- prognosen der Gold-Gurus herzuziehen. Wir wissen: Prognosen sind schwer, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Ich bin sehr froh, sagen zu können, dass meine Goldprognosen über die Deka- den hinweg rückblickend erfreulich wa- ren. Meine aktuelle Sicht: Die Goldampel ist vor etwa zwei Monaten von rot auf gelb umgesprungen. Ich sehe das Risiko am Goldmarkt bei rund 950 $ je Fein- unze, vor allem deshalb, weil a) der „große Ausverkauf“ im aktuellen Zyklus noch nicht stattgefunden hat und b) Re- gierungen, Notenbanken und Geschäfts- banken derzeit am Goldmarkt verdäch- tig still und zurückhaltend sind. Die Gefahr des Eingriffs und der Manipulation durch Regierungen ist nicht gebannt.

Die positiven Gold-Signale – Es gibt Analysten, die wegen ihrer allgemein pessimistischen Grundhaltung zum Leben grundsätzlich bullish auf Gold sind; denn die Welt – so deren Ansicht – ist heute so hässlich wie seit langem nicht mehr. „The world is tooooo ugly Gold to be weak“, lautet eine alte Weisheit, die gerade in der heutigen Zeit, in der der Planet Erde unkontrolliert durch das Universum wabert, zutrifft. Andere sehen Gold generell als Krisen-Indikator. Niemals zuvor in den vergangenen sieben Dekaden befand sich die Welt so tief im Chaos und in der Krise wie gegenwärtig.

Die Rechenkünstler am Goldmarkt – Und so ziehen sie bei der Goldmarkt-Analyse immer wieder interessant er- scheinende Vergleiche heran.. So z.B. die Dow/Gold-Ratio, die Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bei 40 und derzeit wieder im einstelligen Bereich bei rund 7,5 liegt. Sowohl während der großen Depression in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als auch im Jahr 1980 wurde die so genannte Dow/Gold-Ratio in etwa mit 1:1 berechnet. Sehr beliebt ist bei Anlegern auch die Gold/Silber-Ratio, die von den Fans der beiden Edelmetalle je nach Lage der Dinge gerne für eigene Zwecke herangezogen wird. In der modernen Geschichte lag dieses Preisverhältnis zwischen rund 8:1 bis etwa 120:1. Derzeit liegt diese Relation in etwa bei 80:1.


EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE

Was ein Plus von 100 % mit einem Minus von 83 % zu tun hat


Diesen Bericht nutze ich, um aufzuzeigen, dass alles im Leben relativ ist. Dazu habe ich Charts der Aktie von Anglogold Ashanti (AU.N) mit unterschiedlichen Zeitspannen abgebildet. Anglogold ist die Favoriten-Goldaktie eines von mir verfolgten Analysten, der zuletzt mit der Aussage auf Kundenfang ging, mit AU einen Gewinn von 100 % erzielt zu haben. Das trifft nur zu, wenn der Kursverlauf der vergangenen drei Monate zugrundegelegt wird. Aber ………. eine detailliertere Analyse ist notwendig.

ANGLOGOLD ASHANTI

3 Monate – Hurra! 100 Kursgewinn

chart2

Bei einer längerfristigen Betrachtung wird nämlich deutlich, dass die Aktie seit Mitte des Jahres 2011 einen Verlust von 87 % erlitten hat. Und der besagte Guru hat Anglogold zu diesem Zeitpunkt nicht nur lautstark empfohlen, sondern auch in sein Depot aufgenommen. Wer ihm gefolgt ist, wird also noch Jahre brauchen, um auf den Einstandskurs aus dem Jahr 2011 zurück zu finden. Und: Selbst dann hat er noch keinen Cent Kursgewinn eingefahren. Ergo: Es gilt, bei den Aussagen von Börsenbriefen und Anlage-Gurus genau hinzuschauen. Für Anleger ist es wichtig, große Abwärtstrends zu vermeiden; diese kosten bekanntlich viel Geld.

ANGLOGOLD ASHANTI

5 Jahre – Tränen! 87 % Kursverlust

chart3

Wer glaubt, Top-Ökonomen von Geschäftsbanken, Konjunkturforscher sowie Vertreter von Goldorganisationen, Regierungen oder aber auch von Notenbanken seien befähigt, fundierte Edelmetall-Analysen und –Prognosen abzugeben, der irrt gewaltig. Dies liegt zum einen an der Komplexität der Märkte, zum anderen daran, dass bei Gold eine Menge Psychologie mitspielt und zum Dritten liegt das aber auch an den speziellen Gold-Interessen der Regierungen, Notenbanken und nicht zuletzt auch der Geschäftsbanken. Darüber hinaus spielt auch der „Faktor Kredit“ – nämlich die unzähligen Derivate und Papier-Finanzinstrumente, die es auf Gold gibt – eine entscheidende Rolle.



Auf der Suche nach Logik – Ähnliche Vergleiche werden von den Finanz- markt- und Rohstoff-Analysten auch mit der Öl/Gold-Ratio, mit der Schulden- Gold-Ratio sowie mit unzähligen ande- ren Größen angestellt. Auch eine andere Betrachtung scheint mir keine Basis zu haben und daher unzulässig zu sein. Einige Experten haben vor vielen Jahren bei einem Goldpreis von 1900 $ bereits Preisprognosen von 7500 bis 10.000 $ abgegeben und dies mit der Ära des Fiat-Money – konkret mit der Ratio der globalen Expansion künstlich erzeugten Geldes im Verhältnis zum physischen Goldangebot – begründet. Zu verlässli- chen Ergebnissen kommen Experten bei all solchen Betrachtungen jedoch eher nur selten. Solche Vergleiche erscheinen mir insgesamt wenig hilfreich. Ergo: Gold ist als Kapitalanlage kaum logisch, kaum mit Vernunft zu fassen und zu erschließen. Goldpreis-Prognosen sind nicht wirklich verlässlich logisch abzugeben.

Gold ist Geld – Ungeachtet dessen ist mir sehr wohl klar, dasss mein eigener langfristig bestehender Gold-Optimismus auf einer ebenso wenig belastbaren These beruht. Gold wird in der Finanzszene auch als eine Art Inflations-Schutz gesehen. Das zyklische Preishoch von rund 850 $ je Feinunze aus dem Jahr 1980 entspricht heute einem inflationsbereinigten Preis – Basis: US-CPI, also Verbraucherpreisindex der USA – von 2800 bis 2900 $ je Feinunze. Meine These: Es gibt keinen wirklichen Grund, wes halb Gold im laufenden Zyklus – also in den kommenden fünf bis sieben Jahren – nicht

Aktienkurs McEwen Mining Inc
Rob McEwen hofft wieder

chart4wesentlich teurer werden dürfte. Grund: die Welt ist heute wesentlich hässlicher als noch im Jahr 1980. Gold und auch Silber und andere Edelmetalle werden darüber hinaus in Zukunft wohl noch eine völlig andere Rolle erfüllen müssen – nämlich die Rolle als Geld-Ersatz. Mit der These „Gold is money“, reist der von mir sehr geschätzte Rob McEwen, Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorstandschef der McEwen Mining Inc. (MUX.N – 1,67 $), seit vielen Jahren rund um die Welt. In den vergangenen Dekaden wurde diees These allerdings nicht bestätigt.

Sind Politiker völlig überflüssig? – Für Unruhe in der Finanzwelt sorgen die Pläne der Regierungen und Notenbanken, das Bargeld zu „killen“. Wie dumm sind solche Pläne eigentlich? Jeder Politiker sollte wissen: Auf diese Art und Weise geht das eh nur noch sehr geringe Vertrauen der Menschen in das globale Finanz- und Geldsystem noch weiter verloren. Klar, man könnte relativ rasch auf Bitcoin und andere „künstliche Währungen“ umsteigen, doch stellen sich hier dann neue Fragezeichen. Ich bin mir seit Jahren relativ sicher, dass viele Leute auf die Barrikaden gehen werden, weil Bürger durch die Abschaffung von Bargeld und die Schaffung von Plastik-/Elastik-Geld ans Gängelband der dümmlich agierenden Politik genommen werden sollen.

Hans im Glück – Ich erinnere mich an Worte meines nordhessischen Landsmannes Hans Eichel. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Kassel und Ex-Bundesfinanzminister hatte mir bereits vor vielen Jahren erklärt, dass uns schon bald kein physisches Geld (Münzen, Scheine) mehr zur Verfügung stehen werde. Bereits damals habe ich mich vehement gegen solche Ideen positioniert. Inzwischen stimmen viele Auguren und Kommentatoren in meine frühe Kritik ein. Wenn Politiker in diesen explosiven Zeiten nichts Wichtigeres zu tun haben als die Abschaffung von Bargeld voranzutreiben, sind sie in meinen Augen völlig überflüssig. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Bürger die Macht übernehmen. Dies auch, weil derzeit zahlreiche Politiker in Europa ein geradezu jämmerliches Bild abliefern.

Die Handlanger-Rolle von Regierungen und Notenbanken – Nicht hier liegt das wahre monetäre Problem, sondern darin, dass Regierungen als Handlanger der Bigones und Extriches – der Superreichen also – und der Notenbanken als „Handlanger der Handlanger“ über Dekaden hinweg riesige Schuldenblasen kreiert haben. Beim anstehenden Zusammenbruch des Fiat-Geldsystems wird Gold im Fokus stehen – es sei denn Regierungen und Notenbanken übernehmen noch stärker die Gewalt, indem sie z.B. den privaten Goldbesitz verbieten.

Notenbanken lieben Gold – Warum, so muss sich jeder Anleger fragen, halten Notenbanken und Regierungen eigentlich jede Menge Gold? Vladimir Putin hat Berichten aus Moskau zufolge zum Beispiel zuletzt riesige Goldmengen gekauft – und die Chinesen haben ihre Goldbestände angeblich auch aufgestockt. Das sollte Anlegern zu denken geben. Wenn Gold wirklich – wie so manche Politiker offiziell äußern – ja nur ein Rohstoff und daher eher uninteressant ist, dann frage ich mich, weshalb sich Politiker, Regierungen und auch Notenbanken so vehement für Uninteressantes einsetzen und Gold quasi als „Währungsreserven“ halten. Starkes Interesse zeigen auch private Anleger, die sich z.B. über Goldaktien und über Gold-ETF stark positionieren. Die im November 2015 kreierte Favoritenliste von Gold-Juniors weist eine positive Wertentwicklung auf.

Die ideale Goldmarkt-Strategie – Wie sollten sich Anleger derzeit am Goldmarkt positionieren? Die Erfahrung vergangener Zyklen zeigt, dass Goldaktien einen Haussetrend physischen Goldes durch höhere Kurse vorwegnehmen. Dies ist auch in diesem Zyklus der Fall. Anlegern ist zudem zu raten, bei physi- schem Gold auf kleinere Münzen bzw. Barren zu setzen.

Udo Rettberg – Februar 2016

Favoritenliste Junior-Goldaktien Nordamerika

NAME     TICKER Kurs Sept. 2015 Kurs aktuell
Detour Gold DGC 12,80 can$ 21,5 can$
Golden Dawn Minerals GOM   0,13 can$ 0,14 can$
Kirkland Lake Gold KGI 5,22 can$ 7,31 can$
Lake Shore Gold Corp. LSG 1,04 can$ 1,76 can$
New Gold Inc.   NGD 3,08 can$ 4,13 can$
Richmont Mines Inc.  RIC 2,80 US-$   4,80 US-$
Treasury Metals Inc. TML 0,44 can$ 0,47 can$

                                                                                                                                                                                                      Quelle: AlphaBulls und Udo Rettberg


 

   Megatrends
Der Energiemarkt ist stark in Bewegung geraten

Die große Verwirrung

Die Akteure an den Energiemärkten befinden sich wegen der völlig neuen Sicht des Faktors Energie in einer Art Schockstarre. Viele Akteure erinnern sich sehr gut an die von Auguren Dekaden zuvor beschriebene Theorie von der „Endlichkeit fossiler Energieträger“. Und jetzt das ……………

 

Rohöl von 150 auf 27 $ je Barrel

New York Mercantile Exchange (Nymex)

Chart1

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Quelle: Barchart

                                                                                                                                 

Der in der vergangenen Dekade geschätzte Produktionsfaktor Energie ist in allen seinen Facetten – Rohstoffen, Urstoffen, Strom – zur Massenware „verkommen“. Der Ölpreis hat 80 % gegenüber dem 2008er Rekordhoch verloren. Der Strompreis ist zwischen 50 % und 70 % gefallen. Die Welt atmet auf. Die einst für Schockwellen rund um den Globus sorgende „Peak Oil Theorie“ ist Geschichte – vorübergehend zumindest. Aber Vorsicht! Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der Energiemarkt stärker als früher globalpolitisch dominiert ist. Die Verwirrtheit bei Politikern und Wirtschaftsbossen hat zugenommen. Was gestern richtig zu sein schien, muss nicht zwangsläufig auch für morgen gelten.

Stark in Bewegung – in teils gegenläufige Richtungen – ist auch der deutsche Energiemarkt. Es zeigt sich, dass die Bundesregierung mit ihrer Energiewende auch in diesem neuen geopolitischen Umfeld gegen „Energiewände“ rennt. Und das nicht nur, weil die in dieser Dimension kaum erwartete Baisse des Ölpreises ein Szenario geschaffen hat, indem das zentrale Element der „Energiewende“ – nämlich erneuerbare Energieträger – ein Luxus zu sein scheint.

Regenerative Energie-Anlagen müssen sich mit dem Ziel der System-Integration stärker dem freien Wettbewerb stellen. Ziel der Politik muss es nämlich sein, die Förderung erneuerbarer Energieträger viel stärker an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren. Wieder einmal wird deutlich, dass die Anforderungen an das „Generationenprojekt Energiewende“ über Jahre hinweg unterschätzt wurden

PJM-Stromindex

New York Mercantile Exchange (Nymex)

 

 

 

 

Chart2

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Quelle: Barchart

Erneuerbare scheinen gegenüber herkömmlichen fossilen Energieträgern wie Rohöl und Erdgas und gegenüber der Atomenergie noch immer nicht konkurrenzfähig. Indes gilt ein solcher Vergleich nur dann, wenn langfristige Folgekosten (Klimaschutz, Endlagerung etc) von fossilen und atomaren Energieträgern nicht in die Rechnung einfließen All diese Einflüsse werden auch durch strukturelle Veränderungen in der einst durch wenige Marktteilnehmer dominierten deutschen Elektrizitätswirtschaft reflektiert. Einstige Platzhirsche sind inmitten eines anspruchsvollen Neuorientierungs-Prozesses.

Die deutsche Energiewirtschaft glänzt andererseits, weil sie ihre Innovationskraft unter Beweis stellt. Das geschieht a) unter dem zunehmenden Druck der Marktkräfte und b) durch die immer komplexer erscheinende ordnungspolitische Entwicklung. Wenn das organisatorische und rechtliche Umfeld neu (sprich: komplizierter) gestaltet wird, ist das nicht immer zum Vorteil aller Beteiligten.

Fakt ist: die Ausgestaltung der Energiewende ist in ihren einzelnen Elementen recht kompliziert. Dies gilt auch für das Thema „Digitalisierung der Energiewende“ – also die Einbeziehung und Nutzung von „big data“ beim Strom von der Produktion über die Netze bis hin zum Endkunden. Das Digitalisierungsgesetz soll in einer nach Marktwirtschaft strebenden Gesellschaft fairen Wettbewerb ermöglichen. Ein wichtiges Thema ist z.B. der notwendige Wettbewerb unter Messstellenbetreibern.

Hinzu kommt, dass auch die Energiewirtschaft in die moderne „Teilen-Gesellschaft“ einbezogen wird. Das durch die Existenz neuer Firmen und innovativer Technologien weltweit entstandene und noch entstehende kollaborative ökonomische System ermöglicht die Produktion, Speicherung und letztlich auch die (Ver)Teilung von Elektrizität auf der breiten Ebene der Menschheit. Moderne Anbindungs-Systeme schaffen Netzwerke, in denen Energie zwischen einzelnen Haushalten und Unternehmen getauscht werden kann. Das steigert den ökonomischen Wert für Nutzer und Netzbetreiber.

Das Entstehen neuer moderner digitaler Marktplätze für Energie, in die dezentrale Energieproduzenten auf der einen Seite zum Beispiel Strom einspeichern können und von denen auf der anderen Seite Abnehmer Strom beziehen können, ist auch deshalb auf dem Vormarsch, weil es die Energie-Effizienz steigern kann. Doch sowohl bei der Schaffung von Messstellen als auch beim Thema dezentrale Batteriespeicher – einem Kernpunkt der Energiewende – ist noch sehr viel Arbeit zu leisten. Keine Frage: Moderne Speichertechnologien können sich zu einem dynamischen Katalysator für die Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland erweisen. Erhebliche Anstrengungen sind zudem zu unternehmen, den Anteil der Kraft-Wärme-Koppung an der deutschen Stromerzeugung auf 25 % zu steigern.

Vieles muss auch mit Blick auf die erhoffte Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für Energie getan werden. Denn für Europas Integration existieren nach den politischen Rückschlägen der vergangenen Monate immer höhere Hürden. Klar, gerade die deutsche Energiewirtschaft sollte eine Vorreiterrolle spielen. Dafür müssen aber z.B. auch rechtliche und technische Voraussetzungen für das Thema Strom-Interkonnektion geschaffen und rasch umgesetzt werden. Es ist zu befürchten, dass der integrierte europäische Binnenmarkt für Energie keine Priorität genießt. Brüssel hat momentan andere Sorgen.

Erfreuliches zum Schluss: Die an dieser Stelle von mir seit Jahren in Richtung Bundesregierung abgegebene Empfehlung, deutsche Forschungsanstrengungen im Bereich Kernenergie und Kernfusion nicht aufzugeben, sondern im Gegenteil weiter voranzutreiben, scheint jetzt Früchte zu tragen – endlich. Denn in der Kernfusions- anlage „Wendelstein 7-X“ in Greifswald wurde jetzt das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt. Ziel der dortigen Forschung ist es, künftig die Kernfusion – die eigentliche Energiequelle der Sonne – für den Menschen nutzbar zu machen. Für meine Meinung, in der Frage der Sicherheit von Atomenergie deutschem Erfindergeist zu vertrauen, habe ich von so genannten Energie-Experten zuletzt immer wieder „rhetorische Prügel“ bezogen. Ich kanns verkraften!

                                                                                                                                                                Udo Rettberg


Dieser Beitrag ist in verkürzter Form in der Fachzeitschrift „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ – Ausgabe 1 / 2 2016 auf Seite 4 erschienen


Event Reports

Die beiden „R“ – Rohstoffe und Rezession

Das Henne-Ei-Problem

Heerscharen von Philosophen haben sich über eine sehr lange Zeit hinweg mit der weltbewegenden Frage beschäftigt: „Was war zuerst da – die Henne oder das Ei?“ Eine zufriedenstellende Antwort haben sie sowohl auf diese wie auch auf Millionen von anderen wichtigen Fragen bisher nicht gefunden? So ähnlich geht es mir seit dem Jahr 2011 auch im Zusammenspiel von Rohstoffpreisen und Weltkonjunktur. Für mich ist seit dem Jahr 2014 indes klar, dass die schwachen Rohstoffpreise Vorboten einer anstehenden Rezession oder Depression sind.

Gestern: Peak-Oil — Heute: Öl-Überfluss
WTI-Rohölpreis auf steiler Talfahrt

Chart

Quelle: Barcchart

Analysten von Banken haben sich seinerzeit vehement gegen meine Prognose gestellt. Auf der einen Seite sei, so die Vorhersage der Banker, keine Rezession am Horizont erkennbar und auf der anderen Seite könne, so hieß es seinerzeit, bald wieder mit steigenden Rohstoffpreisen gerechnet werden. Aber: Die Welt ist nicht nur auf dem Weg in eine Rezession / Depression, sie befindet sich sogar bereits mittendrin. Das verworrene und turbulente geopolitische Bild verstärkt depressive und darüber hinaus deflationäre Tendenzen. Zurück zum Thema Henne und Ei im Zusammenhang mit Rohstoffen und der Konjunktur: Der GSCI-Rohstoff-Gesamtindex ist vom historischen Rekordhoch von 893,85 im Juli 2008 bis auf zuletzt 272,34 eingebrochen – das ist ein Minus von 69,5 %. Damit liegen die Commodity-Notierungen im Übrigen auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2003.

Das Opec-Gebäude in Wien

Das Opec-Gebäude in Wien – hier versteht man die Welt nicht mehr.                                                                                                                                                                         Foto: Udo Rettberg

Die Verbraucher freuen sich – Nun mag man das aus Sicht der Konsumenten in den Industrieländern zwar als einen Segen betrachten. Vor allem die Auto- und Flugzeugbranche freut sich. Für die wenig stabilen Rohstoffproduzentenländer in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas sowie für die arabischen Staaten und auch für die Großmacht Russland erweist sich all das als ein stabilitäts-gefährdendes Dilemma. Doch nicht nur das: Ein Blick auf den Rohölpreis zeigt das wahre Chaos. Die US-Rohöl-Richtmarke WTI (West Texas Intermediate) ist in nur knapp 7 Jahren von 150 $ je Barrel bis auf zuletzt 27 $ abgesackt – also um mehr als 80 % .

Mich erinnert all das an das Jahr 2011, als ich nach einem Besuch von Ölfeldern in USA, deren Vorkommen durch das Frackingverfahren ausgebeutet werden, bei einem WTI-Preis von rund 120 $ meine Prognose eines Rohölpreis-Verfalls auf zunächst 80 $ je Barrel vorlegte. Daraufhin wurde ich von Vertretern deutscher Energieunternehmen und Energieverbände als „Dummkopf“ bezeichnet. Es kam so wie es absehbar war; der Ölpreis wurde vorübergehend dann wieder von den Faktoren Angebot und Nachfrage bestimmt. In der Folge wurde dann darüber hinaus das gepolitische Drama – sprich der Krieg an zahlreichen Fronten auf dem Globus – zum „Preismacher“ bei Rohöl.

Jeder gegen jeden – der sinnlose Kampf. Nachdem im Mittleren und Nahen Osten irgendwann Jeder gegen Jeden kämpfte und die Welt im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland einführte, zeigte sich in der weiteren Folge dann auch, dass sich die Macht des Opec-Kartells in Luft auflöste. Der Markt wurde aus allen möglichen Quellen mit Rohöl überschwemmt. Hinzu kommt: Die jüngst nach der Sanktions—Aufhebung gegen den Iran dort aufgestiegene Friedenstaube sorgte dafür, dass der Ölpreis auf jetzt nur noch 27 $ gefallen ist. Man könnte meinen, dass all dies Grund zum Jubel sei.

Doch weit gefehlt – jetzt fangen die wahren Probleme nämlich erst an. Und zwar nicht nur für die Energiewirtschaft, sondern vor allem auch für die globale Finanzbranche, allen voran für die im Energiekredit-Geschäft aktiven Banken. Es gehören keine großartigen Fähigkeiten dazu, eine Pleitewelle unter den Energiegesellschaften in der Welt vorherzusagen. Zahlreiche Energie-Projekte sind (das ist bekannt) fremdfinanziert – nicht nur in den USA, aber vor allem dort. Und hier kommt meine über die vergangenen Jahre stets wiederholte Kritik zum Tragen. Die Weltwirtschaft basiert viel zu stark auf dem Faktor Fremdkapital.

Ölbranche setzt auf Fremdkapital – Gerade auch im Energiesektor wurde in den vergangenen Jahren zu wenig auf den Faktor Eigenkapital (also auf die Aktie als Fiannzierungsinstrument) gesetzt. Saudi-Arabien will das mit dem geplanten IPO der weltgrößten Ölgesellschaft Aramco allerdings ändern. Schätzungen zufolge sind 4 % der Gesamtkredite von US-Banken an die dortige Energiebranche herausgelegt. Bleibt der Ölpreis unter 30 $ je Barrel braut sich für die Banken – und damit für die Gesamtwirtschaft – neues Unheil zusammen.

Möglicherweise werden dann auch wieder die Regierungen eingreifen und versuchen, eine Pleitewelle von Ölfirmen zu verhindern. So ist vorstellbar, dass Regierungen für diese in der Vergangenheit stark beachtete Branche Rettungsanker auswerfen werden – so wie sie es im Zuge der Finanzkrise für die „Too-big-to-fail-Banken“ getan haben.

„Ölindustrie-Bailout“ wird zum Unwort des Jahres 2016. Und wer bezahlt das alles? Na klar, die Gemeinschaft. Ob die Bürger dieses Mal allerdings wortlos bereit dazu sein werden, muss sehr stark bezweifelt werden. Erst haben Regierungen den auf Seiten der Bürger nicht gerade „geliebten“ Banken Rettungsschirme zugeworfen und jetzt soll das Gleiche mit der Ölbranche geschehen??? Ich habe da so meine Bedenken. Jahrzehntelang sind Autofahrer von der Ölbranche abgezockt worden – und jetzt sollen sie die Branche retten. Wenn das nicht mal nach Ärger riecht ….

Udo Rettberg, 19. Januar 2016

Event Reports
Der Blick ist gen Himmel gerichtet

„Nach Golde drängt – am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen.“ Der in diesem Satz von Johann Wolfgang Goethe versteckte Seufzer war bei Kapitalanlegern in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören. Aber – Grund zum Seufzen werden Gold-Fans wohl weiterhin haben. Gleichwoh bleibt es aus meiner Sicht dabei: Edelmetalle sind im sehr explosiven Umfeld interessante Investments. Bevor die Welt auf das „Fiat Money“ von Regierungen vertraut, sollte nach Geldersatz-Alternativen wie Gold & Co. Ausschau gehalten werden. Gold ist dabei erste Wahl.

Gold – Verblasster Glanz

Chart1

                                                                                                                                                  Quelle: Barchart

Klar, der Goldpreis kann kurzzeitig weiter fallen. Man mag sich erinnern, dass ich bei einem Goldpreis von 1905 $ im Jahr 2011 gegen die herrschende Mehrheits-Meinung seinerzeit ein Preisziel von 1250 $ je Feinunze genannt hatte. Heute liegt mein Preisziel nach unten bei 950 $ je Feinunze. Danach jedoch wird es mit Gold aufwärts gehen. Vorausgesetzt, die Regierungen kommen nicht als Spielverderber auf die Bühne der Weltfinanzmärkte, verbieten privaten Goldbesitz und konfiszieren bestehende Investments im gelben Metall.

The Sky is the limit – All das kann nicht ausgeschlossen werden. In den nächsten fünf Jahren erwarte ich einen Goldpreis von zunächst 2850 $ je Feinunze. Grundlage dieser Prognose ist ein historischer Vergleich über 35 Jahre hinweg. Gold war nach einer spektakulären Hausse im Jahr 1980 in der Spitze auf 855 $ je Feinunze in die Höhe geschossen. Dieses seinerzeitige Hoch entspricht inflationsbereinigt (Basis: Consumer Price Index der USA) einem heutigen Stand von eben ca 2850 $ je Feinunze. Und es gibt nach meiner Einschätzung keinen Grund, weshalb wir dieses „Hoch“ im aktuellen Zyklus nicht wieder erreichen können. Denn: Die Welt ist heute viel „hässlicher“ als seinerzeit. Das böse Spiel der Regierungen – Aber – es gibt zahlreiche Unbekannte, die eine verlässliche Goldprognose erschweren. Denn nach wie vor ist sowohl der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems als auch die Ausweitung bisher noch weitgehend regional begrenzter Kriege nicht auszuschließen. Bis zur Schaffung einer neuen Weltordnung hätten Regierungen dann die Möglichkeit a) zum Erlass von Notverordnungen, b) zur Schließung von Finanzmärkten und c) zur Manipulation von Anlageklassen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Gold ein beliebter „Spielball“ für Manipulationen durch Regierungen ist. Und so ist nicht auszuschließen, dass sich die Geschichte wiederholen und der private Goldbesitz (zumindest vorübergehend) verboten wird.
Gold – Traum für „Contrarians“ – Klar – immer mehr Bürger sind arg besorgt; denn das globale Geldsystem erweist sich als sehr fragil. Anleger betrachten Gold als Anker. Allerdings – und das sollte jeder Investor wissen – ist Gold nicht vor möglichen Schweinereien der Regierungen und Banken gefeit – das würde dann auch Goldproduzenten treffen. Eines ist aus anlagetaktischer Sicht klar: Die ausgeprägte Baisse der Rohstoffmärkte stellt aktuell eine „Traumsituation eines jeden Contrarians“ dar – also eines Anlegers, der anlagetechnisch immer dann auf die Gegenseite geht, wenn die überwiegende Mehrheit einen bestehenden Trend mit Macht und Dynamik „ausreitet“.

Das Handtuch geworfen – Die Fakten: In den vergangenen Quartalen haben immer mehr institutionelle Rohstoff-Anleger nicht nur am Goldmarkt (aber eben auch dort) das Handtuch geworfen. So wurden z.B. viele Rohstoff-Fonds geschlossen.Auch Banken haben sich immer stärker aus Rohstoff-Investments und –Finanzierungen zurückgezogen und so den Baissetrend verstärkt. Eine weitere Ursache für die Schwäche waren negative Wirt- schaftsnachrichten aus China. Und last but not least sind auch die Ankündigungen der US-Notenbank in naher Zukunft die Trendwende an der Zinsfront einleiten zu wollen, Negativ-Faktoren für die Edelmetallmärkte. Nach wie vor glaube ich allerdings nicht wirklich an eine nachaltige Zinswende – weder in Europa noch in den USA. Denn dazu bewegt sich die Weltwirtschaft nach wie vor zu stark in einem deflationären Umfeld. Wie dem auch sei: Gold wird sich sowohl in einem deflationären als auch inflationären Umfeld positiv entwickeln.

Erst Goldaktien, dann Gold – Ein Blick zurück zeigt, dass Goldaktien in der Regel eine spätere Aufwärtsbewegung des Goldpreises einige Monate zuvor bereits durch höhere Aktienkurse vorwegnehmen. Vieles spricht dafür, dass die „große Wende“ an den Rohstoffmärkten und den Aktien von Rohstoffproduzenten wohl erst im Jahr 2016 oder später kommen wird. Wohl erst ab dem Jahr 2016 können Rohstoff-Freaks ihren Blick wieder gen Himmel richten.

Risiko Rezession / Depression – Denn nach wie vor sehe ich das Risiko einer globalen Rezession oder sogar einer Depression. Ein klares Indiz für diese These sind die seit Jahren extrem schwachen Rohstoffpreise Nach Besuchen a) der Münchener Edelmetallmesse sowie b) mehrerer nordamerikanischer Finanz- und Rohstoffzentren habe ich während der vergangenen Monate intensiv den Hintergrund einiger von Brokerhäusern und Finanzexperten positiv bewerteten Goldproduzenten beleuchtet:

GOLDENE HOFFNUNGSWERTE

+ Detour Gold Corp (DGC),
+ Golden Dawn Minerals (GOM),
+ New Gold Inc (NGD),
+ Kirkland Lake Gold (KGI).
+ Lake Shore Gold Corp (LSG),
+ Otis Gold Corp (OOO),
+ Richmont Mines Inc. (RIM),
+ Treasury Metals Inc (TML),

Otis Gold – Zucken am Boden

Chart2

Quelle: Barchart

Golden Dawn Minerals Inc
Das Venen-Fieber von Greenwood

Wolf Wiese strahlt. Der Vorstandschef des kanadischen Explorationsunternehmens Golden Dawn Minerals Inc mit Sitz in der Finanzmetropole Vancouver sieht in diesen Tagen seine hochgesteckten Erwartungen bestätigt – zum Teil zumindest. Vor einigen Wochen hatte mir Wiese bei einem Treffen in Frankfurt noch gestanden, dass es für ihn als deutschstämmigen ehemaligen Wertpapier-Broker wahrlich ein Traum sei, erfolgreich eine Goldmine in Betrieb zu bringen.

MayMac Mine

Der beschwerliche Weg zu Gold und Silber – Eingang zur MayMac Mine.                                                                                       Foto: Udo Rettberg

Weit davon entfernt scheint Wiese jetzt in der Tat nicht mehr zu sein; denn die jüngsten Bohrergebnisse des Edelmetallpro-¬ jekts im ehemaligen Goldminendistrikt bei Greenwood und Midway in Kanadas Provinz British Columbia (B.C.) sind vielversprechend. All das löst nicht nur bei Wolf Wiese, sondern auch bei den in der Region Greenwood lebenden Menschen großen Jubel aus; denn die ehemals in erster Linie vom Mining profitierende kleinste Stadt Kanadas gilt als „nostalgiesüchtig“ und hofft auf eine „Rückkehr der guten alten Zeiten“. Greenwood liegt ca 500 km östlich von der Finanzmetropole Vancouver.

Die jüngst vorgelegten Bohrergebnisse von Golden Dawn (GOM.V – 0,11 can$ / 3G8A.DE – 0,085 €) lassen den Schluss zu, dass das Explorations-Team ganz offensichtlich wieder auf die in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehr oder weniger verloren gegangene hochgradige Goldvene gestoßen ist. Sicher ist das allerdings noch nicht.

Die weiteren Arbeiten müssen finanziert werden – ohne Geld geht im „Mining“ nämlich gar nichts. Positiv zu werten ist in diesem Kontext, dass es dem Unternehmen trotz des extrem schwierigen Umfeldes für Junior-Minengesellschaften in den vergangenen Monaten gelungen ist, sowohl in Kanada als auch Deutschland frisches Eigenkapital einzusammeln. Positiv stellt sich zudem dar, dass auf den Liegenschaften von GOM auch heute noch eine vor vielen Jahren genutzte Mühle existiert. Mit neuen Explorations-, Förder- und Verarbeitungs-Technologien soll der seit Jahren ruhende Komplex jetzt wieder in Betrieb genommen werden. Die Unternehmensstrategie für die kommenden Monate sieht eine Fokussierung der Bohraktivitäten und der Explorations-Tätigkeit auf die May-Mac-Mine rund 3 km westlich der Ortschaft Greenwood vor.

Laufende Erkundungsbohrungen und Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten sollen die „Renaissance“ von GOM vorantreiben. „Die Bohrung 6 hat eine Zone mit Gold-Silber-Mineralisierung bestätigt“, sagt Wiese strahlend. Bohrloch BF15-06 habe den Haupterzgang unterhalb der Stollen 6 und 7 durchteuft. Dort war der Erzgang bei vorherigen unterirdischen Erschließungsarbeiten vor Jahren verloren gegangen. Die Bohrung durchteufte Quarzerzgangab- schnitte mit Sulfidmineralisierung. Experten sehen das als typisches Zeichen für eine existierende Silber- und Goldmineralisierung. Wiese erklärt in diesem Kontext, dass die Ergebnisse nahezu identisch seien mit der Mineralisierung, die in früheren Jahren in Stollen 6 gefördert wurde. Das macht Hoffnung.

Greenwood

Greenwood damals – Goldvorkommen waren über Dekaden hinweg die Lebensader für die kleinste Stadt Kanadas.                                          Foto: Udo Rettberg

Der obere mineralisierte Abschnitt in Boh- rung BF15-06 kann durchaus als ein großer Meilenstein im Explorationsprogramm be- zeichnet werden. Hierdurch wird nämlich bestätigt, dass sich die Silber-Gold-Minera- lisierung um etwa 60 m bis zu Ebene 7 und noch ein Stück darüber hinaus erstreckt. Dies lässt auf ein großes Potenzial für die Abgrenzung einer weiteren Mineralisie- rung in den Gebieten ober- und unterhalb von Ebene 7 schließen. Darüber hinaus durchteufte die erwähnte Bohrung BF15-06 in einer Tiefe von 298,6 bis 307,0 m (Abschnitt von 8,4 m) eine zweite Zone mit Quarzerzgängen unterschiedlicher Gehalte an Bleiglanz und Sphalerit (Blei- und Zink- sulfidminerale) sowie grobkörnigem Pyrit. Die Erfahrung zeigt: In diesem Konzessi- onsgebiet in der kanadischen Provinz Bri- tish Columbia stehen solche Funde häufig in Zusammenhang mit erhöhten Goldwerten.

Die Explorationsarbeiten halten nach Anga- ben des Unternehmens an. So ist Bohrung 7 mittlerweile allerdings abgeschlossen – Ergebnisse sind in den kommenden Tagen zu erwarten. Zudem wird Bohrung 8 in diesen Tagen niedergebracht. Die Proben aus den jüngsten Bohrungen wurden unter Aufsicht von Dr. Mathew Ball (P.Geo.) in seiner Eigenschaft als für Golden Dawn tätiger qualifizierter Sachverständiger ent- nommen und an das Fachlabor von Met-Solve Analytical Services in Langley (B.C.) überstellt.

Die im Rahmen der jüngsten Bohrungen ge- fundenen Erzgehalte sind vielversprechend: Bis zu 776 g Silber pro Tonne auf 0,4 Meter Länge und bis zu 9,85 g Gold pro Tonne auf 0,3 Meter Länge durchteuften die Geologen in ihren aktuellen Diamant-Bohrungen. Das zuvor erwähnte Bohrloch BF15-06 wies auf einer Länge von 4,4 Metern etwa 195 g/t Silber, 1,97 g/t Gold sowie beachtliche Gehalte an Blei und Zink auf.

Was schon GOM-Minen-Manager Brian McClay vor Wochen bei unserem seinerzeitigen Treffen in Frankfurt am Main andeutete, scheint durch die jüngsten Bohrergebnisse bestätigt zu werden. Denn auch der im Rahmen der Bohrungen festgestellte hohe Gehalt an Silber spricht eindeutig dafür, dass es sich hier um ein so genanntes „Epithermal System“ handelt. Dieses wiederum weckt bei GOM-Vorstandschef Wolf Wiese die Hoffnung, dass jene hochgradige Goldvene wiedergefunden wurde, die in den 80er Jahren bereits zum Teil ausgebeutet worden war, nach der dann in der Folge jedoch wegen der damaligen Baisse der Rohstoffpreise nicht weiter gesucht wurde.

GOM-Aktienkurs auf Bodensuche

Chart3

Quelle: Barchart

Epithermal System

Epithermale Gold-Lagerstätten sind gangförmige Lagerstätten, in denen Gold, Silber und Buntmetalle in wirtschaftlich nutzbaren Mengen vorkommen. Allerdings ist in erster Linie Gold prinzipieller Rohstoff epithermaler Lagerstätten. Gold kommt dabei sowohl in gediegener Form als auch in legierter Form mit Silber vor.

Phantasie für Spekulanten – Für Gold-Spekulanten könnten in der GOM-Aktie zudem folgende Facts von Bedeutung sein.
A – Golden Dawn verfügt in der Nähe der MayMac-Mine sowohl über eine Mühle als auch über andere Erzverarbeitungs-Kapazitäten. Der Wiederbeschaffungswert dieser Verarbeitungs-Anlagen liegt wohl nach Angaben von Fachleuten nur geringfügig unter der aktuellen Marktkapitalisierung der GOM-Aktie von 5,36 Mio. can$

B – Das historische Goldgebiet rund um Greenwood und Midway lockt derzeit auch die „big guys“ der Goldbranche. So hat sich die Kinross Gold Corp jüngst mehrere Claims in der Nähe der zu Golden Dawn gehörenden MayMac Mine gesichert. Das wiederum weckt zwar Übernahme-Phantasie, würde allerdings wohl die Träume von Wolf Wiese mit Blick auf die Eröffnung einer eigenen Mine zerplatzen lassen.

Risiken nicht unterschätzen – Wolf Wiese hat es vor geraumer Zeit selbst auf den Punkt gebracht. Rohstoff-Investments sind ungleich riskanter als Kapitalanlagen in andere Bereiche der Wirtschaft. „Wer in Explorations-Unternehmen und in Junior-Minengesellschaften investiert, muss im schlimmsten Fall mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen“, sagt Wiese. Anleger müssen darüber hinaus auch wissen: Die GOM-Aktie muss als wenig liquide betrachtet werden. Ein weiteres Risiko ist darin zu sehen, dass das Unternehmen für die weitere Erschließung und Ausbeutung der Mine auf die zusätzliche Beschaffung von Kapital angewiesen ist.

Udo Rettberg – Mitte Dezember 2015

Downloads

Lockruf des Goldes.pdf

 

Gold: Balsam für verletzte Anleger-Seelen.pdf

ab_Dynamic_Derivatives

Die Weltwirtschaft aus Sicht der Derivatebörsen

Janet – das zahme Täubchen

Von Udo Rettberg

Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank Fed, hat wieder einmal sehr viel bewegt – mit Worten. Seit Monaten kündigt sie an, den Zinssenkungs-Zyklus in den USA beenden zu wollen. Sie hat ei- nen einzelnen Schritt in diese Richtung getan. Aber Janet Yellen – das geldpolitische Täubchen – hat zwar wieder die Märkte in Atem gehalten – aber sie hat halt erneut geblufft. Vieles spricht dafür, dass die US-Leitzinsen auf absehbare Zeit nicht nur niedrig bleiben werden, sondern dass die Fed möglicherweise dem Beispiel anderer Länder folgen und Negativzinsen installieren wird. Und das eventuell nicht nur mit Blick auf den Negativ-Habenzins (den Strafzins also), sondern auch auf den Negativ-Kreditzins. Vielleicht macht Yellen wahr, was Ben Bernanke ankündigte, nämlich im Bedarfsfall Geld mit dem Helikopter über den Märkten abwerfen zu wollen. „Helicopter Ben“ und „Täubchen Janet“ mischen die Märkte auf – und mittendrin ist Mario Draghi.

BOCA2016

Die FIA-Derivate-Konferenz lockte mehr als 1150 Teilnehmer aus 27 Ländern nach Boca Raton / Florida. Die Initiatoren freuen sich über das Rekord-Interesse.                        Foto: Udo Rettberg

Auch Janet Yellen weiß, dass sich der Markt für Risiko in einem seit Dekaden nicht erlebten Haussetrend befindet, wie Rekordumsätze an den globalen Terminbörsen zeigen. Die Weltwirtschaft läuft Gefahr – und ich bleibe hier bei meiner Einschätzung – in eine globale Rezession, ja sogar in eine neue Depression abzugleiten. Dass die Fed bei der März-Sitzung den Leitzins nicht veränderte, ist aus meiner Sicht ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass sie (anders als Ökonomen von Banken und Finanzhäusern) über den Horizont hinaus schaut und die globale Wirtschaftslage als bedrohlich betrachtet.

Bereits im Vorjahr hatte Blu Putnam im Rahmen der FIA-Derivate-Tagung in Boca Raton mit seinen vorsichtigen Konjunktur-Prognosen nicht schlecht gelegen. In diesem Jahr legte der Chefökonom der CME Group noch einmal nach. „Die Zentralbanken rund um die Welt sind frustriert“, eröffnet er seine Rede. „Denn Zentralbanken haben längst nicht mehr die Macht von früher“, so Putnams Erkenntnis. Der Mann, der seine berufliche Karriere bei der Federal Reserve Bank in New York begonnen hatte, ist zum Realisten/Pessimisten geworden. Die Dinge haben sich nach seiner Einschätzung drastisch verändert. Heute sei es nicht mehr wichtigste Aufgabe der Notenbanken, die Inflation zu stoppen. Bedrohlicher sei vielmehr die Gefahr des Abrutschens von der Disinflation in die Deflation. Putnam schwenkt in der Folge auf meine Linie ein, als er sagt, dass die Weltwirtschaft heute stark von deflationären Risiken geprägt sei.

Und er erklärt das vor allem mit demografischen Entwicklungen. Die Generation der Baby Boomer in den USA konsumiere heute längst nicht mehr in jenem Ausmaß der vergangenen Jahre. „Die Konsumausgaben pro US-Bürger sind drastisch geschrumpft“, so seine Aussage. Wichtig sei in diesem Kontext auch die Entwicklung der Produktivität in der US-Wirtschaft. Diese sei in den vergangenen Jahren nicht mehr über den Faktor Humankapital, sondern vor allem über technologische Fortschritte gesteigert worden. Bereits seit dem Jahr 1994 liege die Kerninflation in den USA jedoch nur noch bei 1-2 %; auch nach dem Platzen der Technologie-Blase seien die Steigerungen der Verbraucherpreise (CPI) auf diesem Niveau verharrt. An dieser Stelle dränge sich automatisch die Frage auf, was der Faktor Technologie (Digitalisierung, Einsatz von künstlicher Intelligenz und von Robotern) für die Zukunft der Arbeitsplätze von Menschen bedeutet. Diese Gefahr wird von den Zukunftsforschern nur allzu gerne verschwiegen.

Die unsichere Lage der Weltwirtschaft werde dadurch erschwert, dass den Banken z.B. durch die Vorschriften von Basel II und Basel III Beschränkungen bei der Kreditvergabe auferlegt worden seien. „Hier stoßen die Geschäftsbanken halt an ihre Grenzen, weil sie die von der BIZ und anderen Kontrollbehörden gesetzten Kapitalanforderungen einhalten müssen“, so Putnam. Er erinnerte in diesem Kontext an die „guten alten Zeiten“ der Savings&Loan-Krise in den USA, die aus monetärer Sicht zunächst zu Wohlstand, später jedoch ins Chaos geführt hatte.

Und dann schwenkt Putnam wieder gedanklich in die Richtung der von mir seit Monaten aufgestellten Thesen: „Die Fed wird in diesem Jahr nichts mehr tun – na gut, vielleicht kommt es noch zu einer einzelnen Zinsanhebung im Jahr 2016“, räumt Putman ein. Der Ökonom kennt als ehemaliges Fed-Mitglied die Denkweise der Notenbank-Vertreter. Die Fed werde den Märkten zwar immer wieder erzählen, dass sie zu einer geldpolitischen Verschärfung tendiere, doch sei dies vor allem als „Drohung“ zu verstehen, die nicht ernstgenommen werden müsse. Und als ob Janet Yellen in Washington Blu Putnams Aussagen in Boca Raton gehört hätte, entschied sich die Fed-Chefin in der Tat einen Tag nach Putnams Aussage, die US-Leitzinsen unverändert zu lassen und für das laufende Jahr nicht mehr vier, sondern „nur noch“ zwei Zinsanhebungen anzukündigen. Gleichzeitig reduzierte Yellen ihre Konjunkturprognose für 2016.

Aktien leiden unter müder Konjunktur – Investments in Aktien seien vor allem unter dem Aspekt des niedrigen Gewinnwachstums und der „Nullzinsen“ zu betrachten. Richtig sei, dass die Gewinne der Unternehmen nach wie vor wachsen, doch nur mit geringer Dynamik. Wertpapier-Analysten hatten in ihren Strategiebesprechungen zuletzt verstärkt auf solche Finanzinstrumente hingewiesen, mit denen von Kapitalanlegern Dividenden-Strategien verfolgt und umgesetzt werden könnten. Hier ist Putnam Realist: „Es ist fraglich, ob die Dividenden der US-Unternehmen von der Höhe her beibehalten oder sogar gesteigert werden können.“

Angst gibt Gold Impulse – In Gold sieht Putnam einen Rohstoff, der sensibel vor allem auf inflationäre Trends sowie auf die Zinsentwicklung reagiere. Gold werde sich wohl nur dann positiv entwickeln können, wenn die Inflationsgefahr wieder aufflammen sollte, so die generelle Einschätzung des Ökonomen. Der global zu beobachtende Trend hin zu negativen Zinsen komme Gold auf der anderen Seite allerdings zugute. „Ich glaube jedoch nicht, dass die Fed negative Zinsen will“, vermutet Putnam. Der Goldpreis könne indes auch der an den Märkten umgehenden Ängste durchaus weiter steigen, sagt er salomonisch.

Bodenbildung bei Metallpreisen An den Metallmärkten sei das Schlimmste ausgestanden, wiederholt der CME-Chefökonom eine von AlphaBulls seit einigen Monaten vertretene These. Er stellt dabei die folgende Gleichung auf: Müdes Wirtschaftswachstum = schwache Metallnachfrage = Produktionskürzungen auf Seiten der Metallproduzenten. Der Markt für Buntmetalle bewege sich derzeit exakt in einem solchen Umfeld. Der aktuellen Stabilisierung der Metallpreise Preise müsse jedoch nicht zwangsläufig schon bald ein neuer Haussetrend folgen, warnt Putnam vor überzogenen preislichen Erwartungen.

Devisenmarkt auf China fokussiert – China sei das dominierende Thema an den internationalen Devisenmärkten. Die Wachstumsschwäche im Reich der Mitte sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Exporte Chinas wegen der konjunkturellen Ermüdung wichtiger Handelspartner sinken. „Der Kurs der chinesischen Währung Renminbi wird auch deshalb weiter fallen, weil viel Kapital das Land verlassen wird“, prognostiziert Blu Putnam.   Ein weiterer Einflussfaktor an den Devisenmärkten sei die aktuelle Brexit-Diskussion in Europa. „Allerdings muss man wissen, dass z.B. die Schotten überwiegend für einen Verbleib Großbritanniens in der EU sind“, sagt der Ökonom. Ein Blick auf die Schwellenländer-Währungen demonstriert die außergewöhnliche Stärke des US-Dollars während der vergangenen Jahre. So haben zum Beispiel der Rubel mehr als 85 %, der brasilianische Real etwa 68 % und die türkische Lira sowie der kolumbianische Peso jeweils mehr als 50 % gegenüber dem Wert des Dollars eingebüßt. Putnam kündigte in diesem Kontext an, dass die CME Group und Bloomberg in nächster Zeit gemeinsam Derivate auf einen neuen Dollarindex kreieren werden, der eine höhere Gewichtung der Schwellenländer-Währungen vorsieht.

Boca Raton

Die Ruhe vor dem Sturm in Boca Raton? Der Weltwirtschaft stehen schwierige Zeiten bevor.                                                                                               Foto: Udo Rettberg

USA sind Swing-Producer bei Rohöl – Die am Welt-Energiemarkt geführte Debatte über die Rolle der USA betrachtet Putnam als sehr spannend. Die Produktion von Schieferöl und Schiefergas in den USA sei inzwischen sehr wettbewerbsfähig. „Die USA sind bei WTI-Rohöl längst zum Swing-Produzenten in der Welt geworden.“ In diesem Kontext sieht Putnam weniger die aus China kommenden Einflüsse als prägend für den WTI-Rohölpreis. „Der Rohölmarkt ist in den vergangenen Jahren wegen der technologischen Quantensprüngen vor allem eine Technologie-Story geworden“, beschreibt Putnam die Lage.

El Nino dominiert die Agrarmärkte – El Nino habe derzeit den größten Einfluss auf die Entwicklung der Preise an den Agrarmärkten. Das sich seit vielen Dekaden immer wieder im Südpazifik zeigende Wetterphänomen sorgt über   höhere Meerwasser-Temperaturen für Hitze, Trockenheit, Dürren und Ernteschäden in den Anbaugebieten für landwirtschaftliche Rohstoffe. „Schon bald könnte El Nino jedoch von La Nina – dem anderen bekannten Wetterphänomen – abgelöst werden“, so die Prognose Putnams. Dabei handelt es sich um eine Kaltwasser-Meeresströmung, die in der Folge zu massiven Regenfällen und Überschwemmungen führen und enormen Einfluss auf die traditionell stark schwankenden Agrarpreise nehmen kann. Seit dem Jahr 1950 ist El Nino insgesamt 11 mal aufgetreten, das Phänomen La Nina wurde von Wetter- und Klima-Fachleuten insgesamt seit dieser Zeit 8 mal beobachtet.

Udo Rettberg, Boca Raton Mitte März 2016

Sicherheit hat ihren Preis
Der lange und steinige Weg zur Derivate-Glückseligkeit

Sicherheit hat ihren Preis

 

Alternative Investments

Alternativ-Investments: Erbbaugrundstücke / Erbbaurechte

Reizvoll und riskant zugleich

Die Erde bebt – denn die Mehrzahl der Menschheit erlebt schwierige Zeiten. Und dies nicht nur unter globalwirtschaftlicher und geopolitischer Betrachtung, sondern vor allem auch aus der Sicht der globalen Finanzmärkte. Denn Regierungen und deren als Handlanger agierende Notenbanken haben die Kapitalmärkte mit ihrer – in der Vergangenheit von Beobachtern zunächst enthusiastisch als „super-generös“, später jedoch als „unsinnig“ bezeichneten – Geldpolitik ins Chaos gestürzt. Udo Rettberg – 31. Juli 2016

Frankfurt

Immobilienboom in Metropolen – hier Frankfurt. Up, up and away – in den Wolken liegt die Zukunft.                          Foto: Udo Rettberg

Der Zins – der Preis für Kapital — hat als entscheidende Größe im internationalen Wirtschaftsleben an Bedeutung verloren. Mit anderen Worten: Geld hat keinen – oder so gut wie keinen – Wert mehr. Das wiederum hat enorme Auswirkungen auf die Aufteilung des Anlagevermögens, also auf die traditionelle Asset Allocation. Wer für die Zukunft vorsorgen will, ist zu einer flexiblen Anlagepolitik gezwungen. Das wiederum birgt hohe Risiken. Manche Beobachter sprechen derzeit bereits von einer ausweglosen Situation. Den Notenbanken sind auf dem aktuellen Niveau der Null/Negativzinsen weitgehend die Hände gebunden. Weitere Geldgeschenke durch Mario Draghi, Janet Yellen & Co. zum Beispiel in Form von „Helicopter-Money“ oder von bedingungslosen Grundeinkommen führen ins Reich der ökonomischen Phantasien.

Entsprechende „Wahnsinns-Taten“ in Form von Geldgeschenken an Europas Bürger habe ich in einem offenen Brief an Mario Draghi von der EZB bereits im April 2015 gefordert. Mir war und ist klar, dass Notenbanken und Regierungen versuchen werden, die wahnsinnige und verantwortungslose Geldpolitik bis zum Sankt Nimmerleinstag fortzuführen. Sie haben praktisch keine andere Chance. Die Notenbanker und –innen wissen, dass Zinsanhebungen die Welt in eine neue tiefe Rezession und sogar Depression stürzen würde. Denn vor dem Hintergrund der enormen globalen Verschuldung scheint eine Anhebung der Zinsen durch die Notenbanken wenig konstruktiv – und von Regierungen auch nicht gewollt.

Denn in diesem Fall würden Notenbanken ihren „Herrschern“ – den Regierungen nämlich – keinen Gefallen tun, weil diese dann bei der Kapitalaufnahme wieder höhere Zinsen zahlen müssten, was sich negativ auf die Schuldenlast auswirken würde. Und so versuchen die Draghis und Yellens dieser Welt die Geldpolitik der Null/Negativzinsen so lange wie möglich fortzuführen. Wenn ich jetzt Bundesfinanzminister wäre, würde ich versuchen 150jährige Staatsanleihen mit einem Negativzins von 5 % zu platzieren (keine Sorge, die EZB kauft die Papiere im Rahmen von QE 10, QE 11 oder QE 12 schon auf) und so fällig werdende Staatsanleihen mit 7 %igem Kupon zurückzukaufen. So oder ähnlich geht Entschuldung heute……………

Eine traditionelle Asset Allocation der bekannten liquiden Anlageklassen wie Aktien, Bonds, Bargeld und Rohstoffe inkl. Gold verbietet derzeit eigentlich Investments in Bonds, weil der Anleger in diesem Fall Kapitalanlagen in Staatsanleihen nicht nur Geld verschenkt, sondern auch Gefahr läuft, bei steigenden Kapitalmarktzinsen Kursverluste zu erleiden.

Die von uns als sinnvoll erachtete Asset Allocation bleibt bei Abwägung aller ökonomischen und politischen Faktoren mit Blick auf die bekannten Anlageklassen unverändert

– 35 % Aktien
– 00 % Anleihen
– 25 % Bargeld / Liquidität
– 40 % Gold / Silber / Edelmetall

Das aber heißt auch: Wollen Kapitalanleger solide gesicherte Renditen erzielen, müssen sie über dieses traditionelle Asset-Allocation-Gerüst hinaus denken und mit ihrem Kapital flexibel auf alternative Anlageklassen wie Hedge Funds, Private Equity, Sammlerstücke und auch auf die unterschiedlichen Immobilienformen setzen. Ein solches alternatives Invest- ment aus dem Immobilien-Bereich sind Erbbaugrundstücke und Erbbaurechte.

Die „HPM Hanseatische Portfoliomana- gement GmbH“ (HPM) in Hamburg ist seit rund 7 Jahren in diesem Markt aktiv. Heute beschäftigt das Unternehmen 10 vor allem auf diesen Sektor spezialisierte Mitarbeiter, die alle weitreichende Erfahrung im Banking habe. „Unser Unternehmen hat auf diesem Gebiet über die Jahre hinweg eine gute interne Expertise aufgebaut. Die meisten Banken sind auf diesem Gebiet dagegen eher wenig aktiv“, sagt Thomas Stuwe von HPM. Mit den interessierten Kunden – also insti- tutionellen Anlegern wie Versorgungs- und Pensionskassen bzw. Stiftungen, die über den Zeitablauf hinweg eigene Zahlungsverpflichtungen haben, oder auch mit gut betuchten Privatanlegern – werden dabei individuelle Vereinba- rungen getroffen. Die Rendite-Möglichkeiten können derzeit durchaus bei 3 bis 4 % zzgl. einer Indexierung des Erbbau- zinses liegen, die einen fortlaufenden In- flationsschutz bietet.

Deutsche Erbbaugrundstücke gelten in Fachkreisen als ein recht interessantes Investitionsvehikel. Sie weisen allerdings auch Schwächen auf, die, wie grundsätzlich beim Immobilienerwerb, vor allem in der eingeschränkten Liquidität dieser Anlageform zu sehen sind. Da es sich um keine Wertpapiere handelt, findet der Handel von Erbbaurechten – wie auch der von bebauten Grundstücken – auf keiner Finanzmarkt-Plattform oder gar an einer Börse statt. Denn hier handelt es sich um die Investition in einen Sachwert – allerdings ohne die bekannten üblichen Immobilienrisiken wie Unwägbarkeiten bei der Vermietung und Instandhaltung.

Darüber hinaus weisen sie durch eine grundbuchliche Absicherung und den Erbbaurechtsvertrag eine hervorragen- de Sicherheitenstufe aus. Anlageformen wie Erbbaugrundstücke und daraus abgeleitete Erbbaurechte kommen z.B. dann an den Markt, wenn – wie zuletzt in Hamburg – Altenheime durch besondere Umstände gezwungen sind, Immobilien zu veräußern oder wenn Wohnungs- baugesellschaften sich zusätzliche Liqui- dität für ihre „Kerninvestments“ verschaffen.

Dabei bestehen prinzipiell zwei Einzelinvestments. Nämlich das Grundstück und das Gebäude darauf. Das Grundstück ist in der Regel das wertstabilere Investment. Anleger müssen dabei wissen, dass der Erwerb eines Erbbaugrundstückes in Deutschland der Grunderwerbsteuer unterliegt, welche auf den Kaufpreis erhoben wird. Bei Erbbaugrundstücken wird die Bemessungsgrundlage durch die Restlaufzeit des Erbbaurechts- vertrages sowie den Erwerbsfaktor beeinflusst.

Deutsche Erbbaurechte bieten Kapitalanlegern im Immobilienbereich also stabile Einnahmen aus werthaltig bebauten Grundstücken durch solide planbare Ausschüttungen und sollten sich durch eine erstrangige grundbuchliche Sicherheit auszeichnen. Diese Anlageform bietet Investoren eine laufende Wertsicherung, also auch einen echten Inflationsschutz, obwohl dieser Faktor derzeit in einem deflationären Umfeld weniger zählt. Bei der HPM wird das Chance-Risiko-Ver- hältnis als „ausgezeichnet“ beschrieben. Anbieter solcher Investments verdienen über die Maklercourtage, die auf glei- chem Niveau wie bei klassischen Immobilien-investments liegt.

AUF DER BÜHNE: Thomas Stuwe zum Thema Erbbaurechte

Auf den Standpunkt kommt es an

Frage Udo Rettberg: Für welche Investo- ren sind Erbbaurechte interessant?
Antwort Thomas Stuwe – Ab einem – nicht festgeschriebenen – Mindestbetrag von 150.000 € sind sie für jedermann zugänglich. Häufig sind Kirchen und Gemeinden unter denjenigen zu finden, die die Objekte besitzen. Privatanleger und institutionelle Investoren interessieren sich immer stärker für diese Anlageklasse.

Damit ich das Investment besser verstehe, die Frage, ob der in Erbbaurechte in- vestierende Kapitalanleger zu irgendeinem Punkt zum Eigentümer der Liegenschaft wird?
Ja, mit der Erfüllung des Grundstückkaufs entsteht auch das Eigentumsverhältnis.

Sind Erbbaurechte eher ein Immobilien-Investment (zur Selbstnutzung) oder eine auf die Erzielung laufender Rendite ausgerichtete Kapitalanlage?
Für den Kapitalanleger sind Erbbaurechte ein Renditeobjekt. Für den Abgebenden entsteht eine Verpflichtung zur Zahlung der Pacht bzw. des Erbbaurechtszinses. Dabei bleibt der Vorzug bestehen, den Aufbau, das Gebäude, weiter nutzen zu können. Insbesondere bei institutionellen Anlegern kann sich der Vorteil ergeben, dass das Eigenkapital nicht mehr im Grundstück gebunden ist und somit für andere Investments oder Zwecke zur Verfügung steht.

Erbbaurechte müssen in die Kategorie illiquide Investments eingereiht werden, was konkret heißt, dass es keinen liquiden Zweitmarkt gibt – oder?
Ja, es gibt keine Notierungen an einer Börse oder einem Zweitmarkt. Hier müssen die Interessen der Beteiligten einfach zusammentreffen, also „matchen“. Bemerkenswert ist dabei aber neben der erwähnten, vorteilhaften Indexierung (Inflationsausgleich), dass stille Reserven aufgebaut werden können, wenn der Immobilienwert steigt und im Vergleich zu einer Börsennotierung Marktschwankungen keinen täglichen Bewertungszwang erfordern.

Erbbaugrundstücke sind also langfristige Investments mit einer Laufzeit von bis zu 99 Jahren?
Nach dem Erbbaurechtsgesetz gibt es sowohl die Möglichkeit einer Verlän- gerung als auch die Chance auf eine zeitliche Begrenzung bzw. Auflösung.

Wie wirkt sich die erstrangige Grundbuchsicherung aus?
Der Anleger steht im Grundbuch in einer separaten Abteilung und sollte dort gegebenenfalls auch noch vor den Banken stehen. Dann ist die Absicherung erstklassig. Genau darauf achten wir bei der Investmentauswahl sehr genau.

Welche Aussagen können zum Verhält- nis Chance / Risiko getroffen werden?
Wie bei allen Kapitalanlagen, benötigt der Investor auch hier einen eigenen Standpunkt im Abgleich mit seinen Anlagezielen um seine persönliche Investmententscheidung zu treffen.

Wie groß ist das Risiko, dass sich das rechtliche Umfeld im Falle eines „big bang“ (Schuldenschnitt, Währungsreform, etc.) zu Ungunsten des Investors verändert? Ich erinnere mich, dass Staaten in vorherigen „großen Krisen“ z.B. Zwangshypotheken eingeführt haben
Exogene Ereignisse bzw. veränderte Voraussetzungen bleiben – wie auch bei anderen Investmentformen – selbstverständlich eine Unwägbarkeit.

Wenn ich das Investment richtig verstehe, dann liegt der Sinn des Kaufs nicht unbedingt im Wiederverkauf – oder?
Das kann, muss aber nicht so sein. Das wiederum zeigt die hohe Flexibilität dieser Anlageklasse und Anlageform auf. Dem interessierten Anleger ist wegen der komplexen Strukturen auf alle Fälle ein ausführliches Beratungsgespräch anzuraten.

Thomas Stuwe

Thomas Stuwe – HPM Hamburg

Alternative Investments

IMMOBILIEN-INVESTMENTS
Risiken nicht unterschätzen

Immobilien waren während der vergangenen Dekaden in vielen Ländern dieser Welt die wichtigste und zugleich wertträchtigste Anlageklasse überhaupt. Dies hat zum einen mit der begrenzten Nutzfläche auf dem Planeten Erde und zum anderen auch mit der gleichzeitig steigenden Zahl von Menschen zu tun. Dort, wo das Angebot an Fläche schrumpft, die Zahl der Menschen jedoch gleichzeitig weiter steigt, kennen die Preise in der Regel nur eine Richtung – nach oben. Das gilt auch dann, wenn bedacht wird, dass zusätzliche Immobilien-Nutzflächen vor allem in der Höhe gesucht werden; denn die Bauindustrie baut immer höher. Die Zukunft kratzt an den Wolken. UDO RETTBERG – FRANKFURT

Foto Udo Rettberg

Wenn sich die Zahl der Baukräne in einer Metropole – wie hier in Frankfurt am Main – innerhalb von wenigen Monaten verdoppelt oder verdreifacht, ist Vorsicht angebracht. Dann droht eine Trendwende. Foto: Udo Rettberg

Davon träumt wohl jeder Kapitalanleger. Mit Immobilien gewannen Investoren in den vergangenen sechs Jahren – gemessen am FTSE-Nareits-Index, der die globale Wertentwicklung von Immobiliengesellschaften reflektiert – in US-Dollar gerechnet durch- schnittlich 20 % bis 25 % p.a. (in US-Dollar gerechnet). Wird die rund 33%ige Wertsteigerung des US-Dollars berücksichtigt, dann errechnet sich für Euro-Anleger in Real-Estate-Investments in den vergangenen sechs Jahren ein Plus von ca 30 % p.a. Aber – die meisten Privatinvestoren haben zum einen aus Gründen „mangelnden Kleingeldes“ bzw. hoher Einstiegsgrenzen und zum anderen aus Unkenntnis über die komplexen Eigenarten dieser Anlageklasse den Haussetrend der Immobilien-Kapitalanlage nicht – oder nicht vollständig – mitgemacht. Viele Deutsche haben sich während der aktuell noch laufenden Niedrigzinphase der vergangenen Dekade selbst genutztes Wohneigentum zugelegt und auf diese Weise vom weltweiten Immobilien-Boom profitiert. „Wer in Immobilien investiert, sollte einer alten Regel zufolge vor allem auf die drei wichtigsten Faktoren achten: a) Lage, b) Lage, c) Lage“, so Markus Ross, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Ceros aus Frankfurt. Und in der Tat ist der Standort einer Immobilie neben politischer Stabilität des entsprechenden Landes und finanziellem Umfeld der wichtigste und entscheidende Einflussfaktor für die Wertentwicklung des jeweiligen Immobilien-Projekts.

IMMOBILIEN – HIT FÜR KAPITALANLEGER
Der Begriff „Immobilie“ wird vom lateinischen Wort „immobilia“ abgeleitet, das so viel bedeutet wie „unbeweglich“. Unter den Bezeichnungen „Immobilie“ oder auch „Liegenschaft“ werden bebaute und unbebaute Grundstücke, Gebäude, Ein- oder Mehrfamilienhäuser, ganze Gebäudekomplexe oder aber auch Fabrikgebäude subsummiert. Unter dieser Bezeichnung Immobilie wird unter dem Aspekt der Kapitalanlage also stets entweder ein Grundstück oder aber ein bestimmter Anteil an diesem Grundstück verstanden. Das sind in der Regel dann einzelne Wohnungen oder Gebäudeteile mit entweder wohnwirtschaftlicher oder aber gewerblicher Nutzung.

Weitere Bewertungs-Elemente sind das Alter und die Erhaltung von Liegenschaften. Und so raten Makler ganz offen dazu, bei jenen Immobilien Vorsicht walten zu lassen, die einen schlechten Qualitäts-Standard aufweisen. Denn selbst dann, wenn diese Liegenschaften baulich noch völlig in Ordnung sind, heißt das noch lange nicht, dass sie den über die Dekaden hinweg gestiegenen Ansprüchen des Mieterklientels gerecht werden. Welche Einflüsse wirken besonders auf die globalen Immobilienmärkte ein? Entscheidend für die Preisentwicklung sind zum einen makroökonomische Trends wie

• die Wachstumsdynamik,
• die Entwicklung der Zinsen,
• demografische Trends und Völkerbewegungen,
• klimatische Veränderungen,
• politische Trends (Diktatur, Demokratie etc),
• steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen,
• die Wirtschaftskraft bestimmter Regionen
• die rund um die Immobilien verfügbaren Arbeitsplätze.

Zum anderen sollten Immobilien-Interessenten auch kritische mikroökonomische Überlegungen anstellen. Dabei geht es auch um den Erhaltungszustand des Objekts.
USA GEBEN DIE RICHTUNG VOR – Langfristig weisen Immobilien-Investments einen klar nach oben gerichteten Trend auf, wie die weltweit am stärksten beachteten Indizes beweisen. Der FTSE-Nareits-Index ist seit Anfang des Jahres 2009 um etwa 185 % in die Höhe geschossen. Über den größten, liquidesten und am weitesten entwickelten und ausgereiften Immobilienmarkt verfügen zweifellos die USA. Das hat sich gerade auch während der sich stark zerstörerisch auswirkenden Subprime-Krise gezeigt, in der die unzähligen Schwächen nicht nur des US-Immobilienmarktes, sondern des gesamten nordamerikanischen Finanzwesens erkennbar wurden.

Beweis für die Dominanz der USA ist auch die seit Jahren steigende Zahl der an der New York Stock Exchange (NYSE) sowie an der Technologiebörse Nasdaq börsengelisteten Aktien von Immobiliengesellschaften. Darüber hinaus wurde im Jahr 1960 in den USA auch der erste Real-Estate-Investment-Trust (REIT) ins Leben gerufen. Hintergrund: Finanzgesellschaften erhielten durch diese neue Regelung in der Folge die Möglichkeit, bei privaten Kapitalanlegern Geld einzusammeln, diese Investments als REITs zu verbriefen und diese Investments dann über die amerikanischen Wertpapierbörsen im Interesse der Kapitalanleger fungibel zu machen.

Immobilienaktien im Höhenflug
FTSE Nareits All Reits Global Index

Grafik1

Quelle: Barchart

Investmentformen bei Immobilien
• Direkt-Investments – Selbstgenutzte Immobilien
• Direkt-Investments – Rendite-Objekt Immobilien
• Immobilienfonds
• Immobilienaktienfonds
• Aktien von Immobiliengesellschaften
• Real Estate Investment Trusts (REITs)
• Exchange Traded Funds (ETF)
• Immobilien-Zertifikate
• Synthetische Immobilien-Investmentprodukte

REIT- DIE DEFINITION – Ein Real-Estate-Investment-Trust (REIT) ist eine Kapitalsammelstelle mit dem Ziel, Kapital einzusammeln und dieses dann in Immobilien zu investieren. Ein REIT erwirbt, verwaltet und veräußert Eigentum an Immobilien, wobei Bestandsmietwohnungen in der Regel davon ausgenommen sind. REITs gibt es inzwischen auf alle möglichen Liegenschaften wie Hotels, Gewerbeparks und auch auf Golfplätze. In Deutschland ist die Gründung von REIT seit dem Jahr 2007 möglich geworden – die Unternehmensform der Aktiengesellschaft ist dabei zwingend vorgeschrieben. REITs unterscheiden sich u.a. aus steuerlicher Sicht von Immobilienfonds und Immobilien-Aktiengesellschaften.

Auch bei detaillierter Auswertung regionaler Statistiken wird der Boom offenkundig. Untersuchungen der weltweiten Statistikämter zeigen allerdings erhebliche Unterschiede in der Wertentwicklung regionaler Immobilienmärkte. Auffallende inflationsbereinigte Preissteigerungen gab es bei Wohnhäusern in jüngster Zeit im Stadtstaat Hongkong sowie in Irland. Beide regionalen Märkte wiesen im zweiten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahr zweistellige prozentuale Preissteigerungen auf. Auch in Estlands Metropole Tallinn ging die Immobilien-Hausse mit nur leicht nachlassender Dynamik weiter.

EXZESSE IN HONGKONG? – Beobachter glauben, der Immobilienmarkt in Hongkong stehe vor Exzessen. Die Chinese Estates Holding hat diesen Markt zuletzt heiß laufen lassen. Das Unternehmen des 64jährigen Billionärs Joseph Lau hat für ein Bürohochhaus in der ehemaligen britischen Kronkolonie den Rekordpreis von 12,6 Mrd. Hk-$ (umgerechnet also etwa 1,5 Mrd. €) bezahlt – mehr als Doppelte des bisherigen Immobilien-Rekords in Hongkong Lau ist dafür bekannt, sein Vermögen breit in Sachwerte zu streuen. Zuletzt hatte der Vater zweier Töchter u.a. am Markt für Kunst und für Edelsteine mit spektakulären Engagements für Aufsehen gesorgt. Bei Sothebys in Genf ersteigerte er z.B. einen 12,05 karätigen blauen Diamanten für den Rekordpreis von sage und schreibe 48,6 Mio. sfr.

Investieren in US-Immobilien
Vanguard ETF – VNQ

Grafik2

Quelle: Barchart

ABKÜHLUNG IM ARABISCHEN RAUM – Nachdem die Preise von Immobilien und Grundstücken auf der arabischen Halbinsel – vor allem aber in Dubai – noch im Jahr 2014 überdurchschnittlich kräftig in die Höhe geschossen waren, kam es zuletzt hier zu einer Beruhigung. Wie rasch Anleger bereit sind, haussierende Immobilienpreise auch zur Realisierung angefallener Gewinne zu nutzen, zeigt gerade die aktuelle Entwicklung in Dubai, wo es im zweiten Quartal 2015 zu einem zweistelligen prozentualen Preisrückgang kam. Diese negative Preisentwicklung im arabischen Raum ist nicht zuletzt auch auf die anhaltende Schwäche des Rohölpreise zurückzuführen, durch die der Wohlstand in den Ländern der Region eine negative Entwicklung genommen hat. Auch die politischen Spannungen im Nahen Osten wirkten negativ auf das Klima am Immobilienmarkt der Region. Darüber hinaus werden Anleger durch Prognosen über negative Auswirkungen des Klimawandels von Investments in „heißen Regionen“ wie Arabien von Investments abgehalten.

Foto Udo Rettberg2

Hotel-Immobilien (hier in Boca Raton / Florida) sind bei den Vertretern der REIT-Branche seit vielen Jahren sehr stark gefragt. Jetzt allerdings treten die Risiken wegen der geopolitischen Spannungen gerade hier offen zutagen. Foto: Udo Rettberg

Für den Preisanstieg im Immobiliensektor war und ist nach wie vor das günstige monetäre Umfeld ursächlich. Für Interessenten ist die Finanzierung von Immobilien durch Fremdkapital wegen der Nullzinspolitik der Notenbanken heute wesentlich interessanter als noch vor fünf oder zehn Jahren. Hinzu kommt, dass immer mehr reiche Investoren die angespannte oder zumindest undurchsichtige politische Lage in ihren Heimatländern (wie z.B. im arabischen Raum, in Russland und auch in China) zur Kapitalflucht nutzen. Immobilien waren in der Asset Allocation dieser Investoren dabei stets erste Wahl. So berichten zum Beispiel zahlreiche Makler in der westkanadischen Metropole Vancouver und auch in der Finanz-Hochburg Toronto über einen massiven Zufluss chinesischen Kapitals mit der Folge starker Preissteigerungen am dortigen Grundstücks- und Immobilienmarkt.

Deutschland ist in den internationalen Liegenschaften-Ranglisten in jüngster Zeit mit einer wenig spektakulären Preisentwickung

nur im Mittelfeld zu finden. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland um knapp 4,0% gestiegen. Zum Vergleich: im zweiten Quartal 2014 hatte der Preisanstieg gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2013 noch bei 1,3 % gelegen. In den USA weisen die Preise seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg auf. In den vergangenen zehn Jahren gab es bei Wohnimmobilien – in US-Dollar gerechnet – eine stetige jährliche Steigerung zwischen 4 und 6 %. Euro-Anleger können sich zusätzlich darüber freuen, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro während dieses Zeitraums um rund 33 % gestiegen ist.

Doch Immobilien sind beileibe nicht immun gegen alle möglichen Arten von Risiken. Neben den genannten Gewinner-Nationen gab es zuletzt nämlich auch zahlreiche Verlierer. Die angespannte geopolitische Großwetterlage führte zum Beispiel in Ländern wie Russland, Ukraine, Puerto Rico und auch in Venezuela zu bemerkenswerten Preisrückgängen.

CRASH-RISIKEN BEI IMMOBILIEN

Doch wie geht es nach den massiven Preissteigerungen der vergangenen Jahre jetzt weiter? Ist der langfristige Haussetrend in Gefahr, wie einige Ökonomen betonen? Was viele Kapitalanleger und Immobilienbesitzer bei ihrem Blick auf die in der Vergangenheit erzielten Traumrenditen oft vergessen, sind die erheblichen Risiken, die mit Immobilien-Investments verbunden sind. Die generellen Immobilien-Risiken liegen nach dem über mehr als eine Dekade anhaltenden Aufwärtstrend der Preise dagegen in einer generellen Trendwende, deren Auslöser zum Beispiel eine globale Rezession oder sogar Depression sein könnte. Neben der latenten Gefahr einer Verschlechterung der generellen Lage an bestimmten Immobilien-Standorten und des Risikos einer höheren Belastung durch staatliche Stellen gibt es noch zahlreiche andere – in der Regel wesentlichnoch schwerer wiegende – Risiken.

A – DAS DEVISEN-RISIKO – Dabei geht es bei international ausgerichteten Immobilien-Engagements um hier lauernde Währungsrisiken. In den vergangenen sechs Jahren konnten Euro-Kapitalanleger mit Investments in US-Liegenschaften massive Währungsgewinne erwirtschaften. Nach dem starken Anstieg des „Greenback“ in Richtung Parität zum Euro – also 1 Dollar = 1 Euro – dürfte das Wertsteigerungs-Potential der US-Valuta zunächst einmal weitgehend ausgereizt sein. Das Jahr 2015 hat gezeigt, dass Regierungen und Notenbank die diktatorische Maßnahmel von Währungs-Abwertungen durchaus als probates Mittel für eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften sehen. Die Gefahr eines Währungskriegs in Form eines Abwertungs-Wettlauf ist für das Jahr 2016 nach wie vor nicht vom Tisch.

B – RISIKO DER ZINSWENDE – Entscheidende Impulse erhielt der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren durch die kurzsichtige Fiskalpolitik der Regierungen sowie durch die unsinnige Geldpolitik der Notenbanken. Bei eingehender Überlegung sollten Menschen zu der Erkenntnis gelangen, dass der Aufschwung und der Wohlstand vergangener Dekaden durch die Inkaufnahme von gigantischen Staatsschulden lediglich „erkauft“ – also „erborgt“ – worden ist. Wenn Zentralbanken irgendwann die seit längerem angekündigte Zinswende einleiten, die Zinsbelastung von Immobilien-Investments dann von „quasi null“ angenommen auf fünf Prozent oder mehr steigen sollte, verändert sich das Umfeld der Immobilien-Finanzierung total.

Auf Seiten geldpolitischer Eliten existiert eine große Besorgnis mit Blick auf die Immobilien-Hausse vergangener Jahre. Eric Rosengren, Präsident der Federal Reserve Bank of Boston, hat sich in den vergangenen Tagen extrem besorgt über den starken Anstieg der Preise vor allem bei gewerblichen Immobilien gezeigt. Auch dessen Kollege John Williams von der San Francisco Fed hatte sich zuvor ähnlich kritisch geäußert. Das Argument der Notenbanker: Immobilien-Investoren droht große Gefahr, weil sie vor dem Hintergrund der rekordtiefen Zinsen möglicherweise zu hohe Risiken am „Markt für Betongold“ eingehen. Diese Immobilien-Fans seien möglicherweise nicht ausreichend auf den „Tag X“ – den Tag der Zinswende also – vorbereitet, warnen die Fed-Vertreter.

C – POLITIK IST DAS GRÖSSTE RISIKO – Damit aber ist die Risiko-Liste für Immobilien noch nicht final. Das größte Risiko liegt vor allem auf politischer Ebene. Irgendwann müssen Regierungen angeblich demokratischer Industrieländer über eine Verringerung oder im Idealfall sogar über einen Abbau von Staatsschulden nachdenken. Auf diesem Wege gibt es unzählige Möglichkeiten. Diese aber sind allesamt unpopulär. Denn mit allen denkbaren Lösungen wird vor allem das Volk getroffen.

D – RISIKO DER ZWANGSENTEIGNUNG – Viele Wege führen zum Ziel. Manche werden von Anlegern und Immobilienbesitzern heute noch als „unmöglich“ erachtet. Aber Vorsicht! Regierungen waren über die Jahrhunderte hinweg bei der Lösung solcher und ähnlicher Probleme nicht nur erfinderisch, sondern darüber hinaus auch gnadenlos. Die Prosperität der Weltwirtschaft und vor allem der Boom der Immobilienmärkte weckt halt Begehrlichkeiten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Finanzminister gerade auch an den Immobilienmärkten ihr Unwe- sen treiben. Das geht sowohl über eine höhere Besteuerung des Immobilienvermögens, über höhere Grundsteuern und ähnliches als auch über andere „schmutzige Tricks“. In diesem Kontext sei zum Beispiel auf das Instrumentarium der Zwangsenteignung hingewiesen.

E – RISIKO DER ZWANGSHYPOTHEK – Bekannt ist aus der Geschichte zudem auch das Mittel der Zwangshypothek. So mancher blauäugige Bürger und Kapitalanleger mag meinen, dass das in einem angeblich demokratischen Land wie Deutschland keine Option für die Regierung sein kann. Wer das glaubt, sollte ein zweites und drittes Mal nachdenken. „Nichts ist unmöglich“, heißt es in einer Autowerbung. Das gilt auch für die von Regierungen durchgesetzten Methoden im Rahmen der Financial Repression. Ein Blick in die Vergangenheit – nämlich in die unruhigen und kritischen Jahre 1923 und 1948 – zeigt, dass die deutschen Regierungen ihren Bürgern Zwangshypotheken auf deren Immobilien verordneten. Denn das ist ein Mittel, mit dem Regierungen unter dem Gesichtspunkt der „Gerechtigkeit“ die Mehrheit seiner Bürger auf seine Seite ziehen kann. „Wer Immobilien besitzt, muss reich sein“, heißt es im Neiderland Deutschland. Wenn der Staat von einer zu hohen Schuldenlast in seinem Handeln erdrückt wird, wälzt er diese Schulden z.B. über höhere Steuern, Abgaben und über Zwangs- hypotheken (auch als Instrumentarium der „Zwangsvollstreckung“ zu bezeichnen) eben auf die Häuslebauer ab.
In der Vergangenheit funktionierte das in der Art, dass der Staat Staatsschulden in die jeweiligen Grundbücher der Immobilienbesitzer eintrug. Hauseigentümer hatten auf diese Art und Weise wieder neue – oder je nach Stand der Dinge noch mehr alte – Schulden. Dass Politiker erfinderisch sind, zeigte sich in der Vergangheit auch daran, dass für diese Art des Betrugs das so genannte „Lastenausgleichsgesetz“ kreiert wurde. Regierungen werden sich als Handlanger des „Superreichen-Establishments“ in diesem Kontext dann wohl auch das Recht nehmen, nur bestimmte Immobilien „auszusuchen“ und mit einer Zwangshypothek zu belegen. Wollen sie vor allem die privaten Immobilienbesitzer „bestrafen“, dann werden sie dies gezielt tun. Sie könnten dann zum Beispiel auf der anderen Seite auch die „Superreichen“ mit ihren Gewerbe-Immobilien bei dieser Regelung außen vor lassen. Wie gesagt: „Nichts ist unmöglich“. Das gilt auch für das Wunderland Deutschland.

F – KRIEGS-RISIKO – Doch das ist noch längst nicht alles. Auf dem Weg in die ungewisse Zukunft lauern noch andere Risiken. Denn wegen der derzeit alarmierenden geopolitischen Entwicklung ist die Gefahr einer Verschärfung und vor allem einer Ausbreitung von bislang eher noch regional beschränkten kriegerischen Konflikten nicht von der Hand zu weisen. Mit Kriegen geht aber in der Regel in nur kurzer Zeit die Zerstörung von Immobilien-Vermögen einher. Immobilien-Reichtum kann so praktisch über Nacht zum „Nichts“ werden. „Die Gefahren eines Immobilien-Crashs sind real“, mahnt Ceros-Geschäftsführer Markus Ross zur Vorsicht.

Dieser Beitrag ist am 27. 11. 2015 in leicht gekürzter Form als Advertorial bei „Handelsblatt Online“ erschienen

IMMOBILIEN-INVESTMENTS-Risiken nicht unterschätzen