David A. Semple

David A. Semple 2017-04-12T21:17:07+00:00

Event Reports

PRO-TALK mit David A Semple

Der Hassfaktor

„Anleger sollten jetzt Investments favorisieren, die von anderen gehasst werden“, gibt David A. Semple einen grundsätzlichen Rat. Das gelte gerade heute. Der beim Fondshaus Van Eck Global für internationale Aktien zuständige Experte sieht inter- essante Einstiegschancen bei Schwellenländern und Rohstoffen – also bei Invest- ments, die derzeit stark gemieden werden. Für Börsianer sei dies ein guter Zeit- punkt, auf die Seite der „Contrarians“ zu wechseln und den Hassfaktor zu nutzen.

„Man kann die Kohle in der Luft praktisch riechen“,

„Man kann die Kohle in der Luft praktisch riechen“, sagt David A Semple, wenn er über die Umwelt-Verschmutzung als eine der größten Risiken für Chinas Wirtschaftsaufschwung spricht. Foto: Udo Rettberg

Emerging Markets zählten in den vergangenen Monaten zu den großen Verlierern im Konzert der Weltbörsen. Schwache Rohstoffpreise waren der entscheidende Faktor für die Baisse der Schwellenländer-Börsen. Fakt ist, dass die Emerging Markets (EmMa) in den vergangenen beiden Jahren unter starken Kapitalabflüssen litten und die Positionierung von Anlegern in der Peripherie der Weltbörsen inzwischen auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2001 abgesackt ist.

„Rund 75 % des in den Jahren zuvor massiv in die Emergings-Markets geflossenen Kapitals ist inzwischen wieder abgezogen worden“, so Semple. Doch jetzt setzt weltweit offensichtlich ein Umdenken ein, weil mutige Anleger auf den „Hassfaktor“ setzen, auf die Seite der Contrarians wechseln und auf Schnäppchenjagd gehen. Das ist auch daran ersichtlich, dass Die EmMa-Fonds von Van Eck Global zuletzt wieder einen Kapitalzufluss verzeichneten. Die New Yorker Kapitalanlagegesellschaft verwaltet in zahlreichen Fondsprodukten insgesamt etwas mehr als 25 Mrd. Dollar, wovon rund 5,5 Mrd. $ auf Schwellenländer-Fonds entfallen.

Bei der Frage nach dem Wahrheitsgehalt der in den westlichen Industrieländern über die VR China verbreiteten „Angstmeldungen“ lächelt der Experte. „Klar, rund um das Thema VR China gibt es derzeit eine Menge Stories“, sagt Semple, der allerdings die von vielen anderen Fachleuten geäußerten Sorgen nicht unbedingt teilt. Man müsse verstehen, dass China noch immer eine „weitgehend geschlossene und staatliche gesteuerte Gebilde“ ist. Beim Thema Kapitalausfluss aus China müsse zudem berücksichtig werden, dass hier Carry Trades eine große Rolle gespielt haben.


Was sind eigentlich CCT – Currency Carry Trades

Currency Carry Trades sind bei großen spekulativ orientierten institutionellen Investoren (wie Hedge Funds) eine beliebte Strategie – mit allerdings nicht unerheblichem Risiko. Dabei geht es darum, dass sich mutige (spekulativ orientierte) Anleger in einer Niedrigzins-Währung über die Aufnahme von Krediten verschulden und sie diese Kreditgelder dann in Anleihen höher rentierender Währungen investieren. Im Falle von China wurden Kredite mit niedrigen Zinsen im US-Dollar aufgenommen und die Kreditsummen wurden dann z.B. in Yuan-Staatsanleihen investiert. Solche Anlegergruppen setzen darauf, dass bei Rückzahlung des Kredits die höheren Zinseinkünfte noch einen Gewinn der Gesamt-Transaktionen ermöglichen. Risiken liegen in der unvorteilhaften Veränderung der dem Geschäft zugrundeliegenden Devisenkurse.


Das Ende dieser Carry Trades sei mit Blick auf den chinesischen Markt und die dortige Währung Renminbi / Yuan allerdings absehbar. Im „Pro-Talk“ fährt David Semple dann ein starkes Geschütz auf: „Was George Soros mit Blick auf China-Investments rät, ist kompletter Unsinn“, so Semple. „Denn die Regierung und die kommunistische Partei in Peking kontrollieren das Finanzsystem und die politischen System nach wie vor“, warnt der aus dem schottischen Glasgow stammende Finanz-Fachmann.

„Klar, die Märkte hassen es, wenn die angebliche Sicherheit erst einmal verschwindet.“ Wer allerdings die von George Soros für China empfohlene Anlagestrategie wähle, werde sich dort über kurz oder lang eine blutige Nase holen. So schlecht könne China nun wirklich nicht sein; denn im vergangenen Jahr seien Chinas-A-Aktien ironischerweise eine der wenigen Investments mit Kurszuwachs gewesen. Als Positivfaktor sei die massive Bekämpfung der Korruption in der VR China zu sehen, nennt der Fan des Fußballclubs der Glasgow Rangers einen wichtigen Punkt.

Viel zu wenig werde in der Welt auch beachtet, dass die Sparquote in der VR China zuletzt neue Rekordhöhen erreicht habe und auf ein Niveau gestiegen sei, dass Europa und die USA gemeinsam bei weitem nicht vorzuweisen haben. Die Bank of China suche gemeinsam mit der Regierung nach Lösungen, diese Spargelder in den Konsum fließen zu lassen. Da durch massive Investitionen in Produktionsanlagen in den vergangenen Jahren massive Überkapazitäten (z.B. bei Stahl und im Maschinenbau) entstanden sind, sollten die Gelder in den Konsum und in den Dienstleistunsgbereiche fließen.

Der Van-Eck-Experte glaubt, dass es in China in den nächsten Wochen und Monaten zu massiven Investments der Verbraucher in die Bereiche Gesundheitswesen, Bildung und auch in den Umweltschutz kommen wird. „Die Chinesen haben die in dieser Hinsicht in ihrem Land bestehenden Schwächen erkannt und werden sie wohl abzustellen versuchen“, so die Aussage. Weitere massive Steigerungen sind auf Sicht auch im Tourismus zu erwarten, der im Jahresvergleich ein Plus von 41 % verzeichnet hat.

Semple outet sich im Gespräch als Konjunktur-Optimist. Größere Wachstumsraten erwartet auch er allerdings nicht – allerdings auch nicht den von mir erwarteten Rutsch in die Rezession oder gar in die Depression. Nein, er gehe nicht davon aus, dass die Zinsen in diesem Jahr nach der ersten Zinsanhebung der Fed wieder sinken. Möglich sei allerdings, dass es im März nicht zu einer weiteren US-Zinsanhebung kommen werde. Die Fed könne mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaftallerdings auch nicht daran gelegen sein, dass der Dollar.


Rot oder Schwarz?
Die Antwort ist eindeutig: Geliebtes Gold

Uwe Eberle, den geschäftsführenden Direktor von Van Eck Switzerland AG mit Sitz in Pfäffikon, kenne ich nunmehr seit fast 20 Jahren. Seit längerem hat mir Uwe in regelmäßigen Abständen Gespräche mit interessanten Fondsmanagern seines in New York beheimateten Arbeitgebers vermittetlt. In diesem Jahr hat er David A. Semple zu einer Europa-Tournee eingeladen. „Rot oder schwarz“, hat mich Uwe vor unserem Treffen in Frankfurt gefragt. Die Frage, das war mir sofort klar, bezog sich auf das jüngste Modell aus der Kollektion von „Van-Eck-Krawatten“ .

Das Finanzhaus macht sich seit Jahrzehnten einen Gag daraus, limitierte Krawatten-Modelle zu besonderen Anlässen der globalen Finanzszene kreieren zu lassen. Nachdem man vor Jahren von Modeschöpfern in New York eine „Helicopter-Krawatte“ mit dem Konterfei von Ben Bernanke und in der Folge dann eine „Täubchen-Krawatte“ mit der Erscheinung von Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen kreieren ließ, war in der jetzigen Situation viel Phantasie gefragt. Die kreativen Geister von Van Eck Global sahen sich in diesem Jahr veranlasst, eine „Gold-Bullen-Krawatte“ gestalten und herstellen zu lassen. Das lässt wohl aus Sicht der Fondsgesellschaft darauf schließen: Anleger sollten Gold zumindest nicht aus dem Auge verlieren.


Für Freunde des Sammelns

Für Freunde des Sammelns: Gold-Bullen Krawatte von VanEck Global.                                                                                                                           Foto: Udo Rettberg