David Wolfin, Avino Silver & Gold Mines Ltd.

David Wolfin, Avino Silver & Gold Mines Ltd. 2017-04-13T15:43:25+00:00

CEO-TALK mit David Wolfin, Avino Silver & Gold Mines Ltd.

Trump befeuert den Gewinn

Rege Betriebsamkeit herrscht an diesem Morgen in der Empfangshalle eines Frankfurter Hotels. Ich bin zu einem Gespräch mit David Wolfin, dem CEO einer kanadischen Minenfirma, verabredet. Die Türen von zwei gegenüberliegenden Aufzügen öffnen sich. Aus einem der Aufzüge schreitet Fredi Bobic – offensicht- lich ausgeschlafen und gut gelaunt. Er wünscht einen „guten Morgen“ in die Runde, bevor er im Frühstücks-Restaurant verschwindet. Der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht ist beliebt in „Mainhattan“, wie an der Reaktion der Hotelgäste und Hotelmitarbeiter zu erkennen ist.                          80TnDJTA **

Vom Hotelrestaurant reicht der Blick hinaus auf die Fontäne und nach einem weiteren Schwenk der Augen nach links dann auf die im Osten der Stadt alles überragende „Villa Mario“ – dem Amtssitz von EZB-Chef Mario Draghi.                                                                                                                        Foto: Udo Rettberg

Etwa zur gleichen Zeit vernehme ich die Stimme von David Wolfin, der lässig aus dem zweiten Aufzug schlendert und die Hotelhalle betritt. Auch der Präsident & CEO von Avino Silver & Gold Mines Ltd ist gut gelaunt. „Hey, good morning Udo. Nice to see you again. Long time no see.“ Ja, David liegt völlig richtig. Rund 8 Jahre sind vergangen, seitdem wir uns im Büro seines leider vor wenigen Wochen verstorbenen Vaters Louis Wolfin getroffen hatten. Louis galt und gilt in Vancouver als eine Art „Mi- ning-Institution“. Seinerzeit hatten wir uns in einem gemeinsam von Avino Silver & Gold sowie Bralorne genutzten Büro ge- troffen. Heute sind beide Gesellschaften zu einer Einheit verschmolzen. „Übrigens – wie geht’s der Schwester“, frage ich David. „Der geht’s gut“, antwortet er und dann kommen wir ins Plaudern über Menschen, die wir seinerzeit in Vancouver getroffen hatten.

Der Avino-CEO ist zufrieden mit der jüngsten Entwicklung der Edelmetall- märkte. Der aktuelle Aufschwung befinde sich in einem frühen Stadium, so dass Gold und Silber noch einen gewissen Spielraum nach oben haben dürften, so seine vorsichtige Prognose. Ich locke ihn, mir   eine konkrete Goldpreis-Prognose für die kommenden 5 Jahre zu nennen. „Jetzt musst Du eine Kristallkugel zur Hand nehmen“, frotzelt Avinos Capital Market Strategist Andrew  Kaplan, der David auf dem Europa-Trip begleitet. Aber David will nicht konkreter werden, spricht viel lieber von „erheblichem Preispotential“.

Dann will er wissen, wie ich die Lage sehe. „Ich sage seit Jahren, dass Gold in diesem Zyklus während der kommenden fünf Jahre auf 2880 $ steigen kann“, erkläre ich ihm meine Sicht der Dinge. Und ich liefere die Erklärung hierfür gleich mit. „Kurze Zeit, nachdem ich vor 38 Jahren in den Journalismus eingestiegen bin, schoss Gold innerhalb kurzer Zeit auf das da- malige Rekordhoch von 855 $ je Feinunze.“  „Richtig“, erinnert sich David, obwohl er damals noch ein Kind war. „Wenn Gold wirklich einen Schutz vor Inflation bietet, entspricht der damalige Rekord heute inflationsbereinigt rund 2800 $ je Feinun- ze“, so meine Erklärung, die David erfreut zur Kenntnis nimmt. „Hinzu kommt“, so erkläre ich, „dass die Welt heute noch  wesentlich hässlicher ist als damals.“ „Interessante Sicht“, bestätigt Wolfin, in dessen Adern deutsches Blut fließt.

Was Avino Silver von anderen zuletzt durch Europa tourenden Minenunternehmen un- terscheidet, ist vor allem der Fakt, dass die Firma längst nicht mehr nur Junior-Miner oder Explorationsgesellschaft ist, sondern bereits als Produzent von Edelmetallen von sich reden macht – und das seit 31 Jahren. Im Jahr 2016 lag die Produktion von Silber und Gold bei einem Silber-Äquivalent in Höhe von 2,68 Mio. Feinunzen – und das zu  „all-in-Produktionskosten“ in Höhe von 10,34 US-Dollar je Feinunze.

„Wir gehören zu den Silberproduzenten mit den niedrigsten Produktionskosten“, ist David stolz. Und in der Tat: Ein Vergleich mit First Majestic (12,9 US-Dollar) und Great Panther Silver (16,40 US-Dollar) zeigt, dass die all-in-Kosten von Avino deutlich geringer sind. Die Umsätze der Kanadier erreichten 2016 rund 39,9 Mio. can$, verglichen mit 19,1 Mio. can$ im Jahr 2015. Der Gewinn je Aktie lag 2016 bei 0,05 can$. Für die Jahre 2018 und 2019 erwartet Wolfin einen Anstieg der Produktion auf rund 4 Mio. Feinunzen Silber-Äquivalent. Die Geschichte von Avino reicht rund 500 Jahre zurück. Die Gesellschaft ist Spezialist darin, weit- gehend ausgebeutete oder vorübergehend geschlossene Minen wieder zu eröffnen.

Viva Mexico!! DJT sieht das anders.                                                                                                                                                                    Foto: Udo Rettberg

Avino Silber & Gold verfügt über zwei produzierende Minen in mexikanischen Minendistrikt Durango (nämlich Avino und San Gonzalo) sowie über die Bralorne Gold Mine in der kanadischen Provinz British Columbia (B.C.) – rund 50 Meilen von der Ski-Hochburg Whistler Mountain entfernt. Zudem besteht ein riesiges Vorkommen an Oxide-Tailings (also Abraumhalden), die über hohe Edelmetallwerte verfügen. Bis Mitte 2018 sollen nach bis dahin durch- geführten Bohrungen und metallurgischen Tests konkrete Informationen über die Werthaltigkeit der Halden in Mexiko vor- liegen. Während der open-pit-mining-Sil- berproduktion in den Jahren zwischen 1979 bis 1993 waren diese Halden aufge- schüttet worden, weil die Technologien bei der Ausbeutung der Erze seinerzeit längst nicht so weit fortgeschritten waren wie heute. Darüber hinaus hat sich Avino die Rechte an 7 Explorations-Projekten (Gold, Silber, Buntmetalle) gesichert. Als Vorteil bezeichnet der Avino-Chef die gut ausge- baute Infrastruktur auf der einen sowie die allermodernste Flotte an Minengeräten.

 

 

Aktienkurs Avino Silver & Gold Mines Ltd. (ASM)
Börse New York

                                                                                                                                                                                                                                              Quelle: Barchart

 

Etwaig negative politische Entwicklungen für sein Unternehmen und die Minenbran- che in Mexiko   wegen der Trumpschen Me- xiko-Politik erwartet Wolfin nicht wirklich. „Kanadische Minenfirmen erachten Mexiko als ein sicheres Land für Investitionen“, so sein Fazit. „Seit Trump im Amt ist, steigt unser Gewinn“, weist der Avino-CEO au-genzwinkernd auf einen positiven Nebenef- fekt hin. Ob die geplante Expansion von Avino, die in einem Dreijahresplan darge- legt ist, durch internes oder externes Wachstum erreicht werden soll, frage ich David. „Brokerhäuser in Kanada sehen uns eher auf der Seite der Aufkäufer, der Über- nehmer also“, so die Antwort. Konkrete Pläne gebe es hier indes nicht. „Wir sind auch kein Übernahmeziel“, erstickt er eine von mir begonnene Frage bereits im Keim. Dass Avino in seinem Geschäftsmodell beim Verkauf der Silberproduktion mit strategischen Partnern kooperiert, zeigt die Weitsichtigkeit der Unternehmensführung. „Unsere Minenkonzentrate werden derzeit exklusiv an Samsung verkauft“, weist er auf eine entsprechend vielversprechende Kooperation mit den Südkoreanern hin. „Samsung schaltet auf diese Weise einfach den Vermittler im Edelemtallhandel aus und kauft das benötige Silber z.B. nicht über Vermittler oder Börsen wie die LME sondern direkt bei uns“, erklärt er. Für dieses Geschäftsmodell sieht er auch in Zukunft große Chancen.

Insgesamt hat Avino Silver & Gold Mines Ltd derzeit rund 59,04 Mio. Aktien ausste- hen (nach Ausübung aller Optionen und Warrants). Die Avino-Aktie wird nicht nur an der Börse in Toronto, sondern unter dem Ticker-Symbol (ASM Kurs: 1,75 US-Dollar) auch an der ehemaligen American Stock Exchange (Amex) – die heute zur New York Stock Exchange (NYSE) und damit zur ICE gehört – gehandelt.  Auch an meh- reren deutschen Börsen werden Kurse in der Aktie gemacht.  „Am liquidesten ist der Aktienhandel zweifellos in New York“, er- läutert Andrew Kaplan.

Dass der populäre kanadische Rohstoff-Investor Eric Sprott zuletzt 1 Mio. Avino-Aktien am freien Markt erworben hat und sich zudem dessen Kollegen ausgespro- chen positiv über Avino äußern, erwähnt David Wolfin nur am Rande. Konkret zu den Aussichten der Aktie wollen sich die Avino-Manager bei ihrem Besuch in Frank- furt nicht äußern. „Im Vergleich zu unse- ren direkten Konkurrenten sind wir allerdings deutlich unterbewertet“, sagt David Wolfin. Im Gespräch fallen dann bei der Betrachtung der Marktkapitalisierung quasi beiläufig Zahlen wie „wir sind mehr als eine halbe Milliarde Dollar oder noch mehr wert“. Zum Vergleich: Derzeit wird Avino an der Börse in New York mit knapp 89 Mio. US-Dollar bewertet.

Die aktuellen Kursziele von Wertpapier-Analysten führender nordamerikanischer Finanzhäuser zeigen das auf dieser Seite in der ASM-Aktie gesehene Kurspotential:

  • Cantor Fitzgerald = 4,25 Dollar
  • Roth Capital = 4,75 Dollar
  • Noble Capital = 2,50 Dollar
  • Rodman Renshaw = 4,00 Dollar

 

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** meine neue Zeitrechnung —— 80 Tage nach der Amtseinführung von  Donald John Trump