Martin Siegel

Martin Siegel 2017-04-12T21:17:06+00:00

Event Reports

CEO-Talk

Auf dem Chefsessel: MARTIN SIEGEL

„Alle Jahre wieder …….“, begrüßt mich Martin Siegel an diesem sonnigen Februar-Tag im Cafe Augenblick in der Mainzer Landstraße inmitten des Fi- nanzzentrums Frankfurt. Man kennt sich seit vielen Jahren, hat Höhen und Tiefen der Edelmetallmärkte über einen langen Zeitraum hinweg verfolgt und kommentiert. Heute strahlt Martin Siegel auch deshalb, weil der von ihm betreute Investmentfonds Stabilitas Pacific Gold+Metals wieder eine positive Wertentwicklung aufweist. Sein Goldpreis-Ziel liegt bei 1800 $ je Feinunze.

Das große Rad

Die Gold-Fanatiker drehen am „großen Rad“.                                                                                                                                                                                     Foto: Udo Rettberg

Gold ist wieder „in“ – Gold erstrahlt in neuem Glanz. Für das globale Gold-Business ist vor allem der Wert des US-Dollars von enormer Bedeutung. Vor allem nicht-amerikanische Goldproduzenten z.B. aus Australien, Kanada, Südafrika und anderen Ländern der Welt müssen den Wert des Greenback stets aufmerksam im Auge behalten. Grund: Die Kosten dieser Nicht-US-Produzenten fallen in der Regel in der jeweiligen Heimatwährung an, während die Erlöse beim Verkauf des Goldes dagegen in US-Dollar verbucht werden. Das kann positive, aber auch negative Auswirkungen auf die Bilanz haben. In den vergangenen Monaten spielte der starke Dollar zum Beispiel australischen, südafrikanischen und mit Abstrichen auch kanadischen Goldproduzenten voll in die Karten.

Siegel begründet seinen Erfolg unter anderem mit seinem frühen Gespür für die Situation. „Vor einigen Monaten waren in den Aktien australischer Goldminen riesige Umsätze festzustellen“, so seine Erklärung. Das sei der Zeitpunkt gewesen, zu dem große Player der Finanzszene (z.B. Hedge Funds und Investmentfonds) in die soliden Goldminen eingestiegen seien. Seither ist hier ein starker Kursanstieg festzustellen, wenngleich die meisten Goldaktien noch immer sehr deutlich unter den Rekordhochs aus den Jahren 2011 und 2012 notieren.


Stabilitas-Fonds

Die in Bad Salzuflen beheimatete Stabilitas GmbH ist Anbieter von vier auf Edelmetalle spezialisierte Investmentfonds mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten: 1 – Pacific Gold + Metals, 2 – Silber + Weißmetalle, 3 – Gold + Resourcen, 4 – Special Situations. Das Unternehmen wurde im Jahr 2005 unter dem Namen ERA Resources gegründet. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management) liegt bei rund 50,5 Mio. €. Stabilitas kann auf das Fachwissen eines breit gefächerten Netzwerks von Geologen, Geophysikern, Rohstoff-Analysten und Investment Professionals im In- und Ausland zurückgreifen. Der Fokus der von Martin Siegel geführten Fondsgesellschaft liegt bei Aktien mittelgroßer Edelmetallproduzenten mit soliden Dividendenzahlungen in politisch stabilen Regionen.


Wie aber geht es weiter? „Die Finanzkrise wird wieder aufbrechen“, ist Siegel von einem anhaltend nervösen geopolitischen und globalökonomischen Umfeld überzeugt. Er verweist in diesem Kontext unter anderem auf die bedenklichen Bilanz-Kennzahlen der Geschäftsbanken sowie die extrem ausgeweiteten Bilanzen der Notenbanken. Auch ein Blick auf die massive Ausweitung des Faktors Kredit – unter anderem zu erkennen an der immensen Steigerung des Volumens von Finanz-Derivaten – lasse den Schluss zu, dass Gold in Zukunft als Anker im globalen Währungssystem eine große Rolle spielen werde.

Klar, das von den Regierungen verursachte explosive geopolitische Umfeld spricht eindeutig für die Anlageklasse Edelmetalle, allen voran für Gold. Pro Gold wirken darüber hinaus auch die irrsinnigen Pläne von Regierungen zur Abschaffung des Bargeldes. „All das hat kaum ökonomischen Sinn, sondern dient vor allem der allgemeinen Kontrolle der Menschen“, sagt Siegel und zieht angesichts der anti-demokratischen Pläne der „Bigones“ und „Extriches“ und deren Handlanger. seine Stirn in Falten. Unter den Breiffen „Bigones“ und „Extriches“ sind die Superreichen dieser Welt zu subsummieren. Regierungen wollten in diesem Kontext darüber hinaus Zugriff auf die Sparvermögen der Bürger erhalten.

Ziel dieser Politik sei es unter anderem, dass Bürger im Umfeld der von Notenbanken kreierten Nullzinsen bzw. Negativzinsen ihr Geld nicht mehr länger sparen, sondern ausgeben und auf diese Weise dann die Konjunktur antreiben. Dadurch werden gleichzeitig die seit Monaten fehlenden inflationären Impulse kreiert. Eine Inflationierung der Wirtschaft und der Vermögenswerte reduziert (zumindest optisch) darüber hinaus den globale Schuldenberg.

Gold ist für den Experten auch unter fundamentalen Aspekten sehr interessant. „Ja, die durchschnittlichen Produktionskosten der Goldminen dürften weltweit zwischen 1050 und 1100 $ je Feinunze liegen“, beantwortet Siegel meine entsprechende Frage. Man müsse indes bedenken, dass diese Zahl zahlreiche langfristig wirkende Kostenfaktoren in der Goldproduktion nicht berücksichtigt. Der faire Goldpreis liegt nach Meinung von Stabilitas bei rund 1800 $ je Feinunze. Basis von Siegels Prognose ist das globale Goldangebot aus der Primärproduktion von Goldminen zuzüglich des wiedergewonnene (recycelten) Goldes.

„Jeder sollte sich darauf einstellen, dass die Minenproduktion in Zukunft teurer wird“, so Siegel. Der Experte findet gute Gründe für seine Prognose: „Es wird für die Produzenten künftig wesentlich aufwändiger, Gold aus dem Boden zu holen“, sagt er. Hier muss auch Berücksichtigung finden, dass die Abschreibungen steigen und die Erzgehalte bestehender und neu entdeckter Vorkommmen wohl sinken werden. Auch die Ausgaben für die Edelmetall-Exploration dürften wohl nur eine Richtung kennen – nämlich nach oben. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die zuletzt extrem schwachen Energiepreise in den kommenden Jahren wieder steigen werden.

Und last but not least sei auch von der ökologischen Seite her mit höheren Produktionkosten zu rechnen. Wenn die langfiristig zu erwartende Nachfrage nach Gold durch ein entsprechendes Angebot gedeckt werden solle, sei zumindest das genannte Preisniveau von 1800 $ je Feinunze notwendig. „Und daher dürfte der von uns errechnete Gleichgewichtspreis von 1800 $ je Feinunze auf mittlere Sicht deutlich übertroffen werden“ so Martin Siegel, der mit einem anhaltend breiten Kapitalzustrom in Gold rechnet.

Es ist seit langem bekannt, dass es bei Gold überzogene Preisbewegungen nach oben und unten gibt. So wie ich beim Preis von 1900 $ je Feinunze vor rund viereinhalb Jahren einen Verfall des Goldpreises auf zumindest 1400 $ je und in der üblichen Übertreibungsphase dann bis auf 1200 $ prognostiziert hatte, so verweist auch Siegel heute auf die unverkennbaren psychologischen Einflüsse an den Edelmetallmärkten.

„Haussen und Baissen enden bekanntermaßen sehr oft in exzessiven Übertreibungen – und das nicht nur bei Gold und den anderen Edelmetallen“, erklärt der Fondsmanager aus Bad Salzuflen, der solche Exzesse auch bei Gold & Co erwartet. „Gold – das ist allseits bekannt – ist ein sehr emotionales Investment“, gibt Siegel seine Erfahrungen wieder und weigert sich dann allerdings auch, konkrete Preisziele für das gelbe Metall während der kommenden fünf oder zehn Jahre zu nennen.

„Welche Asset Allocation bietet sich heute für private Anleger an“, will ich von Martin Siegel wissen. Wie also sollten sich Anleger an den Kapitalmärkten in der aktuell wirren Welt positionieren, die gut situiert bereits über Immobilien wie z.B. eine selbstgenutzte Eigentumswohnung oder ein Haus verfügen und darüber hinaus ein gesichertes laufendes Einkommmen erzielen? Siegels Antwort mag überraschen, zeigt jedoch den generellen Optimismus des Experten für die Edelmetallmärkte: Gold 30 %, Goldaktien 20 %, Silber 10 %, Silberaktien 10 %. Industrieaktien 20 % und Bargeld 10 %.

Martin Siegel

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